Free counter and web stats

14.01.2009

Fragen & Antworten zum Thema Tiertransporte

Fragen & Antworten zum Thema Tiertransporte

Weltweit werden rund 50 Milliarden Tiere jährlich für den Verzehr geschlachtet. Nicht enthalten in dieser Statistik sind Wassertiere und Tiere aus Ländern, die ihre Schlachtzahlen nicht gemeldet haben. Mit rund 5 Milliarden geschlachteten Tieren lag der Anteil der EU-Länder im Jahr 2005 bei ca. 10% der weltweiten Gesamtzahl. Diese Zahlen sind unvorstellbar - die Summe vieler Einzelschicksale.

Wie ist die Situation ?
Allein in Deutschland werden jährlich rund 620 Millionen Tiere geschlachtet. Jedes �Schlacht�tier wird mindestens einmal transportiert. Meist werden die Tiere auch als Jungtiere ein- oder mehrmals befördert. Tiere werden innerhalb Europas, aus Europa in Drittländer (z.B. in den Nahen Osten) und aus Drittländern (z.B. Weißrussland) nach Europa transportiert. Rund 65.000 Pferde kommen aus Osteuropa und enden in italienischen, französischen oder belgischen Schlachthäusern. Zusätzlich ist Deutschland Exportland für Tiere. Mehr als 105 Millionen Tiere werden pro Jahr "verschickt". Unterschieden werden "Zucht"-, "Mast"- und "Schlacht"tiere. Im Normalfall werden die �wertvolleren� "Zucht�tiere schonender transportiert. Von Transporten betroffen sind: Rinder und Kälber, Pferde, Esel, Schafe und Lämmer, Schweine und Ferkel, Kaninchen, Hühner, Puten, Enten, Gänse, Fische (auch Zierfische für das Aquarium), Meerestiere, Tiere, die für Tierversuche bestimmt sind, Zoo- und Zirkustiere, Hunde, Strauße, Exoten. Sämtliche Transportmittel werden für den Handel genutzt: Lkw, Bahn, Schiff und Flugzeug, in manchen Ländern auch Pkw und Fahrrad.

Warum werden lebende Tiere und nicht Kühlfleisch transportiert ? Fordert man beim Statistischen Bundesamt Zahlen über Transporte von Tieren an, wird deutlich, dass Tiere als Ware betrachtet werden. So muss man eine Warennummer angeben und erhält dann Angaben in Stück oder Tonnen. Der Markt funktioniert nach demselben Muster, wie bei leblosem Stückgut: Angebot und Nachfrage, Einkaufspreis und Verkaufsspanne.

Gründe für Transporte lebender Tiere sind:

Agrarsubventionen der Europäischen Union

Im Dezember 2005 wurden die Subventionen, d.h. die Export-erstattungen, für �Schlacht�rinder aus der EU gestrichen. Direkt subventioniert wird gegenwärtig noch der Export von sogenan�nten �Zucht�rindern� aus der Euroäischen Union, in Länder Nordafrikas und nach Russland. Aus Steuermitteln werden pro lebendem Tier ca. 30,- �/100 kg gezahlt. Ein weiteres Beispiel ist der Erlass von Importzöllen: Die Einfuhr von z.B. Kälbern in die EU wird duch den Wegfall von Importzöllen wirtschaftlich gefördert. Mit der Folge, dass Kälber über weite Strecken in die EU importiert werden.

Spezialisierung der industriellen Agrarwirtschaft
Die industrielle Agrarwirtschaft funktioniert nach denselben Prinzipien wie herkömmliche Wirtschaftsbetriebe. Die Arbeits�schritte werden getrennt und dorthin verlagert, wo die Produk�tionsbedingungen die größte Gewinnspanne versprechen. Indus�trielle Zucht, Haltung und Mast konzentrieren sich auf die Regionen Europas, in denen Futter- oder Lohnkosten günstig oder die Tier�schutzstandards niedrig sind.

Zentralisierung von Schlachtbetrieben
Mit EU-Geldern (Steuergeldern) wurden Großschlachthöfe errichtet. Um ihre Kapazitäten auszuschöpfen, locken sie mit gün�stigen Preisen. Kleinere, regionale Schlachthöfe können nicht konkurrieren und schließen, die Folge sind längere Transport�strecken.

Präferenzen bei Schlachtung und Fleisch
Aus religiösen und traditionellen Gründen verlangen manche Län�der lebende Tiere, um nach landeseigenen Riten zu schlachten. So wurden 2005 aus Deutschland rund 50.000 Rinder in den Mittleren Osten verschifft. So werden Kälber von Deutschland nach Spanien transportiert zum Mästen für das begehrte weiße Kalbfleisch. So werden Pferde überwiegend lebend transportiert, weil in Importländern wie Frankreich und Italien die Verbraucher angeb�lich Kühlfleisch nicht akzeptieren.

Welche Vorschriften gibt es ?
2007 ist die neue EU-Verordnung Nr. 1/2005 zum �Schutz von Tieren beim Transport� in Kraft getreten. Sie gilt in allen EU-Mit�gliedsländern. Diese Verordnung bringt Verbesserungen, aber nicht die dringend notwendige Reduzierung der Ladedichten und der Transportzeiten. Nach wie vor dürfen Tiere unter bestimmten Bedingungen (z.B. Transport in speziell ausgestatteten Fahrzeugen, Einhaltung von Pausen- und Versorgungsintervallen) beliebig lange transportiert werden. Transporte von bis zu 8 Stunden dürfen in Normalfahrzeugen durchgeführt werden. Für Transporte, die über 8 Stunden hinaus�gehen, müssen grundsätzlich Spezialfahrzeuge benutzt werden, die z.B. über ein Tränkesystem und Ventilation verfügen. Für die Ausarbeitung der Sanktionsvorschriften und deren Anwen�dung ist jeder Mitgliedsstaat selbst verantwortlich.

Wie viele Tiere sind auf einem Tiertransporter ?
Die Transporter werden je nach Tierart in der Regel auf ein bis vier Ladeebenen beladen. Pferde einstöckig, Rinder zweistöckig, Schweine, Schafe und Kälber dreistöckig und Jungtiere wie Läm�mer und Ferkel auch vierstöckig. Festgelegt ist zudem die Anzahl der Tiere pro Abteil bzw. pro Quadratmeter. Bei großen Transportfahrzeugen steht z.B. für Pferde eine Lade�fläche zwischen 33 und 38 m2 zur Verfügung. D.h. es dürften zwis�chen 18 und 22 erwachsene Pferde (1,75 m2 nach TierSchTrVO) geladen werden. Wir zählten aber auch schon 35 Pferde. Die Transportzahl für erwachsene Rinder liegt bei 30-35, für erwach�sene Schweine bei ca. 200, für Lämmer bei ca. 700, für geschorene Schafe bei ca. 250. Viel zu eng geladene Tiere sind aber eines der häufigsten Probleme bei Tiertransporten.


Wie lange dauert ein Transport ?
Der kürzeste Transport ist derjenige, der in den nächstgelegenen Schlachthof führt. Im günstigsten Fall transportiert der Bauer selbst das Tier innerhalb von ein bis zwei Stunden. Meistens jedoch wer�den die Tiere an zentralen Umschlagplätzen oder Märkten von Händlern gekauft und zu weit entfernten Schlachthöfen trans�portiert. Einige Beispiele für Transporte und Transportzeiten haben die Animals' Angels-Teams dokumentiert. In den Zeitangaben sind die Entladezeiten an EU- Aufenthaltsorten (Stallungen) enthalten. Die Tiere kommen auch hier nicht zur Ruhe und sind Stress ausgesetzt. Pferde von Weißrussland nach Sardinien. Dauer: 5 Tage. Schafe von Spanien nach Griechenland. Dauer: 3 Tage. Kälber von Deutschland nach Spanien. Dauer: 25 Stunden. Bullen von Deutschland in den Libanon. Dauer: 6-8 Tage. Tiere, die per Schiff z.B. von Australien nach Ägypten transportiert werden, sind ca. 3 Wochen unterwegs. Dokumentiert sind die Durchschnittszeiten. Unvorhergesehene Verzögerungen wie z.B. durch Unfälle, Staus auf Autobahnen und an Grenzen sind nicht eingerechnet.

Werden die Tiere unterwegs versorgt?
Kontrollen staatlicher Stellen finden zu selten statt. Aus diesem Grund entladen und versorgen nur die verantwortungsbewussten Transporteure. Bei Langstreckentransporten müssen die Fahrzeuge über Futtervorrat verfügen und mit einem Tränkesystem ausges�tattet sein. Immer wieder beobachten wir, dass die Tränkevorrich�tungen von den Tieren nicht bedient werden können. Beispiel: nicht artgerechte oder falsch platzierte Tränkevorrichtungen oder zu wenige für die Anzahl der Tiere.


Live Transport

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer