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14.01.2009

Erfolg von Artenschutzverbänden - Funke: "Kein Kompromiss mehr im Walschutz"

Erfolg von Artenschutzverbänden - Funke: "Kein Kompromiss mehr im Walschutz"
Bundesregierung will nicht länger an gefährlichen Zugeständnissen festhalten - PRO WILDLIFE begrüßt Entscheidung

Bundeslandwirtschaftsminister Funke möchte nicht länger Zugeständnisse an die Walfangländer machen und erteilte nun der Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs eine klare Absage. Auf der morgen in Adelaide beginnenden Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) wird Deutschland damit zum ersten Mal seit drei Jahren eine konsequente Walschutzpolitik verfolgen. PRO WILDLIFE begrüßt diese neue Position: "Gerade jetzt, wo Japan seine Jagdaktivitäten auch auf Pott- und Brydeswale ausdehnen möchte, setzt Deutschland ein wichtiges Signal." Die Münchner Artenschutzorganisation hatte in der Vergangenheit gemeinsam mit anderen Verbänden immer wieder an das Landwirtschaftsministerium appelliert, die kompromissbereite Haltung gegenüber den Walfangländern zu korrigieren.

Seit 1986 gilt ein weltweites Walfangverbot für kommerzielle Zwecke, dem sich Norwegen und Japan seit Jahren widersetzen. Um dieser Situation zu begegnen, wird seit 1997 innerhalb der IWC ein gefährlicher Kompromissvorschlag Irlands diskutiert, den Deutschland bis jetzt unterstützt hatte. Nach diesem Vorschlag müsste zwar der Hochseewalfang eingestellt werden, allerdings wäre zukünftig eine kommerzielle Jagd in Küstengewässern möglich. Was auf den ersten Blick nach einer Verbesserung der derzeitigen Situation klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als immense Gefahr: "Als Küstengewässer wird die 200-Seemeilenzone gewertet - also genau die Bereiche der Meere, in denen die Wanderrouten und Kinderstuben vieler Walarten liegen", so Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE. "Ein Zulassen des kommerziellen Walfangs in diesen Bereichen wäre nicht kontrollierbar gewesen und hätte unabsehbare Folgen für die Meeressäuger gehabt." Die Artenschutzorganisation begrüßt, dass nun auch Bundeslandwirtschaftsminister Funke diese Position vertritt.

Die Position Deutschlands findet innerhalb der IWC viel Beachtung, insofern ist die klare Absage der Bundesregierung an jegliche Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs ein Signal von immenser Bedeutung. "Seit Anbeginn der Diskussion um den Irischen Kompromiss warnten wir vor den fatalen Folgen. Für die Artenschutzverbände ist die Entscheidung Funkes ein Riesenerfolg", so Altherr abschließend.

Die Bestände zahlreicher Großwalarten haben sich noch nicht von der massenhaften Bejagung der Vergangenheit erholt. Durch die Verschmutzung der Ozeane mit Schwermetallen und giftigen Chemikalien werden Fruchtbarkeit und Gesundheit der Tiere maßgeblich beeinträchtigt. Hinzu kommen die Auswirkungen der Meereserwärmung auf die Nahrungsquellen der Großwale: Die Plankton- und Krillproduktion der Arktis- und Antarktisgewässer ist bereits stark zurückgegangen. Vor diesen neuen Gefahren für Wale wäre nach Auffassung der Artenschutzverbände ein Wiederaufnahme des Walfangs fahrlässig.

Mit seiner neuen deutlichen Haltung setzt das Landwirtschaftsministerium, das innerhalb der IWC die Kompetenz für das Walthema hat, eine Schutzpolitik fort, die das Bundesumweltministerium während der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens im April in Nairobi vorbildlich verfolgt hat - eine klare Forderung, den höchsten Schutzstatus der Meeresriesen nicht aufzuweichen.

... Hintergrundinformationen zur IWC
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/IWC/iwc.html

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