Free counter and web stats

16.01.2009

Katzen regelmäßig aber in Maßen impfen

Katzen regelmäßig aber in Maßen impfen
Zum Schutz vor Infektionskrankheiten sollten nicht nur Katzen, die über Freigang verfügen, sondern auch Wohnungskatzen, regelmäßig geimpft werden. Diese Vorsorge sollte jedoch nur im notwenigen Umfang vorgenommen werden, um Folgeschäden vorzubeugen.

Katzenschnupfen und Katzenseuche
Die Feline Panleukopenie ist dafür berüchtigt, dass sie lokale Katzenpopulationen vernichtet, und wird deshalb auch "Katzenseuche" genannt. Die Mortalitätsraten dieses sehr ansteckenden Parvovirus sind bei anfälligen Katzen hoch und können bei Kätzchen sogar 90 Prozent überschreiten. Katzen infizieren sich am häufigsten durch indirekten Kontakt, weshalb auch reine Wohnungskatzen gefährdet sind. Das Feline Panleukopenievirus kann durch seine hohe Widerstandsfähigkeit mehrere Monate, sogar bis zu einem Jahr in der Umwelt überleben. Deshalb müssen Katzen nicht mit anderen Katzen in Kontakt kommen, um sich zu infizieren.

Um die Katzenseuche unter Kontrolle zu halten, muss der Prozentsatz der Katzen, die geimpft wurden, so hoch wie möglich sein - auf jeden Fall höher, als die heute geschätzten 30 Prozent. (Quelle: Advisory Board on Cat Diseases (ABCD)

Hinter der irreführend verharmlosenden Bezeichnung "Katzenschnupfen" verbirgt sich eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung, von der insbesondere Jungtiere bedroht sind, aber auch alle anderen Tiere mit verminderter Widerstandsfähigkeit.

Im Rahmen amerikanischer Studien erhielten Katzen als Welpen mit acht und mit zwölf Wochen eine Grundimmunisierung und wurden danach nie wieder geimpft. Sie wiesen noch siebeneinhalb Jahre später einen guten Immunschutz gegen die Erreger auf. Der Schutz gegen "Katzenseuche" erwies sich als praktisch hundertprozentig, der Schutz gegen Herpes- und Calicivirus (die Haupterreger des Schnupfens) betrug 52 und 63 Prozent.

Infolgedessen empfehlen der Amerikanische Verband der praktischen Katzenärzte (American Association of Feline Practitioners (AAFP)) und die Wissenschaftliche Vereinigung der Katzenspezialisten in Amerika (Academy of Feline Medicine) nach der Grundimmunisierung im Welpenalter und einer Auffrischung bei Erreichen des ersten Lebensjahres nur noch dreijährige Impfintervalle für diese beiden Hauptimpfungen.
Hauptzielgruppe für Impfungen sind Welpen unter 16 Wochen.



Feline Leukämievirus-Infektion (sog. "Leukose")
Laut AAFP-Impfplan wird im Welpenalter eine Grundimmunisierung gegeben, anschließend soll die Impfung jährlich aufgefrischt werden. Dagegen gab Professor Hans Lutz aus Zürich auf dem Tierärztekongress im November 1999 in Düsseldorf folgende persönliche Empfehlung: Katzen, bei denen ein Kontakt mit dem Feline Leukämievirus (FeLV) nicht ausgeschlossen werden kann, sollten im Alter von 9 und zwölf Wochen grundimmunisiert und danach bis zum 3. Lebensjahr jährlich gegen FeLV geimpft werden, ab dann nicht mehr.

Lutz wie auch andere Kleintiervirologen betonen, dass Katzen gegen diesen Erreger eine "Altersresistenz" besitzen, das heißt, ein erwachsenes Tier wird mit dem Erreger besser fertig als ein Welpe. Außerdem erhalten Freigänger-Katzen eine ständige Impfauffrischung durch Kontakt mit positiven Tieren.

Feline Infektiöse Peritonitis
Auch die Impfung gegen die gefürchtete FIP ist in der Diskussion. 80 Prozent aller Katzen werden als Träger des Corona-Virus angenommen - nicht alle erkranken auch daran. Bei der Mutation der Coronaviren zur gefährlichen FIP- Variante ist wahrscheinlich immer Stress beteiligt. Paradebeispiel dafür ist der Katzenwelpe, der ins neue Zuhause einzieht und dort sogleich sterbenskrank wird. Doch auch bei älteren Katzen kann FIP ausbrechen. Die amerikanische Expertengruppe konnte zu keiner einheitlichen Empfehlung hinsichtlich des Impfintervalls kommen. Professor Niels Pedersen äußerte sich dazu auf dem Düsseldorfer Tierärztekongress inoffiziell recht eindeutig: "Die FIP- Impfung ist absolut harmlos, sie bringt Geld, und sie hat keinen Sinn."

Tollwut
Wenn in einer Gegend Tollwut auftritt, können ungeimpfte Katzen oder Katzen, deren Tollwut-Impfung länger als ein Jahr zurückliegt, von Amts wegen getötet werden, gleichgültig, ob sie infiziert sind oder nicht. Auf den Tollwutschutz sollte man daher nicht verzichten - auch nicht bei Wohnungskatzen. Denn es gab durchaus schon Fälle, in denen sich eine Fledermaus auf einen Balkon verirrte und vom Stubentiger erlegt wurde.

Impfpraxis in Deutschland
Die praktischen Tierärzte tun sich teilweise schwer, von ihren gewohnten Impfplänen abzugehen. Argumentiert wird dabei häufig mit der Gefahr, dass bei Verzicht auf die jährliche Impfung auch ein jährlicher Check-up vernachlässigt werden könnte, bei dem eventuelle Erkrankungen oder auch gewisse Vernachlässigungen entdeckt werden könnten. Auch spielen Bedenken hinsichtlich eventueller Haftungsansprüche im Schadensfall bei Abweichung vom empfohlenen Impfintervall des Beipackzettels eine Rolle.

Die übliche jährliche Auffrischung ist jedoch für die meisten Impfungen wissenschaftlich nicht begründet - und sie war es auch nie. In den USA wird darüber seit Jahren sehr offen diskutiert; vor allem aber wurde darüber geforscht.

Gefährliche Impffolgen
Impfungen sind oft lebenswichtig, sollten aber nur im notwendigen Maße vorgenommen werden, da sie auch gefährliche Erkrankungen zur Folge haben können.

Mögliche Impffolgen sind: allergische Reaktionen mit Erbrechen und Durchfall, Schockzustände (anaphylaktischer Schock); das meist tödliche Impfsarkom der Katze (vakzine-assoziiertes felines Sarkom), ein bösartiger Tumor, an dem nach Schätzungen in den USA jährlich rund 22.000 Katzen erkranken; außerdem Immunerkrankungen und anderes mehr.

Die meisten Sarkome wurden nach Impfung gegen Tollwut und Leukose festgestellt, doch auch Seuche- und Schnupfen-Impfungen können eine Geschwulst hervorrufen. Schutzmaßnahmen sind der Verzicht auf Mischspritzen (multivalente Vakzine), die Injektion in die seitliche Brustwand (Seuche und Schnupfen) bzw. in die Muskulatur der Hinterbeine (Tollwut und Leukose). Auf eine Injektion in den Nacken sollte völlig verzichtet werden.

Empfohlene Impfungen
VIER PFOTEN rät, bei Welpen eine Grundimmunisierung vorzunehmen. Anschließend sollte alle drei Jahre gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen sowie jährlich gegen Tollwut geimpft werden. Tiere mit besonders hohem Infektionsrisiko, wie Freigängerkatzen oder Katzen mit Kontakt zu positiv getesteten Jungtiere unter vier Monaten, sollten darüber hinaus auch jährlich gegen Leukose geimpft werden. Eine Impfung gegen FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) ist nicht empfehlenswert, da die Wirksamkeit nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer