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14.01.2009

EU verantwortlich für weltweiten Artenschwund

EU verantwortlich für weltweiten Artenschwund



Anlässlich des Internationalen Tages der Biodiversität* der Vereinten Nationen (UN) ziehen Artenschützer eine verheerende Bilanz. PRO WILDLIFE verweist auf den fortschreitenden Artenverlust und kritisiert die unzureichenden Gegenmaßnahmen der EU und Deutschlands: "Ob Vernichtung der Regenwälder, Überfischung der Meere oder Plünderung von Wildtieren für hiesige Wohnzimmer - in all diesen Bereichen zeigt sich die EU als einer der Hauptabsatzmärkte verantwortungslos", kritisiert Dr. Sandra Altherr von PRO WILDLIFE. Die Artenschützer werfen auch Deutschland Untätigkeit in wesentlichen Bereichen vor. Sie fordern u.a. ein Urwaldschutzgesetz, mit dem Deutschland dem Handel mit Tropenholz aus Raubbau endlich einen Riegel vorschieben könnte.



Die Internationale Rote Liste bedrohter Arten beinhaltet derzeit über 16.000 Tier- und Pflanzenarten - und es werden immer mehr. Abholzung, Fang und Jagd sind immense Gefahren für den Erhalt der Artenvielfalt. Die EU ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Wildtiere und -pflanzen und trägt somit eine zentrale Verantwortung, der sie jedoch nicht gerecht wird:

Beispiel TROPENHOLZHANDEL: Die EU verabschiedete Ende 2005 eine Verordnung**, um den Import illegal geschlagener Hölzer zu bekämpfen. Diese ist jedoch völlig unzureichend, da sie nur freiwillige Absprachen mit fünf Herkunftsländern vorsieht. "Für alle anderen Tropenhölzer bleiben die Tore der EU ungehindert offen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. Deutschland hätte die Möglichkeit, in einem eigenen Urwaldschutzgesetz den hiesigen Handel mit Hölzern aus illegalem bzw. nicht-nachhaltigem Einschlag zu verbieten. Doch die Bundesregierung ist bislang weder auf nationaler noch EU-Ebene tätig geworden. Die Folge: Der Kahlschlag der Urwälder geht weiter...

Beispiel WILDTIER-IMPORTE: Millionen Wildtiere werden in Entwicklungsländern jährlich der Natur entrissen und in die EU importiert, um als sog. "Heimtiere" in Käfigen, Terrarien und Aquarien zu enden. Ein Grossteil der Importe betrifft ungeschützte Arten, der Handel unterliegt keinerlei Begrenzungen. "Doch selbst bei geschützten Arten duldet die EU Massenimporte, obwohl der erforderliche Nachweis einer ökologischen Verträglichkeit nicht erbracht ist", so Biologin Altherr. So wird das Überleben immer neuer Arten gefährdet...



Beispiel FISCHEREI: "Die EU ignoriert seit Jahren die empfohlenen Fischfangquoten des Internationalen Rates für Meeresforschung (engl. ICES). Die Konsequenzen für Kabeljau, Dorsch und viele anderen Arten sind fatal". Wichtige Schutzmaßnahmen wie die Einführung von Schutzgebieten, Schonzeiten, reduzierte Fangquoten, Verbot unselektiver Fangmethoden und die Reduzierung von "Beifang" werden vernachlässigt.

Die Folge: Leergefischte Meere... "Die Naturplünderung für den EU-Markt steht in krassem Gegensatz zum erklärten Ziel der Vereinten Nationen, den Verlust der Artenvielfalt bis 2010 zu bremsen", so das Fazit von PRO WILDLIFE. Die Artenschützer fordern ein Umdenken der verantwortlichen

Politiker: "Ausgestorben bedeutet unwiederbringlich verloren - also ziehen Sie endlich die Notbremse!"

* Der "Internationale Tag der Biodiversität" wurde erstmals 1992 vom Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (engl. CBD) ausgerufen. Die CBD ist den Vereinten Nationen unterstellt. Das nächste CBD-Treffen findet 2008 in Deutschland statt.

** EU-VO No. 2173/2005, FLEGT = Forest Law Enforcement, Governance and Trade

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