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23.01.2009

Massentierhaltung: Mechanisierter Wahnsinn

Massentierhaltung: Mechanisierter Wahnsinn
Stand: 7.11.2007


Das Leben auf „Old MacDonald’s Farm“ ist nicht mehr das, was es einmal war. Die grünen Weiden und idyllischen Szenen, die in Kinderbüchern porträtiert werden, sind fensterlosen Metallhallen, Drahtkäfigen und anderen Vorrichtungen, die verwendet werden, um Tiere in der Massentierhaltung auf engstem Raum einzupferchen, gewichen.

Entbehrung und Krankheit

Machen Sie sich folgendes klar: Die Massentierhaltung der modernen Landwirtschaft strebt danach, eine maximale Menge an Fleisch, Milch und Eiern so schnell und billig wie möglich zu produzieren, und das bei minimaler Platzanforderung. Kühe, Kälber, Schweine, Hühner, Truthähne, Enten, Gänse, Kaninchen und andere Tiere werden in kleinen Käfigen oder Ställen gehalten, oft so beengt, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. Man beraubt sie jeglicher Bewegungsmöglichkeit, damit ihre ganze Körperenergie in das Fleisch geht, das der Mensch später verzehrt. Da Beengtheit die wesentlichen Grundlagen für Erkrankungen bietet, werden die Tiere in der Massentierhaltung mit enormen Mengen Antibiotika gefüttert, die sich dann in ihren Körpern ansammeln und auf die Menschen übergehen, die diese Tiere verspeisen, was wiederum zu ernsthaften Gesundheitsgefährdungen für den Menschen führt.

Hühner werden in zwei Gruppen unterteilt: „Legehennen“ und „Brathähnchen“.

Vier „Legehennen“ werden in einem Drahtkäfig mit 550 cm² Bodenfläche gehalten, die Käfige sind oft mehreren Reihen übereinander gestapelt. Fließbänder bringen Futter und Wasser und transportieren Eier und Exkremente ab. Da die Hennen so extrem beengt sind, hält man sie im Halbdunkel und brennt ihnen die Schnabelspitzen (ohne Betäubung) ab, damit sie sich nicht gegenseitig totpicken. Der Maschendraht der Käfige schrabbt ihre Federn ab, scheuert ihnen die Haut auf und verkrüppelt ihnen die Füße. Etwa 4-6 % der deutschen Hennen, die unter diesen Bedingungen gehalten werden, sterben innerhalb von 12 Monaten an Stress oder einer Erkrankung (1), in den USA sind es sogar bis zu 20 Prozent (2). Im Alter von ein bis zwei Jahren lässt ihre Eierproduktion aufgrund der extremen Ausbeutung ihres Körpers nach und sie werden geschlachtet. Die natürliche Lebenserwartung einer Henne beträgt 15-20 Jahre. Von den etwa 33 Millionen in Deutschland gehaltenen „Legehennen“ werden immer noch etwa 75% in Käfigbatterien gehalten. (3)

Mehr als 44 Millionen „Brathähnchen“ werden in Deutschland alljährlich in Ställen aufgezogen. (3) Man könnte fast von einer Qualzucht sprechen, da Herz und Lunge nicht mehr mit der so schnell wachsenden Körperfülle zurechtkommen. Außerdem werden die Tiere so gezüchtet, dass sie ohne Unterlass Futter zu sich nehmen, bis sie nach knapp 40 Tagen ihr Schlachtgewicht erreicht haben und getötet werden. Trotz des massiven Einsatzes Antibiotika waren nahezu die Hälfte aller Hühner, die in der Europäischen Union verkauft wurden, mit krankheitserregenden Bakterien verseucht. Hierzu gehören vor allem Salmonellen und Campylobacter-Arten (4). Genetische Selektion, die Anwendung findet, um mit der Nachfrage Schritt und die Produktionskosten niedrig halten zu können, verursacht extrem schmerzhafte Gelenks- und Knochenerkrankungen, die Bewegungen fast unmöglich machen. PETA's verdeckte Ermittlungen in Sachen „Suppenhuhn“ brachten ans Tageslicht, dass die Tiere an Wasserentzug, Atemwegserkrankungen, bakteriellen Infektionen, verkrüppelten Beinen, Herzinfarkten und anderen schweren Gebrechen litten.

Rinder werden mit einer unnatürlichen Diät aus großvolumigen Körnern und anderen „Füllstoffen“ (einschließlich Sägemehl) ernährt, bis sie ca. 500 kg wiegen. Sie werden ohne Betäubung kastriert, enthornt und bei größeren Herden auch gebrandmarkt. Auf den Transportern leiden sie unter Angst, Verletzungen, den extremen Temperaturen, unzureichender Futter- und Wasserzufuhr und mangelnder ärztlicher Versorgung. Die Kälber, die männlichen Nachkommen der Milchkühe, die des Kalbfleisches wegen aufgezogen werden, haben das schlimmste Schicksal: sie werden den Müttern nur wenige Tage nach der Geburt entrissen und dann in kleinen Boxen von knapp 80 cm Breite eingesperrt. Der Lattenrostboden, auf dem sie in der Regel stehen müssen, verursacht große Schmerzen in den Beinen und Gelenken. Die Milch der Mutter, die für das Kälbchen gedacht ist, wird ihnen geraubt, damit der Mensch sie trinken kann. Dafür werden die Kälbchen mit einem Milchersatz gefüttert, der mit Hormonen angereichert ist und dem Eisen entzogen wurde, denn Blutarmut macht das Fleisch schön weiß und zart. Allerdings werden die Kälbchen davon sehr schwach. Im Alter von circa 22Wochen werden sie dann geschlachtet. Oft sind sie schon zu schwach und verkrüppelt, um noch laufen zu können. In den USA stirbt z. B. jedes zehnte Kalb bereits während der Mastzeit in der Box (5).

Wenn man bedenkt, dass Landwirte nur in Fleischmasse pro Quadratmeter rechnen, so ist es nahe liegend, dass vor allem die konventionell gehaltenen Schweine über ihr gesamtes Leben unter beengten Verhältnissen gehalten werden (6). Säue werden ständig schwanger oder säugend gehalten und in enge Metallställe gesperrt, außerstande, sich umzudrehen. Obwohl Schweine von Natur aus äußerst friedfertige und soziale Tiere sind, werden sie zu schwänzebeissenden Kannibalen, wenn man sie dermaßen eng hält, und sie entwickeln ein völlig neurotisches Verhalten, wenn man sie isoliert und einpfercht. Deutsche Schweinemäster verloren in den Jahren von 1993 bis 1995 durch die Schweinepest, die durch die Massentierhaltung begünstigt wird, umgerechnet 1 Milliarde Euro (7).

Gesetze und Lebensart

Die Massentierhaltung ist eine extrem grausame Methode, Tiere aufzuziehen. Da sie aber profitabel ist, wird es wohl noch lange so weitergehen und sogar noch schlimmer werden. Eine Möglichkeit, den Missbrauch an Tieren zu stoppen, besteht darin, eine Gesetzgebung zu unterstützen, die Batteriehaltung, Kälberboxen und jedes andere System, in dem Tiere in engsten Verhältnissen gehalten werden, unterbindet. Der beste Weg jedoch, Tiere vor den Grausamkeiten der Massentierhaltung zu bewahren, ist der, kein Fleisch, keine Eier und keine Milchprodukte mehr zu kaufen und zu essen. Hingegen bedeutet Veganismus, also eine rein pflanzliche Ernährung, „Essen fürs Leben“: für uns und für die Tiere.


Quellen:
(1) Institut für Kleintierforschung, Celle, telefonische Auskunft, Mai 1997.
(2) „Factory Farming,“ United Animal Defernders, Inc., p. 3.
(3) Statistisches Bundesamt 2007
(4) Stuttgarter Zeitung, 7. November 1994.
(5) „Factory Farming,“ p. 2
(6) Stern 43/2007
(7) Neue Fleischer Zeitung, 6. März 1997.

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