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16.01.2009

Kein Elfenbeinhandel: Vernunft siegt über Profit

Kein Elfenbeinhandel: Vernunft siegt über Profit

PRO WILDLIFE: "Um die derzeitige Nachfrage nach Elfenbein zu decken, müssen jährlich bis zu 12.200 Elefanten sterben"

Der Antrag Namibias, jährlich 2.000 kg Rohelfenbein und unbegrenzte Mengen Elfenbeinschnitzerein zu exportieren, wurde heute vom Wissenschaftsausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) abgelehnt. "Grund hierfür ist der Widerstand einiger afrikanischer Länder (z.B. Kenia, Mali, Togo, Ghana, Senegal, Tschad, Kongo) sowie das Versagen von Elfenbeinhandelskontrollen", so PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer von der WA-Konferenz in Bangkok. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist der Beschluss, gegen die illegalen Elfenbeinmärkte in Afrika vorzugehen. Einem aktuellen Bericht zufolge müssen jährlich 4.000 bis 12.200 Elefanten sterben, um die Nachfrage nach Elfenbein zu decken. Kenia hatte zudem ein vorläufiges Handelsmoratorium für Elfenbein beantragt, war damit aber gescheitert. Alle heutigen Entscheidungen des Wissenschaftsausschusses müssen in den nächsten Tagen noch vom Plenum bestätigt werden.

Da sich Elfenbein aus legalen und illegalen Quellen nicht unterscheiden lässt, bietet jeglicher legale Handel die Möglichkeit, gewildertes Elfenbein einzuschleusen. In den 70er und 80er Jahre wurden so jährlich bis zu 100.000 Elefanten getötet, ihre Stoßzähne als angeblich "legales" Elfenbein exportiert. Als Konsequenz aus der verheerenden Wilderei und dem Zusammenbruch der Elefantenbestände beschlossen die WA-Vertragsstaaten 1989 ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein. Obwohl die Elefantenbestände insgesamt auch weiterhin rückläufig sind, wurde 1997 drei Staaten erstmals wieder ein "einmaliger" Verkauf von 50 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen genehmigt. Auch wenn der Elfenbeinschmuggel in Afrika und Asien in den letzten Jahren deutlich anstieg wurde auf der WA-Konferenz 2002 erneut drei südafrikanischen Ländern der Verkauf von weiteren 60 Tonnen Stoßzähnen in Aussicht gestellt. Da die vereinbarten Bedingungen (z.B. Funktionieren des Wilderei-Frühwarnsystems MIKE, Monitoring of Illegal Killing of Elephants) bis heute nicht erfüllt sind, konnte dieser Handel noch nicht stattfinden.

Auf der derzeit in Bangkok tagenden WA-Konferenz gab es heute in einer Sondersitzung gleich mehrere Entscheidungen, die die hitzigen Debatten zum Schutz von Elefanten widerspiegeln:

Namibias Antrag auf einen jährlichen Export von 2.000 kg Elfenbeinstoßzähnen und dem unbegrenzten Handel mit Elfenbeinschnitzereien scheiterte. "Diese klare Absage an jeglichen Elfenbeinhandel ist angesichts der erschreckenden Zahlen über das Ausmaß von Wilderei und Elfenbeinschmuggel die einzig verantwortliche Entscheidung", so die PRO WILDLIFE Sprecherin.

Sowohl Südafrika als auch Namibia dürfen zukünftig allerdings mit Elefantenleder und -haaren handeln.

Afrikanische Länder sollen ihre nationalen Elfenbeinmärkte zukünftig streng regulieren oder völlig schließen. "Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn jährlich müssen 4.000 bis 12.200 Elefanten sterben, um die Elfenbeinmärkte mit Nachschub zu versorgen", so die PRO WILDLIFE Sprecherin. "Allerdings bleiben die ebenfalls riesigen lokalen Elfenbeinmärkte in Asien oder der Elfenbeinhandel in Europa und den USA (z.B. über das Internet) hierbei unberücksichtigt". Allein in Thailand werden Zehntausende Elfenbein-Schnitzereien verkauft, fast alle stammen von gewilderten Elefanten. Abnehmer der illegalen Souvenirs sind häufig auch Touristen aus Europa.

Kenias Versuch, mit Unterstützung der EU über die heutige Entscheidung hinaus ein Elfenbein-Moratorium durchzusetzen, bis genauere Daten über die Auswirkung bisheriger Handelsfreigaben vorliegen, scheiterte. Zwar stimmte die Mehrheit der Staaten dem Vorschlag zu, u.a. die besonders von der Wilderei betroffenen West- und Zentralafrikaner. Doch die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde nicht erreicht.

... Hintergrundinfos zum WA
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Schutzgesetze/Artenschutzrecht/artenschutzrecht.html

... Hintergrundinfos zu Elefanten
http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Elefanten/elefanten.html

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