Free counter and web stats

14.01.2009

Haie



Haie sind Fische aus der Klasse der Knorpelfische. Es sind weltweit etwa 500 verschiedene Arten bekannt. Das Wort Hai stammt vom niederländischen haai ab. Das wiederum kommt vom isländischen Wort hai, das Haken bedeutet und eine Anlehnung an die hakenförmige Schwanzflosse der Haie ist. Die Rochen (Batoidea), die früher als Schwestergruppe der Haie galten, stellt man jetzt als eine von vielen unteren Taxa zu den modernen Haien und Rochen (Neoselachii), wodurch die Haie nach der aktuellen Taxonomie keine natürliche Gruppe darstellen und nur noch als Formtaxon existieren.

Die meisten Haie fressen Fische und andere größere Meerestiere, der bis zu 14 Meter lange und 12 Tonnen schwere Walhai, der Riesenhai und der Riesenmaulhai ernähren sich im Wesentlichen von Plankton. Viele Haiarten sind durch übermäßige Befischung in ihrem Bestand bedroht.

Beschreibung
Haie, inklusive der paläozoischen Formen, haben je fünf offene Kiemenspalten an den Körperseiten. Eine Ausnahme bildet neben den Grauhaiartigen (Hexanchiformes) nur noch der Sechskiemen-Sägehai (Pliotrema warenni) mit je sechs oder sieben Kiemenspalten. Während die Knochenfische Elasmoid- oder Ganoidschuppen tragen und deren Zähne aus dem gleichen Material bestehen wie unsere menschlichen Zähne, haben die Haie sogenannte Placoidschuppen, die im Revolvergebiss als Zähne beginnen - und die Zähne breiten sich vom Maul über den ganzen Körper aus. Die Zähne verkleinern sich und werden als Hautzähnchen fortgesetzt.

Haihaut-Effekt
Die Haischuppen sind so ausgerichtet, dass sich die Haut glatt anfühlt, wenn man dem Hai vom Kopf zum Schwanz über den Rücken streicht. Umgekehrt fühlt sich die Haut rau an. Des Weiteren verfügen die einzelnen Schuppen über eine Rillenstruktur, die sich nahtlos über den gesamten Haikörper erstreckt. Die Rillenstruktur (s. g. Riblets) verringert den Oberflächenwiderstand. Durch die Rillen entstehen viele kleine Wasserwirbel. Diese verringern die seitlich gerichteten Kräfte der turbulenten Strömung und setzen die Reibungswirkung herab. Dieser Effekt funktioniert jedoch nur beim schnellen Schwimmen; beim langsamen Schwimmen sind glatte Oberflächen günstiger. Der Haihaut-Effekt zählt neben dem Lotus-Effekt zu den bekanntesten Erkenntnissen der Bionik.

Die Sinne der Haie

Geruch
Die Geruchsorgane liegen seitlich vorne an der Schnauze. Das Riechzentrum kann bis zu zwei Drittel der Gehirnmasse ausmachen. Haie können so Blut in milliardenfacher Verdünnung wahrnehmen. Der Hai wittert seine Beute schon aus großer Entfernung (über 75 m), auch wenn kein anderer Sinnesreiz Informationen liefert. Durch ständige Kopfbewegung ("Pendeln") folgt er dieser Geruchsspur bis zum Ziel. So genannte Schneidersche Falten kanalisieren das einströmende Wasser so, dass die Nasengruben ständig von Wasser umspült werden. Eine Nasengrube ist durch eine Membran nochmals in zwei Abschnitte unterteilt, je eine für ein- und ausströmendes Wasser. Die innere Oberfläche ist gefaltet, wodurch die rezeptive Fläche vergrößert wird. Selbst ein blinder Hai findet so zielsicher sein Futter.

Gehör
Das Gehör ist einfacher ausgeprägt als bei Landtieren. Die Ohren befinden sich an beiden Seiten des Gehirnschädels, von außen ist nur eine kleine Pore sichtbar. Haie reagieren im Bereich der niederfrequenten Töne, also unter etwa 600 Hertz (zum Beispiel zappelnder Fisch, singende Wale, grunzende Seehunde, kämpfende Fische) und hochempfindlich auf pulsierende Schwingungen im 100 Hz-Bereich, wie sie von kranken oder verwundeten Tieren produziert werden. Haie können tiefere Frequenzen hören als Menschen. Bereits Schallwellen ab 10 Hertz bis 800 Hertz werden wahrgenommen. Das Gehör ist auch für den Gleichgewichts- und Orientierungssinn wichtig.

Geschmackssinn
Die Geschmacksknospen befinden sich im Gaumenbereich. Der Hai entscheidet beim Beißen, ob eine Beute genießbar ist oder wieder ausgespuckt wird. Über die gesamte Haut des Hais sind auch Geschmacksknospen verteilt, durch Anstupsen und Reiben an einer Beute kann daher ebenfalls der Geschmack wahrgenommen werden.

Sehen
Die Augen eines Hais sind zehn Mal so lichtempfindlich wie die eines Menschen und die meisten Haiarten besitzen Farbsehvermögen. Durch die an den Kopfseiten befindlichen Augen kann fast in alle Richtungen beobachtet werden. Bei Angriffen schützen Haie ihre Augen durch eine Nickhaut, die sich wie ein Augenlid schützend vor das Auge schiebt, oder durch Verdrehen der Augen nach hinten. Die Zahl der Stäbchen (Schwarz-Weiß Sehen) überwiegt, was die Sehfähigkeit bei schlechten Lichtverhältnissen erhöht. Eine weitere Anpassung an das Dämmerungslicht wird durch das Tapetum lucidum erreicht. Dieses besteht aus einer Schicht winziger, spiegelähnlicher Kristalle. Da es hinter der Netzhaut liegt, wirft es das durch die Netzhaut gelangte Licht wieder auf die Rezeptoren zurück.

Seitenlinienorgan
Das Seitenlinienorgan der Haie verläuft von der Kopfregion bis zur Schwanzspitze und dient wie bei allen Fischarten dazu, kleinste Schwingungen und Druckunterschiede im Wasser festzustellen. Es enthält in Gallerte eingebettete Sinneszellen. Diese können Wasserbewegungen, also Druckunterschiede (durch Beutetiere, Gegner oder Hindernisse) entlang der Körperfläche registrieren. Der Hai kann aber nur Wasserbewegungen in seiner nächsten Umgebung wahrnehmen.

Elektrische Sinne
Haie können elektrische Felder wahrnehmen. Jedes Lebewesen produziert durch seinen Herzschlag, Muskelbewegungen oder Hirnströme elektrische Felder. Die Elektrosensoren der Haie sind die Lorenzinischen Ampullen. Haie sind auch empfindlich gegenüber dem Magnetfeld der Erde, das sie zum Navigieren benutzen. So können sie nach Abwesenheit in bestimmte Regionen wieder zielgenau zurückkehren.

Fortpflanzung
Anders als die meisten Fischarten haben Haie ein sehr langsames Wachstum und erreichen teilweise erst mit 30 Jahren die Geschlechtsreife. Paarungsrituale sind Schwimmen, Beißen, oder gemeinschaftliches Kreisen.

Eierlegende Haie legen ihre Eier, die zum Schutz vor Raubfischen von einer dicken Hülle umgeben sind, in Felsen oder Seetang ab. Im Inneren der Eier entwickeln sich die Embryos, die sich vom Dottersack ernähren. Die Jungen schlüpfen einige Tage oder Wochen später und sind dann auf sich allein gestellt.

Viele Haiarten sind lebendgebärend. Die Junghaie werden zuerst im Uterus über die Plazenta oder ein Sekret namens Uterinmilch ernährt. Bei einigen lebendgebärenden Arten, wie etwa bei Weißen Haien, ernähren sich die Jungen auch von anderen Embryonen (Kannibalismus). Die Haijungen sind bei der Geburt so weit entwickelt, dass sie sofort überlebensfähig sind.

Osmoregulation
Haie können ihren Salzhaushalt hormonell steuern (Osmoregulation). Ihre Körperzellen enthalten wie bei den meisten Säugetieren eine geringe Konzentration an Salzen. Sie sind allerdings isoosmolar mit dem sie umgebenden Meerwasser und gehören zur Gruppe der Osmokonformer. Um das Eindringen von Salzen aus dem Meereswasser zu verhindern, lagern sie vermehrt Harnstoff, Trimethylaminoxid (TMAO) und andere Stoffe in ihren Zellen ein. Das TMAO dient dazu, die schädliche Wirkung des Harnstoffes auf die Zellen abzuschwächen. Der Harnstoff wird in den Nieren durch aktiven Transport wiedergewonnen. Um ihre niedrige Salzkonzentration aufrechtzuerhalten, geben sie Salz ins Meerwasser ab. Dafür besitzen sie Chloridzellen in den Rektaldrüsen, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren wie in den Salzdrüsen der Meeresvögel.

Auftrieb
Haie sind Knorpelfische und somit relativ leichter als Knochenfische. Sie haben eine große, ölhaltige Leber, die ihnen einen gewissen Auftrieb gewährt. Sie besitzen aber keine Schwimmblase, so dass Hochseehaie stets in Bewegung bleiben müssen, um nicht abzusinken.

