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20.01.2009

Geschichte der Pelzzucht

Geschichte der Pelzzucht

Um circa 1879 wurden, soweit bekannt, in den USA erstmals Silberfüchse gezüchtet. Kurz darauf, 1890, begann in Frankreich die Zucht der ersten Sumpfbiber. Nerze wurden erstmalig Ende des 19. Jahrhunderts in den USA und 1920 in Europa gezüchtet. Die Nerzzucht ist die bis heute verbreitetste Tierzucht in der Pelzbranche. Pelztierzuchten bestanden in ihren Anfängen zu jeweils Hunderten von Tieren, wurden aufgrund der steigenden Nachfrage nach Tierfellen jedoch ständig erweitert. Damals wie heute vegetieren Hunderte, Tausende, Zehntausende Tiere auf engstem Raum, zusammengepfercht in Drahtkäfigen über ihrem eigenen Kot.

Nach wie vor wird man, wenn man eine Pelztierfarm sieht, die langgezogenen Schuppen mit den ebenso langen Käfigreihen sehen, in denen Tiere apathisch hin und her laufen. In ihrer Verzweiflung zu Kannibalen gemacht, verstümmeln sie ihre Mitinsassen und sich selbst und verweigern den Fraß, der ihnen vorgesetzt wird. Alle Fluchtversuche sind vergebens.


Der durchschnittliche Drahtkäfig, in welchem Nerze gefangen gehalten werden misst 30 cm x 90 cm. Füchse vegetieren auf einer Fläche von ca. 1 Quadratmeter. Das einzelne Individuum zählt hier nicht! Was hier zählt ist der Profit! Die beschämende Behauptung der Pelzindustrie, Zuchtanlagen würden die Erhaltung der Arten begünstigen und bestimmte Pelztierarten wären ohne die Errichtung dieser längst ausgestorben erweist sich schlicht als Lüge. Sie soll eine nicht vorhandene Notwendigkeit der Zucht zur allgemeinen Arterhaltung suggerieren, das Gewissen beim Kauf eines Pelzes beruhigen und Pelz letztendlich tragbar machen. Es gibt jedoch keine Pelztierart, deren Überleben durch die Zucht auf diesen Farmen zu irgendeiner Zeit begünstigt, geschweige denn garantiert worden wäre. Wozu auch? Pelztiere werden nicht gezüchtet, um ihren wenigen, in freier Wildbahn lebenden Artgenossen Gesellschaft zu leisten und somit das Fortbestehen ihrer Art zu sichern, sondern einzig und allein um sie nach einem 7 monatigen, qualvollen Vegetieren auf Pelzfarmen in eine Gasbox zu stecken und ihnen anschließend das Fell abzuziehen!

Und auch auf die oft zitierte Behauptung der Pelzbranche, dass es den sog. Pelztieren auf den Farmen physisch und psychisch gut gehen müsste, da ansonsten ihr Fell nicht so glänzen würde, gibt es eine ganz einfache Antwort: Bis sich der psychische Stress und die somatischen Belastungen auf die Qualität ihres Felles auswirken, müssten die Tiere länger als 7 Monate in dieser Qual leben! Da ihr Leben aber auf nur 7 Monate in ihren Käfigen beschränkt bleibt und sie dann vergast bzw. per Stromschlag getötet werden, sind am Fell keine oder nur sehr selten sehbare Qualitätsmängel festzustellen. Es dauert auch bei anderen, von der Pelzbranche nicht ausgebeuteten Pelztieren eine längere Zeit, bis sich Mangelernährung, Bewegungsunfähigkeit und ständige psychische Qual an der Qualität des Fells ablesen lässt. Pelztierfarmen sind allesamt grausame Orte! Dies war zu keiner Zeit anders!

Während vor circa 100 Jahren noch circa 1.000.000 Tiere jährlich in Fallen umgebracht wurden, so sind es mit der Errichtung und Erweiterung von Pelztierfarmen in nur einem Jahrhundert mehr als 30.000.000 Tiere! Da die Pelztierzüchter bei Nerzen durch die sog. Mutationszucht, d.h. die Zucht einer völlig anderen Fellart, am meisten Profit machen konnten, wurde unter anderem vor allem die Zucht von Nerzen immens vorangetrieben.


Getötete Nerze auf Pelztierfarmen in den Jahren 1980 und 1986 weltweit:

Land 1980 1986
Finnland 4.100.000 3.800.000
Dänemark 4.450.000 10.100.000
USA 4.400.000 4.400.000
UdSSR (Export) 2.700.000 4.500.000
Schweden 1.470.000 2.100.000
Norwegen 750.000 430.000
Kanada 1.200.000 1.500.000
VR China 800.000 3.300.000
Niederlande 900.000 1.650.000
Japan 585.000 750.000
DDR 350.000 440.000
Großbritannien 365.000 290.000
Frankreich 350.000 550.000
BRD 350.000 370.000
Übrige Länder 540.000 850.000

Die Fuchszucht entwickelte sich ähnlich, wenn auch nicht so rasant.

Da Pelz lange Zeit symbolisch für Luxus, Schönheit, Sinnlichkeit stand, ja sogar als erotisch galt, fand die Ware Pelz bis in die 80er Jahre großen Absatz. Bis die Pelzindustrie Ende der 80er/ Anfang der 90er Jahre, nicht zuletzt durch die Bemühungen der Tierschutzbewegung, immense Imageschäden erlitt und sich das Bild, welches viele Menschen von Pelz hatten, wandelte.

Pelz wurde von vielen Menschen nicht mehr länger als Prestigesymbol oder Luxus angesehen, sondern mit dem verbunden, was es immer schon war und ist: die abgezogene Haut eines geschundenen Tieres. Pelz ist kein Luxus - Pelz ist Mord!

Nach einer Umfrage im September 1992 lehnten 70 % der Befragten zwischen 14 und 29 Jahren, Pelz entschieden ab. Sie erkannten den wirklichen Preis eines jeden Pelzes, das Leid, die Schmerzen und den Tod, den die Tiere dafür bezahlen mussten und sahen ihn buchstäblich als untragbar an.

Der Wandel für die Pelzindustrie

Diese Wandlung und die mit ihr einhergehende sinkende Nachfrage nach der Ware Pelz zwischen 1980 und 1990, zwang die Pelztierzüchter in der damaligen BRD, die Hälfte von insgesamt 170 Nerz-, Iltis-, Fuchs- und Sumpfbiberfarmen zu schließen! Außerdem mussten 500 von circa 2100 Kürschnerbetrieben in der damaligen BRD ihr Unternehmen an den Nagel hängen.

Das Deutsche Pelzinstitut (DPI), die erbärmliche Lobbyorganisation der Pelzindustrie hierzulande, beschrieb in einem streng vertraulichen Aufruf 1988 die Situation der Pelzbranche wie folgt:

"Vor uns liegt die vielleicht letzte Chance, die Vernichtung abzuwehren und eine grundlegende Wende herbeizuführen." ( "Du und Das Tier" 6/88: 17)

Die Niederlagen, die die Pelzindustrie in den 80er und 90er Jahren einstecken musste, haben sie nicht nur damals enorm geschwächt. Sie gefährden ihre Existenz bis heute.

In den 80er und 90er Jahren ging auch der Fallenfang zurück. Dies geschah allerdings in erster Linie, weil sich durch die intensive Farmhaltung 10.000der Tiere mehr Profit erwirtschaften lässt, als es vorrangig durch den Fallenfang jemals möglich gewesen wäre. Schon deshalb, weil die in Freiheit lebenden Tiere dank der Jägerschaft immer weniger geworden sind.

Verschiedene Länder schienen erstmalig interessiert, durch gesetzliche Bestimmungen und internationale Abmachungen, den in freier Wildbahn lebenden Pelztierbestand zum Schutz der Arten oder zur Verhinderung einer Überpopulation unter anderem mit Hilfe der Jägerschaft in bestimmten Grenzen zu halten.

Eine genaue Definition dieser bestimmten Grenzen bleibt jedoch von Seiten der zuständigen Behörden bis heute außen vor, von Seiten der daran profitierenden Pelzindustrie ganz zu schweigen. Ein zusätzlicher Freifahrtschein für jeden Jäger, der mit dem Alibi der Notwendigkeit einer sinnvollen Begrenzung des Tierbestandes bis heute die Legitimation erhält in den Wald zu spazieren und Fallen aufzustellen, in denen sich Tiere, rasend vor Schmerz und Angst, die Pfoten abbeißen um zu entkommen.

Sowohl die Pelzindustrie als auch die Jägerschaft erzählen nach wie vor gern das Märchen vom natürlichen Feind des Pelztieres, welcher in der Natur vielfach nicht mehr vorhanden sei und es daher, ohne das sinnvolle Regulieren, zwangsläufig zu einer Überpopulation bestimmter Tierarten kommen müsse. Die Tatsache, dass eine solche Überpopulation bei keiner anderen Spezies als beim Menschen jemals vorgekommen ist, wird ignoriert und totgeschwiegen. Unerwähnt bei all der Sorge um die Population bleibt auch, dass das üppige Sümmchen auf den Konten jener wächst, die mit den Fellen der getöteten Tiere Profit machen.

Heute stammt ca. 1/4 der zu Pelz verarbeiteten Felle aus dem Fallenfang. Der größte Teil jedoch, ca. 3/4, stammt aus Pelztierfarmen. 1998 wurden weltweit 25.746.000 Nerze und 3.668.000 Füchse auf diesen Pelztierfarmen umgebracht.


Getötete Nerze und Füchse auf Pelztierfarmen 1998 weltweit:

Land Nerz Fuchs
Argentinien 120.000 23.000
Baltische Staaten 450.000 70.000
Belgien 140.000
China 700.000 400.000
Dänemark 10.500.000 53.000
Deutschland 271.000
England 165.000
Frankreich 170.000
Finnland 2.000.000 2.100.000
Irland 130.000
Island 175.000 19.000
Italien 235.000
Kanada 900.000 25.000
Niederlande 2.700.000 20.000
Norwegen 275.000 360.000
Polen 120.000 160.000
Russland 2.400.000 400.000
Schweden 1.250.000 15.000
Spanien 300.000
USA 2.650.000
Weltweit 25.746.000 3.668.000


Derzeit werden weltweit jährlich ca. 40 Millionen Pelztiere im Namen der Mode auf Pelztierfarmen ermordet. Millionen Tiere sterben in Fallen, um zu Pelz gemacht zu werden. In Deutschland gibt es heute noch circa 40 Nerzfarmen, einige Fuchs- und Sumpfbiberfarmen sowie unzählige Chinchillazuchten in denen insgesamt circa 270.000 Pelztiere verzweifelt auf ihre Ermordung durch Gas, Genickbruch oder per analem Stromschlag warten müssen.

Sie alle fristen ein erbärmliches Dasein, um, nachdem ihnen ihr Fell vom Körper gerissen wurde, als blutiger Kadaver auf den Abfallbergen oder in den Müllkübeln sog. Pelzfarmen zu verfaulen. Umgebracht aus Eitelkeit und für Profit.

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