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23.01.2009

Fallenstellen: Qualen für Profit

Fallenstellen: Qualen für Profit
Stand: Januar 2008


Die verführerischen Pelzanzeigen, die wir in Zeitschriften und Werbungen sehen, stellen Pelzmäntel als ein Symbol der Eleganz dar. Sie zeigen jedoch nicht, wie die ursprünglichen Besitzer dieser Pelze ihren grausigen Tod gefunden haben. Trotz der Tatsache, dass die meisten für ihr Fell geschlachteten Tiere in den grausamen Pelzfarmen zu finden sind, töten auch Jäger jährlich Millionen von Waschbären, Kojoten, Wölfen, Rotluchsen, Opossums, Sumpfbiber, Otter und anderer Pelztiere für die Industrie durch aufgestellte Fallen.

Motive und Geld
Menschen stellen Fallen aus Geldgier auf, und weil sie es als "Sport" ansehen. Nichtprofessionelle Fallensteller töten Tiere in ihrer Freizeit als Amüsement, und um sich ein paar Cent nebenbei zu verdienen, obwohl der durchschnittliche Amateurfallensteller pro Saison nur wenige Dollar verdient.

Kiefer und Pfoten
Es gibt verschiedene Arten von Fallen: Schlingen, Unterwasserfallen und Conibear Fallen – die am häufigsten verwendeten jedoch sind Tellereisen. Die Vereinigung Amerikanischer Tierärzte nennt diese Fallen „grausam“(1). Diese einfachen aber barbarischen Fallen wurden aus der Europäischen Union bereits zum großen Teil verbannt und auch innerhalb der USA wurde diese Methode in vielen Staaten abgeschafft. In Deutschland sind sie strikt untersagt, dürfen jedoch verkauft werden. Es kommt immer wieder vor, dass Haustiere in illegal ausgelegte Fallen geraten und dort sterben. (2)

Tritt ein Tier auf die Feder eines Tellereisens, schnappen die Klauen der Falle am Bein des Tieres zu. Wenn sich die Messer der Falle in das Fleisch der Tiere graben, oft bis zum Knochen, und den Fuß oder das Bein vollkommen verstümmeln, durchlebt das Tier einen verzweifelten Kampf und unvorstellbare Schmerzen. Einige Tiere, vor allem Mütter, versuchen alles, um zu ihren Jungen zurückzukommen und kämpfen deshalb so unerbittlich, dass sie versuchen, sich ihr Bein abzukauen oder anderweitig abzutrennen. Dieser Kampf kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Irgendwann erliegt das Tier dann seiner Erschöpfung, ist allen Eventualitäten schutzlos ausgeliefert, erleidet Frostbeulen, Schock und stirbt in einigen Fällen schon, bevor die Fallenaufsteller zurückkommen.

Einige Tiere entkommen, indem sie sich ihre eigenen Füße abbeißen. Wenn ein Tier nicht schon an Blutverlust, Infektionen oder Wundbrand stirbt, wird es vermutlich von anderen Tieren, Fallen oder Jägern getötet. Opfer von Wasserfallen, z.B. Bieber und Bisamratten, müssen oft einen qualvollen Tod durch Ertrinken erleiden, der bis zu 9 grausame Minuten dauern kann.(5).

Da viele der gefangenen Tiere von Raubtieren verstümmelt werden, bevor ihre Körper von den Fallenstellern eingesammelt werden, sind häufig "Stangenfallen" in Verwendung. Eine "Stangenfalle" ist eine Art Tellereisen, das in einem Baum oder an einem Gestänge festgemacht wird. Tiere, die in diese Falle geraten, werden in die Luft hochgerissen und müssen dann dort hängen, bis sie sterben oder der Fallensteller kommt und sie tötet. Die "Stangenfalle" verringert auch die Chancen des Opfers, sich irgendwie aus der Vorrichtung herauszuwinden und zu entkommen.

Conibear Fallen zertrümmern das Genick der Tiere. Es dauert drei bis acht Minuten, bis die Tiere in diesen Fallen ersticken.(6)

Das fatale Finale
Tiere, die in den Fallen noch überlebt haben, erwarten weitere Qualen, wenn die Fallensteller zurückkehren. Die meisten Staaten verfügen über keinerlei Regelungen hinsichtlich der Tötungsmethode von Tieren, die noch lebend in den Fallen aufgefunden werden. Um den Pelz der Tiere nicht zu beschädigen, töten die Fallensteller die Tiere meist, indem sie sie totschlagen oder - treten. Bei einer gängigen Art des Tottretens "stellt sich der Fallensteller auf den Brustkorb des Tieres und konzentriert sein Gewicht dann auf die Herzgegend. Dann beugt er sich nach unten, nimmt die Hinterläufe des Tieres in die Hände und reißt sie hoch." (7)

