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20.01.2009

Mordlust der Möchtegern-Kolonialherren in Afrika

Mordlust der Möchtegern-Kolonialherren in Afrika



In Südafrika soll das Jagen auf Löwen verboten werden, die nur zum Zweck des Abschusses gezüchtet wurden. Für das Töten eines männlichen Löwens legen immer mehr Jäger aus Amerika und Europa bis zu 18.000 Euro auf den Tisch. Dadurch stieg die Zahl der Jagd-Farmen in den letzten Jahren explosionsartig an. „Wilde“ Tiere werden hier in Gefangenschaft gezüchtet, nur um sie anschließend von einem finanziell potenten Jäger abknallen zu lassen.

Experten bezeichnen dieses Gemetzel in einer aktuellen Untersuchung als die „dunkle Seite der erfolgreichen afrikanischen Tourismus-Industrie“. Nashörner würden zum Teil mit Pfeil und Bogen getötet. Zebras würden bei der Zucht mit Eseln gekreuzt, um sie langsamer zu machen. Löwen würden aus dem selben Grund mit Beruhigungsmitteln gefüttert.

Die „großen weißen Jäger“ kommen in erster Linie aus Großbritannien, Deutschland, Russland und den USA. Jeden Tag, so schreibt die Zeitung „The Scotsman“ sieht man sie durch den Flughafen von Johannesburg laufen, gekleidet in Designer-Jagd-Anzügen und gefolgt von schwarzen Trägern, die ihnen die Gewehre zu den Geländewagen schleppen, mit denen sie in die Jagdreviere fahren.

Mehr als 9000 Jäger leisten sich jedes Jahr den Jagdurlaub in Südafrika. Die teuerste „Trophäe“ ist das weiße Rhinozeros, für das ein Jäger mindestens 24.000 Euro zahlen muss. 50 Prozent kommen drauf für die Präparation der Tierleiche.

„Es ist nicht schwerer, eines der gezüchteten Rhinos zu erlegen, als eine Kuh auf der Weide“, erklärt ein afrikanischer Umweltschützer. „Man könnte zu dem Tier hingehen und ihm direkt hinters Ohr schießen. Die Züchter wissen auch genau, wo sie die Tiere finden, dem zahlenden Kunden wird aber in der Regel erst eine zwei oder drei Tage lange Suche vorgegaukelt.“

Nachdem er den Report der Expertenkommission gelesen hatte, sagte Umweltminister Marthinus van Schalkwyk, selbst ein begieriger Jäger, dass er die Touristenjagd besser regulieren wolle. Einige „Enwicklungen der letzten Jahre“ seien „geschmacklos und verabscheuungswürdig“.

Im Jahr 2004 töteten Touristen ungefähr 54.000 Tiere. Der Report spricht von 190 Löwen und 45 Leoparden. In der Todesliste stehen auch zahlreiche Paviane, Giraffen, Elefanten, Flusspferde und Zebras. Artenschutzgruppen erklären, dass bis jetzt rund 3500 Löwen in Gefangenschaft als Jagdtrophäen gezüchtet wurden.

Die meisten der gut 10.000 privaten Jagd-Farmen liegen an den Grenzen der Nationalparks, wie etwa des Krüger-Parks. Sie beschäftigen 70.000 Menschen und nehmen von ihren Kunden im Jahr an die 900 Millionen Euro ein. (jr)

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