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15.01.2009

Islands Walfang-Comeback

Islands Walfang-Comeback
Nach 14 Jahren Wiederaufnahme der Jagd

Island hat seine Rückkehr in den kommerziellen Walfang akribisch und mit massiven Täuschungsmanövern von langer Hand vorbereitet: Bei seinem umstrittenen Wiedereintritt in die IWC kündigte Island gleich an, dass es das Walfangverbot nicht anerkennen würde. Allerdings versprach die nordische Insel, nicht vor 2006 mit dem "kommerziellen" Walfang zu beginnen. Viele IWC-Staaten ließen sich von diesem Versprechen hinters Licht führen und duldeten im Oktober 2002 einen Beitritt Islands in die IWC. Nur wenige Monate später, im März 2003, kündigte Island seine Pläne an, im Rahmen eines neuen "Forschungsprogramms" innerhalb von zwei Jahren insgesamt je 200 Finn- und Zwergwale sowie 100 Seiwale zu töten. Trotz scharfer Verurteilung dieser Pläne töteten Islands Walfänger seit Herbst 2003 über 100 Zwergwale. Im Oktober 2006 überschritt Island das nächste Tabu und tötete - nun offiziell für kommerzielle Zwecke - den ersten Finnwal.

... Pressemitteilung zu Islands Einstieg in den kommerziellen Walfang
http://www.prowildlife.de/de/Presse/Archiv_2006/PM-Island-Finnwal/pm-island-finnwal.html



Lug und Trug als Tradition

Island war früher eine der aktivsten Walfangnationen der Welt und hat seit 1883 mindestens 35.000 Wale getötet. Island ignorierte dabei immer wieder internationale Absprachen wie Fangverbote für Jungtiere. Als 1982 die IWC ein kommerzielles Walfangverbot beschloss, stimmte Island diesem zwar zu, fand aber nur wenig später einen Ausweg: Kurz bevor das Moratorium 1986 in Kraft trat, präsentierte Island erstmals ein "Forschungsprogramm für Wale", für das jährlich 80 Finn- und Zwergwale sowie 40 Seiwale sterben sollten. In der ursprünglichen Fassung des Antrags waren sogar Blau- und Buckelwale enthalten. Island tötete trotz heftiger Kritik der IWC von 1986 bis 1989 unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" 362 Finn- und Seiwale. Der Millionenerlös aus den Exporten nach Japan floss nicht, wie von Island versprochen, in die "Forschung", sondern landete fast vollständig in den Taschen der Walfangindustrie. Island trat aufgrund der zunehmenden Kritik 1992 wutentbrannt aus der IWC aus - in der Hoffnung, nun nicht mehr an die lästigen Schutzabkommen gebunden zu sein. Doch Japan verweigerte daraufhin den Kauf isländischer Walprodukte, da das heimische Gesetz nur den Handel mit IWC-Staaten zulässt. Island war international isoliert.



Islands umstrittener Wiedereintritt in die IWC

Island bereute seinen IWC-Austritt schon bald: Es gab keinen Käufer mehr für sein Walfleisch, jeglicher Walfang außerhalb der IWC wäre Piratenwalfang gleichgekommen und hätte Wirtschaftssanktionen auslösen können. Seit 1994 wurde in Island deshalb über einen Wiedereintritt diskutiert - allerdings nur mit einem Vorbehalt gegen das Moratorium. Die IWC lehnte 2001 und 2002 Islands Mitgliedschaft ab, da ein Vorbehalt nur für Neumitglieder möglich ist, nicht aber für Länder, die das Moratorium früher anerkannt und durch Aus- und Wiedereintritt umgehen wollen. Erst auf einem Sondertreffen im Oktober 2002 konnte Island seine Mitgliedschaft in einem umstrittenen Prozedere durchsetzen. Ausschlaggebend war das Versprechen Islands, nicht vor 2006 mit dem kommerziellen Walfang zu beginnen.

Eine formal korrekte Abstimmung gab es bis heute nicht. Im März 2003 reichte Island seinen Antrag auf erneuten "Wissenschaftswalfang" bei der IWC ein. Bei der Jahrestagung im Juni 2003 wurde dieser Antrag von renommierten Wissenschaftlern aus aller Welt vernichtend beurteilt. Die IWC verabschiedete in einer zuvor nie da gewesenen Schärfe den geplanten "Wissenschaftswalfang" Islands. Doch das nordische Land setzt sich über alle internationalen Widerstände hinweg und gibt im August 2003 grünes Licht für die Harpunen der Walfänger. Dass dieser "Wissenschaftswalfang" vornehmlich kommerzielle Gründe hat, ist eindeutig: Immer wieder betonten isländische Politiker, für sie sei der Walfang nur eine Option, wenn Exporte nach Japan möglich seien. Das Versprechen, unter dem Island im Oktober 2002 wieder in die IWC aufgenommen wurde, war also eine glatte Lüge.

PRO WILDLIFE hat die Machenschaften Islands in der Vergangenheit und seine Täuschungsmanöver in jüngster Zeit aufgedeckt und koordiniert gemeinsam mit anderen Walschutzorganisationen Protestaktionen. Unsere Dokumentation "Islands Walfang-Comeback" veranlasste verschiedene Länder, bei der Walfangkonferenz Island wegen seiner Aktivitäten deutlich zu kritisieren.




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