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15.01.2009

Hoffnungsschimmer für Asiens Schildkröten

Hoffnungsschimmer für Asiens Schildkröten
PRO WILDLIFE fordert auf Artenschutzkonferenz Unterschutzstellung von 21 hochbedrohten Schildkrötenarten

Für das Überleben zahlreicher hochbedrohter Schildkrötenarten aus dem gesamten asiatischen Raum könnte schon bald eine wichtige Weiche gestellt werden: Die Anfang November stattfindende Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) ist von der Sorge über die drohende Ausrottung der urzeitlichen Reptilien geprägt, die millionenfach gehandelt werden: Für insgesamt 21 Arten liegen Anträge auf eine erstmalige weltweite Unterschutzstellung vor. Damit dominiert diese Tiergruppe die Tagesordnung der anstehenden Konferenz. Die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE, die sich seit Jahren für die Schildkröten Asiens einsetzt, begrüßt diese Entwicklung: "Inzwischen konnten wir zahlreiche Länder für den Schutz der asiatischen Schildkröten mobilisieren. Diese Konferenz könnte einen Wendepunkt für den Erhalt der Artenvielfalt Asiens darstellen," so Biologin Dr. Sandra Altherr.

In den vergangenen 15 Jahren spielte sich in Asien eines der größten Artenschutzdramen der Gegenwart ab: Schätzungsweise 20 Millionen Tiere werden allein in China jährlich regelrecht verschlungen. Das Fleisch der langlebigen Tiere gilt in der traditionellen asiatischen Medizin als gesundheitsstärkend. Ihr aufragender Kopf ist wohl Grund für die Verwendung von Schildkrötenprodukten auch als Potenzmittel. Nahezu alle verzehrten Schildkröten stammen aus der freien Wildbahn. Die Bestände in China und seinen Nachbarländern sind längst zusammengebrochen - Nachschub kommt aus immer ferneren Ländern wie Indien, Pakistan, Indonesien und sogar den USA. Und es droht die Gefahr, dass sich dieser tödliche Sog sogar auf weitere Kontinente ausdehnt.

Auf der Artenschutzkonferenz im April 2000 konnte PRO WILDLIFE bereits erste Erfolge im Kampf um das Überleben der urtümlichen Panzertiere erlangen. Mit umfangreichen Dokumentationen zeigte die Münchner Artenschutzorganisation die dramatische Entwicklung der Bestände asiatischer Schildkröten sowie den Umfang des Handels in Südostasien auf. "Bei der letzten Konferenz konnten wir zunächst den Schutz von neun Arten asiatischer Scharnierschildkröten durchsetzen", berichtet die PRO WILDLIFE Sprecherin. Seitdem bereiten die Artenschützer gemeinsam mit Behörden in verschiedenen Ländern weitere Maßnahmen vor.

Auf der kommenden WA-Konferenz, die vom 3. bis 15. November in Santiago (Chile) stattfindet, liegen nun Anträge von China, Indien, Deutschland und den USA vor, insgesamt 21 Arten asiatischer Sumpfschildkröten unter Schutz stellen zu lassen. Hierzu gehören z.B. Dachschildkröten, Erd- und Tempelschildkröten, die Borneo-Flussschildkröte, Chitra- und Riesenweichschildkröten. Der Lebensraum dieser Arten erstreckt sich vom Indischen Subkontinent über Thailand, Malaysia, die Philippinen bis hin nach China.

Besonders begrüßt PRO WILDLFE den Bewusstseinswandel der chinesischen Regierung. China ist der größte Absatzmarkt für Schildkrötenprodukte: "China hat sich in den letzten Jahren, ausgelöst durch die Diskussion innerhalb des WA, zu einem aktiven Mitstreiter beim Schutz der Panzertiere entwickelt. So wurden Importverbote erlassen, die Ausbildung der Zöllner verbessert und die Erarbeitung eigener Schutzanträge vorangetrieben. Dies sind wichtige Voraussetzungen, dass die Schildkröten in Asien doch noch eine Chance haben", betont Altherr. PRO WILDLIFE appelliert an die WA-Staaten, auf der Konferenz allen Schutzanträgen für asiatische Schildkröten zuzustimmen.

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