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13.01.2009

Fangjagd in Amerika und Deutschland

Fangjagd in Amerika und Deutschland





Unterschiedliche Entwicklung der Fallen

Bei der Diskussion um die Zulassung oder das Verbot von Jagdfallen in der Bundesrepublik, zeigt sich dass die Unstimmigkeiten bei den Argumenten für und wider aus einer Unkenntnis der Fallenentwicklungen in der Welt resultieren.

Hier eine Übersicht über die Unterschiede der verschiedenen Fallen und Fangmethoden in der Neuen und der Alten Welt:

Die unterschiedlichen Formen der Fallen hängen von den unterschiedlichen Lebensräume, Jagdarten und Kulturen der Fallenverwender ab.



In Amerika herrscht ein Lizenzjagdsystem:

Das Jagdrecht ist das Recht des freien Mannes und der Staat muss ihm ermöglichen, auf staatlichem Land, das allen Bürger gehört die Jagd auszuüben. Das Fallenstellen ist eine Art der Jagdausübung, die von den Trappern dort auch losgelöst von der sonstigen Jagd betrieben wird. Dieses Fallenstellen wird besonders bei hohen Fellpreisen, mit einer Gewinnabsicht betrieben und einige Trapper bestreiten damit ihren Lebensunterhalt.

Dem einzelnen Jäger stehen durch das Lizenzsystem und der Größe des Landes sehr große Reviere zum Fallenstellen zur Verfügung. Die Fallen haben sich in 300 Jahren auf diese durch die äußeren Umstände geschaffenen Anforderungen hin entwickelt. Die Fallen sind leicht, billig und effektiv.



Tellereisen
Beim Tellereisen wird eine als Teller bezeichneten Platte heruntergedrückt um die Falle auszulösen. Die Entwicklung der Tellereisen ging in Amerika und Europa völlig unterschiedliche Wege. Diese zeigen unterschiedliche Details

Amerikanische Tellereisen werden seit 400 Jahren benutzt und haben sich seitdem ständig weiter entwickelt. Durch die ständigen Forschungen und Entwicklungen stellen die heute in Amerika und Kanada verwendeten Fallen und Fangmethoden den technischen Stand von 1998 dar und bieten für die gefangenen Tiere ein Höchstmaß an Weidgerechtigkeit.

Die Tellereisen, die von europäischen Firmen hergestellt werden, haben sich seit der Zeit vor dem 2. Weltkrieg nicht verändert.

Die an europäischen Fallen häufige Verzahnung der Bügel ist an amerikanischen Produkten nicht angebracht. Der Teller bei modernen Tellereisen ist relativ klein, damit der Lauf des Tieres sich genau in der Mitte der Falle befindet, wenn diese ausgelöst wird. Bei den deutschen Tellereisen ist der Teller sehr groß, um die Chance zu erhöhen, dass das Tier die Falle auslöst. Dabei kann es natürlich vorkommen, dass das Tier nur mit einer Zehe den Teller berührt und mit dem Rest des Laufes außerhalb der Bügel steht.

Die Form der Bügel bei modernen Fallen ist so gewählt, dass das Tier möglichst weit unten am Lauf erfaßt wird, hier befinden sich die Zehenknochen, die nicht so leicht zerschlagen werden wie der Laufknochen. Zusätzlich hindern die dickeren Ballen am Lauf das Tier daran, diesen aus den Bügeln zu ziehen. Eine Verzahnung der Bügel führt nicht zu einer Verbesserung der Leistung der Falle.Die Fallen aus Amerika sind an der Innenseite glatt und eine Verbesserung der Falle wird dadurch erreicht, dass auf die Bügel zusätzlich ein Streifen Metall geschweißt wird, um die Auflagefläche zu verdicken. Um den Laufknochen nicht zu zerschlagen, bietet der Handel bei vielen Fallenmodellen Bügel an, die einen Freiraum besitzen und somit nicht völlig schließen.

Kastenfallen
In Amerika hergestellte Kastenfallen bestehen in der Regel aus einem Drahtgeflecht. Weiterhin sieht man die Unterschiede in der Funktionsweise der Türen, die in der Alten Welt seit einigen Jahrzehnten nicht mehr senkrecht in Schienen fallen, sondern mit einem Scharnier um 45° herunterklappen. In Amerika und Kanada sind einige Fallen immer noch mit der unzuverlässigen Art der senkrecht in Schienen geführten Falltür gebräuchlich. Fallen für den Lebendfang sind in Amerika erst notwendig geworden, als sich die Wildtiere an die menschlichen Wohnbereiche gewöhnten.

In Deutschland sind die Kastenfallen schon aus dem Mittelalter bekannt und seitdem weiterentwickelt worden. Holz hatte sich als Baumaterial besonders für die Eigenfertigung der Fallen gut bewährt und wurde beibehalten.

Totfangfallen sind in Amerika nicht so lange verbreitet wie in Europa. Der vermehrte Einsatz erfolgte erst, als der Trapper Frank Conibear die nach ihm benannte Conibearfalle 1960 auf den Markt brachte.

Der Einsatz von selbstgebauten Totfangfallen hatte in Amerika nie einen großen Stellen wert, da dieses voraussetzt, dass der Trapper in den Sommermonaten die Fallen herstellt und sie dann im Winter kontrolliert. Da die meisten Trapper im Sommer einer geregelten Tätigkeit nachgehen, haben sie nicht die Möglichkeit, die Fallen vorzubereiten.Das Vorbereiten der Fangplätze ist in den meisten Staaten nicht zulässig, da viele verschiedene Trapper auf dem gleichen Land ihre Fallen stellen können.Die Strategie der Trapper in der Neuen Welt besteht darin, so viele Tiere wie möglich mit so geringem Aufwand wie nötig zu fangen.

Die Verhältnisse in Europa sind dagegen völlig anders. Der Fallensteller besitzt nur ein relativ kleines Revier, in welchem er jagen darf. Dort stellt er nur wenige Fallen, aber über das ganze Jahr und versucht, möglichst alles Raubwild zu fangen, um Nutzwild zu hegen.

Ein Trapper ist ein Unternehmer, dessen Tätigkeit Gewinn abwerfen muss. Daher ist es wichtig, dass die Fallen billig und leicht sind, damit er möglichst viele davon kaufen und stellen kann.

In der Neuen Welt standen schon immer die Wirksamkeit, die Effektivität und die Effizienz sowie die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund der Fallenentwicklung. Diese Wirtschaftlichkeitsgedanken führten dazu, dass die Fallen immer "humaner" geworden sind, um dem Käufer der Felle Ware anzubieten, die weidgerecht gefangen wurde.

In Deutschland herrscht das Vorurteil, dass sich ein Tier in einem Tellereisen den Lauf selbst abbeißt, um sich zu befreien, was in den alten Modellen in Deutschland sicherlich vorgekommen ist, in den modernen amerikanischen Tellereisen aber so gut wie ausgeschlossen ist.

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