Lebensraum
Die verschiedenen Haiarten sind in allen Welt-Meeren anzutreffen, jedoch bis auf eine Ausnahme nicht in Seen - einzig der Bullenhai kommt im süßwasserhaltigen Nicaraguasee in Mittelamerika vor. Sie werden oft in Küstennähe gesichtet, da dort Nahrung im Überfluss vorkommt. Sie leben aber außer im flachen Gewässer (Pelagial) auch in Tiefen von bis zu 3600 Metern, im sogenannten Benthal.

Zwerghaie leben bis zu 1800 m tief.
Grauhaie wurden in 2000 m Tiefe gesichtet.
Der Portugiesenhai wurde in 3600 m Tiefe entdeckt.

Systematik
Es sind weltweit etwa 500 verschiedene Haiarten bekannt. Die Rochen (Batoidea), die früher als Schwestergruppe der Haie galten, werden heute aufgrund von morphologischen und molekularbiologischen Merkmalen als eine von vielen Taxa zu den Modernen Haien und Rochen (Neoselachii), wodurch die Haie nach der aktuellen Taxonomie keine natürliche Gruppe darstellen und nur noch als Formtaxon existieren.

Galeomorphii
http://de.wikipedia.org/wiki/Galeomorphii

Stierkopfhaiartige (Heterodontiformes), 9 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Stierkopfhaiartige

Ammenhaiartige (Orectolobiformes), 39 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Ammenhaiartige

Makrelenhaiartige (Lamniformes), 16 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Grundhaie

Grundhaie (Carcharhiniformes), 251 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Squalea

Squalea
http://de.wikipedia.org/wiki/Squalea

Hexanchiformes, 5 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Hexanchiformes

Echinorhiniformes, 2 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Echinorhiniformes

Dornhaiartige (Squaliformes), 122 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Engelshaie

Engelshaie (Squatiniformes), 22 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/Engelshaie

Sägehaie (Pristiophoriformes), 5 Arten
http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4gehaie

(Rochen (Batoidea), 603)
http://de.wikipedia.org/wiki/Rochen



Evolution der Haie
Bereits im Erdzeitalter des Devon vor etwa 400 bis 350 Millionen Jahren tauchten erste haiähnliche Arten auf, wie zum Beispiel der Cladoselache. Bis 1986 entdeckte man weitere Urhaie, die im folgenden Zeitalter des Karbon lebten. Viele von ihnen hatten einen oder mehrere lange Stachel auf dem Kopf (Xenacanthiformes). Die Bedeutung dieser Stacheln ist noch nicht hinlänglich geklärt; man geht davon aus, dass sie möglicherweise der Verteidigung dienten. Die Neoselachii erschienen im Unteren Jura. Einer der größten Haie war der bis zu 16 Meter lange Megalodon, der vor 15 bis 1 Million Jahren lebte. Da das Skelett von Haien zum größten Teil aus Knorpel besteht, findet man als Fossilien meist nur noch Zähne, was eine genaue Erforschung der Urhaie immens erschwert, allerdings gibt es auch einige Funde von Urhaien, deren knorpeliges Skelett unter sehr guten Bedingungen komplett erhalten blieb.

Fossile Haizähne waren seit Jahrhunderten bekannt und als Amulett beliebt, doch erst in der frühen Neuzeit gelang es, ihre wahre Herkunft zu klären.

Gefährdung von Menschen durch Haie
In der gemäßigten Klimazone wurde die Möglichkeit, dass ein Hai unprovoziert einen Menschen angreifen und töten könnte, bis zum Beginn des 20sten Jahrhunderts für wenig wahrscheinlich gehalten. Dass Haie gelegentlich Menschen in tropischen Gewässern töten, war bekannt. Man hielt es aber für anormale Ereignisse, die sich als Unfälle beim Fischen ereigneten. Diese Einstellung änderte sich erst mit den Haiangriffen an der Küste von New Jersey im Jahre 1916. In einem Zeitraum vom 1. Juli bis zum 16. Juli wurden fünf Menschen von Haien angegriffen. Vier der Opfer kamen dabei ums Leben. Die Ereignisse waren die Basis für den 1974 erschienen Roman "Der weiße Hai" von Peter Benchley, der 1975 durch Steven Spielberg unter dem Titel Der weiße Hai verfilmt wurde. Sowohl die Ereignisse von 1916 als auch ihre literarische und filmische Verarbeitung beeinflussten die öffentliche Meinung in Bezug auf Haie stark. Angriffe von und Unfälle mit Haien auf Menschen werden heute von verschiedenen Organisationen wie z. B. dem International Shark Attack File oder dem Global Shark Attack File erfasst, rekonstruiert und analysiert. Daten von Haiunfällen sind z. B. durch das Shark Accident Victim Network im Internet verfügbar.



Alle Haie, die dem Menschen gefährlich werden können, gehören zu der Überordnung der Echten Haie (Galeomorphii). Die Gefahr von Haiangriffen wird oft übertrieben dargestellt; so ist die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen oder von einer Kokosnuss erschlagen zu werden weitaus höher als die Gefahr einer Haiattacke. In einem Jahr registriert man durchschnittlich 100 Haiangriffe; ungefähr 5 bis 10 davon enden tödlich. Viele dieser Angriffe sind das Ergebnis folgender Faktoren:

Belästigung durch den Menschen: Es gibt Fälle, in denen Personen, meistens Jugendliche, Eindruck bei ihren Altersgenossen schinden wollen, indem sie versuchen, die Flosse eines langsamen Ammenhais zu greifen. Für gewöhnlich verschwinden diese Haie, aber es gab auch Fälle, in denen sie sich umdrehten und die betroffene Person angriffen. Grundbewohnende Port-Jackson-Stierkopfhaie sind bekannt für Bissverletzungen bei auf sie tretenden Badegästen.
Verwechslung: Ein Weißer Hai (Carcharodon carcharias) kann bei einem Angriff den meisten Schaden verursachen. Manchmal kommt es auch vor, dass der Hai einen Surfer (Wellenreiter) attackiert, da dessen Brett Geräusche verursacht, die ihn zu einem Probebiss animieren.

Obwohl viele Menschen bei solchen Haiangriffen fast automatisch an einen Weißen Hai denken, so ist doch in Wirklichkeit auch der Bullenhai (Charcharinus leucas) für viele Attacken verantwortlich. Unter anderem liegt das daran, dass diese Haie oftmals die Flüsse heraufschwimmen und dort wochenlang verweilen (Amazonas, Nicaraguasee, Sambesi).

Zusätzlich zu dem Großen Weißen Hai und dem Bullenhai haben Weißspitzen-Hochseehaie (Carcharhinus longimanus) und Tigerhaie (Galeocerdo cuvieri) Menschen nachweislich getötet. Die meisten Angriffe geschehen im Pazifik.

Weitere zehn Arten haben den Menschen bereits gebissen, jedoch ohne tödlichen Ausgang. Zu diesen Arten zählen unter anderem der Makohai (Isurus spec.), der Seidenhai (Carcharhinus falciformis), der Zitronenhai (Negaprion brevirostris) und der Hammerhai (Carcharhinus falciformis).

Es wird häufig behauptet, dass Haie kein Menschenfleisch mögen. Diese Behauptung rührt daher, dass Haie oftmals nur einmal zubeißen, dann aber wieder verschwinden. Dieses Verhalten kann aber auch anders erklärt werden. Wenn ein Hai einen Seelöwen oder eine Robbe angreift, stellen die Augen die verletzlichsten Körperteile eines Hais dar, die ein angegriffenes Tier noch erreichen kann. Um sich vor Verletzungen zu schützen, die von den scharfen Krallen des sich wehrenden Tiers entstehen können, verschwindet der Hai kurzzeitig. Er wartet, bis sein Opfer genügend Blut verloren hat, um es dann in dem geschwächten Zustand erneut anzugreifen. Gebissene Menschen werden oftmals gerade in dieser Wartezeit gerettet: Nach dem ersten Haiangriff holen andere Wassersportler oder Fischer den Gebissenen aus dem Wasser. Der Hai kann also nicht wieder angreifen. Selbst unter Annahme dieser Theorie geht man jedoch davon aus, dass Menschen keine bevorzugte Beute für Haie darstellen.

Eine weitere Theorie beruht auf der Tatsache, dass bei diesen so genannten Probebissen oft nur eine kleine Fleischwunde entsteht. Immer mehr kristallisiert sich in der Haiforschung heraus, dass Haie intelligente Tiere sind, die ein komplexes Sozialverhalten zeigen. Besonders deutlich wird dies beim Grauen Riffhai (Charcharhinus amblyrhynchos), dessen mit gesenkten Brustflossen schwimmendes Warnverhalten bei Nichtbeachten oft schon zu Unfällen mit Menschen geführt hat. Es wäre denkbar, dass auch andere Haie ein solches Warnverhalten zeigen und dass große Konkurrenten (Haie, Kleinwale, Menschen, etc.) mit Bissen attackiert werden, um sie zu vertreiben. Dies würde die Tatsache erklären, dass einige Haiangriffe oft nur kleine Fleischwunden zur Folge haben.

