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23.01.2009

Kosmetik- und Produkttests: Töten für den Profit

Kosmetik- und Produkttests: Töten für den Profit
Stand: Juni 2008


Jahr für Jahr leiden Hunderttausende von Tieren in schmerzhaften Experimenten, in denen die „Sicherheit“ von Haushalts-, Landwirtschafts- und Industrieprodukten bewiesen werden soll. (1, 2).

Zahlreiche Substanzen von Haarfarbe bis Seife, Windeln und Waschpulver werden an Tieren getestet. 2005 wurden mehr als 81.000 Tiere in Deutschland zur Produkt – und Stoffentwicklung für Versuche verwendet. Hierunter Nagetiere, Hunde, Katzen, Pferde, Esel, Schweine, Affen und Fische. (3)

Augen- und Hautirritationstests
Für Augenirritationstests werden üblicherweise Kaninchen verwendet und Meerschweinchen für Hautirritationstests – obwohl die Augen von Kaninchen und die Haut von eerschweinchen eine andere Struktur und Funktion als die des Menschen haben. (4)

Bei den Augenirritationstests wird eine Flüssigkeit, Splitter, Körnchen oder das Puder einer Substanz in die Augen von Albinokaninchen gegeben, die bei vollem Bewusstsein sind. (5) Häufig werden die Tiere an Vorrichtungen befestigt, aus denen nur ihr Kopf herausragt und viele erhalten keinerlei Narkose während der Tests. Kaninchen wählt man deshalb für diese Versuche aus, da ihre Augen keine Tränen produzieren, die die chemische Substanz wegwaschen könnte. (6, 7)

Nachdem die Substanz in das Auge des Kaninchens gegeben wurde, verzeichnen Labortechniker den Schaden an ihrem Augengewebe in bestimmten Intervallen über eine durchschnittliche Zeitspanne von 72 Stunden – die Tests können sich allerdings auch über bis zu 21 Tage erstrecken. (8) Zu den Reaktionen auf die Substanz gehören schwere Schäden an der Bindehaut, Eiterbildung auf der Hornhaut, Erblindung und Tod.
Da die Ergebnisse der Augenirritationstests von Labor zu Labor und selbst von Kaninchen zu Kaninchen verschieden sind, sind sie äußerst fragwürdig. (9) Ian Gibson, Mitglied des US-Parlaments, sagte, er wüsste, dass es Alternativmethoden gäbe und so „niemand die Tests an den Augen von Kaninchen durchführen“ müsse. (10)

Akut-Toxizitätstests
Am häufigsten werden Mäuse und Ratten für die systematischen Akut- und Sub-Akut-Toxizitätstests verwendet, Beagles meist für Langzeit-Toxizitätsstudien. (11,12)

Bis 1990 wurde der berüchtigte LD50 Test, bei dem allen Tieren ausreichende Mengen einer Substanz verabreicht werden, um den Tod von 50% zu verursachen, noch verwendet, um alle möglichen Substanzen zu testen. (13) Er wurde 1927 entwickelt. Aufgrund der ihm anhaftenden Grausamkeiten kündigte die britische Regierung 1999 an, keine LD-50 Lizenzen mehr für Oral-Toxizitätstests zu genehmigen. (14) Die FDP-Methode (fixed dose procedure) ist nun die bevorzugte, doch auch zwei weitere Tests finden Verwendung, wovon einer noch immer zum Tod führt. (15,16) Bei der FDP-Methode wird den Tieren eine Dosis verabreicht, die Anzeichen von Toxizität hervorruft, nicht jedoch den Tod. (17) Die Tiere erbrechen sich, haben innere Blutungen und Krämpfe. (18)

Krebstests
Dies ist ein weiterer Test, bei dem Tiere – normalerweise Ratten und Mäuse – über einen langen Zeitraum hinweg Substanzen ausgesetzt werden, um herauszufinden, ob die Substanz krebserregend ist. (19) Jedoch können die Ergebnisse bei den verschiedenen Tierarten weit auseinandergehen. Einstreu, Umwelteinflüsse, Lärm, die Anzahl der zusammen gehaltenen Tiere, Temperatur und Ernährung können zu den verschiedensten Testergebnissen in einem Labor führen – ebenso wie das Alter, Gewicht und Geschlecht der verwendeten Tiere. (20,21) Wie unzuverlässig sind die Ergebnisse dann wohl, wenn sie auf den Menschen übertragen werden? Eine Studie der Medikamentenfirma Pfizer zeigte, dass Tierversuche mit Chemikalien, die beim Menschen Krebs auslösen, nur in 38% der Fälle akkurate Ergebnisse erzielten. (22) Das Werfen einer Münze würde genauere Ergebnisse hervorbringen als grausame und kostenintensive Tierversuche.

Das europäische REACH Programm
Das REACH-Programm (Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) fordert, dass für chemische Substanzen die vor 1981 entwickelt wurden erneut Tests durchgeführt werden, einschließlich derer, die bereits seit vielen Jahren verwendet werden. Auch wenn die Anzahl der verwendeten Tiere laut der Behörden auf ein Minimum reduziert werden soll, ist zu befürchten dass viele Millionen Tiere in grausamen Tests sterben werden.

Warum überhaupt Tiere?
Tierversuche kann man einsetzen, um jedes Produkt für den Markt genehmigungsfähig zu bekommen. Dr. Ray Greek, ein früherer Tierexperimentator, räumt ein, dass Tierversuche Medikamentenfirmen in „falscher Sicherheit wiegen“. Geht etwas schief und wird jemand durch ein Medikament krank oder verletzt, das im Tierversuch als „sicher“ galt, so können die Firmenanwälte behaupten: „Wir haben es an Tieren getestet und es gab keinen Hinweis darauf, dass das passieren würde.“ (23)
Andere glauben, dass ihnen Tierversuche helfen, sich auf dem Markt zu behaupten. Wenn die Konsumenten Produkte mit neuen Inhaltsstoffen fordern, wie Alphahydroxysäuren, scheinen Tierversuche häufig die billigste und einfachste Möglichkeit zum „Nachweis der Sicherheit“ zu sein und aktuelle Gesetze verlangen, dass neue Inhaltsstoffe und pharmazeutische Medikamente an Tiere getestet werden. Der Hersteller eines Produktes ist nicht gezwungen, die ursprünglichen Ergebnisse zu veröffentlichen.

Der Schritt in die Zukunft
Immer mehr Unternehmen ersetzen Tierversuche durch verlässlichere, effizientere und ethischere Versuchsarten. Viele Testmethoden, wie z. B. Zellkulturen, Gewebekulturen, Hornhäute von Augenbanken und ausgeklügelte Computer- und Mathematikmodelle sind derzeit möglich. Die meisten tierfreundlichen Firmen arbeiten mit einer Kombination aus verschiedenen Methoden, um die Sicherheit festzustellen. Häufig werden aufwendige Datenbanken von Inhaltsstoffen und Zusammensetzungen geführt und In-Vitro-Tests sowie klinische Studien von Menschen angewandt.


Zeigen Sie Mitgefühl
Mitfühlende Konsumenten spielen eine ausschlaggebende Rolle in der Abschaffung dieser grausamen Testmethoden. Es hat einen Einfluss auf die Unternehmen, wenn Konsumenten Informationen über die Produkte einfordern. Sie können PETA Deutschland e.V. kontaktieren, um eine komplette Liste der tierfreundlichen Kosmetikunternehmen und Tiernahrungshersteller zu beziehen.

Was Sie tun können
Konsumenten haben sehr viel Macht. Schreiben Sie alle Firmen an, die noch immer an Tieren testen, und erklären Sie ihnen, warum Sie ihre Produkte nicht kaufen. Wenn dies genug Menschen tun, werden die Unternehmen ihre Methoden ändern. Schreiben Sie jedoch auch an Firmen, die nicht an Tieren testen und gratulieren Sie ihnen zu diesem ethischen Standpunkt.

Listen können Sie bei PETA Deutschland e.V. bestellen.



Quellenangaben
1) The Boyd Group, “The Use of Animals in Testing Household Products: A Discussion Paper and Statement of Principle”, December 2002, p. 12.
2) The Boyd Group, p. 8.
3) Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) „Tierschutzbericht der Bundesregierung 2007“. April 2007, 72 S.
4) The Boyd Group, p. 12.
5) Fadali, pp. 148-9.
6) Nedim C. Buyukmihci, “Safety Testing of Products for Human Use: Irrefutable Necessity or Morally Indefensible False Sense of Security?”.
7) Young People’s Trust for the Environment, “Vivisection” Factsheet.
8) Fadali, p. 149.
9) CS Weil and RA Scala, “Study of Intra- and Inter-Laboratory Variability in the Results of Rabbits RIE and Skin Irritation Tests”, Toxicology and Applied Pharmacology, (1971) 19276-360, Cited in Moneim Fadali, Animal Experimentation: A Harvest of Shame, p. 149.
10) Ian Gibson, Speaking in the House of Commons, 19 Mar 2003.
11) The Boyd Group, p. 12.
12) The Boyd Group, p. 12.
23) C Ray Greek and Jean Swingle Greek, Sacred Cows and Golden Geese, The Continuum International Publishing Group, 2000, p. 57

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