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20.01.2009

Ist Dein Soja-Burger ethisch sauber?

Ist Dein Soja-Burger ethisch sauber?


VegetarierInnen und VeganerInnen glauben mit ihren ethischen Prinzipien auf der sicheren Seite zu sein, wenn sie keine Hühnchen oder keinen Käse mehr vertilgen. Doch immer mehr Menschen greifen nur noch mit gehörigen Bauchschmerzen im ihrem Biomarkt zum Sojahacksteak. Sie befürchten, dass ihr Soja-Würstchen nur auf Kosten des Regenwaldes am brasilianischen Amazonas den Weg ins deutsche Kühlregal gefunden hat. Wenn dem so wäre, dann wäre das Würstchen ein recht fauler ethischer Kompromiss.

Bis vor ein paar Jahren beruhte die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes auf Abholzungen (legaler und illegaler Art), zur Schaffung von Rinderweiden. Das änderte sich mit der BSE-Krise. Überall in Europa und auch darüber hinaus war das Thema Rinderfütterung plötzlich ein wichtiges Thema. Hier kamen die Sojabohnen ins Spiel. Die Futtermittelhersteller mussten die Unbedenklichkeit ihrer Produkte nachweisen. Statt Schlachtabfällen wurde nun mehr Wert auf proteinreiches Soja gelegt. Quasi über Nacht wurde Brasilien damit konfrontiert den enormen Bedarf zu decken. Dies resultierte in einer verstärkten Abholzung des Regenwaldes und dem Anbau von Soja-Plantagen an gleicher Stelle. Der Fortschritt der Zerstörung wuchs nur im Jahr 2003 um 40 Prozent.

Unglaublicherweise wurde diese Entwicklung dadurch verstärkt, dass viele europäische Staaten die Einfuhr von genmanipuliertem Soja gesetzlich untersagten. Zu dieser Zeit war Brasilien im Gegensatz zu anderen Soja produzierenden Ländern wie Argentinien oder die USA noch nicht auf den Gen-Zug aufgesprungen, so dass die Sojaproduzenten und mit ihnen die Holzfäller von diesen Entscheidungen und den Bedenken der europäischen VerbraucherInnen besonders profitierten. Ironischerweise waren es also die umweltbewussten Genfood-Gegner, die ohne es zu wissen die desaströse Zerstörung des Amazonas-Gebietes seit 2003 ungewollt voran trieben.


Nach Angaben des britischen Landwirtschaftsverbandes werden 95 Prozent der jährlich eingeführten 2 Millionen Tonnen brasilianischen Sojas direkt an Rinder verfüttert, und zwar sowohl für die Rindermast als auch für die Milchindustrie. Lacto-VegetarierInnen, die Milch aus konventioneller Landwirtschaft benutzen, können mit sicherheit davon ausgehen, dass diese Tiere mit Regenwald-Soja gefüttert wurden. Das meiste der restliche fünf Prozent des brasilianischen Sojas landet als Sojamehl und Sojaöl in verarbeiteten Nahrungsmitteln.

Woher kommt nun das Soja im Tofu, der Sojamilch und dem Gemüsebürger? Eine Umfrage unter den führenden Anbietern in Großbritannien ergab, dass es eine weite Spanne von Sojalieferanten gibt, inklusive Nordamerika und Argentinien. Die Firma Plamil zum Beispiel, die nur Bioprodukte verkauft, bezieht ihre Bohnen aus Frankreich. Bedeutet das, jeder Veggie Burger ist okay? Nicht so ganz. Denn leider sind die Hersteller nicht verpflichtet, Auskunft über ihre verwendeten Inhaltsstoffe zu geben. Wer aber ausschließlich vegane und ökologisch erzeugte Soja-Produkte konsumiert, hat auf jeden Fall bessere Chancen, auf der sicheren Seite zu sein. (vr)

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