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15.01.2009

Höhenflug für bedrohte Papageien

Höhenflug für bedrohte Papageien
Artenschutzkonferenz verabschiedet unisono Handelsverbot für drei seltene Arten

Für drei hochbedrohte Papageienarten ist der Handel weltweit gestoppt worden. Die Teilnehmer der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) verabschiedeten heute in Santiago / Chile einstimmig den höchstmöglichen Schutz für Gelbnacken- und Gelbscheitel-Amazonen sowie Blaukopfaras aus Lateinamerika. Die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE, die selbst an der Konferenz teilnimmt, begrüßt diese Entscheidung: "Jungvögel aller drei Arten werden aus den Nestern geholt und in den internationalen Heimtierhandel eingeschleust. Die Wildbestände werden hierdurch weiter dezimiert", erläutert die Biologin Dr. Sandra Altherr. Vogelliebhaber in Europa gehören zu den Abnehmern der farbenprächtigen Vögel.

"Anfang der 90er Jahre geriet der Papageienhandel aufgrund der hohen Todesraten während Fang und Transport in die negativen Schlagzeilen. Doch kaum jemand weiß, dass auch heute noch 90% der nach Deutschland importierten Papageien aus freier Wildbahn stammen. Die Folgen für die Bestände in der Natur sind oft fatal", betont die PRO WILDLIFE Expertin Altherr. Doch dieser rücksichtslose Handel hat zumindest für drei hochgradig gefährdete Arten durch die aktuelle Entscheidung des WA ein Ende:

Blaukopfara (Ara couloni, Peru, Brasilien, Bolivien): Seit den 90er Jahren ist diese seltene Art für den Tierhandel interessant. Schwarzmarktpreise von bis zu 12.500 Euro/Tier machen den Handel mit der Art besonders lukrativ. Auch deutsche Sammler seltener Tierarten sind an diesen überwiegend illegalen Geschäften beteiligt. Allein 30 Tiere wurden im vergangenen Jahr bei deutschen Haltern beschlagnahmt. Die heutige WA-Entscheidung beruht auf einem Antrag Deutschlands.

Gelbnacken-Amazone (Amazona auropalliata, Zentralamerika): Deutschland führte bislang regelmäßig Tiere aus Nikaragua ein. Dabei übersteigt der illegale Handel aus diesem Land die offizielle Exportquote von 600 Tieren um ein Vielfaches: Artenschützer schätzen, dass bis zu 11.000 Tiere jährlich aus Nikaragua ausgeführt werden. Hierfür werden nahezu alle Nester in den Heimatländern geplündert. Dieser Papagei ist außerordentlich sprachbegabt und somit besonders begehrt. Antragsteller für das Handelsverbot war Costa Rica.

Gelbscheitel-Amazone (Amazona oratrix, Mexiko, Belize, Guatemala, Honduras): Seit Mitte der 70er Jahre sind die Bestände dieses Papageis um mehr als 90% zurückgegangen. Legal dürfen nur 60 Tiere jährlich aus Mexiko ausgeführt werden, doch die tatsächlichen Exporte sind um das hundertfache höher. Mit ihrer niedrigen Vermehrungsrate können diese Papageien die massiven Naturentnahmen nicht kompensieren. Deshalb beantragte Mexiko den strengstmöglichen Schutz.
Alle drei Arten wurden durch die heutige WA-Entscheidung von Anhang II (kontrollierter Handel) in Anhang I (absolutes Handelsverbot) heraufgestuft. Für PRO WILDLIFE ist dies die einzig mögliche Konsequenz aus dem Rückgang der Wildbestände: "Der internationale Heimtierhandel ist immer noch eine immense Gefahr für viele Vögel, Reptilien, Frösche und Fische. Der Trend zum exotischen Haustier hält leider immer noch an, und immer neue Arten sind hiervon bedroht. Umso wichtiger ist der nun weltweit strengstmögliche Schutz der drei Papageien durch das WA", so die PRO WILDLIFE Sprecherin abschließend.

... Hintergrundinformationen zum Exotenhandel
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Ware_Wildtier/Exotenhandel/exotenhandel.html

... Hintergrundinformationen zum WA
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/schutzgesetze.html

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