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25.01.2009

Liebe G8, spart euch das Klüngeln!

Liebe G8, spart euch das Klüngeln!
22.03.2007: Wir brauchen einen reformierten und konsequenten UNOlateralismus!! Beschluss des Bundesausschusses vom 16. - 18. März in Bremen

Der G8 Gipfel 2007 findet unter deutscher Präsidentschaft vom 6.-8. Juni in Heiligendamm bei Rostock statt. Für uns als GRÜNE JUGEND stellt die G8 ein undemokratisches, nicht legitimiertes, ausschließendes und intransparentes Gremium dar.

Die Reichen und Mächtigen haben sich selbst dazu berufen, die Weltgeschicke zu lenken ohne dabei andere Länder als gleichberechtigte PartnerInnen anzuerkennen. Die Politik der G8 ist für viele Menschen im Süden nicht glaubwürdig und führt zu einem weiteren Verlust des Ansehens der Demokratie. Anstelle der Abstimmung der reichsten Staaten über weltpolitische Themen braucht es großes und vor allem ehrliches Engagement, um die Stärkung und Reformierung demokratisch legitimierter internationaler Organisationen, insbesondere die Vereinten Nationen, voranzutreiben.

Eine enge Zusammenarbeit über Staatengrenzen hinweg ist aufgrund vieler globaler Probleme notwendiger als jemals zuvor, sie darf aber nicht unter Ausschluss des größten Teils der Staatengemeinschaft geschehen. Auch wenn hier offiziell nichts entschieden wird - wenn sich die G8 auf ein gemeinsames Vorgehen in einer internationalen Institution einigt, gibt es für andere Staaten kaum mehr etwas daran zu rütteln. Daher lehnen wir auch die teilweise als Reformvorschlag zur G8 ins Spiel gebrachte G20 ab, da es keine gangbare Alternative darstellt, ein anderes undemokratisches und abgeschlossenes Gremium an die Stelle der G8 zu setzen. Außerdem würde eine derartige Institution die Vereinten Nationen unterminieren und notwendige Reformen verzögern.

Die Staatsfrauen und -männer der G8 haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie kein Interesse an nachhaltigen Lösungen haben, vielmehr versuchen sie mit überaus dubiosen Medientricks diese Klüngel-Runde zu legitimieren. Dies macht die Politik der G8-Staaten noch viel unglaubwürdiger. Auch dieses Jahr besteht eine große Gefahr das Thema Afrika für Medienzwecke zu instrumentalisieren.

Wir glauben den bloßen schönen Worten nicht mehr, wir wollen ehrliche und nachhaltige Taten sehen!

Da wir die Legitimität der G8 nicht anerkennen, stellen wir keine Forderungen an dieses Gremium. Dennoch sehen wir die Regierungen der G8-Staaten in klarer Verantwortung zur Lösung globaler Probleme. Daher sind ihre VertreterInnen die AdressatInnen unserer Forderungen - im Falle Deutschlands die Bundesregierung.

Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht mehr mit Kuscheldiplomatie verdeckt werden
Wir begrüßen die Absetzung der schwachen UN-Menschenrechtskommission und die Gründung des UN-Menschenrechtsrates, geben uns damit aber bei weitem noch nicht zufrieden. Die Überwachung und Sanktionierung von Menschenrechtsverletzungen braucht eine starke und effiziente Verankerung innerhalb der Vereinten Nationen. Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht mit mehr Kuscheldiplomatie verdeckt werden, sondern müssen klar benannt werden und öffentlich angeklagt werden. Dies gilt insbesondere auch für die wachsende Tendenz der Generalverdächtigungen von MuslimInnen. Diese Diskriminierung ist nicht hinnehmbar. Ebenso das Festhalten von sog. verdächtigen Personen im rechtsfreien Raum wie in Guantanamo oder anderen illegalen Gefängnissen muss entschieden zurückgewiesen werden und die Ausführenden zur Rechenschaft gezogen werden. Regierungen die Menschenrechtsverletzungen wie illegale Gefangenentransporte dulden sind ebenfalls zur Anklage zu bringen.

Menschenrechte müssen viel stärker in die Rechtssprechung integriert werden und einklagbar gemacht werden. Dazu gehören nicht nur die Grund- und politischen Rechte, sondern auch verstärkt wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte.

Klimawandel stoppen - Jetzt !!
Der Klimawandel ist das herausragende Problem der Weltgemeinschaft - jetzt und in den nächsten Jahrzehnten! Es hat lange gedauert, doch mittlerweile wird die Dramatik der Situation selbst den hard-core Konservativen. Damit es nicht bei Sonntagsreden über die katastrophale Weltsituation bleibt, stellt der Klimawandel für uns das Schwerpunktthema im Rahmen der Aktivitäten rund um den G8-Gipfel dar. Wir wollen Taten sehen! Die G8-Staaten tragen einen völlig unverhältnismäßig großen Teil zum weltweiten CO2-Ausstoß bei, daher wiegt ihre Verantwortung besonders schwer.

Unter den Folgen des Klimawandels leiden nicht sie selbst am meisten, sondern vor allem die Länder des Südens und die Inselstaaten, die von Dürre und Überschwemmungen bedroht sind. Die Folgen des Klimawandels verschärfen so die herrschenden sozialen Ungerechtigkeiten noch weiter. Auch darf nicht hingenommen werden, dass ärmere Länder in ihrer Entwicklung benachteiligt werden. Stattdessen müssen durch Hilfe der internationalen Staatengemeinschaft Zugänge zu neuen, CO2-armen Technologien und nachhaltigen Entwicklungskonzepten geschaffen werden.

Die globalen Auswirkungen des Treibhauseffektes machen deutlich: territoriale Einzelstaaten sind überkommen und ihre nationale Egoismen lassen uns nicht weiter kommen. Gerade im Umweltschutz müssen internationale Lösungen her. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für die Etablierung eines weltweiten Emissionshandelssystems einzusetzen, das auch den Flug- und Straßenverkehr umfasst, sowie für ein radikales Klimaschutzabkommen, das alle einbezieht - ab jetzt und nicht erst ab 2012! Allen voran müssen die USA als größter CO2 Emittent zur Verantwortung gezogen werden - notfalls mit Sanktionen! Potenziale zur Energieeffizienz, zum Energiesparen und zum Ausbau erneuerbarer Energien müssen viel konsequenter als bislang ausgeschöpft werden. Als konkrete erste Schritte fordern wir die Einführung einer globalen Kerosinsteuer die deutlich spürbare Anreize ausübt. Auch bei anderen Gütern müssen die ökologischen Kosten in den Preis integriert werden, etwa bei dem Transport von Waren.

Ärmere Länder dürfen in ihrer Entwicklung nicht benachteiligt werden. Stattdessen müssen moderne CO2-arme Technologien zur Verfügung gestellt werden, denn eine bloße nachholende industrielle Entwicklung wäre katastrophal. Im Gegenzug müssen die Entwicklungs- und Schwellenländer sich zur Einhaltung von ökologischen Bestimmungen verpflichten. Im Rahmen der G8+5 müssen die mächtigsten Länder der Welt sich auf globale Energiepartnerschaften mit ihren Nachbarregionen einlassen. Hierbei darf es nicht um einen Handel mit fossilen Brennstoffen gehen sondern mit Erneuerbaren Energien. Die Bundesregierung muss sich für konkrete Zusagen einsetzen, wie den am meisten vom Klimawandel betroffenen Staaten - meist Entwicklungsländer - zu helfen ist.

Die Bundesregierung muss an dem beschlossenen Atomkonsens festhalten und darf sich nicht der Atomlobby und ihren scheinheiligen Argumenten der Kernenergie als "saubere und kostengünstige" Energie beugen. Auch auf globaler Ebene muss sich die Bundesregierung für eine Förderung der Alternativen zu Atomenergie einsetzten. Die G8-Staaten müssen sich von ihrem Konzept der "sicheren Atomenergie" verabschieden - es gibt keine sichere Atomenergie!

Frieden und Entwicklung kann man nicht trennen!
Die jährlichen Rüstungsausgaben belaufen sich auf 956 Milliarden US$ (2005) und im Gegensatz dazu werden nur 78 Milliarden US$ für Entwicklungszusammenarbeit aufgebracht. Mit diesen Geldmassen, die in die Rüstung fließen, könnte man viele globale Probleme lösen. Die GRÜNE JUGEND fordert eine drastische Abrüstung und ein Umlenken der Forschungsgelder. Das Geschäft mit dem Waffenhandel ist ein Absurdum: die westliche Welt liefert heute Waffen in Entwicklungsländer, mit denen morgen Kriege geführt werden und denen die westliche Welt übermorgen Gelder zum Wiederaufbau des Landes bereitstellen muss. Die GRÜNE JUGEND will ein komplettes Verbot des Waffenhandels und ein Verbot des privaten Waffenbesitzes.

Zudem müssen mehr Staaten dazu gebracht werden, dem Atomwaffensperrvertrag und dem Kernwaffenteststopp- Vertrag beizutreten bzw. zu ratifizieren. Um im Falle eines Krieges nicht auf eine landeseigene Armee angewiesen zu sein, sollen von den Ländern Friedensversicherungen abgeschlossen werden, die ihnen den Einsatz der UN-Friedenstruppen garantiert. Zahlreiche Länder könnten so ihr Militär abschaffen (wie z.B. Costa Rica kurz nach dem Zweiten Weltkrieg) und die weltweiten Rüstungsausgaben könnten erheblich gesenkt werden.

Viele Konflikte der Zukunft werden sich um die Grundressource Wasser drehen. Das Recht auf Wasser muss in einer Konvention der UN als Gemeingut verbrieft werden und zu den allgemeinen Menschenrechten hinzugefügt werden; in den nationalen Verfassungen muss Wasser als Gemeingut deklariert werden, um den Menschen weiterhin Zugang zu diesem wichtigen Gut zu gewährleisten und vor Privatisierung zu schützen.

Diese und viele weitere soziale und ökologische Konflikte müssen ernst genommen werden. Die Außenpolitik und darunter auch die Entwicklungszusammenarbeit haben viele dieser Konflikte erst hervorgerufen oder verschärft. Gerade bei drohenden Konflikten ist es von großer Bedeutung nachhaltig zu Handeln, anstatt kurzfristigen wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen oder anderen Interessen zu folgen.

Der in Gleneagles 2005 groß angekündigte Schuldenerlass war ein reiner Mediengag, da er meilenweit davon entfernt war 100%ig zu sein und mit Geldern der Entwicklungshilfe für diese Staaten verrechnet wurde. Das Geld, das nun aufgrund eines geringeren Schuldendienstes zur Verfügung stand, konnte nicht neu investiert werden, sondern wurde in die Projekte gesteckt, die vorher vom Ausland finanziert wurden. Die GRÜNE JUGEND fordert daher ein nachhaltiges, faires und transparentes Schiedsverfahren für alle Schuldnerstaaten und die Streichung aller illegitimen Schulden! Statt "Unterhaltszahlungen" müssen Entwicklungsländer eine wirkliche Hilfe zur Selbsthilfe erhalten, die sie langfristig auf eigenen Füßen stehen lässt. Wir fordern eine nachhaltige und ehrliche Entwicklungspolitik mit Staaten, die sich zu Good Governance bekennen. Die krasse Abhängigkeit des "Südens" vom "Norden" (Kredite, technisches Know-How, Investitionen etc.) muss durch stärkeren Wissens- und Technologietransfer beendet werden.

Seit den 70er Jahren sollen bereits 0,7 Prozent der BIPs der Industrieländer für Offizielle Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt werden. Bis auf einige skandinavische Länder ist dies bislang noch nirgendwo in die Tat umgesetzt worden. Die GRÜNE JUGEND begrüßt den Beschluss des Europäischen Rates, dieses Ziel bis 2015 zu erreichen, dennoch darf dies nicht durch das Gegenrechnen von Schuldenerlassen geschehen. Dazu braucht es zusätzliche Gelder, die durch die Reduzierung von Rüstungsausgaben, aber auch durch innovative Finanzierungsinstrumente eingenommen werden können. Daher stehen wir neben einer Kerosinsteuer auch für eine Steuer auf Devisentransaktionen (Tobin-Steuer) ein. Die Politiken von Weltbank und IWF der letzten Jahrzehnte zeigten, dass Liberalisierung der Wirtschaft und der Zwang zur Haushaltskonsolidierung etliche Länder noch stärker in die Armutsspirale stürzen und die grundlegenden öffentlichen Dienste zusammen brechen ließen. Die Bundesregierung muss sich für eine stärkere Teilhabe der ärmeren Länder an diesen beiden Gremien einsetzen und somit dafür sorgen, dass Entwicklungsländer eigene Gestaltungsfreiheit bei ihrem Wirtschafts- und Sozialsystem bekommen. Im Zuge der UNO-Reform muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass endlich ein möglichst kohärentes System zwischen UNO, Weltbank, Internationalem Weltwährungsfonds und Welthandelsorganisation entsteht.

Weltwirtschaft gerecht gestalten
Wer ein ehrliches Interesse an globaler Entwicklungspolitik hat, darf die Weltwirtschaft nicht außer Acht lassen. Die Industriestaaten dominieren den Welthandel. Die Entwicklungsländer müssen endlich gleichberechtigt bei den Entscheidungen zur Festsetzung der Welthandelsregeln beteiligt werden. Hierzu braucht es neben Partizipationschancen vor allem auch Transparenz, damit auch die Zivilgesellschaft die Entscheidungsprozesse nachvollziehen kann. Zudem predigen die Industriestaaten die Liberalisierung des Handels, praktizieren dies aber selbst oft nur, wenn es ihnen passt.

Die Welthandelsorganisation (WTO) muss nicht zwingend Teil der weltwirtschaftlichen Koordinierung sein. Ihre Reformfähigkeit wird die Frage beantworten, inwieweit diese Institution zukunftsfähig ist: Staaten müssen bei Importen die Möglichkeit bekommen ökologische und soziale Standards auch für die Produktion einführen zu können, wenn diese auf alle Produkte gleich angewendet werden und keinem einseitigen Protektionismus dienen. Das Streitschlichtungsorgan enthält Merkmale einer sanktionsfähigen Global Governance, was wir für positiv erachten. Dennoch benötigt diese Instanz Reformen hin zu mehr Transparenz und politischer Unabhängigkeit.

Vor allem die WTO, der Internationale Währungsfond und die Weltbankgruppe haben das Weltwirtschaftssystem in ihrem grundlegenden Recht mit einem neoliberalen Anstrich versehen, der Privatisierungen pauschal befördern soll und geistiges Eigentum "schützen soll". Außerdem sollen Handelsschranken immer weiter gesenkt werden. Dabei werden Entwicklungsländer und die Interessen ihrer BewohnerInnen zu wenig bei den Entscheidungsprozessen beteiligt. Wenn sich dieser Trend fortsetzt müssen konkrete Alternativen für die WTO entwickelt werden wie zum Beispiel eine Koalition der Willigen, die für ökologische und soziale Standards eintritt. Auch andere globale Institutionen wie der Internationale Währungsfond oder die Weltbank-Gruppe bedürfen umfassenden Reformen und zwar auf Grundlage folgender Prinzipien: statt der Maxime der Handelsliberalisierung wollen wir ein weltweites Vertragsrecht, das Demokratie, Menschenrechte und Umwelt- und Sozialstandards festschreibt. Dabei müssen den Standards der ILO-Konventionen und Multilateralen Umweltabkommen (MEA), sofern sie von einer deutlichen Mehrheit von Staaten akzeptiert werden, Rechnung getragen werden. Insbesondere die drängenden Bereiche Umwelt und Entwicklung bedürfen einer Stärkung im Weltwirtschaftssystem. Deshalb setzt sich die GRÜNE JUGEND auch für die Einrichtung einer Weltumweltorganisation ein, die ein Dach für die verschiedenen MEAs bildet und deren Durchsetzung mit Hilfe eines entwicklungspolitischen Ausgleichs sicherstellt.

Auch den einseitigen Privatisierungsbestrebungen von öffentlichen Gütern muss entgegengetreten werden: öffentliche Güter wie Wasser oder Bildung dürfen nicht aus den staatlichen Händen gerissen werden, da sich sonst nur noch reiche Menschen diese Güter leisten können. Die GRÜNE JUGEND fordert, dass öffentliche Güter auch öffentlich bleiben!

Gleichberechtigung weltweit
Die Globalisierung trifft bestimmte Gruppen in der Gesellschaft besonders hart. Verschärfte soziale Spannungen sind oft auch die Ursachen für eine stärkere Diskriminierung von Menschen. Dies geschieht z.B. hinsichtlich des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, des Alters, der Herkunft oder sogar Hautfarbe, der Religion, sozialen Herkunft und Behinderungen.

