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14.01.2009

Gemischte Bilanz für Artenschutz

Gemischte Bilanz für Artenschutz
Gefährlicher Trend: Armutsbekämpfung zunehmend als Ausrede für Wildtierhandel missbraucht

Auf der heute zu Ende gegangenen Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, engl. CITES) wurde über das Schicksal Dutzender Tier- und Pflanzenarten entschieden. Dabei dominieren zunehmend ökonomische Interessen über den Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen. "Zwar konnten wir Artenschützer für einige Arten wie Plumploris, Sägefischen oder den Europäischen Aal große Erfolge erzielen, andere Schutzvorhaben scheiterten jedoch", bedauert Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. Sie zieht eine durchwachsene Bilanz der zweiwöchigen Konferenz: "Nashörnern, Elefanten oder kleinen Zierfischen aus Südostasien wurde hier ein besserer Schutz verweigert, weil ihre Nutzung angeblich der Bekämpfung der Armut dient. Doch in Wahrheit sind es nicht die Armen, die aus dem Tierhandel Profit schlagen!"

Zwei Schwerpunkte dominierten die Artenschutzkonferenz - das Tauziehen um Elfenbeinverkäufe und die zunehmende Bedrohung mariner Arten. Im Schatten dieser Debatten wurde über den Schutz Dutzender weiterer Arten verhandelt. "Die Diskussionen über Handelsbeschränkungen für bedrohte Wildtiere und -pflanzen werden zunehmend von sozioökonomischen Aspekten dominiert, obwohl dies eindeutig in die Zuständigkeit anderer Konventionen fällt" betont die PRO WILDLIFE-Expertin. Entsprechend ist die Erfolgsbilanz aus Sicht der Artenschützer gemischt:

Nach über 14 Tagen Streit um die Elefanten einigten sich die afrikanischen Länder auf einen Kompromiss. Namibia, Botswana, Südafrika und Simbabwe dürfen ihre aktuellen Elfenbeinvorräte verkaufen, danach ist eine neunjährige Ruhepause vereinbart. "Statt dieser gemischten Botschaft hätten wir uns eine deutliche Absage an den Elfenbeinhandel gewünscht ", so die PRO WILDLIFE Expertin.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren wurde ein absolutes Handelsverbot für fünf Affenarten beschlossen: "Plumploris, kleine Affen aus Südostasien, sind durch den Heimtierhandel und die Traditionelle Medizin bedroht. Wir konnten hier ein absolutes Handelsverbot erreichen - für uns eines der Highlights der Konferenz", betont Freyer.

Für marine Arten ist die Bilanz gemischt: Japan scheiterte mit seinem Versuch, den strengen Schutz von Walen zu unterminieren. Der Handel mit Europäischen Aalen ist künftig erstmals begrenzt, mit Sägefischen sogar verboten. Der Schutz von Heringshaien, Dornhaien, Roten Edelkorallen und Banggai-Kardinalbarschen (kleine Zierfische aus Indonesien) scheiterte jedoch an wirtschaftlichen Interessen.

Drei Anträge der EU, den Handel mit Tropenhölzern aus Lateinamerika zu kontrollieren, scheiterten am Widerstand der Herkunftsländer. "Dieses Beispiel zeigt, wie politisch das WA geworden ist: Lateinamerika lehnt Vorschläge der EU ab, obwohl es die Notwendigkeit einer Begrenzung des Tropenholzhandels einsieht. Nur wenig später kündigte es eigene nationale Schutzmaßnahmen an", so Freyer.

Besonders stark wurde das Argument der Armutsbekämpfung bei der Großwildjagd genutzt: Für die hochbedrohten Spitzmaulnashörner wurden Trophäenjagd-Quoten bestätigt, für Leoparden sogar massiv ausgebaut. "Das große Geschäft machen die Jagdreiseanbieter, die lokale Bevölkerung im südlichen Afrika bekommt nur Peanuts."

PRO WILDLIFE appelliert an die WA-Staaten, bei künftigen Entscheidungen den Artenschutz nicht länger politischen oder wirtschaftlichen Interessen zu opfern.

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