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26.01.2009

Milchwirtschaft und ihre weiße Pisse für 30 Cent !

Milchwirtschaft

Modernes Kuhleben

"Milch"-Kühe werden nur noch zur Milchproduktion gehalten. Reproduktion und Laktation sind daher auf das effizienteste durchrationalisiert. Denn jeder Tag, an dem eine Kuh keine Milch gibt, ist ein unnötiger Kuhtag, ein unnötiger Kostenfaktor, denn so ein Tier muss fressen, ca. 50 kg Futter täglich. Eigentlich ist sie keine Kuh mehr, welch altmodischer Begriff aus ferner Zeit, sondern eine Produktionseinheit. Das Leben dieser Produktionseinheit verläuft heute im Schnitt so:

Geben wir ihr, aus alter Sentimentalität einmal einen Namen, z.B. Helene.

Ihre Geschlechtsreife tritt im Alter von 7 - 8 Monaten ein. Helenes erste Besamung findet im Alter von etwa 15 Monaten statt, der Trend geht zu immer früheren Besamungen. Ausschlaggebend dafür ist ihr Lebendgewicht von etwa 400 kg. Anschließend ist Helene etwa neun Monate trächtig. Ungefähr mit 24 Monaten kalbt sie das erste Mal. Das Kälbchen - Anni wird ihr sofort genommen; es darf nicht einmal an ihrem Euter saugen. Die erste Kolostralmilch1 erhält es aus dem Nuckeleimer. Anni wird zukünftig über sog. Milchaustauscher ernährt. Würde sie nämlich die Milch der eigenen Mutter aus ihrem Euter sauen, würde sie möglicherweise krank, bekäme Durchfälle und Infektionen. Denn ihre Verdauungsorgane sind auf den hohen angezüchteten Milchfettgehalt ihrer Muttermilch nicht eingerichtet. Deshalb kann sie nur mit einer entfetteten Milch ernährt werden. Und wenn sie am Euter saugte, müsste man Angst haben, dass Mutter und Tochter sich Infektionen zuzögen, und Helene würde für die von ihr erwartete Milchleistung zu wenig Futter fressen. Zudem bräuchte sie länger bis sie wieder brünstig würde, was ihre Anschlussbesamung verzögern würde. Solch kostenträchtige Risiken werden von vornherein ausgeschaltet, indem Anni unnatürlicherweise nicht ihre Muttermilch erhält. Aber auch die Molkerei bekommt von der Kolostralmilch nichts ab, denn die erste Milch, die Helene 5 Tage lang nach dem Kalben gibt, darf nicht an die Molkerei abgegeben werden, weil sie zum menschlichen Genuß (Hormone!) ungeeignet ist. Endlich, am 6. Tag nach dem Kalben darf Helenes Milch für den menschlichen Verzehr genutzt werden. So beginnt Helene nach etwa 24 Lebensmonaten ihre Milchproduktion für uns Menschen.

Ca. 310 Tage gibt sie Milch, dann ist eine durchschnittliche Laktationsperiode heutzutage zu Ende. Wäre Helene nicht bald nach ihrer ersten Geburt wieder besamt worden, dann stünde sie nach Ende der Laktation ohne wirtschaftlichen Nutzen im Stall herum, was selbstverständlich nicht sein darf. Deshalb wird sie nach einer Wartezeit von 6 bis 8 Wochen, auf Annis Geburt folgend, erneut besamt. Bei Helene gelingt die neue Befruchtung, was bedeutet, dass sie während der weiteren Zeit ihrer Laktation gleichzeitig schwanger ist. Während ihr Körper "Milch gibt", entwickelt sich in ihm gleichzeitig ein neuer Embryo zum Kalb. Das 2. Kälbchen wächst innerhalb weiterer 9 Monate in ihrem Körper heran. Ca. 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin für das 2. Kälbchen, genannt Hubert, wird Helene vor der Geburt "trockengestellt", so der Fachausdruck, was i.d.R. medikamentös (Antibiotika oder Hormone) geschieht. Denn diese Milch, die sie bis kurz vor der Niederkunft geben würde, wäre ebenso wenig wie die Kolostralmilch für den menschlichen Verzehr geeignet. Deshalb kann man auf diese letzte Milch vor der Geburt leicht verzichten. Nachdem Hubert, Helenes 2. Kalb zur Welt gekommen ist, beginnt der Kreislauf von Neuem. Helene ist jetzt etwa 36 Monate alt. Erneut wird ihr das Kalb genommen, ab dem 6. Tag produziert sie wieder Milch für uns, darf 6 - 8 Wochen frei von Schwangerschaft sein um dann erneut besamt zu werden; sie gibt wieder Milch während sie gleichzeitig trächtig ist, wird vor dem Abkalbungstermin wieder mit Medikamenten trockengestellt, kalbt erneut und ein neuer Zyklus beginnt. Mit der 3. Laktation hat Helene ihren Milchlieferungszenit erreicht und schon überschritten. Ihre Kräfte lassen nach. Schwangerschaft und gleichzeitige Laktation, Trockenstand, Geburt, während der Laktation erneute Besamung und Schwangerschaft. Eine solche Nutzung hält kein Tier auf Dauer aus. So beginnt die Milchleistung meist schon in der 4. Laktationsperiode abzunehmen. Und nach der 5. Laktation wird sie unökonomisch So kommt Helene, die den Stress von insgesamt 6 Schwangerschaften und Geburten, 5 Laktationsperioden mit 5 parallelen Schwangerschaften überlebt hat, mit ca. 7 Jahren ins Schlachthaus. Helene war nach heutigen Maßstäben eine gute Kuh, ihr Leben hat sich für den Erzeuger mehr als gelohnt im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen. Sie kommen ihre Erzeuger nämlich teuer zu stehen, wenn ihre Körper zu wenig Milch gegeben haben oder sie in den Befruchtungsstreik getreten sind. Sie mussten früher ins Schlachthaus als Helene, weil eine neue Anschlussbefruchtung sich nicht gelohnt hätte oder gescheitert war. Und das hat die Kosten für ihre Aufzucht als Milchkuh im Verhältnis zu ihrer späteren Milchleistung, sprich Ausbeute, erheblich erhöht. Da war Helene eine richtige Musterschülerin.

Ihre per se befruchtungsschwachen Kolleginnen findet man am häufigsten in den großen Betrieben, die auf extreme Milchleistung durch Hochleistungskühe setzen. Ihr, im Verhältnis zu Helene, kurzes Leben machen sie durch eine höhere Milchleistung wett. Hier tragen sie keine Namen mehr, sondern sind die Nummern auf ihren Ohrmarken: 17007 DE 72- 092. Sie sehen den Schlachthof meist schon nach 2 Laktationen, wenn die Anschlussbefruchtung nicht mehr glückt, andernfalls sind sie nach der 3. Laktation völlig ausgelaugt. Auf 8000 - 10.000 kg Milch pro Laktation muss eine solche Kuh schon kommen, was bedeutet, dass sie in den Wochen ihrer Hauptmilchleistung 45 bis 50 kg Milch täglich geben muss. Eine Kuh, die während ihrer ersten Laktation keine 7000 kg erreicht, wird anschließend ebenfalls gleich ins Schlachthaus geführt. Eine weitere Laktation wäre nicht "sinnvoll", ihre geschätzte Milchleistung läge zu niedrig. In manchen Betrieben werden 17007 und ihre Kolleginnen sogar dreimal am Tag gemolken - üblich sind zweimal - und geben durchschnittlich 35 - 45 Liter Milch täglich. Apropos "melken", auch das ist ein sentimentaler Begriff, "Milchentzug" heißt das heute. In anderen EU Staaten, z. B. Schweden, Finnland, Dänemark, Niederlande und Großbritannien, sowie in den USA, Kanada, Japan2 und Israel sind weitaus höhere Mengen, 50 Liter und mehr täglicher Milchentzug auf dem Zenit einer Laktation keine Seltenheit. Um diese Milchmengen zu produzieren und wenigstens einmal gleichzeitig schwanger zu sein, müssen 17007 und ihre Kolleginnen eine schier unglaubliche Stoffwechselleistung erbringen. Um einen Liter Milch zu produzieren, fließen über 500 Liter Blut durch das Euter! Sie haben richtig gelesen: Riesige Milchmengen führen zu riesigen Stoffwechselumsätzen in den Körpern der Tiere. Das entsprechende Kraftfutter kann ihnen keine Futtermittelindustrie und auch nicht das ausgeklügelste Futtermanagement zur Verfügung stellen. Die notwendigen Nährstoffe müssen sie ihrem eigenen Körper entziehen. Genau darin liegt dann der Profit der Milcherzeuger. Sie sagen dazu, die Kapitalkosten pro Kuh ändern sich ab einem bestimmten Haltungsniveau nicht mehr oder der Erhaltungsaufwand je Kuh bleibt gleich oder die Futtereffektivität steigt mit zunehmender Milchleistung. Im Klartext: Eine Kuh die in 2 Laktationen 20.000 kg Milch gibt, ist profitabler als eine Kuh, die dafür 4 Laktationen benötigt. Das bedeutet, dass die Körper von 17007 und ihrer Kolleginnen mehr und mehr auslaugen. Sie leiden an Pansenübersäuerungen, Stoffwechselstörungen, magern ab und Kalzium wird aus ihren Knochen heraus geschwemmt. Gegen Ende ihres nur kurzen 4- bis 5-jährigen Lebens brechen sie meistens schon häufig zusammen. Zum Schluss bewegen sie sich kaum noch, weil sie sich sonst alle Knochen brechen würden. Nachdem 17007 endlich von ihrem Leben erlöst und ihr Fleisch von den Knochen entfernt ist, sehen die Metzger im Schlachthof, was sie häufig sehen und woran sie sich schon lange gewöhnt haben, die Knochen einer Kuh, die zum Brechen porös sind.

Kolostral- oder Biestmilch wird die Milch der ersten 5 Tage nach der Kalbung genannt. 2Japan, traditionell kein Milchland, nähert sich in seinen städtischen Zentren westlicher Lebens- und Ernährungsweise teilweise an. Daher gibt es in Japan mittlerweile eine beachtliche, industrielle Milchproduktion. Allerdings nähern sich seit Endes des 2. Weltkriegs die Erkrankungsarten und -raten denen der westlichen Welt an. Der durchschnittliche japanische Milchverbrauch liegt jedoch weit unter dem westlicher Industriestaaten.

Quelle: www.milchlos.de


Unsere Persönliche Meinung, die Meinung der Tierfreunde-Nord.de.vu Autoren:
Solange es in unserem Vaterland normal ist, das 1 Liter Milch weniger als Bier, also
unter 30 Cent anstatt mehr als 80 Cent kostet, solange die Tiere wie Milchrobotter
ausgenuzt und ihr bestes Gut wie weiße Pisse in unseren Märkten gehandelt wird, solange sind wir der persönlichen Meinung das wir dieses beste Dünger lieber auf's Feld kippen würden als es zu verscherbeln und der Allgemeinheit hinter her zu schippen. Der Vergleich ist hierbei angebracht, geht man in den Baumarkt wird man feststellen das 1 kg Kunstdünger weit mehr kostet als 1 Liter Vollmilch. Kipt man diesen Lieter auf sein Salatbeet stellt man aber ebenfalls fest das die Milch mindestens die gleichen Resultate vorweisen kann wie die Chemikacke die einem das
ganze Beet verseucht. Ohne Rückstände.

Aus diesen Gründen empfelen wir allen Landwirten (und das machen wir selbst auch) die weiße Pisse lieber auf's Feld zu kippen als im Gulli oder im Diskountermarkt zu versenken. Für einen Milchpreis unter 1 Euro würde unsereins keinen einzigen Handschlag machen.

Übrigens liebe Tierfreunde, unser Hund ist für jeden einzelnen Liter Vollmilch ewig dankbar. So bekommt er Samstags, wenn wir in die Kirche gehen, morgens einen halben
Liter und abens den Rest. Hungersnöte ist ihr Argument ? Scheiß drauf, Euer Milchpulver ruhiniert eh alle Märkte und ist in der dritten Welt nicht wirklich gerne gesehen. Dankbar ist dagegen unser Vierbeiner dem wir das auch von Hertzen gönnen. Das gab es nämlich nur bei Mamma !

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