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20.01.2009

„Labour log – Barry starb“

„Labour log – Barry starb“

Zum 5. Todestag von Barry Horne – sein Vermächtnis lebt weiter


Barry Horne war einer der weltweit bekanntesten Tierrechtler und hat vor allem die britische Tierrechtsbewegung durch seine Entschlossenheit und seinen Mut in unermesslichem Maße vorangetrieben und geprägt. Am 5. November 2006 jährte sich sein Todestag zum fünften Mal: Im November 2001 war er aufgrund eines Leberversagens, hervorgerufen durch seinen dritten Hungerstreik gegen die Befürwortung von Tierversuchen seitens der britischen Regierung, im Krankenflügel des Long Lartin Gefängnisses in Worcestershire verstorben. Doch sein Geist inspiriert weiterhin Generationen von Tierrechtlern…

Zu seinem Gedenken entstand die Homepage www.barryhorne.org, auf der neben einem Brief des Familienvaters auch eine Chronologie über seine Gefängniszeit mit vielen interessanten Infos zu finden ist. Die Betreiber der Seite gedenken mit einem Tribut an Barry seines 5. Todestages. Sie erinnern jedes Jahr erneut auf seinen tragischen Tod, diesmal riefen sie jedoch zudem dazu auf, die Tage um den 5. November ganz in die Erinnerung an Barry zu stellen, sei es durch Infostände, Demos oder sonstige Tierrechtsaktionen oder Tierbefreiungen. Viele Menschen kamen diesem Aufruf nach. Die spektakulärste Aktion im Gedenken an Barry war sicherlich der Anschlag der ALF auf sechs Lkw eines Eier-Betriebs in Oxford, bei dem 370.000 Euro Sachschaden entstand.

Zur Vorgeschichte: Barry wurde in den späten 90er Jahren als der Tierrechtsaktivist berühmt, der aus Protest gegen die Tierversuchsindustrie und die Lügen der Labour Partei im Wahlkampf in mehrere Hungerstreiks trat. Dies war jedoch nur der Höhepunkt seines langjährigen Engagements in der britischen Tierrechtsbewegung: Als überzeugter Veganer nahm er an jeglichen Aktionen gegen Tierausbeutung teil, er agierte als Jagdsaboteur, als ALF Aktivist befreite er selbst Tiere und bewahrte sie so vor ihrem schrecklichen Schicksal. Er gehörte zu den Leuten, die Tierausbeuterunternehmen in England schweren wirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe bescherten. Zeitweise half und lebte er auf verschiedenen Gnadenhöfen im ganzen Land, er nahm an Infoständen teil, entwarf Newsletter und Broschüren, kurz: er tat, was er nur konnte für die Tiere. Sein letztes großes Opfer sollte ihn schließlich weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt machen, es war sein Weg, auch hier für ein Ende der sinnlosen Tierquälerei zu kämpfen, und zwar auf dem Gebiet der Tierversuche, das ihm besonders am Herzen lag: durch Hungerstreiks im Gefängnis …

„Dieser Kampf ist nicht für uns, nicht für unsere persönliche Wünsche oder Bedürfnisse. Er ist für jedes Tier, das jemals in den Tierversuchslaboren gelitten und gestorben ist und für jedes Tier, das in diesen Laboren noch leiden und sterben wird, wenn wir dieses widerliche Geschäft jetzt nicht beenden. Die Seelen der Gefolterten und Toten schreien nach Gerechtigkeit. Die, die noch am Leben sind, schreien nach Freiheit. Wir können diese Gerechtigkeit herstellen und wir können ihnen die Freiheit bringen. Die Tiere haben niemanden außer uns. Wir werden sie nicht enttäuschen.“
Barry Horne, September 1998


Die britische Regierung ist TierrechtlerInnen im Vereinigten Königreich seit jeher ein Dorn im Auge (andersherum noch viel mehr, die Regierung geht mittlerweile äußerst hart gegen TierrechtsaktivistInnen vor) und ganz besonders Barry machte es sich zur Pflicht, hier etwas zu erreichen. So hat die Regierung 100 Millionen Pfund Steuergelder für den Bau des Tierversuchslabors der Oxford Universität bereitgestellt, nachdem sie bereits Millionen für den Schutz von Firmen wie HLS vor TierrechtlerInnen ausgab. Gleichzeitig erlässt die Regierung Gesetze, die die skrupellose Tierversuchsindustrie schützen und ihre Gegner als Kriminelle hinstellen.

Nachdem er sich bereits seit 1996 in Untersuchungshaft befand, wurde Barry am 5. Dezember 1997 wegen Sachbeschädigung an Tierversuchsfirmen zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, die höchste Strafe, die je über einen Tierrechtler verhängt wurde. Durch seine ungewöhnlichen Aktionen wollte Barry, trotz seines „Weggesperrtseins“, die britische Regierung dazu bewegen, eine öffentliche Untersuchung der Arbeitspraktiken in britischen Tierversuchslaboren durchzuführen. Dies war ein Versprechen, das die Labour Partei im Wahlkampf 1997, den sie gewann, gab. Barry wollte sie durch seine medienwirksamen Streiks lediglich daran erinnern…auch an das unsägliche Leid, das die Tiere in den Laboren tagtäglich durchmachen müssen. Barry ergriff dreimal die drastische Maßnahme des Hungerstreiks, was ihn natürlich in die Medien brachte und für Entrüstung und Entsetzen sorgte.

Barrys erster Hungerstreik dauerte 35 Tage und führte zu vermehrten Tierrechtsaktionen und -befreiungen, z.B. der Befreiung von Katzen aus der Hillgrove Farm (Züchter für „Labortiere“). Der zweite Hungerstreik begann am 11. August 1997 und endete 46 Tage später. Sein Ziel bestand darin, die Labour Regierung dazu zu bringen, jede Genehmigung von Tierversuchen innerhalb eines vereinbarten zeitlichen Rahmens zurückzuziehen. Wieder gingen Wellen der Unterstützung seitens der TierrechtlerInnen durch ganz Großbritannien, in Den Haag, Amerika und Schweden wurden ebenfalls Proteste abgehalten.

Sein längster Hungerstreik begann am 6. Oktober 1998 und wurde am 13. Dezember nach 68 Tagen beendet!!! Im Verlauf dieser Wochen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand immer mehr, er war mittlerweile fast taub und seine Sehkraft nahm drastisch ab, er litt an einer Nierenschwäche … sein Wille jedoch war nach wie vor ungebrochen. Als Barry starb war er 49 Jahre alt und hatte seit 15 Tagen nichts zu sich genommen. Seine vorherigen Hungerstreiks haben schwer an ihm gezehrt, er hat sich weder physisch noch mental je von seinen Qualen erholt.

Bei der Beerdigung von Barry Horne waren hunderte von TierrechtlerInnen in seiner Heimatstadt Northampton anwesend, um ihrem Helden, einem tapferen Kämpfer für die Tiere und deren Rechte, seine letzte Ehre zu erweisen. Während des Trauerzugs hielten TierrechtlerInnen ein Banner, dessen Aufschrift Barrys Schicksal auf tragische Weise verdeutlicht: „Labour lied, Barry died“ (wörtlich „Labour log, Barry starb“). Er liegt unter einer Eiche begraben und eine Gedenktafel aus Holz verweist auf diesen wunderbaren, einzigartigen Menschen, der alles gab, nie die Hoffnung verlor und stets an die Befreiung der Tiere glaubte. Möge er uns allen ein Beispiel sein…er mag tot sein, aber vergessen werden wir ihn und seine Leidenschaft nie.

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