Free counter and web stats

14.01.2009

Entgleister Walfang - hilflose Walfangkommission

Entgleister Walfang - hilflose Walfangkommission

Internationale Handelsbeschränkungen für 12 bedrohte Baumarten aus Lateinamerika wurden abgelehnt


Die Internationale Walfangkommission (IWC) steht der massiven Ausweitung des Walfangs durch Japan, Norwegen und Island bislang hilflos gegenüber. Anlässlich der kommenden IWC-Tagung (16.-20. Juni, St. Kitts) haben PRO WILDLIFE und OCEANCARE nun einen Forderungskatalog vorgelegt, um den Walfang wieder unter Kontrolle zu bekommen. "Wir haben die Sanktionierungspraxis in Umwelt- und Fischereiabkommen analysiert - und die IWC schneidet im Vergleich katastrophal ab", erläutert Dr. Sandra Altherr (PRO WILDLIFE). Sigrid Lüber von OCEANCARE ergänzt: "Die IWC muss unerlaubten Walfang künftig endlich hart bestrafen - durch hohe Geldbußen, Quotenentzug und Handelssanktionen. Die Chance hierzu muss die IWC jetzt nutzen!"



Auf der Tagesordnung der kommenden IWC-Tagung steht v.a. die Diskussion um ein künftiges Bewirtschaftungsverfahren für Wale (RMS), das schon bald das Walfangmoratorium ablösen könnte. Hierbei wird die künftige Überwachung und Kontrollierbarkeit des Walfangs im Mittelpunkt der Diskussionen stehen. Seit 1986 gilt ein weltweites kommerzielles Walfangverbot, doch Japan, Norwegen und Island nutzen bestehende Schlupflöcher der IWC immer dreister und bauen ihre Jagd auf die Meeresriesen systematisch aus:

JAPAN umgeht das Moratorium, indem es seinen Walfang als "Wissenschaft" deklariert. Unter diesem Deckmantel starben seit 1987 fast 8.000 Wale. Während Tokio sich bis vor wenigen Jahren auf Zwergwale beschränkte, werden seit 2000 zunehmend auch größere und stärker bedrohte Arten getötet, nämlich Pott-, Sei-, Finn- und Buckelwale. In der letzten Saison wurde zudem eine neue "Super-Harpune" mit höherer Sprengkraft getestet. "Japan will seine Jagd auf die großen Arten offenbar massiv ausbauen - es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann erstmals sogar Blauwale in das Visier japanischer "Forscher" kommen", betont Altherr.

NORWEGEN hat für das aktuelle Jahr seine eigenmächtig gesetzte Fangquote um 30% gegenüber dem Vorjahr erhöht - auf 1.052 Zwergwale. "Und wir rechnen mit einem weiteren Ausbau im kommenden Jahr, denn das norwegische Parlament hat sogar eine Quote von 1.800 Tieren abgesegnet", berichtet Lüber. Norwegen hatte bei der Verabschiedung des Moratoriums fristgerecht einen formellen Widerspruch eingelegt - und ist somit bislang nicht daran gebunden.

ISLAND stieg nach 14 Jahren Pause 2003 erstmals wieder in den Walfang ein und nutzt dabei wie Japan den Deckmantel der "Wissenschaft". Seither starben 100 Zwergwale, und Island droht bereits mit dem Ausbau seiner Aktivitäten. Es wird befürchtet, dass Island schon bald auch Finn- und Seiwale bejagt, um das Fleisch dieser begehrten Tiere nach Japan zu verkaufen.

Die aktuelle Studie von PRO WILDLIFE und OCEANCARE ("Non-compliance within the IWC") zeigt anhand zahlreicher Beispiele, dass die IWC den maßgeblichen Umwelt- und Fischereiabkommen in Sachen Sanktionierung von Vertragsbrüchen weit hinterherhinkt. "Zahlreiche Abkommen verhängen Handelssanktionen, wenn Länder massiv aus dem Ruder laufen. Frankreich z.B. muss nach Vertragsverletzungen gegen das EU-Fischereiabkommen derzeit 57 Mio. Euro Strafe zahlen", berichtet die PRO WILDLIFE Expertin.

Die Studie der beiden Artenschutzorganisationen wird auf der kommenden IWC-Tagung als Zündstoff für hitzige Diskussion dienen - zeigt sie doch, wie sehr die IWC der gängigen Praxis in anderen Foren hinterherhinkt und wie dringend hier nachgebessert werden muss. Die Chance dazu bestünde jetzt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer