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11.01.2009

ITB 2003: Deutsche Jagdtouristen gefährden Grizzlybären

ITB 2003: Deutsche Jagdtouristen gefährden Grizzlybären
Blutige Trophäenjagd im Traumreiseland Kanada - Jährlich fallen Hunderte Braunbären in British Columbia Jagdtouristen zum Opfer - Deutsche Jäger halten Spitzenposition

Kanadas Image als Naturparadies bröckelt: In British Columbia (B.C.) werden jährlich Hunderte der bedrohten Grizzlys von Hobbyjägern erlegt. Zum Auftakt der morgen beginnenden ITB verweisen die Tourismus- und Naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Undine Kurth, und die Münchner Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE auf die traurige Spitzenposition deutscher Jagdtouristen hierbei: "Die offiziell genehmigten Jagdquoten in B.C. sind ökologisch hoch bedenklich und werden zudem nicht eingehalten. Deutsche sind die zweitaktivsten Bärentöter in B.C.", betont Kurth. Die PRO WILDLIFE-Expertin Daniela Freyer ergänzt: "Die EU hatte deshalb im November 2001 ein Importverbot für Grizzly-Jagdtrophäen aus B.C. verhängt, dieses aber auf Druck der kanadischen Jagdlobby im April 2002 wieder zurückgenommen." Die Grünen-Politikerin und PRO WILDLIFE fordern die EU-Kommission auf, erneut ein Importverbot für die Grizzly-Trophäen zu beschließen und somit zum Erhalt der bedrohten Tiere beizutragen. Die Zeit drängt, denn Anfang April beginnt die nächste Saison der Frühjahrs-Bärenjagd.

Kanadas Tourismusbranche lebt vom Image der nahezu unberührten Natur, die Urlauber aus aller Welt genießen möchten. Etwa 350.000 Deutsche besuchen das Land jährlich. Einige von ihnen sind allerdings eher darauf aus, Jagd auf Kanadas größtes Landsäugetier, den Grizzlybären, zu machen. "Zwar zahlen betuchte Hobbyjäger rund 10.000 US Dollar für den Abschuss eines imposanten Grizzlys, doch nimmt die Provinzregierung in B.C. hierdurch deutlich weniger Geld ein als durch Touristen, die kommen, um lebende Bären zu beobachten," so Undine Kurth, Tourismus- und Naturschutzexpertin von Bündnis 90/Die Grünen.

Über 12.000 Grizzlys gab die BC-Provinzregierung in den letzten 36 Jahren zum Abschuss frei - ein Aderlass, den die Bestände nach Expertenmeinung nicht verkraften können. In einem Großteil seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes in Nordamerikas ist der Grizzly bereits ausgerottet. "Auch in Kanada schrumpft sein Lebensraum unaufhörlich - und die Trophäenjagd verschlimmert die Situation", erläutert PRO WILDLIFE Sprecherin Freyer. Sie fordert die Bundesregierung auf, ihr bisheriges Engagement für den Grizzly weiterzuführen und sich auf EU-Ebene erneut für ein Importverbot stark zu machen. Die nordamerikanischen Braunbären sind nach EU-Recht zwar streng geschützt, doch für Trophäen sind Ausnahmen möglich. "Falls sich die EU nicht zu strengen Schutzmaßnahmen durchringen kann, haben die deutschen Behörden immer noch die Möglichkeit, Importanträge von hiesigen Hobbyjägern abzulehnen", betont Freyer.

In der Vergangenheit hatte die B.C. Provinzregierung die Grizzly-Bestandszahlen manipuliert und kritische Studien unterschlagen, um auch weiterhin überhöhte Jagdquoten zu rechtfertigen. Ein im Januar 2001 beschlossenes temporäres Jagdverbot wurde nur wenige Monate später von der Nachfolgeregierung wieder aufgehoben. Eine neue Bestandsstudie wird seit Ende letzten Jahres erwartet, doch erneut wird die Veröffentlichung der Ergebnisse verzögert. Die Grünen-Politikerin Kurth und PRO WILDLIFE fordern die Provinzregierung von B.C. auf, das Jagdverbot von 2001 wieder in Kraft zu setzen, um dem ökologischen Vorsorgeprinzip gerecht zu werden.

Die Trophäenjagd ist aus ökologischer Sicht äußerst fragwürdig: Sie zielt auf die stärksten, erfahrensten und für die Arterhaltung somit besonders wichtigen Tiere ab und steht damit im krassen Gegensatz zu den Selektionsmechanismen der Natur, die kranke und schwache Tiere tötet. Wird dann noch, wie im Falle der Grizzlys, eine Jagdlizenz häufig für mehr als ein Tier benutzt, z.B. weil die erlegte Trophäe nicht kapital genug erscheint, sind die Auswirkungen auf das Überleben der Art besonders fatal.

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