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14.01.2009

Große Freude im Altenheim: Hundebesuch bringt die Augen zum Leuchten

Große Freude im Altenheim: Hundebesuch bringt die Augen zum Leuchten

Alle drei Wochen warten die Bewohner des Caritas-Altersheimes St. Vinzenz besonders sehnsüchtig darauf, dass es endlich Freitag wird. Dann nämlich kommt richtig Leben in die Pflegeeinrichtung. Um Punkt 15 Uhr steht Diane Bartlog, Hundetrainerin aus Mengkofen, vor der Tür. Und sie bringt nicht nur ihre eigenen vier Hunde mit, sondern auch stets einige Schüler (zwei- und vierbeinige). Dann steht für die Senioren ausgiebiges Streicheln, Schmusen und Spielen mit den Hunden auf dem Programm. Eineinhalb Stunden lang ist die Freude riesig, wenn sie warmes, weiches Fell unter den Händen spüren, wenn feuchte Nasen sie sanft anstupsen, um ein Leckerli zu bekommen, und wenn die Tiere einfach frischen Wind in den Heimalltag bringen.



Diane Bartlog, Inhaberin der Sanften Hundeschule, macht diese Besuche ehrenamtlich mit ihren Mitstreitern und ist ebenfalls mit großer Begeisterung dabei: "Es ist wunderbar zu hören, dass viele schwer demenzkranke Bewohner sogar nach Tagen noch den Namen der Hunde wissen und dass die Besucher bei vielen einen enormen Fortschritt bewirken", sagt die 27-jährige Hundefachfrau und fügt hinzu: "Ich mache das, weil ich mir später, wenn ich einmal in dieser Lage bin, auch wünschen würde, dass jemand kommt!"

In der Tat wirken sich die Hundebesuche, die seit wenigen Monaten in Wallersdorf auf der Tagesordnung stehen, überaus positiv auf die Senioren aus. Das bestätigt auch Pflegedienstleiterin Nicole Wiesmüller: "Bei Bewohnern, die Probleme mit der Feinmotorik haben, bessern sich diese beim Umgang mit den Tieren. Verkrampfungen lösen sich, Ängste werden abgebaut. Die Besuche werden stets ganz stark erwartet!"

Am liebsten wäre es den Wallersdorfern, wenn die Vierbeiner jede Woche vorbei schauen würden. Allzu gerne würde Diane Bartlog dies auch tun, es scheitert allein an der Zeit. Jede dritte Woche ist allerdings fest eingeplant, und auch in Dingolfing sind Schüler ihrer Hundeschule bereits unterwegs, um die Senioren zu besuchen - die nächste Anfrage kommt aus Frontenhausen und wird ebenfalls positiv beantwortet werden.

Das Interesse am Hundebesuch war nicht immer so groß. Als Diane Bartlog das Projekt gemeinsam mit Cordola Steiger vom Tierschutzverein Dingolfing startete, die ebenfalls mit ihrem Hund bereits die Senioren besuchte, handelte sich das Duo anfangs nur Absagen bei den Pflegeeinrichtungen ein. Allein im Caritas-Altenheim in Wallersdorf war die Begeisterung und das Interesse sofort groß, und so startete die Hundetrainerin mit den Bewohnern von St. Vinzenz. Beim ersten Mal hatte sie ihre Yorkshire-Terrier Betty und Bonny sowie ihre beiden spanischen Mischlingsdamen Honey und Mali dabei, außerdem eine Freundin mit einer sehr lebhaften Labrador-Hündin, Gina. "Es war wirklich sehr interessant zu sehen", erinnert sich Diane Bartlog zurück. "Meine Hunde, die von Natur aus eher zurückhaltend und vorsichtig sind, gingen zu den Bewohnern, die ein wenig Angst vor Hunden zeigten, und lockten diese aus der Reserve. Gina dagegen war ein richtiger Clown und animierte die eher ruhigeren Senioren."

Als sie zum ersten Mal den Saal, in dem sich die Senioren versammelt hatten, betraten, habe eine gespenstische Stille geherrscht, erinnert sich die Ehrenamtliche zurück. "Aber nach einiger Zeit blühten die Demenzkranken förmlich auf und fingen plötzlich an zu sprechen! Jeder hatte etwas zu erzählen, mit welchen Hunden er es früher zu tun gehabt hat - auf einmal hat der ganze Saal geredet, das war wunderbar!" Inzwischen sei es nicht mehr still, wenn die Vierbeiner im Anmarsch sind, der Bann ist gebrochen. "Die Leute haben sich teilweise extra Hundeleckerchen gekauft. Selbst schwer Demenzkranke erinnern sich noch tagelang an den Besuch und an die Namen der Hunde. Das ist richtig toll", freut sich Diane Bartlog.

Besonders freuen sie auch die vielen positiven Rückmeldungen des Pflegepersonals. Wenn Senioren plötzlich wieder anfangen zu sprechen, wenn bettlägerige Bewohner den Wunsch haben, wieder aufzustehen, wenn Menschen, die die Krankengymnastik verweigert haben, auf einmal wieder mitmachen, damit sie in der Lage sind, bei den Hundebesuchen dabei zu sein. Das motiviert Bartlog und ihr Team, das gut und gerne noch Verstärkung gebrauchen könnte. "Leider sind es noch zu wenige Leute, die sich für die Besuche zur Verfügung stellen. Dabei braucht man nichts weiter als einen verträglichen Hund und die Bereitschaft, alle drei Wochen einmal eineinhalb Stunden Zeit zur Verfügung zu stellen!" Der Vierbeiner müsse beileibe nicht "supertoll erzogen" sein: "Es ist egal, ob er auf Kommando Sitz und Platz macht. Natürlich sollte der Hund nicht gleich zuschnappen, wenn ihn einer der Bewohner einmal fester drückt, und er sollte mit den anderen Hunden im Raum verträglich sein. Aber sonst sind überhaupt keine besonderen Voraussetzungen notwendig, auch keine Ausbildung als Therapiehund!"

Denn irgendwie sind sie alles kleine Naturtalente, die Vierbeiner, die seit kurzem die Senioren erfreuen, hat Diane Bartlog festgestellt. Instinktiv wissen sie alle, wie sie sich gegenüber den alten Leuten verhalten sollen, und machen stets genau das Richtige. "Die Hunde sind zum Teil ganz anders, als man sie sonst gewöhnt ist!" Jedoch: Nach eineinhalb Stunden seien die Tiere immer völlig ausgelaugt und nicht mehr fähig weiterzumachen. "Das ist schon eine anstrengende Aufgabe, die unsere Hunde da erledigten", weiß die Trainerin. Deshalb geht es danach immer gleich ab an den Weiher, um ein kühles Bad zu nehmen und einen ausgiebigen Spaziergang zu genießen - damit die Hunde wieder fit werden für den nächsten Besuch in drei Wochen. Erwartet werden sie jedenfalls voller Sehnsucht.

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