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20.01.2009

Meine kleine Championesse oder: Das Wunder vom vergangenen Samstag

Meine kleine Championesse oder: Das Wunder vom vergangenen Samstag
Manchmal passieren kleine Wunder. Umso mehr kann man sich über diese unerwarteten Dinge des Lebens freuen! Am Samstag war so ein Tag der Überraschung für mich und meine Biene, der ein Grinsen auf mein Gesicht zauberte, das den ganzen lieben langen Samstag nicht mehr weichen wollte. Aber von vorne...

Dass meine Biene und ich im Hundesport zwar inzwischen zu den Fortgeschrittenen gehören in unserem Verein, nachdem wir ein Jahr lang brav geübt haben, habe ich ja schon erzählt. Auch, dass es manche Tage gibt, an denen so gar nichts läuft - dass meine quirlige Hundedame einfach nicht im Platz-Bleib liegen will und bisweilen lieber am Boden nach verlorenen Leckerli schnüffelt, als auf ihr Frauchen zu schauen. Das ist zwar nicht jedes Mal der Fall, aber manchmal kommt's schon vor, dass gar nichts läuft auf dem Hundeplatz. Da ich mein Hundemädchen liebe und mich von so etwas nicht entmutigen lasse, machen wir einfach nächstes Mal da weiter, wo wir angefangen haben - und dann klappt das!

Hier seht Ihr uns beim Training



Ein richtiges Ass ist meine Maus jedoch beim Agility und Tricktraining, wenn sie denn Lust dazu hat - und das hat sie meistens. Wenn der Parcours auf der Hundewiese aufgebaut wird, dann glimmt schon dieses gewisse Funkeln in ihren rehbraunen Augen, und sie liebt es, mit mir in einem Affenzahn über die Hindernisse zu fetzen - manchmal ist sie kaum zu bremsen.

Warum ich das alles erzähle? Nun, das ist quasi die Vorgeschichte, denn am Samstag war Hundeturnier bei uns im Verein! Etliche brave Vierbeiner traten mit ihrem Hundeführer an, erst im Gehorsam, dann waren für alle Zweibeiner theoretische Fragen zu beantworten, und dann stand noch Agility auf dem Programm.

Klar, dass wir da mitgemacht haben!! Natürlich haben wir uns nichts ausgerechnet, die "Konkurrenz" war einfach zu stark, darunter ein regelrechter Agility-Crack. Aber egal, Dabeisein ist doch bekanntlich alles. Leckerli waren nicht erlaubt beim Turnier, aber Doping-Kontrollen wurden nicht durchgeführt - so habe ich meine Biene vorher schon mit Wiener Würstchen ein wenig aufgeputscht!



Nachdem wir im vergangenen Jahr den Gehorsamsteil MIT Leine gemacht hatten, was fünf Punkte Abzug gab, entschloss ich mich dieses Jahr, volles Risiko einzugehen und das Ganze frei zu probieren. Am Start hätte ich es fast schon bereut, denn Mausi wollte sich sogleich selbständig machen und übermütig und voller Begeisterung selbst losstarten. Aber ich brachte meinen schwarzen Wirbelwind noch rechtzeitig unter Kontrolle und flüsterte ihr ins Pinselöhrchen: "Biene, wenn Du brav bist, kriegst Du eine Wurst!" Da Wurst ihr Lieblingswort ist und nichts mehr "zieht" als ein Stückchen Wiener, setzte sie sich brav in Grundstellung neben mich, und los ging's mit dem Gehorsamsteil. Erst Slalom bei Fuß durch Pylonen, da musste Frauchen sich konzentrieren, um auch wirklich den richtigen Weg einzuschlagen. Dann waren Stangen aufgebaut: An der ersten Stange hieß es, Platz zu machen, an der zweiten Sitz, und an der dritten wurde ein sauberes Steh verlangt. Alles kein Problem, das Wort "Wurst" klang noch in den Ohren meiner Mix-Dame.

Dann ein Viereck ausschreiten und an jeder Eckstange Sitz machen - kein Problem. An der letzten Stange Platz-Bleib, und Frauchen muss das Viereck nochmal alleine abmarschieren, ohne Hund - oh je oh je. Würde mein Mädchen liegen bleiben? Sie blieb! Guckte sich zwar vorsichtshalber nach mir um, aber sie lag wie ein Fels in der

Brandung
Nun der Weg zurück zum Start-Ziel, und genau hier kassierten wir noch zwei Strafpunkte: Freudigst sprang Biene an mir hoch, wohl um mir zu demonstrieren, dass nun endlich besagte Wurst fällig wäre - das war natürlich nicht erlaubt. Aber egal, am Ziel lobte ich meine Kleine ausgiebigst, ich fand sie wirklich spitzenmäßig, sie hat mich überhaupt nicht enttäuscht.

Nach einer kleinen Pause war schließlich Frauchen an der Reihe: Fünf kniffelige Fragen galt es zu beantworten. Was heißt Hund auf Latein? Welches Agility-Gerät hat keine Kontaktzonen? Was bewirkt Angst im Körper des Hundes? Wenn mein Hund schon so gut war, konnte ich meine Biene hier nicht hängen lassen und hatte ein gutes Gefühl, die richtigen Antworten getroffen zu haben. Und tatsächlich habe ich meine Hundedame nicht blamiert...

Nach einer stärkenden Mittagspause ging's dann erneut um die Wurst, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Agility-Parcours stand auf dem Spiel! Wir hatten die letzte Startnummer, weil Frauchen morgens wieder mal nicht rechtzeitig aus den Federn kam, aber kein Problem, so konnten wir die Konkurrenz in Ruhe beobachten. Und was ich da sah, trug nicht gerade zur Ermutigung meinerseits bei. Zahlreiche Null-Fehler-Runden waren da schon vor uns absolviert worden, teils in sehr flotter Zeit. Ob wir uns da was ausrechnen konnten? Würde meine Maus überhaupt fehlerfrei um den Kurs kommen?
Freudig wedelnd hüpfte meine Biene mit mir zum Start. Ich beschwor sie noch einmal, brav zu sein - und gab das Kommando, über die erste Hürde zu springen: "Biene, jump!" Biene gab Gas: Eine Hürde, die zweite Hürde, dann das Brett - super, sie sprang nicht zwischendrin ab, sondern ließ sich sauber darüber lotsen. Dann ihr Lieblingsgerät, der Tunnel: Mit Höllenkaracho sauste sie durch. Zwei Kästen, die es zu durchqueren galt, und dann unsere große Schwierigkeit, der Slalom. Den findet Biene einfach zum Gähnen. Sie hatte bereits so ein Tempo entwickelt, dass ich sie bremsen musste, und ich brachte sie glücklicherweise rechtzeitig vor der ersten Stange zum Stehen. Kurz eine kleine Motivation ins seidig-schwarze Öhrchen geflüstert, und Biene nahm die zehn Stangen wie ein echter Profi. Mein Herz hüpfte vor Freude, und ich ließ Biene nochmal tüchtig Gas geben zum Schluss: Noch eine Hürde, durch den Vorhang mit den Fransen, und mit Überschallgeschwindigkeit durch die Ziel-Stangen - jaaaaaaaa! Null Fehler! Ich umarmte und busselte meine tolle Biene und gab ihr ein extrafeines Leckerli, ich war ja soooo stolz.



Aber würde das reichen? War unser gefühlter Affenzahn wirklich ein Affenzahn? Bange Minuten der Auswertung warteten auf uns. Dann trat unser Big Boss vor uns hin, um die Ergebnisse zu verkünden. Alles der Reihe nach, bei den letzten Plätzen angefangen. Als wir beim Gehorsam nicht auf Platz zehn oder dahinter landeten, habe ich mich schon gefreut wie ein Schnitzel. Und wir fanden uns glatt auf Rang vier wieder, trotz der gigantischen Konkurrenz und trotz des Hochspringens zum Schluss! Unglaublich...
Dann das Agility-Ergebnis. Meine Ohren sausten, und ich hörte nur noch: "Platz 1 für Biene!" Noch unglaublicher!! Ich knuddelte meine Supermaus ohne Ende und konnte es kaum fassen. In der Gesamtwertung erreichten wir einen phänomenalen dritten Platz, Bronze für meinen schwarzen Wirbelwind! Einfach wunderbar...

So, nun kennt Ihr den Grund für mein fettes Grinsen am vergangenen Samstag. Es war wie ein kleines Wunder. Ich war stolz wie Oskar. Nicht auf mich, nein, ich war lediglich Statist bei diesem Turnier. Die Arbeit, die Leistung, hatte meine heiß geliebte Hundedame gebracht, die schlau genug ist, um haargenau zu wissen, wann man sich so richtig zusammenreißen und konzentriert sein muss. Klar, dass es daheim gleich zwei Wiener Würstchen (die salzlose Hundeversion natürlich!) gab. Klar, dass die beiden Medaillen, die wir geholt haben, mit Sicherheit einen Ehrenplatz bekommen. Und klar, dass wir hoch motiviert sind, weiterzutrainieren, und zwar mit genausoviel Freude und Spaß, gemeinsam mit unseren Hundekumpels.

Übrigens: Seit diesem denkwürdigen Tag nenne ich meine Biene aus Spaß immer "meine kleine Championesse". Ich weiß nicht warum, aber sie findet das Wort einfach genial. Immer, wenn ich es ausspreche, bellt sie begeistert und springt an mir hoch (oh weh, zwei Strafpunkte!). Ob sie versteht, dass sie zumindest für mich die Allerallerbeste ist, unabhängig von der Platzierung bei Hundeturnieren? Ich glaube, sie weiß es, dass wir ein echtes Dreamteam sind....

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