Frauen leiden viel stärker als Männer unter prekären Arbeitsverhältnissen, unbezahlter Mehrarbeit in der Familie, einer Ausweitung des "grauen Marktes" ohne Arbeitsschutz und für einen Hungerlohn - alles Folgen der weltweiten Liberalisierung. Dies hat häufig Armut, soziale Exklusion und Ausbeutung zur Folge. Überall auf der Welt sind Frauen in zu geringer Weise an der Ausübung der politischen und wirtschaftlichen Macht beteiligt. Gerade deswegen müssen Frauen weltweit besser in verantwortungsvolle Positionen einbezogen werden. Die UNO muss hier mit gutem Beispiel voran gehen und mindestens die Hälfte der zu vergebenden DiplomatInnen- und Delegationsposten an Frauen vergeben. Entwicklungszusammenarbeit muss ganz besonders auf die Situation von Frauen ausgerichtet sein, da sie erwiesenermaßen oft von Landbesitz oder finanziellen Ressourcen ausgeschlossen sind aber häufig viel nachhaltiger wirtschaften.

Ernährung und Gesundheit muss für alle erreichbar sein
Immer wieder haben die G8-Staaten wortreich Initiativen zur Bekämpfung von Armut in so genannten Entwicklungsländern angekündigt. Gefolgt ist darauf bislang relativ wenig. Es ist ein Skandal, dass aller propagierten Bemühungen der G8-Staaten zum trotz heute immer noch fast eine Milliarde Menschen unter- bzw. mangelernährt sind und noch mehr Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu Wasser haben.

Die globale Ungleichverteilung von Armut und Reichtum sorgt weiterhin dafür, dass trotz steigender Pro-Kopf-Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln keine Verbesserung der Ernährungssituation eintritt. Mitschuldig hieran ist eine verantwortungslose Agrarpolitik der Industriestaaten, die nicht auf die Bedürfnisse der Länder des Südens eingehen. Indem sie weiterhin auf die Öffnung der Märkte des Südens für ihre subventionierte Produkte drängen, zerstören sie die Basis für eine Produktion für den lokalen Markt. Für wachsende Agrarmärkte in Entwicklungsländern schädliche Agrarsubventionen müssen gestoppt werden, damit diese Länder Ernährungssouveränität erreichen und langfristig faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden können!

Zudem bedrohen Patente auf Saatgut die Ernährungssicherheit zahlloser Kleinbäuerinnen und -bauern, da sie dann nicht mehr das Recht haben eigenes Saatgut zu entwickeln und anzubauen, sondern vom Saatgut multinationaler Konzerne abhängig sind. Bereits jetzt beherrschen wenige große Konzerne den Weltmarkt für Saatgut, indem sie dieses patentieren und verkaufen, was sich KleinbauerInnen selten leisten können. Die Gentechnik wird nicht zur Lösung des Hungerproblems in der Welt beitragen. Denn ein sozialpolitisches Verteilungsproblem ist nicht durch eine "Korrektur" der Natur behebbar, schon gar nicht, wenn die Technologie in der Hand der Reichen und Mächtigen ist.

Viele Unternehmen drängen auf weltweit gültige Patentierungsrechte auch für Pflanzen. Dabei tragen viele Völker seit geraumer Zeit das Wissen über Heilkräuter und andere Pflanzen als kulturelles Erbe weiter. Durch eine Patentierung würden einige wenige Multis dieses Wissen an sich reißen und die freie Verfügbarkeit dieses menschlichen Allgemeinguts zerstören. Die GRÜNE JUGEND fordert die Bundesregierung auf, sich der Patentierung dieser öffentlichen Güter zu widersetzten.

Die Pharmaforschung ist darauf ausgelegt, die Wohlstandskrankheiten der reichen Industrieländer zu beheben. Ein Bruchteil der Forschung für Impfstoffe oder ähnliches wird im Bereich der "Armenkrankheiten" wie Malaria oder Tuberkulose getätigt, unter denen jedoch ein Großteil der Menschheit leidet. Wir fordern staatliche Forschungssubventionen auf solche Unternehmen zu beschränken, die einen Teil ihrer Forschung auch für diese Art von Krankheiten aufwenden und die Preise für Aids-Medikamente in Entwicklungsländern drastisch senken. Zudem müssen mehr Mittel in den internationalen Aids-, Malaria- und Tuberkulosefonds fließen.

Weltgemeinschaft statt Ausgrenzung
MigrantInnen dürfen nicht länger als Last der Gesellschaft angesehen werden, vielmehr müssen sie als Menschen anerkannt und dürfen nicht illegalisiert werden. In Zeiten der Globalisierung wachsen Staatengemeinschaften zusammen und die kulturelle Vielfalt wächst. Diese Entwicklung begrüßen wir, weil wir sie als Bereicherung ansehen. Die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen, wie muslimischem Morgenland und christlich geprägtem Abendland, muss in den G8-Staaten stattfinden. Anstatt das Misstrauen gegenüber MigrantInnen durch die Politik zu schüren, brauchen wir eine ehrliche, offene Integrationspolitik, die Diskussionen nicht scheut, sondern fördert. Der Wohlstand der G8-Staaten basiert auf globaler Ungleichheit. In Hinblick auf das ungerechte Weltwirtschaftssystem sehen wir es als moralische Pflicht an MigrantInnen Schutz und gerechte Lebensvoraussetzungen zu bieten. Das Recht den eigenen Wohn- und Lebensort selbst zu wählen ist ein Menschenrecht und sollte als dieses auch politisch umgesetzt werden.

Die aktuelle Migrationspolitik der G8-Staaten, sowie anderer EU- und Industrieländer, ist auf das schärfste zu kritisieren: Migration darf kein Spiel auf Leben und Tod sein. Es kann nicht nur darum gehen, wie wir unsere Grenzen besonders dicht machen, sondern es muss eine menschenbejahende und daher offene Migrationspolitik geben. Abschiebungen sind völlig inakzeptabel.

Migrationspolitik muss zudem eng verknüpft mit Entwicklungspolitik betrachtet werden, was aber nicht heißt, dass Abschottungspolitik mit entwicklungspolitischen Mitteln finanziert werden darf. Im Gegenteil: so lange es kein ehrliches Engagement in der Entwicklungspolitik gibt, wird es immer mehr Menschen geben, die sich nicht freiwillig für Migration entscheiden sondern sich aufgrund ihrer Lebensumstände gezwungen sehen zu migrieren. Die Akzeptanz wirtschaftlich aller Fluchtgrüpnde und langfristig die Abschaffung aller Grenzen

Die Welt braucht einen reformierten und konsequenten UNOlateralismus
Die Welt im Jahr 2007 sieht schwierigen Zeiten entgegen: neben den Folgen des globalen Klimawandels und der Vielzahl regionaler Konflikte, gibt es sogar teilweise Wiederaufrüstungsbestrebungen von einigen Staaten. Dazu kommt, dass die Hälfte der Zeit bis zur Erfüllung der UN Millenniumsentwicklungsziele bis 2015 schon verstrichen und die Welt weit davon entfernt ist, diese für viele Menschen lebenswichtigen Ziele zu erfüllen. Daher muss jetzt die Reform der Vereinten Nationen ernsthaft angegangen werden. Die Lösung der globalen Probleme kann nur über einen reformierten und konsequenten UNOlateralismus führen, wobei Politik immer so nahe wie möglich an den Menschen selbst - also ganz im Sinne des Subsidiaritätsprinzips - die Menschen so viel wie möglich im Sinne des Subsidiaritätsprinzips eingebunden werden!

Die GRÜNE JUGEND sieht die nächsten Monate als Herausforderung, öffentliche Debatten über eine nachhaltige Zukunft unserer Welt anzustoßen. Gerade hinsichtlich der Alternativen zu unserem heutigen System des globalen Regierens gibt es bisher noch einen großen Mangel an Konzepten, die wir als kritische und auf Nachhaltigkeit bedachte Jugendbewegung erarbeiten werden.

Dieser G8-Gipfel wird viele Debatten zu den Chancen und Hindernissen von Globalisierung anstoßen, die wir auch nach diesem Gipfel weiterführen werden. Für diese Debatten verdienen besonders zivilgesellschaftliche Bewegungen große Anerkennung, da sie die Kritik am G8-Gipfel und an der Politik dieser Staaten antreiben. Die GRÜNE JUGEND distanziert sich aber auch ganz klar von Globalisierungskritik von rechten Gruppierungen!

Global peace - Eine friedliche Welt im 21. Jahrhundert (07.05.2005) - Leitantrag der Mitgliederversammlung im Mai 2005 in Erfurt
http://www.gruene-jugend.de/show/70767.html

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