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11.01.2009

Hochbedrohte Arten als Massenware

Hochbedrohte Arten als Massenware
Berüchtigter Tierhändler liefert 400 gefährdete Tiere nach China - Zu seinen Kunden zählen auch deutsche Zoos

400 südafrikanische Wildtiere, darunter hochbedrohte bzw. streng geschützte Arten wie Breit- und Spitzmaulnashörner sowie Afrikanische Wildhunde, sind für einen chinesischen Safaripark bestimmt, die Hälfte der Tiere befindet sich derzeit auf einem Flug nach Singapur. Absender ist der südafrikanische Tierhändler Ricardo Ghiazza, dessen skrupellose Praktiken in den letzten Monaten immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Nach Angaben von PRO WILDLIFE muss befürchtet werden, dass ein Teil der Tiere den Transport nicht überlebt. Der im Verdacht illegaler Geschäfte stehende und der Tierquälerei beschuldigte Ghiazza hat Kunden in aller Welt - darunter auch die deutschen Zoos Dresden und Erfurt.

Unter den etwa 400 bestellten Tieren sind Breit- und Spitzmaulnashörner, Oryx-Antilopen, Giraffen, Kudus, Servale, Springböcke, Afrikanische Wildhunde, Löffelhunde, Karakale und Otter. Aus Sicht der PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer ist die Naturentnahme dieser teils hochbedrohten Arten unverantwortlich: "Mit nur noch circa 500 Tieren in Südafrika sind Afrikanische Wildhunde extrem gefährdet. Die Entnahme von 10 Tieren, darunter Welpen, gefährdet das Überleben dieser Art, indem sie durch internationalen Tierhandel eine zusätzliche Bedrohung hinzufügt".

Beim Einladen wurden einige der Tiere verletzt - so wurde trotz einer großen Fleischwunde eine von insgesamt 18 Giraffen verfrachtet. Daniela Freyer: "Die Lieferung beinhaltet mehrere Jungtiere, darunter fünf Welpen der Afrikanischen Wildhunde, aber auch Spitzmaulnashorn-Babys, die noch mit der Flasche gefüttert werden müssen. In welchem Zustand sie den Transport überstehen, ist fraglich" Auch die vier Löffelhunde, schwer zu haltende Nahrungsspezialisten, sind echte Todeskandidaten: Hier drängen sich Parallelen zu einem kürzlich von PRO WILDLIFE aufgedeckten Skandalflug der Lufthansa auf, bei dem Wüstenfüchse elend verhungert sind.

Gegen Ghiazza ermitteln laut PRO WILDLIFE vorliegenden Informationen nicht nur südafrikanische, sondern auch US-amerikanische Artenschutzbehörden. Er steht im Verdacht, geschützte Reptilien nach Hollywood geschmuggelt zu haben. Doch auch wegen Tierquälerei steht der gebürtige Italiener unter Beschuss: 30 junge Elefanten, die in seinem Auftrag 1998 aus ihren Herden heraus gefangen wurden, wurden unter seiner Anleitung auf brutalste Weise "dressiert".

Die PRO WILDLIFE-Expertin abschließend: "Es ist ein Skandal, wenn sich Zoos aus aller Welt Nachschub von so dubiosen Quellen wie dem südafrikanischen Tierhändler besorgen, ohne Rücksicht auf die Folgen. Wir fordern deshalb ein Importverbot für Wildtiere und strikte Naturschutzauflagen für Zoos! Wir appellieren an die Fluglinien, den Transport solcher Wildtiere zu verweigern."

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