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14.01.2009

Flachs-Seide



Die Flachs-Seide (Cuscuta epilinum), auch Lein-Seide, ist ein blattgrünloser Vollschmarotzer. Die Pflanze parasitiert fast ausschließlich den Gemeinen Lein, ist aber mit dem fast vollständigen Rückgang dessen Anbaus in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet Europa ausgestorben.

Beschreibung
Es handelt sich um eine einjährige, krautige Pflanze. Sie hat weder Wurzeln noch Blätter, der Stängel ist 30 bis 50 Zentimeter lang und 0,5 bis 1 Millimeter dick, un- oder schwach verzweigt und, da vollständig ohne Chlorophyll, von blassgelblicher Farbe.

Die kleinen Blüten sind fünfzählig, ungestielt und bilden dichte, 10 bis 12 Millimeter breite Knäuel. Der Kelch und die Blütenkronröhre sind von gleicher Länge, die Kelchzipfel sind breit dreieckig bis eiförmig, spitz und überlappen einander am Grunde. Die Krone ist 2,5 bis 3 Millimeter lang und von grünlicher bis gelblichweißer Farbe.



Die Blütenkronröhre ist annähernd doppelt so lang wie die eiförmig bis dreieckigen, spitzen und meist aufrechten Blütenkronzipfel. Die Schlundschuppen sind breit-zungenförmig, kurz gefranst, und dicht an der Kronröhre anliegend, die sie nicht verschließen.

Die beiden unverwachsenen Griffel sind rund ebenso lang wie die fadenförmigen, verdickten Narben. Griffel und Narben gemeinsam sind kürzer als der Fruchtknoten und jeweils kürzer als die Blütenkrone. Als Bestäuber wirken Wespen, besonders Grabwespen, aber auch Selbstbestäubung ist möglich.

Die Kapselfrüchte sind abgeflacht und anderthalbmal breiter als hoch. Die Samen sind 1 bis 2 Millimeter groß, häufig paarweise vorzufinden und verbreiten sich durch den Menschen (Hemerochorie). Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.

Verbreitung Flachs-Seide war eine in Europa beheimatete Pflanzenart. In Deutschland, Österreich, Schweiz, Slowenien, Tschechien, Slowakei, Niederlande, Polen, Finnland, Schweden und Norwegen wird sie als verschollen oder ausgestorben geführt. Einzelmeldungen finden sich aus Dänemark, dem Baltikum oder Polen, beruhen aber auf gemeinhin als eingeschleppt betrachteten Pflanzen. Insbesondere in Nordamerika kommt die Art jedoch noch als eingeführte Art vor.

Grund für den Rückgang ist das fast vollständige Ende des Flachsanbaus in Europa, denn Flachs-Seide parasitierte ausschließlich den Gemeinen Lein (Linum usitatissimum), nur selten auch den Leindotter (Camelina sativa).
Flachs-Seide war collin bis montan verbreitet und eine Charakterart der Assoziation Sileno linicolae-Linetum (Lolio remotae-Linion).

In manchen Botanischen Gärten finden sich Erhaltungskulturen, die das vollständige Erlöschen der Art verhindern sollen.



Nachweise
Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
Informationen zu Flachs-Seide bei FloraWeb.de
http://www.floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=1778&
http://www.floraweb.de/

Weblinks
Fotos auf der Seite des NHM Wien
http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Cuscuta-epilinum.htm

Kategorien: Windengewächse | Parasit
http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Kategorien
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Windengew%C3%A4chse
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Parasit

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