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20.01.2009

„Haustier“haltung und Opferversorgung

„Haustier“haltung und Opferversorgung

TierrechtlerInnen müssen für die Ernährung ihrer tierlichen Gäste nicht auf Ethik verzichten von Stefanie Schmidt


Die meisten Menschen schaffen Haustiere für sich oder ihre Kinder an. Haustiere dienen in unserer Gesellschaft hauptsächlich als Partnerersatz, Hobby, sie sind Therapie-Instrument oder Spielzeug für Kinder. Haustiere sind lebendige Waren - nichts weiter. Ein Hund hat immer nur den Wert, welchen er von einem Menschen zugeschrieben bekommt. So werden Beagles beispielsweise für Tierversuche verbraucht und sind anderenorts auf den ersten Blick „geliebte Familienmitglieder“. Ein Welpe beim Züchter besitzt nur den Wert, der für ihn gezahlt wird, und für viele Hundebesitzer scheitert eine lebensrettende OP häufig an den den Kaufpreis übersteigenden Operationskosten.


Eher selten wird nach den Bedürfnissen des jeweiligen Tieres gefragt. Viele Kleintiere werden in Einzelhaft gehalten, da sie sich so einfacher an die menschlichen Übergriffe gewöhnen und „zahm“ werden. Bei Hunden oder Katzen entscheidet oft nicht Charakter oder Wesen, ob Hund oder Katze zu ihren künftigen Menschen passen, sondern Rasse, Alter oder Größe. Ganz nach Kundenwunsch wird das Warenangebot angepasst: Größe, Form und Farben, ja sogar Verkrüppelungen werden den Hunden angezüchtet oder zugefügt. Beispiele sind unzählig, hier nur einige: Der Boxer wäre schon eine tragische Züchtung an sich, doch dies reicht dem modebewussten Menschen nicht aus. Er bekommt den Schwanz und noch vor einiger Zeit sogar die Ohren abgeschnitten, um zu gefallen. Der Mops, welcher unter schmerzhaften Hautfalten oder abnorm verkürztem Nasenrücken leidet, wodurch sogar Atembeschwerden entstehen. Schäferhunde leiden zuchtbedingt häufig unter Hüftproblemen und Dackel sollten nur im Erdgeschoss leben.

Ob langes Fell oder gar keines, lange oder kurze Beine. Beispiele hierfür sind unzählig. Der Markt boomt, sowohl an speziell produzierten Tieren als auch an ihrem noch speziellerem Zubehör - angefangen beim Anti-Bellhalsband, über Schleifchen fürs Haar, bis hin zur - natürlich im Tierversuch getesteten - Zahnpasta. Kann man hier überhaupt noch von Tierliebe sprechen? Wohl eher nicht. Haustierhaltung ist wie jeder andere Konsum von Tierleid reiner Egoismus und dient in erster Linie dem Wohle des Menschen!

Viele TierrechtlerInnen nehmen, wenn es ihnen möglich ist, die Opfer der Tierqualindustrie bei sich auf, um ihnen ein möglichst faires Leben bieten zu können. Oft bedürfen die physisch und psychisch misshandelten, verhaltensgestörten oder schwer kranken Hunde spezieller Pflege - mit welcher sich ihre ehemaligen „Besitzer“ nicht belasten wollten und sie daher ausgesetzt oder in Tierheime abgeschoben haben.

Der karitative Tierschutz wie er üblicherweise praktiziert wird, ist jedoch ein Fass ohne Boden solange Tiere gezüchtet werden. Es werden immer verschiedenste Lebewesen „übrig“ bleiben, von ignoranten Menschen als Fehlkäufe angesehen und abgeschoben oder einfach nicht ins Schema passend. Überall auf der Welt werden überflüssige Hunde und Katzen in staatlichen Tierheimen ermordet, um der Flut Herr zu werden, nur weil der Trend eine bestimmte Rasse als Haustier vorgibt und diese extra produziert wird. Weil für solche Menschen andere Tiere keine Lebewesen, sondern Waren sind! Kaum jemand entscheidet sich bewusst dafür, sich einem wirklich hilfsbedürftigen Wesen anzunehmen. Der Hund muss in seiner ihm zugedachten Rolle funktionieren, ansonsten wird er ausgewechselt. Die Menschen werden nie verstehen, dass andere Tiere keine Waren sind, solange sie diese genau wie Waren kaufen und wieder entsorgen.

Hundenahrung


Etwa 900 Millionen Euro wird jährlich nur in Deutschland für sogenanntes Hundefutter ausgegeben. Kapital, das die Produktion und Ermordung von Individuen für sogenanntes Hundefutter rentabel macht. Billigmarken enthalten Schlachtnebenprodukte oder verschiedene erkrankte „Nutztiere“, die zwar nicht mehr für den menschlichen, durchaus aber für den hündischen Verzehr verwendet werden dürfen. Sehr teure Marken verwenden hauptsächlich extra für Hundefutter gezüchtete Tiere. Der Kauf von tierhaltiger Hundenahrung bedingt in jedem Fall die Ermordung von Individuen und Rentabilität der Fleischproduktion.

Wer als vegan lebender Mensch Tiere aufnimmt, steht vor verschiedenen ethisch fragwürdigen Entscheidungen. So sehen TierrechtlerInnen die Gefangenhaltung im Haus von anderen Tieren als inakzeptabel an, aber

unschuldige Opfer einfach im Stich zu lassen, ist ihnen auch nicht möglich. Dadurch, dass freie Individuen in dieser Gesellschaft nicht toleriert werden und im Falle eines zum Spaß durch den Wald streunenden Hundes sogar Erschießung die Folge sein kann, wird mensch gezwungen, den bei sich lebenden Tieren immer viel zu enge Grenzen zu setzen. Eine weitere Grenze setzt jedoch die eigene Moral. Wer die Ermordung von Tieren zur Ernährung ablehnt, der lehnt sie auch für die sonstigen bei ihm lebenden Tiere ab. Die Logik vieler Tierschutzmenschen, dass Leben des einen Tieres zu retten, hingegen das des anderen wiederum willkürlich zu nehmen, ist bei TierrechtlerInnen nicht möglich. Als TierrechtlerIn wird das Leben der Kuh genauso geschont wie das Leben des Hundes. Ein Widerspruch in sich - mögen viele aufgrund der hundetypischen Physiologie vermuten - doch die Realität sieht anders aus.

Warum essen?

Die Nahrungsaufnahme dient in erster Linie der Energiezufuhr. Des weiteren werden verschiedene Nährstoffe für die Versorgung des Körpers benötigt. Der Körper zieht die Nährstoffe aus dem Essen und transportiert sie an die benötigten Orte im Organismus. Es gibt jedoch keine Nährstoffe, die wir nicht aus pflanzlichen, mineralischen oder synthetischen Quellen beziehen können. Der einzige Unterschied zwischen pflanzlicher und tierischer Nahrung liegt in der unterschiedlichen Konzentration der enthaltenen Energie sowie der Nähr- und Giftstoffe für den jeweiligen Körper.

Wenn wir Energie und Nährstoffe der Nah- rung nun genau auf die Bedürfnisse unseres Hausgastes anpassen, gibt es keinen Grund, für dessen Nahrungsaufnahme andere Tiere zu ermorden. Tierärzte, die sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigten, kommen zu dem Ergebnis, dass eine rein pflanzliche, mit Nährstoffen angereicherte Nahrung nicht nur genau so gut, sondern aufgrund der hohen Giftstoffkonzentrationen in tierischem Gewebe sogar häufig wesentlich gesünder ist. Vorreiter sind hier der englische Tierarzt Dr. Andrew Knight, sowie der berühmte Autor James A. Peden, welche die Möglichkeiten veganer Hundeernährung analysierten. James A. Peden schrieb ein Buch über vegetarische Hunde- und Katzenernährung und entwickelte eine speziell auf die Bedürfnisse von Hunden oder Katzen abgestimmte Nahrungsergänzung, um eine optimale Nährstoffversorgung garantieren zu können.

Letztes Argument wäre der vermeintlich bessere Geschmack von Fleisch. Angesichts der Ermordung eines Individuums für GESCHMACK sei hier nur am Rande erwähnt, dass mit ein bisschen gutem Willen spätestens nach einer kurzen Umstellungsphase vegane Hunde- und Katzennahrung so gut angenommen wird wie omnivore. Das Angebot ist heute bereits sehr vielfältig. Selbst im normalen Supermarkt sind sogenannte vegetarische Produkte, die teilweise auch vegan sind, zu kaufen. Besonders gut angenommen werden die Sorten Vegusto und Yarrah.

Kuh- oder sonstige Leichen in der Dose sind keine natürliche Nahrung für Hunde, auch wenn sich die heutige Fastfoodgeneration so etwas gerne einredet. Hunde an sich sind im Grunde bereits nicht natürlich. Rein pflanzliche Nahrung ist ohne beschämende Kompromisse möglich!

www.veganer-hund.de

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