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20.01.2009

Massenweise Störche und Greifvögel werden auf Malta abgeschossen

Massenweise Störche und Greifvögel werden auf Malta abgeschossen

Naturschützer sind geschockt: Trotz massiver Polizeipräsenz und der Anwesenheit zahlreicher ausländischer Vogelschützer haben Jäger auf Malta in den letzten Tagen Hunderte streng geschützte Greifvögel, Störche und andere Seltenheiten abgeschossen. Mitarbeiter des Bonner Komitees gegen den Vogelmord, das zur Zeit mit 24 internationalen Aktivisten auf Malta den Vogelzug überwacht, sprechen von einem beispiellosen Massaker und haben die Maltesischen Behörden gebeten, die Jagd bis zum Ende des Greifvogelzuges zu verbieten. Die Maltesischen Medien veröffentlichten heute von Komiteemitarbeitern erstellte Videos, auf denen zu sehen ist, wie Wilderer Rohrweihen, Schwarzstörche und andere bedrohte Zugvögel vom Himmel schießen.



Wegen starkem Gegenwind über dem Mittelmeer flogen seit dem letzten Wochenende Zehntausende Zugvögel die Insel an, um auf dem Weg nach Afrika dort einen Zwischenstopp einzulegen. Für viele Tiere eine tödliche Entscheidung. "Überall, wo Adler, Falken, Wespenbussarde oder Rohrweihen in der Luft waren, wurde auf sie geschossen", berichtet Biologe Axel Hirschfeld, der den Einsatz der Vogelschützer auf Malta leitet. Teilweise seien die Tiere direkt vor den Augen der Polizei abgeschossen worden. Vorläufiger Höhepunkt der Wilderei ist der Abschuss von mindestens drei Schwarzstörchen, die gestern Abend auf Malta nach einem Schlafplatz suchten. Ein Team des Komitees, das heute morgen in einem Waldstück bei Xemxija nach einem angeschossenen Storch suchte, wurde von einem Jäger mit der Waffe gezwungen, das Gebiet wieder zu verlassen. Vor drei Tagen wurden die Vogelschützer Zeugen, wie ca. ein Dutzend Wilderer morgens einen Rohrweihen-Rastplatz bei Rabat unter Beschuss nahmen, an dem ca. 30 Tiere die Nacht verbracht hatten.



"Es war einfach unglaublich, mit welcher Dreistigkeit und Brutalität der Schwarm fast völlig vernichtet wurde", berichtet Komitee-Aktivist Shai Agmon aus Israel. Bei weiteren Gelegenheiten wurde beobachtet, wie Jäger Baumfalken, Eleonorenfalken, Wespenbussarde, Reiher, Bienenfresser, Regenpfeifer und Fischadler vom Himmel holten. "Diese ganzen Beobachtungen sind nur die Spitze des Eisberges. Wir gehen davon aus, dass auf Malta innerhalb der letzten 5 Tagen mehrere Hundert geschützte Seltenheiten getötet wurden", fasst Komiteemitarbeiter David Conlin aus Wales (UK) zusammen.
Maltas Premierminister Dr. Lawrenze Gonzi hat heute den Chef der Maltesischen Polizei aufgefordert, die Vorwürfe des Komitees zu überprüfen und Maßnahmen gegen die unkontrollierte Wilderei einzuleiten.



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