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20.01.2009

Interview mit einem Aktivisten der engl. Koalition zur

Interview mit einem Aktivisten der engl. Koalition zur
Abschaffung des Angelns



Kevin Kroemmer befragte im Namen der Tierbefreiung im Juni 2004 den englischen Tierrechtsaktivisten Sean Ellis, der sich seit einigen Jahren in der Kampagne zur Abschaffung des Angelns engagiert.


Redaktion Tierbefreiung: Recht wenige Tierrechtsgruppen setzen sich gegen das Angeln als Blutsport ein. Du beteiligst dich an einer Gruppe, die sich nur darauf konzentriert, die Coalition to Abolish Angling (Koalition zur Abschaffung des Angelns, CAA). Kannst du uns die CAA vorstellen? Wann wurde sie ins Leben gerufen? Welcher Art von Arbeit geht sie nach?

Sean: In den späten 1970ern sponserte die RSPCA (Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals, britischer Tierschutzverein,Anmerk. der Redaktion) eine Untersuchung darüber, ob Fische Schmerz empfinden oder nicht, welche nun als Medway Report bekannt ist. Sie kam zu dem Schluss, dass die Beweise in der Tat darauf hindeuteten, dass Fische Schmerzen empfinden. Seitdem hat eine Reihe von Studien diese Position verstärkt. 1981, als Reaktion auf den Medway Report, wurde die CCA gegründet, um für den Schutz der Fische in der Unterhaltung – vor allem beim Angeln – zu kämpfen. Die CAA ist die einzige Gruppe, die sich auf Fische konzentriert und gegen alle Ausbeutungsformen von Fischen kämpft, ganz gleich, ob es sich um Angeln handelt, um kommerzielles Fischen, Fische als Preise auf Jahrmarktsplätzen oder wenn sie zur Unterhaltung benutzt werden.Angeln ist jedoch unser Hauptfokus, in den wir die meiste Arbeit stecken.


Redaktion Tierbefreiung: Was ist euer Ziel?

Sean: Unser Ziel ist es, dass Fische in Ruhe gelassen werden; zu stoppen, dass Fische im Namen des „Spaßes“, Nahrung oder Unterhaltung missbraucht werden.


Redaktion Tierbefreiung: Fische werden von Tierrechtlern oft vergessen. Was hat dich motiviert in diesem Bereich aktiv zu werden?

Sean: Die einfache Erkenntnis, dass Fische genauso wie andere Tiere leiden. Fische werden oft vergessen, weil sie nicht schreien, wenn sie Schmerzen haben oder nicht so niedlich aussehen wie andere Tiere.Wenn du einmal verstanden hast, dass sie genauso leiden, und gewiss in viel größerer Anzahl als die meisten anderen Tiere, ist es schwer, sie zu vergessen. Kein Tierrechtsaktivist würde vorübergehen, wenn ein Hund an einem durch seinen Mund gestochenen Haken über die Straße gezogen werden würde.Warum sollten wir also an Fischern vorübergehen, die das Gleiche einem anderen empfindungsfähigen Wesen antun?


Redaktion Tierbefreiung: Was habt ihr bis jetzt erreicht?

Sean: Wir haben immer gewusst, dass dies ein langer Kampf werden würde, also haben wir eine andere Sichtweise eingenommen. Wir haben uns oftmals darauf fokussiert, dass Angeln in bestimmten Gebieten verboten wird, wenn wir konnten. Größtenteils haben wir uns darauf konzentriert, die Streitfrage des Angelns als Grausamkeit in die Öffentlichkeit zu tragen. Dies ist eine Botschaft, die nur langsam ankommt. Meinungsumfragen zeigen in Großbritanniens Öffentlichkeit eine zunehmenden Entwicklung dazu, dass Angeln als grausamer Blutsport wahrgenommen wird. Dies ist die wichtigste Sache, da es die erste Stufe ist, die erreicht werden muss, bevor wir ein Verbot des Angelns vorantreiben können. Wir fechten außerdem die vielen offensichtlichen Lügen an, die Angler über Fische verbreiten, z.B., dass sie dumm sind, keine Erinnerung haben und keinen Schmerz fühlen.


Redaktion Tierbefreiung: Die meisten Menschen machen immer noch einen Unterschied zwischen Fischen und anderen Tieren. Selbst einige Leute, die sich als Vegetarier bezeichnen, denken, dass es in Ordnung ist, Fische zu essen. Welche Studien existieren, die beweisen, dass dies schlichtweg falsch ist?

Sean: Jeder der Fisch isst, ist kein Vegetarier – das richtige Wort ist „ Piscatarier“. Das ist etwas, das uns sehr ärgerlich macht.Wieder ist diese Einstellung auf Menschen zurückführen, die nur um Tiere mit niedlichen Gesichtern und der Fähigkeit zu schreien besorgt sind. Die Leute denken, dass Fische zu dumm sind usw., so dass sie nicht viel besser sind als Gemüse. Diese Leute sind logischerweise aus jeder Sicht widersprüchlich. Wir sind nicht einer Studie begegnet, welche darauf hindeutet, dass Fische auf irgendeine Art und Weise niedriger gestellte Tiere sind, als jede andere Spezies, welche die Teller der Leute ziert. Tatsächlich ist es so, dass je mehr Wissenschaftler Fische studieren, sie umso mehr erkennen, dass Fische von der Intelligenz und sozialen Aspekten her eine „gut“ entwickelte Spezies sind. Das Problem ist, dass viele Menschen eher bereit sind, den alten Mythen der Fischer Glauben zu schenken, als ihre Essgewohnheiten zu ändern.


Redaktion Tierbefreiung: Ist Angeln eine Tradition in England?

Sean:Angeln ist eine langjährige Tradition in Großbritannien, älter als das Jagen. Aufzeichnungen datieren es zurück bis in die Zeit der Römer. Trotz des Gesagten, ist es eine rückläufige Tradition. Das Durchschnittsalter des Anglers nimmt zu und die Zahlen sinken. Aktuelle Angaben sprechen von 2 Millionen Anglern in Großbritannien, diejenigen, die nur gelegentlich teilnehmen, eingeschlossen. Dies ist rückläufig gegenüber dem Höchstwert von 3 Millionen in den 1970ern.


Redaktion Tierbefreiung: Gibt es in Großbritannien irgendwelche Gesetze zum Schutz der Fische?

Sean: Fische fallen unter die allgemeinen Gesetze zur Vermeidung unnötigen Tierleids. Dennoch bedeuteten die Mythen und bis vor kurzem der Mangel an wissenschaftlicher Forschung, dass es in Wirklichkeit sehr wenig gab, was TierrechtlerInnen gegen Fischen machen konnten. Hoffentlich kann mit dem sich ändernden wissenschaftlichen Klima besser daran gearbeitet werden.


Redaktion Tierbefreiung: Was sind die ökologischen Konsequenzen und Auswirkungen des Angelns?

Sean: Da sind etliche von Bedeutung. An beliebten Plätzen, an denen Angler regelmäßige Besucher sind, kann ihre Anwesenheit den Uferlebensraum ziemlich stark stören. Der Uferlebensraum ist ein sehr wichtiger und kann erhebliche Nebenwirkungen auf den Rest des ihn umgebenden Ökosystems haben. Erstens ist da die physische Erosion der Fluss-/Seeufers zu nennen. Zweitens störte es die lokalen Wildtiere, im speziellen Vögel, die ankommen, um zunisten. Eine Studie aus den 1960ern zeigte, dass die Präsenz von Anglern einen negativen Einfluss auf die Anzahl der brütenden Vögel hatte, während in den 1990ern Angler für massive Erosion an den Ufern des Flusses Avon verantwortlich waren. Hinzu kommt die gewaltige Menge an Tierleid,welches durch ausrangierte Angelschnüre und -haken verursacht wird. Das Wasser selbst kann beeinträchtigt werden durch das übermäßige Futter, das hineingeworfen wird, um die Fische anzulocken. Dies kann unnatürliche Bestandsanstiege verursachen, welche zerstörerische Nebenwirkungen haben oder andernfalls verrotten und auf diese Weise das Wasser verschmutzen. Angler greifen außerdem in die Gewässer ein, um eine Balance zu ihren Gunsten zu schaffen. Zum Beispiel füllen sie die Flüsse künstlich auf mit einer Ausrichtung auf die Spezies, die sie fangen wollen.Wenn es schlecht gemacht wird, kann dies ein gesamtes Ökosystem vernichten, ihm das Leben entziehen, wie es mit dem Fluss Tay in Schottland geschehen ist. Des Weiteren werden Angelseen verändert, um den Anglern zu gefallen und nicht dem lokalen Ökosystem zu entsprechen. Sie entfernen die Ufervegetation und überfüllen das Wasser, so dass die Fische absolut alles essen und am Ende hungrig bleiben.Wenn die Fische hungrig sind, sind sie eher dazu gezwungen, von den Haken der Angler zu fressen, trotz des Wissens um die Risiken. Angler sind dafür bekannt, auf andere Tiere wie Schwäne oder Kormorane abzuzielen, die sie als störend empfinden und für sich das Recht in Anspruch nehmen, den größten Fisch zu fangen.


Redaktion Tierbefreiung: Was kann gegen das Angeln getan werden? Welche Art von Aktionen sind erfolgreich? Ist es auch möglich, es wie das Jagen zu sabotieren?

Sean: Angeln kann direkt und effektivsabotiert werden. Der beste Weg ist es, die Fische abzuhalten, an das Futter zu wollen. Um das zu erreichen, ist es nötig, ihnen eine Fischattrappe in Form eines roten Lichts und tiefe Geräusche ins Wasser zu geben. Fische reagieren sehr stark auf Geräusche und werden tiefe oder plötzliche Geräusche als Warnung behandeln. Fische, die aufgeschreckt sind,werden nichts fressen oder bestenfalls die Gegend verlassen. Dies kann sehr einfach durch das Aufund Abspringen am Flussufer, das Schlagen eines Abfalleimerdeckel über der Wasseroberfläche oder das laute Spielen von Trommel und Bass erreicht werden. Eine andere Taktik, die entwickelt wurde, ist Wecker und Radios mit Timer in wasserdichte Plastiktüten zu packen und sie unter Wasser zu drücken, bevor die Fischer zu einem Wettkampf erscheinen. Wenn der Alarm ausgelöst wird, verschreckt er die Fische und die Angler haben keine Ahnung,woher die Störung kommt. Abhängig von Gewässer und Wetterlage gehe einfach hinein und stell dich, ihre Haken aus dem Wasser ziehend, die Fische vertreibend und generell im Weg stehend, direkt vor die Angler. Wenn du nicht ins Wasser gehen möchtest, stell dich direkt hinter die Fischer und kläre sie über die Irrtümer ihres Handelns auf. Einfach und effektiv. Während du dort stehst und erzählst, konzentrieren sie sich nicht auf das Angeln oder sind nicht in der Lage ihre Leinen erfolgreich auszuwerfen. Taktiken, die andere Gruppen nutzen, sind das Entfernen von Angelplattformen, das Umstellen von Absteckpfählen für Wettkämpe oder Plätze bei Wettkämpfen zu buchen, so dass die Organisatoren Geld verlieren, weil die Leute nie auftauchen. In der Tat fanden sich offenbar einige Angler von Wettkämpfen verbannt, da sie beschuldigt wurden, bei vielen Wettkämpfen nicht erschienen zu sein, für die sie ohne ihr Wissen angemeldet waren.

Redaktion Tierbefreiung: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für eure wichtige Arbeit!

Kontaktadresse:
Coalition to Abolish Angling (CAA)
Sean Ellis
Email: sean@pisces.demon.co.uk
Web: http://www.pisces.demon.co.uk/
BM Fish, London,WC1N 3XX
Tel: +44( 0 ) 8 7 04 5 84176

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