"Versehentliche" Opfer
Jedes Jahr werden Hunde, Katzen, Vögel und andere Tiere, selbst gefährdete Arten, von Fallen getötet oder verstümmelt. Fallenaufsteller nennen diese Tiere „Abfallprodukte“, da sie keinen Verkaufswert haben. Länderspezifische Regulierungen, wie oft die Fallen von den Aufstellern kontrolliert werden müssen, variieren von 24 Stunden bis hin zu einer Woche. In manchen Ländern gibt es auch gar keine Gesetze hierzu. Es kann passieren, dass Tiere dieses Leid tagelang ertragen müssen, bevor sie dann sterben oder gerettet werden.
In einem Fall war ein Hund namens Delilah 48 Stunden lang in einer Stahlfalle in Pennsylvania gefangen, die an ihrem Bein zugeschnappt hatte. Die lokale Zeitung schrieb, sie hätte „ihre freien Beine benutzt, um ein Loch zu buddeln, in dem sie schlafen konnte und in der Hoffnung auf Nährstoffe auf Baumrinde herumgekaut.“ Ihr Bein musste amputiert werden (8). Ein weiterer Hund war 5 Tage lang in einer Falle im Bundesstaat Nebraska gefangen, wo Fallenaufsteller eigentlich verpflichtet sind, ihre Fallen täglich zu überprüfen (9).
Der geliebte große Pyrenäenhund eines Pärchens in Montana wurde von einem Fallenaufsteller erschossen, nachdem dieser ihn in einer seiner Fallen gefunden hatte (10). Ebenfalls in Montana musste eine Frau grausame Minuten durchstehen – sie ging mit ihrem Hund auf öffentlichem Land spazieren, als dieser plötzlich furchtbar zu winseln begann und sich in Schmerzen wand, da plötzlich eine Conibear Falle zugeschnappt hatte. Als ihr Hund schon langsam erstickte, schaffte es die Frau gerade noch rechtzeitig, ihren Gefährten zu befreien. „Nie zuvor habe ich etwas so traumatisches gesehen, wie dieses Mädel, dass versuchte, ihren Freund aus den Klingen dieser Falle zu befreien“, so eine Zeugin, die die Hilferufe der Frau gehört hatte. Später kam heraus, dass ein weiterer Hund nur sechs Tage zuvor auf der gleichen Route der Fallenaufsteller in eine Conibear Falle geraten war (11). In Middelboro, Massachusetts, wurde die Leiche eines gehäuteten Hundes ohne Vorderpfoten gefunden. Der ermittelnde Polizeibeamte kam zu dem Schluss, dass ein Fallenaufsteller den Hund in einer seiner Fallen gefunden haben muss, ihn dann wohl erschossen und gehäutet hat (12).

Tod und Krankheit
Entgegen dem, was die Pelzindustrie propagiert, gibt es kein ökologisch vernünftiges Argument, Tiere in Fallen zu fangen aus Gründen des regulierenden Eingreifens in die Natur. Ganz auf sich gestellt, können Tierpopulationen sich in ihren Quantitäten selbst regulieren und tun dies auch. Selbst wenn durch Einmischung des Menschen oder aufgrund eines ungewöhnlichen Naturereignisses eine Tierpopulation vorübergehend einmal anwächst, würde sich diese Gruppe doch sehr bald durch natürliche Prozesse wieder auf ein natürliches Maß einpendeln. Hunger und Krankheit sind zwar traurig, aber auf diese Weise sorgt die Natur nun mal dafür, dass die Starken überleben. Tiere zu töten, weil sie hungern oder krank werden könnten, ist nicht nur widersprüchlich, sondern kann auch nur als sinnlose Rechtfertigung für das Abschlachten gewertet werden, dem doch einzig und allein Geldgier zugrundeliegt. Das Fallenstellen reißt die wildlebenden Populationen auseinander, weil gesunde Tiere getötet werden, die eigentlich dafür benötigt würden, ihre Rasse stark zu erhalten, und weil es auch die Eltern von Jungtieren trifft.


Eine aussterbende Industrie
Die Anzahl an Fallenaufstellern ist, aufgrund des geringen Profits, gesunken. In Minnesota, einem Bundesstaat, der schon seit langer Zeit zu den Top-Produzenten von Wildpelz gehörte, ist die Anzahl von lizenzierten Fallenaufstellern von 24.000 (1980), auf unter 5.000 gefallen (13). Auch in Virginia ist die Anzahl an Lizenzen zurückgegangen: von noch 5.000 in den 70er Jahren, auf nicht einmal 1.000 (14).
Die Europäische Union hat den Import von Pelzen aus Ländern, “die wilde Tiere durch Fallen, die an Beinen zuschnappen, fangen oder Fangmethoden benutzen, die nicht internationalen humanen Methoden entsprechen“, verboten. Dieses Verbot wird allerdings bestenfalls minimal durchgesetzt (15). Und während die verzweifelte Pelzindustrie immer neue Wege sucht, ihre grausamen Produkte an den Verbraucher zu bringen, wird sie von der ablehnenden Öffentlichkeit und Anti-Pelz Kampagnen weiter unter Druck gesetzt.

Mitleid und Mode
Dem Fallenstellen wird als Geschäft erst dann der Boden entzogen, wenn keiner mehr Pelzprodukte kauft. Helfen Sie mit, dem Fallenstellen den Anreiz zu nehmen, indem Sie das Pelztragen ablehnen. Klären Sie die Menschen, die Sie einen Pelz tragen sehen, über die Fakten des Fallenstellens auf. Viele Menschen nehmen fälschlicherweise an, die Tiere würden auf humane Weise getötet. Falls Sie bereits Pelzkleidung besitzen, ziehen Sie bitte eine steuerabzugsfähige Spende in Erwägung, indem Sie PETA - Deutschland e.V. oder einer anderen Tierrechtsorganisation den Pelz zur Verwendung in einer Anti - Pelz-Kampagne überlassen. Setzen Sie sich mit Geschäften, die Pelze verkaufen oder diese als Wettbewerbsgewinne vergeben, schriftlich oder mündlich in Verbindung, und fordern Sie sie auf, einmal über das Leid der Tiere nachzudenken und schließlich davon Abstand zu nehmen, für Grausamkeiten zu werben. Fordern Sie die Gesetzgeber auf, das Fallenstellen per Gesetz zu unterbinden. Schließen Sie sich Tierrechtsgruppen bei Massenveranstaltungen und Demonstrationen an, um auch anderen beizubringen, dass das Fallenstellen grausam und destruktiv ist und nur aus Habgier betrieben wird, nicht etwa weil es schön und elegant macht. Kontaktieren Sie PETA - Deutschland e.V. für Informationen, mit denen Sie andere über die Grausamkeit, die dieser Industrie anhaftet, aufklären können. Für weitere Ideen, wie Sie helfen können, besuchen Sie bitte www.peta.de und www.pelzinfo.de .


Quellenangarben:
1) American Veterinary Medical Association, “AVMA Positions Address Animal Welfare Concerns,” 15 Jul. 2001.
2) Polizei ermittelt wegen Tierquälerei: “Katze starb in einer Falle” in Märkische Allgemeine vom 30.11.2007
3) John W. Ludders et al., “Drowning, Euthanasia, and Carbon Dioxide Narcosis,” Wildlife Society Bulletin 27 (1999): 666-670.
4) Tom Reed, “Is Trapping Doomed?” High Country News 12 Apr. 1999.
5) Dinell, Dan, "Women, is that fur coat worth all the suffering that animals endure?" Chicago Sun-Times, Oct.5, 1987.
6) David Reynolds, “Dog’s Sweet Spirit Still Intact After Surviving Trap, Losing Leg,” Daily News-Record 10 Feb. 2005.
7) Connie Jo Discoe, “Negligent Trapper Puts Dog Through Ordeal,” McCook Daily Gazette 11 Dec. 2003.
8) Ginny Merriam, “Victor Couple Go on the Offensive After Tragic Trapping Death of Their Dog,” Missoulian.com, 9 Feb. 2005.
9) Reed.
10) Franci Richardson, “MSPCA Probes Dog’s Death,” Boston Herald 26 Jan. 2003.
11) Doug Smith, “State of Fur; Minnesota Is a Top Producer of Wild Furs, but the Number of Trappers Has Declined in Recent Years to a Record Low. Still, Trappers Insist Their Activity Isn’t Dying,” Star Tribune 26 Aug. 2001.
12) Sue Anne Pressley, “Muskrat Love Losing Appeal; Fewer Trappers Are Hunting Area’s Coastal Waterways,” The Washington Post 11 Jan. 2003.
13) The Commission of the European Communities, “Commission Regulation (EC) No. 35/97 of 10 January 1997 Laying Down Provision on the Certification of Pelts and Goods Covered by Council Regulation (EEC) No. 3254/91,” Official Journal L 008 (1997): 0002-4.

Weiterführende Literatur:
- Hutter, K., Hutter, M., Peter, G.; Pelz macht kalt – Vom Ausverkauf der wildlebenden Pelztiere; Echoverlag; Göttingen; 1990
- Nichol, J.; Tierschmuggel – Das schmutzige Geschäft; Müller Verlag; Zürich; 1989

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