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13.01.2009

Forschung über die Fallenjagd

Forschung über die Fallenjagd



Nach dem Bundesjagdgesetz muss eine Falle sofort töten oder lebend und unversehrt fangen.
Was sagt die Forschung zum Thema Fallen?
Ergebnisse von Amerikanischen und Kanadischen Forschern zeigen, das sich deutschen Jäger, sich mit der Fallenjagd neu zu befassen müssen.
Der Versuch, für Fallen eine weltweite Normung zu schaffen, hat zu einem Anstieg der Forschung auf dem Gebiet der Fangjagd geführt.
In Deutschland wurden Fallen immer nur augenscheinlich beurteilt. War das gefangene Tier bei der Kontrolle der Falle tot, war die Falle konform zum deutschen Jagdgesetz, da sie sofort tödlich war.
Um zu erfahren wie lange das Tier noch in der Falle gelebt und wie die Falle gewirkt hat, mussten neue Methoden entwickelt werden. Wissenschaftler in Kanada haben diese getan. So konnte die Zeit vom Auslösen der Falle bis zum Tod des Tieres gemessen werden.
„Sofort tödlich“ wurde nun mit 0-150 Sekunden definiert.


Wie tritt die tödliche Wirkung ein?

Kann eine Falle sofort töten? Ein Tier stirbt nicht schlagartig sondern in mehreren Schritten.
Durch die Krafteinwirkung der Falle auf den Tierkörper werden Organe zerstört und die Lebensfunktionen beeinträchtigt.
Je nach Organsystem dauert der Eintritt der Bewusstlosigkeit unterschiedlich lange.
Die Bewusstlosigkeit ist das Stadium, das bei der Frage nach der Tierschutzgerechtigkeit von Fallen die meisten Informationen liefert,da während der Bewusstlosigkeit das Tier schmerzlos ist.
Die Zeit vom Schlag der Falle bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit nimmt bei Fallen zwischen 20 und 120 Sekunden in Anspruch. Das Herz schlägt noch einige Minuten weiter, das Tier bekommt davon nichts mit und geht von der Bewusstlosigkeit in den Tod über.


Wie werden Fallen überprüft?

Eine Falle wird untersucht, und mit Daten von anderen Fallen gleicher Bauart verglichen.
Besonderen Stellenwert nimmt dabei die Geschwindigkeit der Bügel und die durch die Bügel aufgebrachte Energie ein.
Auch die Klemmkraft der Bügel ein Kriterium für die Leistungsfähigkeit der Falle. Dabei ist die Klemmkraft der geschlossenen Bügel wichtiger als die Energie beim ZuschIagen der Bügel.
Diese Daten beantworten aber nicht die Frage, wie lange ein Tier in der Falle noch bei Bewusstsein ist.
Um diese Frage zu beantworten, kommt man um Versuche mit lebenden Tieren nicht herum. Die Fallen werden in einem Gehege aufgestellt und das
Tier kann die Falle auszulösen, und sich darin fangen. Dieses wird von Wissenschaftlern verfolgt und auf Video aufgezeichnet.
Ist ein Tier in der Falle, wird die Zeit von der Bewusstlosigkeit bis zum Herzstillstand ermittelt.
Da sich große als auch kleine Tiere fangen,muss das bei der Fallenverwendung beachtet werden.
Geht das Tier geht nicht so in die Falle, wie sich das der Fallensteller gedacht hat, kann eine Falle zu weit hinten packen und dadurch das Tier nicht richtig töten.


Wie viel Energie wird zum sicheren Fang benötigt?

Die Rasenfallen, die mit dem Zehnfachen des Körpergewichtes des Tieres beladen werden muss, entwickelt mehr Energie als nötig ist.
Im Vergleich mit Schusswaffen würde das heißen, mit einem Safarikaliber auf Rehwild zu schießen.
Dieses gefährdet unnötig Unbeteiligte.
Das Gleiche gilt für die Schwanenhälse und Abzugeisen. Durch die Bügel soll genug Energie übertragen werden, um die Wirbelsäule zu zerschlagen. Ein Unterbinden der Blutzufuhr zum Gehirn kann aber bei vielen Wildarten mit wesentlich weniger Energie die bewirkt werden.

Wo braucht man die Energie?

Die Energie muss dort wirken, wo sie ein lebenswichtiges Organsystem beeinträchtigt.

