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15.01.2009

Große Freude im Altenheim: Hundebesuch bringt die Augen zum Leuchten

Große Freude im Altenheim: Hundebesuch bringt die Augen zum Leuchten
Summ, summ, summ, Bienchen summ herum... Halt, stopp, es sind nicht nur die Bienen, die über die Wiesen fliegen und die so nützlich sind. Auch das tiefe Brummen anderer Insekten ist zu hören: Das von der Hummel! Wir verraten Euch mehr über die dicken Brummer, die jedoch von Krankheiten bedroht sind!

Ein Team von Zoologen der sachsen-anhaltischen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg versucht, bis 2013 im Rahmen eines Forschungsprojektes ein Gen-Werkzeug zur Früherkennung erkrankter Hummeln zu entwickeln. Hummeln werden seit mehr als zwei Jahrzehnten neben Bienen zur Bestäubung von Nutzpflanzen eingesetzt. Aktuellen Schätzungen zufolge produzieren europäische Firmen dazu mittlerweile über eine Million Hummelvölker täglich.

Hummeln gelten als effiziente Orientierungswunder, beginnen mit ihrer Arbeit bereits in den ersten Jahresmonaten und können durch die Größe ihres Körpers weitaus mehr Blütenstaub transportieren als gewöhnliche Honigbienen. Mit dem Boom kamen Probleme: Pathogene und andere Krankheitserreger finden in den Zuchtanlagen ideale Bedingungen für den Befall ganzer Stämme. Bisher wurden die Zuchtvölker dagegen mit Antibiotika behandelt ohne ausreichende Berücksichtigung möglicher Umweltauswirkungen, insbesondere auf die in der freien Natur lebenden Hummeln.
Auch in naturnahen Gärten fühlen sich Hummeln wohl:



Nach Aussage von Dr. Michael Lattorff vom Institut für Biologie der sachsen-anhaltischen Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, würden potenzielle Krankheitserreger wie die Darmparasiten Crithidia bombi und Nosema bombi bei einer hohen Züchtungsdichte schnell übertragen. Folge sei eine Schwächung des Immunsystems oder gar der Tod der befallenen Hummel. Der Biologe unterstreicht: "Derzeit beugt man mit Antibiotika vor, die den Tieren mit der Nahrung verabreicht werden. Die Nebenwirkungen werden als irrelevant angesehen, obwohl noch nicht geklärt ist, inwieweit sich diese Praxis auf die Umwelt auswirkt." Demnach deuten ausführliche Untersuchungen darauf hin, dass in der freien Natur lebende Hummeln eine stärkere Krankheitsbelastung aufweisen, wenn sie in Kontakt mit gezüchteten Vertretern gekommen sind.

Aus diesem Grund suchen die Forscher aus Sachsen-Anhalt nach Möglichkeiten, infizierte Hummeln bereits vor deren Eingliederung in den Zuchtbestand zu erkennen. "Einige Tiere scheinen resistenter zu sein als andere. Hier könnten externe Faktoren eine Rolle spielen. Wenn Eigenschaften jedoch vererbt werden, muss es eine genetische Grundlage geben. Wir werden überprüfen, welche Gene mit Anfälligkeit, Resistenz oder beidem in Verbindung stehen", erklärt Lattorff weiter. Über eine künstliche Infizierung der Hummeln mit Crithidia bombi und Nosema bombi will die sachsen-anhaltische Projektgruppe feststellen, welche Gene oder Gengruppen reagieren. In diesem Zusammenhang untersucht das Team mehrere Hummelgenerationen.

Das durch Drittmittel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Projekt wurde für einen Zeitraum von fünf Jahren konzipiert. Neben der Identifikation der Gene und der Entwicklung des Gen-Werkzeugs wird die Verifizierung des Tests einen Großteil der Projektdauer in Anspruch nehmen. Unterstützt wird das Projekt aus Sachsen-Anhalt von einer externen Arbeitsgruppe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), die bereits weitreichende Erfahrungen mit Zuchtverfahren und der Immunabwehr von Hummeln gesammelt hat.

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