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14.01.2009

Handys und Computer bedrohen Gorillas

Handys und Computer bedrohen Gorillas
PRO WILDLIFE fordert deutsche High-Tech Industrie zum Boykott von Coltan aus dem Kongo auf

Im Kahuzi-Biega-Nationalpark (Kongo) gefährdet der Abbau von Coltan das Überleben einer seltenen Gorilla-Unterart. Mehr als 10.000 Minenarbeiter machen derzeit im Schutzgebiet Jagd auf Gorillas und andere bedrohte Tierarten. Nach aktuellen Meldungen aus dem Kahuzi-Biega Park ist in den letzten sechs Jahren die Zahl der Grauer-Gorillas (früher bekannt als östlicher Flachlandgorilla) von 8.000 auf knapp 1.000 Tiere zusammengebrochen. PRO WILDLIFE fordert deutsche High-Tech-Unternehmen auf, Coltan, das zur Herstellung von Computerchips und Mobiltelefonen verwendet wird, nicht mehr aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) zu beziehen.

Coltan (Kurzform für Columbit-Tantalit) ist derzeit einer der begehrtesten Rohstoffe der Welt. Aus dem Erz wird Tantal gewonnen - ein seltenes, enorm hitze- und säurebeständiges Edelmetall. Benötigt wird Tantal vor allem in der High-Tech-Industrie zur Herstellung von Mikroprozessoren und Handys, aber auch im Flugzeugbau und in der Rüstungsindustrie. Aufgrund der Knappheit auf dem Weltmarkt hat sich der Preis für Coltan in den letzten Jahren vervielfacht - und verursachte damit einen rapiden Anstieg des Abbaus.

Der Kahuzi-Biega Nationalpark beherbergt nicht nur eine hochbedrohte Gorilla-Unterart (Gorilla beringei graueri), sondern hier befindet sich auch eines der wenigen Coltan-Vorkommen weltweit. Für die Bürgerkriegsparteien in der DRC bedeutet Coltan eine wichtige Finanzierungsmöglichkeit für die Weiterführung ihrer blutigen Kämpfe. Der Kahuzi-Biega Nationalpark ist mittlerweile selbst zum heiß umkämpften Terrain geworden. Die Gorillas werden in ihrem wichtigsten Rückzugsgebiet von den Minenarbeitern systematisch als Fleischquelle abgeschlachtet.

Die Weltnaturschutzgesellschaft IUCN warnt vor einem Verlust des Artenreichtums im Park, der von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt wurde. "Es ist nicht auszuschließen, dass die Zerstörung der Artenvielfalt im Kahuzi-Biega Nationalpark von den Kriegsparteien sogar gewollt ist. Denn wenn der Nationalpark verwüstet und wertlos geworden ist, steht der lästige Schutzstatus einer Nutzung des Gebietes nicht mehr länger im Wege", befürchtet PRO WILDLIFE Sprecherin Dr. Sandra Altherr. Eine ähnliche Strategie hatte bereits vor fünf Jahren im benachbarten Ruanda zur vollständigen Zerstörung des dortigen Akagera Nationalparks mit anschließender Freigabe als nutzbares Land geführt. Artenschützer befürchten das baldige Aus für den Grauer-Gorilla, dessen Bestand in kürzester Zeit zusammengebrochen ist, die Elefanten des Parks scheinen bereits völlig verschwunden. PRO WILDLIFE appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der deutschen Industrie-Unternehmen: "Wer Coltan aus dem Kongo verwendet, finanziert nicht nur einen der schlimmsten Kriege weltweit, sondern auch die systematische Ausrottung der dortigen Gorillas", so Altherr.

... Hintergrundinformationen zu Affen in Afrika
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Affenschutz/Affenwaisenhaus/Buschfleisch/buschfleisch.html

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