Bei der Falle ist das das gleiche, nur ist es schwieriger, genau zu treffen, da
das Tier die Falle selber auslößt.
Der Fallensteller kann es nur durch geschicktes Stellen der Falle und die Anordnung der Auslösung beeinträchtigen.
Das Tier muss die Falle so auslösen, wie der Fallensteller vorgesehen hat. Nur dann kann das Tier auch richtig getroffen werden, und die Falle richtig wirken.
Der Kopf des Tieres befindet sich z.B.beim Abzugeisen genau in der Mitte der Falle, da das Tier den Köder mit dem Fang aufnehmen muss.
Da sich auch nicht lebenswichtige Organsysteme und Körperteile im Schlagbereich befinden, müssen diese mit zusammengedrückt werden, um die lebenswichtigen Teile noch mit genügend Energie zu treffen.
In dem Moment, in dem das Tier die Falle auslöst, muss erst der Widerstand den Körper überwunden werden.
Die mechanische Eigenschaft der Falle sagt nichts über die Art der Energieübertragung auf den Tierkörper und die Leistung aus.


Definition Abzug / Abtritt


Die Fallenauslösung ist immer wieder Streitpunkt um neue Fallenkonstruktionen.
Conibearfallen sollen nicht zulässig sein, da sie Abzug oder Abdruck aufgestellt werden können.
Die Auslösung einer Falle soll dafür sorgen, dass das Tier in der Falle zentriert wird.
Mit der Auslösung "zielt" der Trapper auf das Tier. Dabei ist es egal, ob es durch Abdruck oder Abzug auslöst, solange es sicher getroffen wird.
Im Fall der Conibearfalle ist es egal ob das zu fangene Tier den Auslöser mit der Nase wegdrückt, oder den Auslöser mit samt dem Köder anhebt.
Man muss nur sicherstellen dass das Tier richtig zur Falle geführt wird, z.B. durch den Einsatz von Fangbunkern und Fangkisten.


Funktion einer Falle

Bei der Beurteilung von Fallen, besonders den totfangenden, werden verschiedene falsche oder unzweckmäßige Ansätze gewählt.
Bei der Fallenforschung läßt sich nur ein Zeitpunkt sicher und präzise beschreiben, nämlich der Zeitpunkt, an welchem die Falle zuschlägt und den Tierkörper trifft.
Der Sterbevorgang kann zeitlich nicht scharf begrenzt werden und ist ein Prozeß, der sich über einen längeren Zeitraum ausdehnt.
Im Laufe des Sterbevorganges in einer Falle kann man nicht vorhersagen, welches wichtige Organsystem seine Arbeit als erstes einstellt, und welche Organsysteme dann folgen. Sicher ist, dass ein oder zwei Organsysteme durch die Falle an der Funktion gehindert werden und im weiteren Verlauf die anderen auch ausfallen.
Trifft der Fallenbügel das Gehirn und verursacht einen sofortigen Hirntod, schlägt das Herz noch minutenlang weiter.
Trifft der Fallenbügel das Herz und hindert es an der Arbeit, dann wird das Gehirn nicht mehr durchblutet und es tritt der Hirntod durch Sauerstoffmangel ein.
Da die Fallen immer unter dem Gesichtspunkt der Tierschutzgerechtigkeit beurteilt werden, ist die Frage zu klären, wie lange nach dem Auslösen der Falle das Tier noch bei Bewußtsein ist, um eventuelle Lei denssituationen bewußt zu erleben.
Zur Beurteilung der Bewusstlosigkeit werden die Hirnstammreflexe benutzt.
Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, die Falle würde durch die Schlagkraft töten.
Sicherlich sind einige Fallen in der Lage, durch ihre Schlagkraft den Hirnschädel oder die Nackenwirbel eines Tieres zu zertrümmern. Dieser kleine Bereich des Tierkörpers wird aber nicht immer getroffen, da die Tiere unterschiedliche Größen haben .
Die Schlagkraft des oberen Bügels einer Falle muss erst den Körper des Tieres auf den unteren Bügel schieben, bevor die volle Kraft zur Anwendung kommt.
Nach dem Zuschlagen der Falle ist die Schlagkraft weg und die einzig wirkende Kraft ist die Klemmkraft, mit der die Federn die Bügel zusammendrücken. Diese Klemmkraft ist dafür verantwortlich, das Tier zwischen den Bügeln einzuklemmen und dabei durch die Kompressionen wichtiger Organe, zu töten.
Bei der Fallenkonstruktion findet man zwei verschiedene Arten von Federarbeitsweisen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Werte der Klemmkraft haben. Zum einen kann eine Falle wie eine Mausefalle mit einer Spiralfeder versehen sein .Dadurch steigt die Klemmkraft mit zunehmender Öffnung der Bügel an. Beim Schließen der Falle ist ein Absinken der Klemmkraft zu beobachten, der Minimalwert wird bei geschlossenen Bügeln erreicht. An diesem Punkt fehlt die Klemmkraft die das Tier töten soll.
Bei der anderen Federarbeitsweise werden die Bügel der Falle mit der Feder dadurch zusammengedrückt, dass ein oder zwei Federaugen auf den Bügeln entlanggleiten und diese von außen zusammendrücken.
Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass mit zunehmender Entspannung der Feder die Klemmkraft nicht geringer, sondern größer wird.
Die Klemmkraft ist so hoch, dass sich die Bügel nicht öffnen lassen, ohne die Feder herunterzudrücken. Bei einer Falle mit Spiralfedern ist das jedoch problemlos möglich.
Der ganze Falleneinsatz und das Spektrum der eingesetzten Fallen muss, bedingt durch die neuen Erkenntnisse, völlig neu überdacht werden.
Die Vorbereitungen wie Ankirren und das Einbauen der Fallen einschließlich der aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen wie Bunker oder Einzäunungen machen die Fallenjagdausübung nur am Wochenende unmöglich.


Fehl-und Beifängen

Fehlfänge sind natürlich ärgerlich, da der Fänger zunächst um den Lohn seiner Mühe gebracht wird. Je nach Art des Fehlfanges kann das Raub wild verprellt sein und kommt nicht mehr wieder, oder das Wild hat den Fehlfang nicht bemerkt und am nächsten Morgen in der Falle ist.
Fehlfänge sind Fänge, bei denen das anvisierte Tier nicht so gefangen wurde, wie das von der Konstruktion her vorgesehen ist. Das Tier kann in
einer totfangenden Falle noch leben oder umgekehrt in einer Lebendfalle schon verendet sein. Weiterhin kann die Falle zwar ausgelöst sein, aber nicht geschlossen, oder es fehlt nur der Köder.
Durch richtiges Stellen der Fallen kann man Fehlfänge zwar reduzieren, weil Tiere aber unter schiedliche Verhalten haben, kann es immer mal wieder vorkommen, dass sich ein Tier anders verhält als vom Fallensteller erwartet. Dann kann unter ungünstigen Umständen ein Tier nicht so gefangen werden, wie es geplant war. Da im Zusammenhang mit Tieren niemals hundert prozentige Ergebnisse erwartet werden können, und beispielsweise bei der Jagd mit Schusswaffen auch nicht erwartet werden, sollte man die Fehlfänge durch sorgfältiges Stellen der Fallen vermindern, völlig aus schließen wird man sie nicht können.
Beifänge sind Fänge von Tierarten, für die die Falle nicht gestellt war.
Die Tatsache, dass eine Falle in der Lage ist, andere Tiere als das anvisierte zu fangen, ist aber kein Argument dafür, eine Falle zu verbieten. Viele geschützte Arten werden überfahren, und kein Mensch kommt auf die Idee, deswegen den Autoverkehr einzustellen.



Tierschutz bei der Fangjagd

Fuchs und Marder sind auch Wildarten und dementsprechend haben sie einen sauberen Schuß oder eine vernünftige Fallen verdient.
Das wichtigste ist , dass die Fallen mindestens einmal täglich kontrolliert werden, egal ob es sich dabei um eine Lebend oder Totfangfalle handelt.
Mit dem Fallenstellen übernimmt man die Verantwortung für das gefangene Tier.
Da bei einer Totfangfalle ein ungewollter Lebendfang nicht auszuschließen ist, müssen auch diese täglich kontrolliert werden.
Der Einsatz von unverblendeten Drahtfallen ist nicht waidgerecht,da die
Tiere die in diesen gefangen werden die Freiheit vor Augen haben und versuchen sich zu befreien.
Jeder Jäger der Falle stellt,sollte sich bewusst sein, dass der Wald Augen hat und man vor der Öffentlichkeit nichts verstecken kann.
Die nichtjagende Bevölkerung sieht in der Weidgerechtigkeit das "Fair Play" zwischen Jäger und Wild, und deshalb sollten wir Jäger unser Wild vernünftig behandeln.

Dann werden in Zukunft auch Nichtjäger für unser Handeln Verständnis aufbringen.

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