Free counter and web stats

24.01.2009

Mitfühlende Rasenpflege

Mitfühlende Rasenpflege
Stand: Juni 2008



Getrimmte, mit Chemie beladene Rasenflächen sind out und Natur belassene Gärten mit Unterholz, Hecken und totem Holz sind in. Umwelt- und gesundheitsbewusste Menschen von heute finden die zweite Version wesentlich interessanter und schöner – und genauso geht es Vögeln, Fischen und anderen Tieren!

Giftgefahren
Rasenchemikalien sind eine Gefahr für die Erde und ihre Lebewesen. Diese Chemikalien vergiften den Rasen und werden von Regenkanälen, Bächen und Giftwolken weitergetragen und verpesten somit auch andere Gegenden. Nur die wenigsten unter uns reagieren extrem auf Rasenchemikalien, aber es besteht kein Zweifel daran, dass sie für Menschen, tierische Mitbewohner und Wildtiere schädlich sind.

Eine Studie der Purdue Universität, USA unter den Haltern von Scottish Terriers ergab, dass das Vorkommen von Blasenkrebs unter Hunden, die Rasenherbiziden ausgesetzt sind, um ein 7faches gesteigert war. Der wissenschaftliche Leiter sagte: „Das gesundheitliche Risiko stand in direkter Verbindung mit diesen Chemikalien.“ (1) Es wurde außerdem eine Studie unter Golfplatzaufsehern durchgeführt, die häufig Pestizide versprühten oder ihnen ausgesetzt waren. Heraus kam, dass die Anzahl an Fällen von Hirnkrebs und non-Hodgkin Lymphom doppelt so hoch war, wie der nationale Durchschnitt; Prostatakrebs kam beinahe 3-mal sooft vor und Dickdarmkrebsfälle kamen fast doppelt so häufig vor, wie es Durchschnitt unter amerikanischen Bürgern ist. (2)

Geschätzte 375 Pflanzen und Tiere, die auf der Liste der bedrohten Arten stehen, sind Pestiziden, die zur Garten- und Rasenpflege genutzt werden, ausgesetzt oder nehmen Schaden an ihnen. (3) Eine Theorie zum derzeitigen Massensterben von Millionen von Bienenkolonien weltweit ist, dass ein häufig verwendetes Insektizid namens Imidacloprid (scheint dezeit das weltweit meistverwendete Insektizid zu sein) das Nervensystem der Bienen geschädigt haben könnte. (4)

Gras: die Qualität zählt
Ein chemiefreier Rasen entgiftet die Luft genau wie ein Baum, entfernt Schadstoffe und fördert die Gesundheit von vier- und zweibeinigen Nutzern des Grundstücks. Die ungesehene Arbeit unter der Erde von Würmern und Mikroorganismen, hält den Rasen gesund. Lässt man diese biologische Aktivität einfach geschehen und schadet ihr nicht mir Pestiziden, werden Wurzeln stärker und lassen Kunstdünger unnötig werden.
Säen Sie Grassamen im Herbst aus, wenn das Wetter kühler ist und Unkraut nicht in die Quere kommt. Halten Sie die Samen feucht.
Säen Sie lieber unterschiedliche, heimische Grasarten, die in Ihrem Gebiet gedeihen, anstatt nur einer Sorte.

Vermeiden Sie es, auf dem nassen oder weichen Rasen zu laufen. Wo der Boden sehr fest ist, benutzen Sie einen Belüfter – erhältlich zum Ausleihen – um kleine Löcher in den Boden zu machen oder laufen Sie in Schuhen mit Stollen darüber. Harken Sie gelegentlich, um totes organisches Material zu entfernen, das das Gras ersticken kann.

Die Rasenpflege
Viele Rasenmäher sind regelrechte Benzin“schleudern“. Sie sind zudem laut und zusammen mit anderen elektrischen Gartengeräten tragen sie zur städtischen Luftverschmutzung bei. Überlegen Sie, vielleicht handbetriebene Geräte im Garten zu verwenden, die keinen Lärm machen, jedes Fitnesstraining ersetzen und ihren Rasen, die Umwelt und ihren Geldbeutel schont!

Doch egal, wie Sie Ihr Gras schneiden: benutzen Sie eine scharfe Klinge und setzen Sie das Limit hoch an; eine Höhe von ca. 5cm entfernt das meiste Unkraut. Lassen Sie das geschnittene Gras nach dem Mähen liegen. Dieser natürliche, kostenlose Dünger zerfällt leicht und versorgt den Rasen mit halb soviel Stickstoff und Kalium, wie er braucht, um grün zu bleiben und zu gedeihen. (5) Außerdem nähren sich Erdwürmer und natürliche Organismen an dem Grasschnitt und sorgen so für einen natürlichen Kreislauf der Befruchtung und Belüftung. Aber auch die Beete können mit dem Rasenschnitt gemulcht werden.

Von einem Rasenmäher zerkleinert, können sogar Blätter liegengelassen werden – sie schützen im Winter Baumwurzeln. Wenn Sie Ihren Rasen bewässern, ersetzen Sie verschwenderische Sprinkler durch Tröpfelschläuche oder „Impulsspritzen“, die Wasser aus leistungsstarken Drüsen spritzen, während sich der Aufsatz dreht. Pflanzen Sie in schwierigen Gegenden Bodendecker. Bedecken Sie offen liegenden Boden mit Holzstückchen, Heu oder Rindenschrot, um Feuchtigkeit um die Pflanzen zu erhalten.

Bedecken Sie ausgezehrten Boden einmal im Frühling und einmal im Herbst mit organischen Materialien wie Kompost, Rasenschnitt, Blattmulch und Torfmoos. Das lässt Pflanzen gedeihen und macht sie weniger anfällig für Insekten, Dürre, Pilze und Krankheiten.

Ein Rasen kann mit wenig oder keinem Dünger überleben. Es gibt tolle neue biologische Düngemittel, wie Maisgluten, die Stickstoff zusetzen und das Wachstum von Unkraut mindern. (6) Verwenden Sie keine Produkte auf Petroleumbasis, die als biologisch gekennzeichnet sind, selbst dann nicht, wenn sie nur wenig Dünger enthalten.
Denken Sie immer daran: in einem natürlichen, gesunden Rasen, wächst das Gras langsamer, ist stärker und weniger anfällig bei Trockenheit.

Einige sogenannte „Unkräuter“ sind sogar sehr hilfreich. Klee, zum Beispiel, hat Wurzelnodien, die Bakterien enthalten, die gut für Gras und andere Pflanzen sind. Doch haben Sie Unkräuter im Garten, die sie nicht tolerieren können, benutzen Sie eine ungiftige Methode, um sie loszuwerden, wie z. B. das Besprühen mit Essig oder das Übergießen mit kochendem Wasser. Sie können ungewollte Pflanzen auch ausgraben und die körperliche Betätigung und den Aufenthalt in Ihrem gesunden Garten genießen.

Gartengestaltung: Setzen Sie auf Natur Pur
Große Rasenflächen bedürfen einer Menge Pflege. Während man bei uns vor allem auf Regenwasser setzt, wird in den USA bis zu 60% des städtischen Frischwassers für Bewässerung benutzt und die Menschen geben viel zu viel Geld für Düngemittel, die auf fossilen Brennstoffen basieren, aus, um ihr Gras grün zu halten. (7) Ein Experte drückte es so aus: „Wir nennen es die Nummer 1 der verwöhnten Pflanzengören im Pflanzenkönigreich.“ (8) Genau aus diesem Grund pflanzen Firmen und die Besitzer von Mietshäusern einen Rasen oft nur um das Gebäude herum und belassen die äußeren Grünflächen ihres Besitzes in einem natürlichen Zustand mit hohen Gräsern, Wildblumen, Immergrün, Hecken und Büschen, die vielen Tierarten Unterschlupf bieten. Gartenbesitzer können diesem Beispiel selbst folgen.

Pflanzen Sie einen Mix aus Sträuchern, Bäumen und Blumen, den besten Kontrolleuren der Umwelt, Vögeln, das ganze Jahr hindurch Nüsse, Beeren, Samen und Nektar bereitstellen und anderen Tieren Unterschlupf und Futter bieten. Stechpalmen, zum Beispiel, tragen Beeren als Futter, haben im Winter Blattwerk zum Unterschlupf und Wildtiere können dort ihre Jungen aufziehen. Ein Schmetterlingsstrauch (Buddleia davidii) zieht seine tierischen Namensvetter magisch an. Eine Familie gibt an, wenig Gartenarbeit zu machen, keine Chemikalien zu benutzen und während des Sommers nie von Moskitos gestört zu werden, da sie Taglilien den ganzen Garten übernehmen lassen und so das Insektenproblem gelöst war. (9) Stein- und Blätterhaufen sowie Büsche bieten Tieren geeigneten Unterschlupf zur Aufzucht ihrer Jungen.

Ein Teich mit flachen Ufern bietet Vögeln und Fröschen ausreichend Wasser. Sie können den Teich so platzieren, dass Sie die Tiere das ganze Jahr hindurch von einem Fenster aus beobachten können. Aber bitte achten Sie unbedingt auf flaches Ufer, damit der Teich nicht zur Todesfalle für Igel und andere Tiere wird.
Ein Blumenkasten auf dem Fensterbrett mit Ringelblumen, Zinnien oder Salbei kann Schmetterlinge und andere Tiere anziehen.
Sie können sich in Ihrem örtlichen Gartencenter weitere Informationen besorgen.

Totes Holz für neues Leben
Für Vögel und kleine Säugetiere sind tote Baumstämme und Stümpfe pures Gold wert. Vielen Tieren, wie Vögeln, Eichhörnchen, Igeln bieten sie Unterschlupf und sie ernähren sich von den darin lebenden Insekten.

Lassen Sie Aststümpfe von ca. 30cm Durchmesser an einem Baum stehen – kürzen Sie nur das vorderste Stück. Halten Sie aber zuerst nach Nestern und Bauten Ausschau. Sie können sich auch über große tote Baumstümpfe und Dickicht in einiger Entfernung vom Haus freuen – Meisen, Stare, Grasmücken, Heckenbraunelle oder Rotkehlchen nisten dort und befreien Sie von Steckmücken. Spechte nisten in riesigen, uralten Bäumen, die noch von unseren Urgroßvätern im Garten stehen.

Was Sie tun können
Verwenden Sie in Ihrem Garten niemals Pestizide. Überzeugen Sie Ihre Nachbarn, das Gleiche zu tun. Nichts wird die Vorzüge eines biologischen, natürlichen Rasens besser anpreisen, als Ihr eigener, tierfreundlicher Garten!


Quellenangaben

1) Chad Boutin, “Research Finds Lawn Chemicals Raise Cancer Risk in Scottish Terriers,” Purdue News 19 Apr. 2004.
2) Burton C. Kross et al., “Proportionate Mortality Study of Golf Course Superintendents,” American Journal of Industrial Medicine 29(1996): 501-6.
3) Marla Cone, “EPA Pesticide Approvals Pose Threat to Species, Report Says; Agency Officials Respond That They Are Strengthening Their Evaluations of the Effects of the Chemicals on Endangered Wildlife,” Los Angeles Times 27 Jul 2004.
4) “Possible Culprit Identified in Decline of Honeybees,” The Star-Ledger 28 May 2007.
5) Nancy Lloyd, “Lethal Grass. The Perilous Pesticides on America’s Lawns,” The Washington Post 16 Sep. 1991.
6) Steve Grant, “Lawn Care Without the Chemicals; Many Landscapers, and More Homeowners, Adopt Organic Methods,” Hartford Courant 15 Apr. 2004.
7) Young.
8) Grant.
9) Chris Martell, “Field of Greens; No Grass. No Problem,” Wisconsin State Journal 23 Jun. 2004.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer