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14.01.2009

Gnadenfrist für Elefanten

Gnadenfrist für Elefanten

Elfenbeinhandelsverbot bleibt vorerst bestehen Bedingungen für Verkauf von 60 Tonnen Elfenbein nicht erfüllt

PRO WILDLIFE begrüßt die heutige Entscheidung des Ständigen Ausschusses des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA), dem geplanten Verkauf von 60 Tonnen Elfenbein eine Absage zu erteilen. Unter dem Druck der Elfenbeinhandelslobby entschied die Konferenz in Genf, das bestehende Handelsverbot aufrecht zu erhalten. Eine erneute Diskussion über das Schicksal der Elefanten ist für nächsten Juni vorgesehen. "Die gute Nachricht ist: Das Elfenbeinverbot bleibt vorerst erhalten. Die schlechte Nachricht: Japan, einem wichtigen Absatzmarkt für gewildertes Elfenbein, wurde die legale Einfuhr von Elfenbein bereits in Aussicht gestellt. Wir befürchten, dass die andauernde Diskussion die grassierende Wilderei weiter anheizen wird", so PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer, die an der Konferenz teilnimmt. PRO WILDLIFE fordert den bedingungslosen Stopp des Elfenbeinhandels weltweit.



Zur Diskussion stand der Verkauf von 60 Tonnen Elfenbein aus Botswana, Namibia und Südafrika. Die Konferenz erteilte hierfür kein grünes Licht, weil ein eigens etabliertes Überwachungssystem bislang keine adäquaten Informationen über das Ausmaß der Wilderei geliefert hat. Allerdings soll der Elfenbeinhandel nächsten Sommer neu diskutiert werden, sobald das Kontrollsystem MIKE (Monitoring of Illegal Killing of Elephants) neue Daten zur Elfenbeinwilderei vorlegt. PRO WILDLIFE äußerte grundsätzliche Zweifel an MIKE: Erfasst wird nur ein Bruchteil der tatsächlichen Wilderei und fast ausschließlich in Schutzgebieten, obwohl Elefanten großteils außerhalb von Parks leben. Zudem hat das vor sechs Jahren ins Leben gerufene MIKE bereits Millionen Euro verschlungen, ohne zuverlässige Daten zu liefern. "Anstatt Millionen in die fragwürdige Zählung toter Elefanten zu stecken sollten die Gelder in sinnvolle Schutzprojekte investiert werden." PRO WILDLIFE verurteilte auch das Zugeständnis, Japan als zukünftigen Importeur für legales Elfenbein anzuerkennen, obwohl erhebliche Zweifel an dessen internen Kontrollen bestehen. Artenschützer befürchten, dass eine Freigabe des legalen Handels die Elefantenwilderei weiter eskalieren lässt.

Bisher fehlen offizielle Zahlen zur Wilderei, doch verdeutlichte die Konferenz eine Eskalation des Elfenbeinschmuggels. Gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen im Species Survival Network überwacht PRO WILDLIFE das Ausmaß des illegalen Elfenbeinhandels: Seit 1998 wurden 151 Tonnen illegales Elfenbein beschlagnahmt. Das entspricht 24.380 gewilderten Elefanten. "Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, der Großteil des illegalen Handels bleibt unentdeckt. Es liegt auf der Hand, dass Elefanten in großem Ausmaß für den Elfenbeinhandel getötet werden", so die PRO WILDLIFE Expertin.

Obwohl seit 1989 als Konsequenz aus verheerender Wilderei und dem Zusammenbruch vieler Elefantenbestände ein generelles Handelsverbot für Elfenbein gilt, drängen einige südafrikanische Länder auf eine Wiederaufnahme des Handels. 1999 wurde erstmals ein "einmaliger" Elfenbeinverkauf gestattet. Offizielle Daten belegten seither einen Anstieg des Elfenbeinschmuggels in Afrika und Asien. Dennoch wurde 2002 erneut drei südafrikanischen Staaten (Botswana, Namibia und Südafrika) der Verkauf von insgesamt 60 Tonnen Stoßzähnen in Aussicht gestellt: Mehr als vier Jahre später entschied heute der Ständige Ausschuss des WA dass die Bedingungen für eine Freigabe des Elfenbeinhandels nicht erfüllt sind.

PRO WILDLIFE fordert, jeglichen Elfenbeinhandel zu verbieten. Jedes Jahr werden viele Tausend Elefanten gewildert. Eine Unterscheidung zwischen legalem Elfenbein aus Regierungsbeständen und gewildertem Elfenbein ist in der Praxis nicht möglich. "Effektive Schutzgesetze für Wildtiere dulden keine Ausnahmen," betont Freyer entschieden.

... Hintergrundinfos
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Elefanten/Elefanten_in_Not/elefanten_in_not.html

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