Free counter and web stats

16.01.2009

Korbblütler



Die Korbblütler (Asteraceae oder Compositae), auch Korbblütengewächse oder Asterngewächse genannt, sind die größte Familie der Ordnung der Asternartigen (Asterales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta). Von der Blütenstandsform sind der deutsche Name Korbblütler und der botanische Name Compositae (lat. �Zusammengesetzte�) abgeleitet.

Die Familie hat etwa 1.528 Gattungen mit etwa 22.750 Arten und ist weltweit in allen Klimazonen vertreten. In Europa gehört sie zu den artenreichsten Pflanzenfamilien.

Beschreibung

Habitus und Blatt
Es gibt überwiegend krautige Pflanzen-Arten, aber es gibt auch verholzende Arten: Halbsträucher und Sträucher, selten Lianen. Bei einigen Taxa enthalten die Pflanzen Milchsaft. Die Anordnung der Blätter ist meist wechselständig, selten gegenständig oder quirlständig; sie sind oft zu einer grundständiger Rosette vereinigt. Die gestielten bis sitzenden Laubblätter sind selten einfach, oft gefiedert. Sie sind krautig bis ledrig, manchmal sind sie in Dornen umgewandelt. Der Blattrand ist ganz, gewellt, gesägt, gezackt oder gezähnt. Es sind meist keine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstand
Typisch für die Pflanzenarten dieser Familie sind die kopf- oder körbchenförmigen Blütenstände. Sie sehen wie Einzelblüten aus und fungieren auch blütenökologisch als Gesamtheit zur Anlockung von Bestäubern; es sind also Blumen, in denen viele, kleine Einzelblüten zusammengefasst sind. Am Rand des Blütenkörbchens angeordnete Zungenblüten verstärken oft den Eindruck, dass es sich bei dem Blütenstand um eine einzige Blüte handelt. Die Blüten sind umgeben von Hüllblättern. Die Blütenstandsachse ist kegelig oder abgeflacht. Hüllblätter umgeben die Köpfchen oder Körbchen, sie entspringen entweder direkt dem kegelig verlängerten oder abgeflachten Körbchenboden oder einer Achsel dort sitzender schuppenförmiger Tragblätter. Diese Blütenkörbe stehen einzeln oder sind zu oft traubigen Blütenständen zusammengefasst.

Blüte
Die zwittrigen oder eingeschlechtigen Blüten sind meist fünfzählig. Die Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Die Kelchblätter sind teilweise oder ganz reduziert, bei vielen Taxa sind sie zu einem charakteristischen Haarkranz oder seltener zu einem häutigen Saum umgebildet. Dieser Flugapparat für die Frucht heißt Pappus. Die Fruchtknoten sind unterständig. Es ist nur ein Kreis mit drei bis fünf fertilen Staubblättern vorhanden, sie haben nur kurze Staubfäden; die Antheren sind zu einer Röhre verwachsen. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit zwei Griffeln. Die Griffel schieben sich durch die Antherenröhre und schieben dabei den Pollen aus der Röhre mit Fegehaaren, die sich an der Außenseite oder der Spitze des Griffels befinden. Erst danach wird die Narbe empfängnisfähig.
Es gibt zwei grundsätzliche Blütenformen in der Familie: radiärsymmetrische Röhrenblüten (Scheibenblüten) und zygomorphe Zungenblüten (Strahlenblüten). Je nach Unterfamilie sind beide Blütenformen zusammen oder nur eine davon vorhanden.



Frucht
Die Frucht ist meist eine Sonderform einer Nuss, die Achäne, meist mit einem Pappus, der in Form von Schuppen, Borsten oder Haaren ausgebildet sein kann.



Ökologie
Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Insekten oder durch den Wind.
Die Ausbreitungseinheit ist der Same. Der Same wird entweder durch den Wind durch die Flughaare oder durch Tiere verbreitet. Zur Tierverbreitung bilden die Involukralbrteen z. B. bei der Großen Klette (Arctium lappa) an der Spitze Haken aus, die sich im Fell von Säugetieren oder in der Kleidung von Menschen verhaken, um später an anderer Stelle wieder abzufallen. Dies ist eine spezielle Form der Zoochorie, die man Epizoochorie nennt.

Inhaltsstoffe
Viele Arten sind reich an ätherischen Ölen, die sich in sehr charakteristischen Drüsenschuppen befinden. Oft wird als Reservestoff Inulin gebildet.

Systematik
Nach neuen phylogenetischen Erkenntnissen wurden nun zwölf Unterfamilien eingeführt:


Asteroideae Lindl.: Mit 20 Tribus, 1.135 Gattungen und 16.200 Arten, mit weltweiter Verbreitung. Neben Röhrenblüten sind oft am Rand des Blütenstandes Zungenblüten vorhanden. Die Zungenblüten haben drei Kronzipfel.

Barnadesioideae (D.Don) Bremer & Jansen: Mit dem einzigen Tribus:
Barnedesieae: Mit neun Gattungen und 94 meist verholzenden Arten. Mit einer Verbreitung nur in Südamerika, besonders in den Anden. Die Kronröhre ist zweilippig (Lippe oder Zunge) (eine Lippe/Zunge wird aus vier Kronblättern, die andere aus einem Kronblatt gebildet.). Es ist die ursprünglichste Gruppe in der Familie.
Carduoideae Sweet: Mit drei Tribus, 83 Gattungen über 2.700 Arten, mit weltweiter Verbreitung, die meisten Arten auf der Nordhalbkugel. Es sind nur Röhrenblüten vorhanden.
Cichorioideae Chev.: Mit fünf Tribus, 224 Gattungen und 3.600 Arten, mit einer weltweiten Verbreitung. Die Blütenstände enthalten nur aus Zungenblüten. Die Zunge wird aus fünf Kronzipfeln gebildet.
Corymbioideae Panero & Funk: Mit dem einzigen Tribus:
Corymbieae: Mit nur einer Gattung und sieben Arten, in Südafrika.
Gochnatioideae Panero & Funk: Mit dem einzigen Tribus:
Gochnatieae: Mit vier bis fünf Gattungen 90 Arten. Der Pappus besteht aus Borsten.
Gymnarrhenoideae Panero & V.A.Funk: Mit dem einzigen Tribus:
Gymnarrheneae: Mit nur einer Gattung:
Gymnarrhena und einer bis sechs Art(en), mit einer Verbreitung von Nordafrika bis in den Nahen Osten.
Hecastocleioideae Panero & Funk: Mit dem einzigen Tribus:
Hecastocleideae: Es ist ein monogenerisches Taxon die Gattung:
Hecastocleis mit nur einer Art, in den südwestlichen USA:
Hecastocleis shockleyi A.Gray: Das Blütenkörbchen enthält nur eine Blüte und der Pappus besteht aus Schuppen.
Mutisioideae Lindl.: Mit 44 Gattungen und 630 Arten in Südamerika. Die Kronröhre ist zweilippig (Lippe oder Zunge) (eine Lippe/Zunge wird aus zwei, die andere aus drei Kronblättern gebildet.)
Pertyoideae Panero & Funk: Mit dem einzigen Tribus:
Pertyeae: Mit fünf bis sechs Gattungen und 70 Arten von Afghanistan bis ins östliche Asien. Die Kronröhre ist tief, ungleich geteilt.
Stifftioideae Panero: Mit etwa zehn Gattungen und 40 Arten in den Anden und im nordöstlichen Südamerika.
Wunderlichioideae Panero & Funk: Mit etwa acht Gattungen und 24 Arten im östlichen Südamerika und südwestlichen China.
Für die zugehörigen Tribus und Gattungen siehe die einzelnen Unterfamilien.

Quellen
Die Familie der Asteraceae bei der APWebsite (engl.)


Beschreibung der Familie bei DELTA. (engl.)
http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/orders/asteralesweb.htm#Asteraceae

Beschreibung der Familie in der Flora of North America. (engl.)
http://delta-intkey.com/angio/www/composit.htm

Beschreibung der Familie in der Western Australian Flora. (engl.)
http://florabase.calm.wa.gov.au/browse/profile/22924

Beschreibung der Familie in den Bestimmungsübungen der Uni-Ulm.
http://www.biologie.uni-ulm.de/lehre/bestueb/asterace.htm

Beschreibung der Familie und Unterfamilien.
http://www.pharmakobotanik.de/systematik/5_famili/astera-3.htm


Weblinks
Commons: Korbblütler � Bilder, Videos und Audiodateien
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Asteraceae?uselang=de

Eintrag bei GRIN.
http://www.ars-grin.gov/cgi-bin/npgs/html/family.pl?110

Robert R. Kowal: Keys to the Asteraceae of Wisconsin, aber dient auch als Schlüssel
zu den Taxa der Familie über diesen Bundesstaat hinaus. (engl.)
http://www.botany.wisc.edu/wisflora/AsteraceaeOfWIintroKeyAppendicesC-G.pdf

Kategorie: Korbblütler
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Korbbl%C3%BCtler

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer