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23.01.2009

Gekocht werden tut weh!



"Als Zoologe für Wirbellose, der Krustentiere jahrelang studiert hat, kann ich Ihnen sagen, dass Hummer über ein ziemlich ausgeklügeltes Nervensystem verfügen, das es ihnen unter anderem ermöglicht, Handlungen zu spüren, die ihnen schaden würden. … Hummer können, da bin ich sicher, Schmerz fühlen." - Jaren G. Horsley, Ph.D.



Entgegen den Behauptungen seitens der Verkäufer gibt es heute kaum noch Zweifel daran, dass Hummer - wie alle Tiere - Schmerz empfinden können. Die meisten Wissenschaftler sind sich darin einig, dass das Nervensystem eines Hummers ziemlich gut entwickelt ist. So sagt beispielsweise der Neurobiologe Tom Abrams, dass Hummer "über eine ganze Spanne an Gefühlen" verfügen. Jelle Atema, Meeresbiologin am Marine Biological Laboratory in Woods Hole, Massachusett, ist eine der landesweit führenden Experten über Hummer. Sie meint: "Ich persönlich bin der Ansicht, dass sie Schmerz empfinden."



Hummer empfinden vielleicht sogar noch mehr Schmerz als wir es in vergleichbaren Situationen tun würden. Eine bekannte Zeitung für Nahrungsmittel schlug kürzlich vor, Hummer zu halbieren, bevor man sie auf den Grill wirft (ein Rezept, das "nichts für Weicheier ist" warnte das Magazin) und man weiß von mehr als einem Koch, der Hummer vor dem Kochen in Stücke schneidet. Aber der Zoologe für Wirbellose, Jaren G. Horsley, meint dazu: "Der Hummer verfügt nicht über ein autonomes Nervensystem, das ihn in einen Zustand des Schocks versetzt, wenn er verletzt wird. Er fühlt daher vermutlich, wie er aufgeschnitten wird. ... Ich denke, der Hummer hat furchtbare Schmerzen, wenn man ihn aufschneidet ... und fühlt den gesamten Schmerz, bis sein Nervensystem zerstört ist".

Bringen Sie das Wasser noch nicht zum zum Kochen!



“Hummer sind bemerkenswerte, komplexe Lebewesen.” — Meeresbiologin Jelle Atema

Jeder, der einmal einen Hummer bei lebendigem Leibe gekocht hat, kann die Tatsache bestätigen, dass Hummer, wenn man sie in das kochende Wasser wirft, sich heftig winden und an den Topfwänden kratzen in dem verzweifelten Versuch zu entkommen. In dem Magazin Science bezeichnet der Wissenschaftler Gordon Gunter diese Tötungsmethode für Hummer als "unnötige Tortur".

PETA hat sich mit zahlreichen Meeresbiologen in Verbindung gesetzt, um zu erfahren, welche Methode für die Tötung von Hummern die humanste ist. Während sich die Experten nicht einig wurden, welche Methode nun am besten ist, sind sie sich jedoch in dem Punkt einig, dass es eigentlich keine humane Methode gibt, diese sensiblen und faszinierenden Tiere zu töten.

Können Sie einen Hummer schmerzlos töten?
http://www.peta.de/freiheitfuerhummerde/hummer_schmerzlos_tten.412.html


Stand: November 2007
Die Tatsache, dass Menschen bestimmte Tiere als "gefühllose Lebensmittel“ betrachten, wird besonders deutlich bei Hummern, die in den meisten Ländern, und eben auch in Deutschland, wie Hunde und Katzen in China, lebend in kochendes Wasser geworfen werden und 30 Sekunden bis sieben Minuten lang, grausamen Todesqualen ausgesetzt sind.

Systematik und Nervensystem

Hummer gehören zu den Wirbellosen, zum Stamm der Arthropoden (Gliederfüßer), die neben den Crustaceen (Krebstieren) auch die Unterstämme der Insekten und Spinnentiere umfasst.
Krebstiere besitzen ein Strickleiternervensystem, das sich aus segmental angeordneten Ganglien zusammensetzt. Die einzelnen Ganglien bilden durch quer und längs verlaufende Verbindungen eine Art Kette. Die einzelnen Ganglien sind teilweise auch durch Verschmelzung zu großen Nervenknoten konzentriert.

Hummer als „Nahrungsmittel“

Susanne Spröer vom Fernsehsender WDR äußerte sich in einer Dokumentarsendung folgendermaßen über Hummer: „Eine Delikatesse, die mit solcher Qual verbunden ist, sollte einem eigentlich den Appetit verderben.“

Fang und Transport

Zehntausende Fallen gehen jedes Jahr auf den Meeresgründen verloren und die gefangenen Hummer treiben den Rest ihres langen Lebens (mehr als 50 Jahre) ohne Aussicht auf Befreiung auf dem Meeresboden.
Der Nordseehummer, einst Leibspeise der Helgoländer Fischer ist mittlerweile fast ausgerottet. Im Atlantik gibt es noch größere Hummerbestände, doch auch in den USA und in Kanada bleiben immer mehr Körbe leer.
Jährlich werden etwa 800 Tonnen Hummer, das sind etwa 1 Million Tiere nach Deutschland importiert. (1) Nach dem Fang werden die Hummer in großen Fabriken auf Fließbändern nach Größe sortiert und mit zusammengebundenen Scheren einzeln in Metallboxen verpackt. In Kühlhäusern bleiben sie ohne Futter manchmal wochenlang aufgestapelt, bis sie in engen, dunklen Transportkisten in alle Welt verschickt werden. Die im Sommer gefangenen Tiere werden monatelang, weiterhin mit zusammengebundenen Scheren, bewegungslos und ohne Nahrung, in engen Becken gehalten. Die Tiere werden nach dem Fang nicht mehr gefüttert, da ihre Fäkalien das Wasser verschmutzen könnten und müssen monatelang ohne Futter überleben. Ihre Scheren werden zusammengebunden, da sie Einzelgänger sind und sich gegenseitig angreifen würden. (2)
Ihr Leidensweg endet schließlich damit, dass sie lebendig kopfüber in einen Topf mit kochendem Wasser geschmissen werden, gemäß der Tierschutz-Schlachtverordnung. Ihr Todeskampf kann bis zu 7 Minuten dauern. (3)

Lebend gekocht werden tut weh

Wenn Hummer lebend in kochendes Wasser geworfen werden, schlagen sie wie wild um sich in dem verzweifelten Versuch zu entkommen. Für den Wissenschaftler Dr. John Baker sind dies eindeutig Reaktionen auf Schmerz und keine Reflexe. (4)
Auch die Studie der European Food Safety Authority bestätigt, dass Hummer Schmerz empfinden können und außerdem erstaunlich lernfähig sind. (5)
Nach Aussage des Luxusrestaurant-Kochs Bernhard Gössnitzer „ist es ein Märchen, dass Hummer, wenn sie in siedend heißes Wasser geworfen werden, sofort sterben. Meistens werden fünf Hummer auf einmal ins Wasser geworfen. Das kühlt das Wasser dementsprechend ab. Die Folter dauert so lange, bis das Wasser wieder heiß ist.“ (6)
In der Broschüre „Amtstierärztlicher Dienst und Veterinärkontrolle“ ist zu lesen: "Nach dem kopfüber Eintauchen sollte der Hummer mit einem geeigneten Küchengerät für zwei Minuten untergetaucht gehalten werden." (7) Es stellt sich nun die Frage, warum es zwei Minuten dauern soll, wo doch nach Aussage zahlreicher Gastronomen, Hummer bereits nach wenigen Sekunden angeblich tot sind?
Dr. Jaren G. Horsley, Wissenschaftler am Northern Virginia Community College führt aus: „Als Zoologe für Wirbellose, der Krustentiere jahrelang studiert hat, kann ich Ihnen sagen, dass Hummer über ein ziemlich ausgeklügeltes Nervensystem verfügen. Hummer können, da bin ich sicher, Schmerz fühlen.“ (8) Dr. Horsley befürchtet sogar, dass Hummer nicht wie Säugetiere über ein autonomes Nervensystem verfügen, das sie bei Schmerz in einen Schockzustand versetzt und sie daher enorme Qualen leiden, solange bis ihr Nervensystem beim Kochen zerstört wird. (9) Auch Biologen um Robert Elwood von der Queen's-Universität in Belfast sind sich sicher, dass Hummer und auch kleinere Krebstiere Schmerz und Stress empfinden können. Sie reizten die Fühler der Tiere und beobachteten charakteristische Reflexe, wie sie auch bei Wirbeltieren vorkommen. Daher liege es nahe, auch den Krustentieren ein eigenes Nervensystem für die Schmerzempfindung zu attestieren, so die Forscher. (10)




Die gesetzliche Grundlage für das Töten

Die gesetzliche Grundlage der Tötung von Krustentieren bildet die Tierschutzschlachtverordnung (TierSchlV) vom 3. März 1997. Die Tierschutzschlachtverordnung wurde seit 1936, mangels wissenschaftlicher Kenntnisse über das Schmerzempfinden von Krebstieren, nicht verändert. Im § 13, Absatz 8 steht geschrieben: „Krusten- und Schalentiere, außer Austern, dürfen nur in stark kochendem Wasser getötet werden; das Wasser muss sie vollständig bedecken und nach ihrer Zugabe weiterhin stark kochen.“

Alternative Tötungsmethoden

Für Hummer gibt es keine „humane“ Tötungsmethode. Man könnte sie lebend in der Mitte durchschneiden, das Gehirn mit einem Messer zerstören, oder man kann sie lebend kochen.
Aus diesem Grund sollte Hummer nicht mehr verkauft werden dürfen.

Andere Länder, andere Sitten

In Reggio Emilia, einer Stadt in Italien, in der Nähe von Bologna, zögerte der Bürgermeister nicht auszusprechen, was viele Menschen denken: das Kochen lebender Hummer ist eine „unnötige Tortur“ und wurde 2004 kurzerhand verboten. Das Übertreten des Verbots wird mit einer Geldstrafe von knapp 500 Euro bestraft.

Gesundheitsrisiken

Das Risiko eines Allergieanfalls nach dem Verzehr von Krustentieren ist nicht zu unterschätzen. „Allergische Reaktionen nach dem Genuss von Krebstieren treten häufig bei Hausstaubmilben-Allergikern auf“, so Professor Dr. Thomas Fuchs, Allergologe und Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. (10) Sie sind außerdem oft mit Bakterien, Pestiziden und Chemikalien verseucht.

Was Sie tun können

Hören Sie auf, Hummer zu essen.
Informieren Sie Ihre Freunde und Verwandten über die Qualen der Hummer beim Transport, der Halterung und beim Lebendkochen.
Sprechen Sie mit den Geschäftsführern von Restaurants und Supermärkten und teilen Sie ihnen mit, dass Sie nicht länger Kunde sein werden, solange hier Hummer verkauft werden.
Schreiben Sie an den Landwirtschaftsminister und bitten Sie ihn um eine Gesetzesnovellierung, die das Kochen lebender Tiere, sowie den Import lebender Hummer nach Deutschland verbietet.
Verteilen Sie Flugblätter vor Restaurants, Hotels und Supermärkten, die Hummer verkaufen.

Quellenangaben

(1) Statistisches Bundesamt in Wiesbaden, 2006.
(2) Foster Wallace, David, Consider the Lobster, Gourmet, p. 50-64.
(3) Baker, John, B., The Humane Killing of Lobsters and Crabs (1975).
(4) Baker, John, B., The Humane Killing of Lobsters and Crabs (1975).
(5) EFSA, Aspects of the biology and welfare of animals used for experimental and other scientific purposes, EFSA journal (2005) 292, 1-136.
(6) Gössnitzer, Bernhard, Letter to PETA Deutschland e.V. (2006).
(7) Fröhlich, Thomas, Tierschutzgerechte Hälterung von Hummern und Langusten, Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle, 4. Jahrgang IV/97.
(8) Horsley, Jaren, G., Letter to PETA USA (1993).
(9) Horsley, Jaren, G., Letter to PETA USA (1993).
(10) Bar, S, Laming, P., Dick, J. & Elwood R., Nociception or pain in a decapod crustacean. Animal behavior, 2007.07.004, 7 S.
(11) Fuchs, T. , Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (2003)




Experten sind sich nicht einig, welche Tötungsmethode für Hummer die schonendste ist; sie sind jedoch in dem Punkt einig, dass es keine Methode gibt, diese sensiblen und faszinierenden Tiere schmerzfrei zu töten. Daher ist es nur logisch und ein dringendes Gebot der Ethik, Hummer einfach in Ruhe zu lassen und ein tierfreundlicher und damit "echter Feinschmecker" zu werden. Da der Mensch, ein Herdentier, jedoch nicht wirklich interligend genug zu sein scheint, sich seine Fehler selbst ein zu gestehen und diese gar ab zu stellen, bedarf es hier ein Eingreifen der Politik unserer Europäischen Union um die Menschheit aus ihrem Tiefschlaf zu hohlen und ihn und seine Tierquälerein zu stoppen !

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