Für das Jahr 2007 meldet das Internationale Archiv für Hai-Attacken 71 Angriffe von Haien auf Menschen, wobei lediglich ein Angriff für den Menschen tödlich endete.

Gefährdung von Haien durch Menschen
Weltweit werden jährlich etwa 200 Millionen Haie durch Menschen getötet (6 Haie pro Sekunde). Die Bejagung erfolgt aus den verschiedensten Gründen (siehe nächstes Kapitel).

Die wirtschaftliche Nutzung des Haies hat letztendlich dazu geführt, dass über 70 Arten bereits vom Aussterben bedroht sind. Die meisten dieser Arten werden bereits als nicht mehr überlebensfähig bezeichnet.

Jagd auf den Hai
Die Jagd auf Haie war und ist nach wie vor ein beliebter Sport. Begehrt ist das präparierte Haigebiss oder der ganze Kopf als Trophäe. Haie werden meistens wegen ihrer Flossen gejagt, die zur Herstellung der chinesischen Haifischflossensuppe verwendet werden; hierbei hat sich mit dem Hai-Finning eine besonders grausame Art der Jagd entwickelt: Dem Hai werden bei lebendigem Leib die Flossen abgetrennt und das Tier anschließend ins Meer zurück befördert, wo es zugrunde geht.



Haie werden außerdem von Schleppnetzen als Beifang erfasst und getötet. Besonders gefährdet sind Haiarten wie der Weiße Hai, der Tigerhai und der Hammerhai.

Der Hai als Speisefisch
Das Fleisch des Hais findet oft Verwendung in verschiedenen Küchen der Welt. Rohes Haifleisch riecht nach Hund, gebratenes hingegen mehr nach Ammoniak. Besonders häufig benutzt man den Hai in der asiatischen Küche. Dort wird gerne die Haifischflosse verarbeitet: Zu Haifischflossensuppe oder in China auch als Ganzes. Aber auch in anderen Ländern gilt der Hai als Nahrungsmittel: Die Inuit in Grönland trocknen das Fleisch des Grönlandhais oder fermentieren es zur regionalen Delikatesse "tipnuk". In Island wird Grönlandhai ebenfalls durch Fermentation genießbar gemacht, das Gericht heißt dort Hákarl. Da Haie Harnstoff in ihren Körperzellen einlagern (vgl. Haie#Osmoregulation), muss das Fleisch durch Fermentation entgiftet werden, um es genießbar zu machen.

Spezielle und hinsichtlich der Küche wertvolle Haie werden unter anderen Namen verkauft. Die Industrie vermarktet den Fisch vorsichtig, dennoch wird er oftmals unbewusst konsumiert. Die untenstehende Tabelle zeigt einige Beispiele dieser Namensgebung.



Natürliche Feinde
Außer dem Menschen, der die meisten Haie tötet, haben Haie auch andere Feinde. Schwertwale erbeuten bis zu 3 Meter lange Haie. Pottwale hatten auch manchmal große Haie im Magen. Manche Haie fressen gelegentlich auch kleinere Haiarten. Selbst Riesenkraken können kleine Haie töten.

Literatur
Jürg Brunnschweiler: Was Haie sind - Aspekte der Knorpelfischbiologie. Cuvillier Verlag, Göttingen 2005, ISBN 3-86537-662-2.
Ralf Michael Hennemann: Haie & Rochen Weltweit. Jahr Verlag, IKAN-Unterwasserarchiv Frankfurt, Hamburg 2001, ISBN 3-86132-584-5.
Alessandro de Maddalena, Frank Reckel: Haie im Mittelmeer in: Biologie in unserer Zeit 33(4), S. 257-263, 2003, ISSN 0045-205X.
Angelo Mojetta: Haie - Biografie eines Räubers. Jahr Verlag, Hamburg 1997, ISBN 3-86132-224-2.
Joseph S. Nelson: Fishes of the world, Fourth Edition, Wiley & Sons, Hoboken 2006, ISBN 978-0471250319.
Erich Ritter, Gerhard Wegner: Haiunfälle: Hintergründe verstehen - Gefahren erkennen. Kosmos-Verlag, 2005, ISBN 978-3440098073.

Kategorie: Knorpelfische
Finning ist grausam aber lukrativ. Oft werden den noch lebenden Haien die Flossen abgeschnitten und dann liegengelassen bis das Tier elend zu Grunde geht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer