Free counter and web stats

14.01.2009

Illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland - ein Kavaliersdelikt?

Illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland - ein Kavaliersdelikt?
Trotz eindeutiger gesetzlicher Verbote ist die Verfolgung geschützter Vogelarten in NRW und anderen Bundesländern nach wie vor ein verbreitetes Phänomen. Für den Bereich der Niederrheinischen Bucht (Nordhein-Westfalen) wurden in den Jahren 2000-2007 insgesamt 51 verschiedene Vorfälle bzw. Deliktserien bekannt, bei denen mindestens 98 Vögel von 15 verschiedenen Arten illegal getötet, gefangen oder verletzt wurden. Betroffen waren u.a. 36 Mäusebussarde (Buteo buteo), 6 Habichte (Accipiter gentilis), 5 Turmfalken (Falco tinnunculus), 4 Rotmilane (Milvus milvus) und 3 Uhus (Bubo bubo). Das Spektrum der von den Tätern angewandten Methoden reicht vom Abschuß über den Einsatz von Habichtfangkörben und Tellereisen bis hin zu Lebendfallen. In insgesamt 14 Fällen wurde Vergiftung registriert bzw. es bestand begründeter Verdacht auf eine Vergiftung (lesen Sie hierzu auch Vergiftete Greifvögel und kein Ende, Jagdpächter mit illegaler Vogelfalle erwischt, Polizei ermittelt gegen Jäger in Heiligenhaus und Unbekannter schoss auf den Vogel des Jahres). Trotz des großen öffentlichen Interesses an der Aufklärung von Delikten im Umweltbereich wurden 97% aller bisher abgeschlossenen 34 Ermittlungsverfahren ergebnislos eingestellt. In einem Fall, in dem es zu einer Anklage kam, ist der Täter jedoch zu einer Haftstrafe von 3 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Ein Greifvogelhändler wurde für den illegalen Besitz von Greifvögeln zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Da es sich bei den bekannt gewordenen Taten bzw. Naturentnahmen aller Erfahrung nach nur um die Spitze eines Eisberges handelt ist von einer Vielzahl weiterer Fälle und Opfer auszugehen. Fundumstände und Lage der Tatort weisen bei der Mehrheit der Fälle auf Jäger und Geflügelhalter als Täter hin.

Das Komitee gegen den Vogelmord hat in der Zeitschrift der Rheinisch-Westfälischen Ornitholgen "Charadrius" im Januar 2007 einen Artikel mit dem Titel "lllegale Verfolgung geschützter Vogelarten in der Niederrheinischen Bucht - ein Kavaliersdelikt?" veröffentlicht, in dem die im Untersuchungsgebiet in NRW gemachten Erfahrungen und die Möglichkeiten für einen besseren Schutz der betroffenen Arten diskutiert werden.
Sie können die Zeitschrift "Charadrius" (Jahrgang 43, Heft 1/2007), die weitere interessante Artikel bereithält, bei der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO) bestellen.

Quelle: http://www.vogelmord.de/


Ausgewählte Literatur
/1/
Abwehr von Schäden des Habichts. - Die Pirsch 30 (1978) 25.
/2/
Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (1980): Jahresbericht.
/3/
Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (1986): Jahresbericht.
/4/
Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (1988): Jahresbericht.
/5/
Bezzel, E. (1977): Ornithologie. - Ulmer, Stuttgart.
/6/
Blanke, R. (1987): Der Einfluß von strengeren europäischen und nationalen Regelungen zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen auf den grenzüberschreitenden Handel mit Greifvögeln in der Bundesrepublik Deutschland. - Ber. Dtsch. Sekt. Int. Rat Vogelschutz 27: 117-128.
/7/
Blotzheim, U. N. Glutz von, Bauer, K. M., Bezzel, E. (1971): Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 4: Falconiformes. -Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main.
/8/
Brown, L. (1979): Die Greifvögel - Ihre Biologie und Ökologie. - Paul Parey, Hamburg und Berlin.
/9/
Brüll, H. (1964): Das Leben deutscher Greifvögel. - Ihre Bedeutung in der Landschaft. - Stuttgart.
/10/
Ceska, V., Güntherschulze, J. (1989): Möglichkeiten von dauerhafter Kennzeichnung und Identifizierung von Greifvögeln. - Wildtiere in Gehegen l: 4 S.
/11/
DB V (1976): Protokoll zum Kurzreferat D. Haas: Greifvogeltod an Hochspannungsmasten.
/12/
DB V (1980): Verdrahtung der Landschaft: Auswirkungen auf die Vogelwelt. - Ökologie der Vögel - Ecology of Birds, Band 2, Sonderheft.
/13/
Dom, H.-J. (1987): Vorstellung des EURO I.D. Systems zur Kennzeichnung von Tieren mit Mikrochips in Transpondern. � Tierärztl. Umschau 12: 978-981.
/14/
Eiber, H. (1990): Chips als Kennzeichnungssystem für Vögel aus einer anderen Welt. - AZN 5: 298.
/15/
Emonds, G. (1986): CITES-Bescheinigungen und Greifvogelhandel. - Natur und Recht 4: 141-144.
/16/
Erstes Gesetz zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Bundesgesetzblatt, Teil I, Z5702A, Bonn 1986.
/17/
Gensbol, B. (dt. Übers. Thiede, W.): Die Greifvögel. - BLV, München.
/18/
Gerlach, C. (1982): Erfahrungen und neue Versuche bei der Heilung der Vogelhaut und der dicken Hände bei Greifvögeln. -Prakt. Tierarzt 5: 440ff.
/19/
Gesetz zu dem Übereinkommen vom 3. März 1973 über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (Gesetz zum Washingtoner Artenschutzabkommen) vom 22. Mai 1975. Bundesgesetzblatt (II) vom 28. Mai 1975:35.
/20/
Haas, D. (1988): Zur Behandlung von durch Stromschlag verletzten Vögeln. - Om. Jh. Bad.-Württ.4:21-28.
/21/
Haase, E. (1985): Domestikation und Biorhythmik - Implikationen für den Tierartenschutz. - Sonderdruck aus Natur und Landschaft 60, Nr. 7/8: 297-302.
/22/
Havelka, P. (1977): Greifvogelhaltung in Baden-Württemberg. - Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.-Württ. 46: 143-160.
/23/
Havelka, P. (1981): Greifvogelschaden. -Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.-Württ. 53/54: 275-296.
/24/
Havelka, P. (1981): Zur Problematik art- und verhaltensgerechter Greifvogelhaltung. -Zeitschr. Vogelkunde Naturschutz Hessen, Vogel und Umwelt l: 307-311.
/25/
Havelka, P. (1983): Registration and marking of captive birds of prey". - International Zoo Yearbook, Vol. 23. Zoological Society of London, 125-132.
/26/
Kaule, G. (1986): Arten- und Biotopschutz. - Ulmer, Stuttgart.
/27/
Kleymann, M. (1990): Fotostory - Mahlzeit. Jäger 7: 2021-2025
/28/
Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (1987): Die Vögel Baden-Württembergs, bearbeitet von Hölzinger, Jochen. Band 1: Gefährdung und Schutz. Teil 1: Artenschutzprogramm Baden-Württemberg - Grundlagen, Biotopschutz; Teil 2: Artenschutzprogramm Baden-Württemberg - Artenhilfsprogramme; Teil 3: Artenschutzrecht - Historischer Teil. - Ulmer, Stuttgart.
/29/
Lloyd, G., Lloyd, D. (dt. Übers. Kniprath, E.) (1971): Greifvögel und Eulen. - Delphin, Stuttgart und Zürich.
/30/
Mebs, T. (1986): Greifvögel Europas. -Kosmos, Stuttgart.
/31/
Meyburg, B.-U. (1989): Weltweite Schutzstrategien für bedrohte Greifvögel. - Laufener Seminarbeitr. l: 67-104.
/32/
Moiton, D.B. et al. (1987): Use of DNA fingerprint analysis in identification of the sire. -Veter. Rec. 121 : 592-593.
/33/
Pointer, A., Reichholf-Riehm, H. (1974): Greifvogelvernichtung vor 100 Jahren. Aus dem Jagdtagebuch des österreichischen Kronprinzen Erzherzog Rudolph. - Mitt. Zool. Ges. Braunau 2: 1-18.
/34/
Ranfü, H. (1976): Zur Problematik Greifvögel und Kleintierhaltung. - Ber. Dtsch. Sekt. 17: 103-107.
/35/
Ratzel, C. (1980): Ausgewählte einheimische Greifvogelarten aus den Familien der Habichtartigen und Falken: Biologie, Gefährdung, Schutzmaßnahmen. - Zulassungsarbeit, Pädagogische Hochschule Karlsruhe.
/36/
Rechtsvorschriften. - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, L384, (1982).
/37/
Regierungspräsidium Karlsruhe (1987): Merkblatt für Besitzer von Wirbeltieren der besonders geschützten Arten, Stand 10.6.1987.
/38/
Richter, J.H.W. (1986): Regelungen für Greife und Falken in der Bundeswildschutzverordnung. - DVB l: 503-508.
/39/
Rüge, K. (1974): Vogelhandel - ein finsteres Kapitel. -Stuttgarter Beitr. Naturkunde, Serie C, H.2.
/40/
Schilling, F., König, C. (1980): Die Biozidbelastung des Wanderfalken (Falco peregrinus) in Baden-Württemberg und ihre Auswirkung auf die Populationsentwicklung. -J.Orn. 121(1): 1-35.
/41/
Schreiber, R. L., Diamond, A. W., Stern, H., Thieicke, G. (dt. übers. Bezzel, E.) (1987): Rettet die Vogelwelt. - Ravensburger, Ravensburg.
/42/
Seminarreihe Naturschutz und Recht. Fachtagungen der Naturschutzverwaltung von Baden-Württemberg. - Tagungsbericht Nr.9 (1987).
/43/
Seitz, S. (1984): Terminologische Untersuchung auf einem speziellen Gebiet der Ornithologie: Buteoninae als typische Vertreter der Familie Accipitridae. -Diplomarbeit, Universität des Saarlandes.
/44/
Trommer G. (1983): Greifvögel - Lebensweise, Schutz und Pflege der Greifvögel und Eulen. - Ulmer, Stuttgart.
/45/
Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (1986): Vogelschutz an Freileitungen.
/46/
Verordnung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt Baden-Württemberg zum Schutz der Greifvögel. - Gesetzbl. Bad.-Württ. vom 27. März 1975 (7).
/47/
Verordnung über den Schutz von Wild (Bundeswildschutzverordnung). - Bundesgesetzblatt, Teil 1, Bonn 1985.
/48/
Verordnung zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten, 31.12.1986.
/49/
Weick, F. (1980): Die Greifvögel der Welt. -Paul Parey, Hamburg und Berlin.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer