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14.01.2009

Hintergrund-Information zum Handel mit Graupapageien



Hintergrund-Information
zum Handel mit Graupapageien


Berlin/Hilpoltstein, 6. Juli 2006 - Der afrikanische Graupapagei, weltweit einer der beliebtesten Käfigvögel, ist zunehmend durch den Handel mit Wildvögeln gefährdet. Die
Art nimmt in den meisten der 23 Länder, in denen er vorkommt, stark ab und dürfte
deshalb bald auf der roten Liste der bedrohten Vögel in die Kategorie „vom Aussterben
bedroht“ eingestuft werden. Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Landesbund
für Vogelschutz in Bayern (LBV) fordern deshalb die EU auf, den i.R. der Maßnahmen
gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe verfügten Importstopp für Wildvögel nicht aufzuheben. Am 07.07.06, wird ein Treffen der CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen) – Arbeitsgruppe stattfinden, bei dem der Handel mit afrikanischen Graupapageien überprüft wird. Dies ist das dritte Mal, dass man durch die Abnahme der Bestandszahlen gezwungen ist, die Handelquoten neu zu bewerten. Die RSPB, britischer BirdLife - Partner von NABU und LBV, hat festgestellt, dass die existierenden Handelskontrollen viel zu schwach sind. Europa importiert 93 Prozent aller in der CITES - Vogelliste aufgeführten weltweit gehandelten Arten.
Die BirdLife-Verbände fordern die EU-Mitgliedstaaten deshalb dringend auf, den immer
stärker angewachsenen Handel mit Wildvögeln zu verbieten, solange nicht belegt wird, dass die Bestände nachhaltig gesichert sind.

Die EU stoppte den Handel, nachdem vergangenes Jahr in einer englischen Quarantänestation importierte Wildvögel an dem Vogelgrippe - Virus H5N1 starben. Die Zahl der geschmuggelten Vögel ist seitdem nicht angestiegen, und die RSPB schätzt, dass dieser Stopp mehr als eine Million Wildvögel vor dem Leben im Käfig bewahrt hat.
Der afrikanische Graupapagei ist eine von wenigstens 3000 Vogelarten, die als Haustiere gehandelt werden dürfen. CITES-Statistiken zeigen auf, dass zwischen 1994 und 2003 nahezu 360.000 afrikanische Graupapageien legal gehandelt wurden. Aber diese Zahlen enthalten nicht die geschmuggelten Vögel und beinhalten auch nicht die abertausende von Vögeln, die sterben, bevor sie in der Tierhandlung ankommen. Bei einigen Arten macht das mehr als 60 Prozent aus! Im Übrigen profitiert die einheimische Bevölkerung selten vom Export der Vögel aus ihren Ländern. Der Profit wird von den Importeuren und ihren Mittelsmännern gemacht.

Zudem eignen sich in Gefangenschaft ausgebrütete Papageien besser als Haustiere, da sie besser an das Leben im Käfig angepasst sind als Wildfänge.
Die Bundesregierung und die Regierungen der anderen EU-Mitgliedstaaten sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um ein dauerhaftes Handelsverbot zu erwirken, zumal gerade in Deutschland und Großbritannien mehr als 90 Prozent der Menschen den Handel mit Wildvögeln ablehnen.

Das Komitee der CITES trifft sich vom 07. bis 23. Juli in Lima, Peru. Das Komitee berät über Tierarten, die nicht nachhaltig gehandelt werden und berät über mögliche Maßnahmen. Weitere Informationen unter: http://www.cites.org/eng/news/meetings/AC22.shtml




Im Rahmen einer öffentlichen Umfrage fand die britische Naturschutzorganisation RSPB heraus, das 92% der Befragten in UK und Deutschland den Handel mit Wildvögeln missbilligen, während nur 1% in UK und 2% in Deutschland diesem zustimmten. Die Studie wurde von BMRB International durchgeführt, die i.R. einer repräsentativen Befragung im UK 1,003 Erwachsene im Alter von 16 Jahren und älter am 17. und 18. Juni 2006 und in Deutschland 1000 Menschen im Alter von 14 Jahren und älter am 17. und 23. Juni 2006 erfasste. Eine Befragung durch die britische Papageien-Gesellschaft im Mai 2006 ergab, dass 75% der Papageienhalter im UK ebenfalls für ein Importverbot stimmen. Die EU ist weltweit der größte Importeur von Wildvögeln im großen Maßstab. Die Kontrolle ist zwar sehr gering, aber die Zahl der importierten Tiere dürfte bei mehr als 2 Millionen Vögeln jedes Jahr liegen – 93% der auf dem Markt befindlichen Tiere sind in der CITES-Liste aufgeführte Vögel. Im UK werden afrikanische Graupapageien ab 500£ pro Paar zum Verkauf angeboten. Die Hauptexportländer zwischen 1994 und 2003 waren Kamerun (44% des gemeldeten Handels), Dem. Republik Kongo (33%), Kongo (9%), Elfenbeinküste (5%), Liberia, Sierra Leone (beide 3%), Guinea (2%).

