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20.01.2009

Manche Tiere sind gleicher - Konzepte von Tierschonung, Tierbefreiung, Tierrecht und Tierverteidigung und ihr politischer Anspruch

Susanna Harringer

Manche Tiere sind gleicher -
Konzepte von Tierschonung, Tierbefreiung, Tierrecht und Tierverteidigung und ihr politischer Anspruch

176 Seiten, Broschur
Euro 19,00/sfr 34,50
ISBN 3-900782-30-X
Verlag Guthmann-Peterson, Wien und Mülheim a. d. Ruhr, 2002

Die meisten Tierschutz- und Tierrechtsbroschüren sind nicht gerade spärlich mit Zitaten ausgestattet, meistens von Schweitzer, Kropotkin, Nelson oder Kaplan. Natürlich meinen es diese Autoren ausgesprochen gut mit den Tieren, aber was können einzelne Sätze, aus ihrem Zusammenhang genommen, die von Menschen ganz verschiedener Denkrichtungen stammen, wirklich aussagen? Und wo sind Tierschutz und Tierrecht eigentlich politisch anzusiedeln? Zur Klärung dieser Fragen und der damit verbundenen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge wäre es nicht schlecht, über den Stellenwert des Tiers in den verschiedenen politischen Theorien Bescheid zu wissen. In meinem Buch „Manche Tiere sind gleicher“ beginne ich deshalb mit einem Überblick über die Einstellung zur Natur, und damit zu den Tieren und Frauen, die in der Philosophie meist als eine Art Zwischenstufe zwischen Tier und Mensch gelten, von der „großen Kette des Seins“ in der Antike über die organische Weltsicht des Mittelalters zur mechanistischen Weltsicht der positivistischen Wissenschaft, mit Schwergewicht auf Marxismus, Feminismus und christlicher Tierethik. Bei den Konfliktfeldern, in denen die Tierrechtsbewegung tätig ist, geht es vor allem um den tierindustriellen Komplex, in dem die Tiere bis zur völligen Entfremdung von ihrem ganzen Sein und bis zu ihrem Tod ausbeutet werden. Beim Fleischessen fallen die - durchwegs undemokratischen und hierarchiestärkenden - Folgen in der menschlichen Gesellschaft auf, vom Fleisch als Statusmerkmal bis hin zum Fleischessen als greifbarer Verkörperung der Herrschaft des Menschen über die Welt.

Darauf folgt ein Überblick über den ethischen Vegetarismus, von den antiken Strömungen bis hin zur feministisch-vegetarischen Theorie, der meine besondere Zuneigung gilt, und die Antivisektionsbewegung als andere Wurzel der Tierrechtsbewegung, TierrechtstheoretikInnen wie Salt, Nelson, natürlich Singer und Regan und die feministische Tierverteidigung, die in Europa leider noch wenig rezipiert wird. Abschließend beleuchte ich die moderne Tierrechtsbewegung in mehreren Schlaglichtern wie der historischen Entwicklung des Tierschutzes, dem Kontakt zu anderen sozialen Bewegungen, der Entwicklung einer antispeziesistischen Sprache und dem grundsätzlichen Streben nach Autonomie. Ganz kurz gesagt, meine Arbeit ist eine politikwissenschaftliche Dissertation über die ökonomischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Folgen der Tierausbeutung und den Widerstand dagegen.

Mein Professor, Peter Gerlich, der auch nicht-klassischen Politik-Themen gegenüber aufgeschlossen ist und sich beim Rigorosum vor allem für das Verbot der Fuchsjagd in England interessierte, meinte dazu, „dass man nicht mit jeder der Schlussfolgerungen der Autorin übereinstimmen muss“, aber anzuerkennen ist, dass ich versucht habe, die „verschiedenen, teilweise auch durchaus radikalen Positionen der Tierrechtsbewegung objektiv darzustellen und auch die Kritiker an ihnen zu Wort kommen zu lassen“. No, wenn er sagt ...

Zur Autorin:

Susanna Harringer wurde 1957 in Gmunden/Österreich geboren und machte sich bald daran, die Bibliothek des neusprachlichen Gymnasiums der Kreuzschwestern Gmunden/Orth, die Gmundner Stadtbibliothek und die Gewerkschaftsbibliothek durchzuarbeiten. Sie sah sich auch regelmäßig im Sortiment der - seinerzeit drei - Gmundner Buchhandlungen um. Tiere waren dabei ein wichtiges Thema. Nach der - damals unkritischen - Lektüre von Konrad Lorenz, Erik Zimen, Otto König u.a. wollte sie Verhaltensforscherin werden. Die im Vorlesungsverzeichnis der veterinärmedizinischen Universität angekündigten „Kastrationsübungen an Hamstern“ gaben ihr allerdings sehr zu denken. So blieb es vorerst beim Wissen, dass viele Tiere über differenzierte Verhaltensweisen und komplexe soziale Strukturen verfügen. Sie studierte später Politikwissenschaft und Publizistik sowie Soziologie an der Universität Wien und engagierte sich in der Frauen- und Friedensbewegung und der Wiener Kommunalpolitik. Nach Abschluss der Buchhandelslehre ist sie als Lektorin tätig und betreut literarische und wissenschaftliche Publikationen. Mehrere Bücher, u.a. von Noam Chomsky, Maureen T. Reddy und Carol J. Adams, liegen in ihrer Übersetzung vor. Eine der Konsequenzen ihrer Beschäftigung mit dem Thema Tierrecht war der Wechsel zu vegetarischer Ernährung.

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