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14.01.2009

FAQ: Geschütze Arten und Wildtier-Souvenirs

1. Öffentlicher Verkauf von Wildtier-Souvenirs
2. Soll ich Wildtier-Souvenirs melden?
3. Wildtierhandel als lebenswichtige Einnahmequelle?
4. Was steckt hinter dem Begriff CITES?

1) Öffentlicher Verkauf von Wildtier-Souvenirs
Wenn ein Tier wirklich gefährdet ist, wird es doch sicherlich nicht öffentlich an meinem Urlaubsort zum Verkauf angeboten?

Aus Erfahrung wissen wir, dass selbst bei offiziellen Verkäufen auch Produkte von gefährdeten Arten zu finden sind. Es kommt vor, dass gefährdete, unter CITES-Schutz (s.u.) stehende Tiere zum Teil nicht durch nationale Gesetze geschützt sind. Erst durch den internationalen Handel über die Landesgrenze hinweg greifen die CITES-Regelungen und der Handel wird illegal. Ein Verkauf der bedrohten Tiere im Ursprungsland kann somit erlaubt sein. Zudem kommt es in manchen Ländern vor, dass Zollbeamte korrupt oder überarbeitet sind, kein Interesse am Schutz wildlebender Tiere oder nur ungenügendes Wissen über die aktuellen CITES-Bestimmungen haben. Dies fördert und vereinfacht den Wildtierhandel.

In einigen Ländern werden Tiere lediglich als Rohstoffe angesehen, die man ausbeuten kann und nicht schützenswert sind. Die Kalkulation geht sogar soweit, je seltener eine Art und damit gefährdeter, desto höher steigt ihr Wert, desto lukrativer das Geschäft. Generell existiert nur selten die Einstellung, dass Tiere tatsächlich bedroht sein oder aussterben könnten. Vielmehr herrscht die Auffassung, dass es sich bei den fraglichen Produkten um „traditionelle Güter“ handle, welche bereits seit vielen Jahren genutzt und verkauft werden.


2) Soll ich Wildtier-Souvenirs melden?
Was kann ich tun, wenn ich sehe, dass Produkte aus geschützten Arten zum Kauf angeboten werden?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Produkte aus bedrohten Tierarten illegal zum Kauf angeboten werden, informieren Sie die lokale Polizei, das Management Ihres Hotels, den Reiseveranstalter oder die Tourismuszentrale vor Ort. Wenn möglich, informieren Sie auch Mitreisende und bitten Sie sie, diese Artikel nicht zu kaufen.

3) Wildtierhandel als lebenswichtige Einnahmequelle?
Ist der Verkauf von Wildtier-Souvenirs für viele Einheimische nicht eine wichtige Einnahmequelle, mit der sie ihren Lebensunterhalt verdienen? Wenn ich die Dinge nicht kaufe, werden sie kein Geld verdienen können?

Der Verzicht auf den Kauf von Wildtier-Souvenirs heißt nicht, dass Sie grundsätzlich keine Souvenirs auf Reisen kaufen sollten. Es gibt immer Alternativen, mit denen Sie sogar etwas Gutes tun können. Mit dem Kauf von Kunsthandwerk Textilien, Keramik, Metall, Glas oder Stein unterstützen Sie die lokale Wirtschaft und Kunstprojekte. Dieses Geld kommt dann direkt der lokalen Bevölkerung zu Gute und unterstützt nicht zum größten Teil die organisierte Wildererei und den kriminellen Handel mit Wildtieren.

4) Was steckt hinter dem Begriff CITES?
Wie funktioniert das CITES Abkommen, was versteht man unter „Anhänge“ und wie viele gibt es?

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (im Englischen: CITES -Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) wurde 1973 ins Leben gerufen. Inzwischen sind diesem Abkommen über 165 Staaten beigetreten. CITES wurde verabschiedet, um den internationalen Handel mit Tieren und Pflanzen (und mit deren Teilen) regulieren und kontrollieren zu können. Es soll sichergestellt werden, dass der Handel keine negativen Auswirkungen auf Arten hat. Das Abkommen beinhaltet allerdings keine nationalen Jagdverbote auf einzelne Tierarten. Die meisten der Länder haben daher entsprechende eigene Gesetze zum Schutz gefährdeter Tiere. Die Effektivität nationaler Gesetze hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem auch vom Verhalten der Touristen, die die Regelungen anerkennen und befolgen sollten.

CITES erfasst relevante Arten in drei Anhängen:

Anhang I: Hier sind alle Arten gelistet, die am stärksten gefährdet und akut vom Aussterben bedroht sind. Jeglicher kommerzieller Handel mit diesen Tieren und Pflanzen (und mit deren Teilen) ist verboten.

Anhang II: Hier sind alle Arten enthalten, die durch den Handel von der Ausrottung bedroht werden können. Der Handel mit diesen Arten darf nur mit Genehmigung des Exportlandes erfolgen. Dieser Anhang enthält zudem eine „Ähnlichkeitsklausel“. Diese verbietet den Handel von nicht gefährdeten Tierarten, wenn die Unterscheidung von anderen, gefährdeten Arten nur schwer möglich ist. Touristen, die solche Produkte kaufen, riskieren hohe Geld- teilweise sogar Haftstrafen.

Anhang III: Hier sind die Arten enthalten, die mindestens ein Staat national unter Schutz gestellt hat. Dort sind Ausfuhrgenehmigungen wie für Arten des Anhangs II erforderlich. Auswirkungen auf Populationen in anderen Ursprungsländern gibt es allerdings nicht.

Innerhalb der EU werden die Bestimmungen von CITES in allen Mitgliedsstaaten einheitlich umgesetzt. Dies geschieht mit Hilfe von EU-Verordnungen, die den internationalen und EU-internen Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten regeln. Sie beinhalten allerdings auch zusätzliche Bestimmungen, die von CITES abweichen. So sind zum Beispiel Einfuhrgenehmigungen nicht nur für Arten vorgeschrieben, die in Anhang A (entspricht weitgehend CITES-Anhang I) gelistet sind, sondern auch für Arten, die in Anhang B (entspricht weitgehend CITES-Anhang II) aufgeführt sind. Darüber hinaus hat die entsprechende EU-Verordnung vier Anhänge, die auch einige Nicht-CITES Arten beinhalten.

Weitere Informationen über CITES finden Sie auf http://www.cites.org

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