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15.01.2009

In Europa auf dem Vormarsch: Parasiten kennen keine Landesgrenzen

In Europa auf dem Vormarsch: Parasiten kennen keine Landesgrenzen
Dass im Süden ganz besonders gefährliche Parasiten darauf lauern, unsere Haustiere heimzusuchen, ist kein Geheimnis mehr. Allerdings, was viele noch nicht wissen: Landesgrenzen sind längst keine Hindernisse mehr bei der Verbreitung von Parasiten. Zecken, Flöhe und Stechmücken sind nach neueren Erkenntnissen von Veterinärmedizinern europaweit zu finden. Sie können nicht nur dem Menschen, sondern auch seinem vierbeinigen Begleiter gefährlich werden. In welchen Ländern fühlen sich Parasiten besonders wohl und welche Krankheiten können sie auf Hund oder Katze übertragen? Wir informieren Euch, was wo zu finden ist, was aber auch leicht zu uns nach Deutschland "überschwappen" könnte.



Hier eine Grafik von der Merial GmbH als Übersicht über die "Krisengebiete":

Die Mittelmeerregion: Lebensraum der Braunen Hundezecke und der Stechmücke

Das milde Klima in Portugal, Spanien, Frankreich oder Italien begünstigt die Verbreitung verschiedenster Parasiten wie der Braunen Hundezecke oder der Stechmücke. Der Stich einer Braunen Hundezecke kann beim Tier zur Infektion mit der sogenannten Ehrlichiose und Babesiose führen.



Beide Erkrankungen schädigen das Blutsystem und sind mit hohem Fieber, Schwäche und Übelkeit verbunden. Während bei der Babesiose die roten Blutkörperchen befallen und zerstört werden, greifen die Erreger der Ehrlichiose die weißen Blutkörperchen an. Beide Erreger können durch spezielle Blut- und Antikörpertests nachgewiesen werden. Während im Falle einer Ehrlichioseinfektion mit Antibiotika therapiert werden kann, sind Injektionen mit Antiparasitika bei der Babesiose hilfreich.

Durch Verschlucken oder Zerbeißen infizierter Hundezecken kann noch eine weitere Krankheit übertragen werden: Die sogenannte Hepatozoonose, eine relativ neue Erkrankung in Europa. Die Erreger befinden sich in der verschluckten Zecke. Die Symptome reichen von leichtem Fieber über Abgeschlagenheit bis hin zu Organ- und Knochenmarkschäden. Der Verlauf einer Hepatozoonose kann sich bei jedem Hund anders darstellen: Während sich manche Vierbeiner schnell wieder erholen, führt sie bei anderen zum Tode.

Grundsätzlich gilt bei allen drei Erkrankungen: Je früher sie erkannt werden, desto besser sehen die Behandlungserfolge aus.

Ost- bis Südosteuropa: Auch hier fühlt sich die Stechmücke wohl

Die Stechmücke ist weitverbreitet, unter anderem in Ungarn, Rumänien, Griechenland und der Türkei zu finden. Durch ihren Stich kann sie Würmer übertragen. Über das Blut gelangen winzige Mikrofilarien in den Organismus und können später als ausgewachsene Würmer lebenswichtige Organe befallen. Bereits durch die Wanderung der Mikrofilarien können im Körper Entzündungsherde entstehen. Das Einnisten der ausgewachsenen Würmer in das Bindegewebe zieht Ekzeme und Haarausfall nach sich. Die bekannteste Wurmart vor allem bei Hunden ist der Herzwurm. Wenn er sich im Körper seines Wirtes etabliert hat, kann es sogar zu einer eingeschränkten Herzfunktion, Bluthusten oder Ödemen kommen. Je nach Art des Wurms wird mit der Injektion von Antiparasitika behandelt, stärkerer Befall mit ausgewachsenen Würmern erfordert unter Umständen die operative Entfernung.

Von Deutschland auf dem Weg nach Norden: Die Borreliose

Nicht nur im Ausland lauern Gefahren. Auch Deutschland ist Zentrum für die Verbreitung von Krankheiten. Vor allem die Borreliose breitet sich Richtung Norden und Skandinavien aus und wird durch den gemeinen Holzbock übertragen. In Deutschland sind bis zu 35% der Ixodes ricinus, so der Fachbegriff für den Holzbock, mit Borreliose-Erregern infiziert. Die Symptome einer Infektion beginnen mit allgemeinen Erschöpfungszuständen und können bis zu Lähmungserscheinungen und Gelenkentzündungen reichen. Eine Borrelioseerkrankung muss mit Antibiotika behandelt werden. Vorbeugend kann in Deutschland auch gegen Borreliose beim Hund geimpft werden.

Flöhe - überall zu Hause: Ca 2.500 Arten in der ganzen Welt



Flöhe können Infektionen übertragen, die mit Juckreiz und Entzündungen einhergehen und verursachen die sogenannte "Flohallergie-Dermatitis". Unabhängig von der Schwere des Befalls kann diese bei empfindlichen Tieren schon nach wenigen Flohstichen auftreten und Symptome wie starken Juckreiz, Haarausfall und Entzündungen der Haut auslösen. Auch der Gurkenkernbandwurm wird durch Flöhe übertragen. Die Ansteckung erfolgt über das Zerbeißen oder Herunterschlucken von Flöhen, die wiederum die Eier des Bandwurms in sich tragen. Das befallene Tier kann mit Abmagerung oder Verstopfung reagieren. Eine Entwurmung ist erforderlich.

Aufgepasst: Vorsichts- und Gegenmaßnahmen bei Reisen in ein Risikogebiet

Grundsätzlich gilt: Nach jedem Aufenthalt im Freien, sei es in der Urlaubsregion oder in heimischen Gefilden, sollten Tierhalter ihren Hund oder ihre Katze gründlich nach Parasiten wie z. B. Zecken absuchen und diese bei Befall so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange entfernen. Auch der Befall durch Flöhe passiert meist im Freien. Daher sollte das Fell auch regelmäßig nach Flöhen und Floheiern überprüft werden. Vor Stechmücken sowie Zecken und Flöhen können spezielle Antiparasitika vorbeugend Schutz bieten. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, welche Wirkstoffe in den verschiedenen Mitteln enthalten sind. Denn was für den Hund gut ist, muss für die Katze noch lange nicht verträglich sein. Es bieten sich spezielle Spot-On-Präparate an, auch wirksame Halsbänder gibt es gegen die Parasiten-Plage. Am besten, Ihr informiert Euch rechtzeitig vor Reiseantritt bei Eurem Tierarzt - mindestens sechs Wochen vorher solltet Ihr Euer Tier beim Veterinär vorstellen, um einen rechtzeitigen Schutz zu erwirken!

Die vorbeugende Behandlung mit einem Antiparasitikum sollte rechtzeitig vor Urlaubsantritt beginnen und die vom Hersteller angegebenen Behandlungs-intervalle unbedingt eingehalten werden. Auch ein kurzer Vermerk über vergangene Reisen oder Tagesausflüge mit Hund oder Katze können nicht schaden. So sind bei auftretenden Symptomen schneller Rückschlüsse auf eine Infektion durch einen speziellen Parasiten möglich.


http://www.deinetierwelt.de/

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