Graupapagei-Import nach Deutschland für 2004:
Dem Republik Kongo 720 Ex, Philippinen 94 Ex, Südafrika 92 Ex, Sierra Leone 150 Ex,
Kamerun 200 Ex. Macht mit weiteren Einzelvögeln zusammen über 1250 Vögel nur nach
Deutschland

Der afrikanische Graupapagei wird in der IUCN-Liste gegenwärtig als „wenig gefährdet“
eingestuft, soll aber hoch gestuft werden auf „vom Aussterben bedroht“.


In keinem der 23 Länder mit Vorkommen des afrikanischen Graupapageis, werden wild lebende Vogelpopulationen erfasst, so dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die Quoten der Ausfuhrgenehmigungen gibt. Ein nachhaltiger Export dürfte unter CITES Bestimmungen nur bei etwa 10% der derzeit erlaubten Export Quoten liegen.
Mehr als 5 Millionen Wildvögel werden jährlich gehandelt, wovon Papageien die am meisten verkauften Vögel sind. Von den weltweit bekannten 9,600 Vogelarten wurden in den letzten Jahren mehr als 3,000 gehandelt.

Die rote Liste der IUCN von 2006 führt 36% aller Papageienarten als „gefährdet“ bzw. „potenziell gefährdet“, und von diesen 94 stark gefährdeten Arten werden 49 (52%) gehandelt.

Papageien legen nur wenige Eier und brüten nur einmal pro Jahr.

Der internationale Wildvogelhandel ist ein signifikanter Faktor für den Rückgang von 55 weltweit gefährdeten Vogelarten.

Es hat sich immer wieder gezeigt, dass ein Verbot des Handels mit Wildvögeln die Schmuggelrate nicht erhöht. Das UK und andere EU Staaten melden keine ansteigenden Zahlen von illegal importierten Wildvögeln seit dem Verbot des letzten Jahres.

Eine kürzlich erschienene Publikation im Journal Oryx zeigt, dass sich die Populationsgröße des als „stark gefährdet“ eingestuften Gelbhauben – Kakadus zehn Jahre nach einem Exportverbot verdoppelt hat (Cahill et al: Oryx Bd. 40, 2)




Der Vogelhandel erhöht das Risiko der Einschleppung hoch pathogener Vogelgrippeviren.
Ein Beleg ist der Ausbruch der Vogelgrippe bei importierten Wildvögeln in einer britischen Quarantänestation in Essex im Oktober 2005, welche dadurch in die UK gebracht wurde Die EU stoppte den Import von Wildvögeln im Oktober 2005, da das Risiko zu groß war, durch den Handel mit Wildvögeln das Virus nach Europa einzuschleppen. Die EU wird aus Südamerika unter Druck gesetzt, das Verbot für den Import von Wildvögeln rückgängig zu machen, da dort kein H5N1 nachgewiesen wurde. Der Einfuhrstopp für Wildvögel in die Europäische Union ist in dieser Woche wegen der bleibenden Gefahren durch die Vogelgrippe bis Ende dieses Jahres verlängert worden.

Durch das EU Verbot konnten in den 6 Monaten nach seinem Inkrafttreten mehr als 1 Million Vögel gerettet werden.


Informationen zusammengestellt von:
The Royal Society for the Protection of Birds (RSPB)

The Lodge
Sandy
Beds SG19 2DL
Press office telephone 01767 681577
Website:www.rspb.org.uk

Ansprechpartnerin NABU:
Heike Finke
Mobil 0179-1102513

Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV):
Dr. Andreas von Lindeiner
Tel.: 09174/4775-0,

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