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26.01.2009

Naturschutz

Naturschutz

Der Begriff Naturschutz umfasst alle Untersuchungen und Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Eine nachhaltige Nutzbarkeit der Natur durch den Menschen wird angestrebt. Der Naturhaushalt soll als Lebensgrundlage des Menschen und aufgrund des eigenen Wertes der Natur geschützt werden.

Inhaltsverzeichnis
1 Ziele des Naturschutzes
2 Schutzgüter des Naturschutzes
3 Folgen für die lokale Bevölkerung
4 Unterschied zum Umweltschutz
4.1 Einige Beispiele
5 Rechtliche Instrumente des Naturschutzes
6 Naturschutz als Studium und Beruf
7 Geschichte des Naturschutzes in Deutschland
8 Literatur
8.1 Wissenschaftliche Literatur
8.2 Populärwissenschaftliche Literatur
9 Siehe auch
10 Referenzen
11 Weblinks


Ziele des Naturschutzes

Ziel des Naturschutzes in Deutschland ist es, Natur und Landschaft auf Grund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten (§ 1 Bundesnaturschutzgesetz). Er ist somit öffentliche Aufgabe und dient dem in Artikel 20a Grundgesetz verankerten Staatsziel. In der Schweiz wird es durch die Verfassung Art. 78 und das auf den Verfassungsartikel basierende Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) geregelt. Viele Menschen, die im Naturschutz arbeiten oder dessen Arbeit unterstützen, verbinden damit auch weitergehende Erwartungen und Motive, die sich aus der geistesgeschichtlichen Herkunft des Naturschutzes ergeben. Dazu gehören z. B. ethische Gründe (Tierschutz) oder emotionale (Heimatverbundenheit). Obwohl ohne die Motivationen dieser Menschen sehr viel weniger praktische Naturschutzarbeit geleistet würde, bleiben sie in diesem, auf den öffentlichen Naturschutz konzentrierten Artikel außer Betracht.
Aus dem Wissen heraus, dass eine Übernutzung und Zerstörung von Natur und Landschaft dramatische und katastrophale Folgen für den Siedlungsstandort, die Gesundheit und die Nahrungsmittelerzeugung des Menschen haben können, werden Wiederherstellung, Erhalt und die langfristige und nachhaltige Nutzbarkeit des Naturhaushaltes angestrebt.

Schutzgüter des Naturschutzes



Praktischer Naturschutz: Zur Wiederansiedlung von Fledermäusen bringt die Waldjugend entsprechende Holzkästen an.

Zum Naturhaushalt gehören abiotische und biotische Bestandteile des Naturhaushaltes, sowie deren Wechselwirkungen. Als abiotisch werden Böden, Gewässer, Klima, Luft, Biotope, sowie auch das Landschaftsbild angesehen. Biotische Bestandteile des Naturhaushaltes sind Fauna und Vegetation. Wechselwirkungen laufen zwischen den Bestandteilen als komplizierte Interaktionen ab (Landschaftsökologie). Die einzelnen Bestandteile dieses komplexen Systems des Naturhaushaltes sind zu schützen, weil sie sonst ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Eingeschränkte oder verlorene Funktionen können schwerwiegende Auswirkungen auch auf den Menschen haben. Funktionen des Naturhaushaltes für den Menschen sind Siedlungsraum und Wirtschaftsstandort (Nahrungsmittel, Rohstoffe, Verarbeitung, Verkehr), Erholung, Gesundheit.

Wichtige Gegenstände des Naturschutzes sind Naturlandschaften, Naturdenkmäler u. a. Schutzgebiete und Landschaftsbestandteile, sowie seltene, in ihrem Bestand gefährdete Pflanzen, Tiere, und Biotope, in ihren Ökosystemen und mit ihren Standorten. Der Naturschutz beschäftigt sich daher auch mit den Standortfaktoren: Bodenschutz, Mikroklima, Luftreinhaltung und Lärmschutz, sowie anderen potenziell schädlichen Einflüssen wie zum Beispiel Licht, Bewegung, Zerschneidung und Isolation von Lebensräumen. In den letzten Jahrzehnten hat auch der Naturschutz innerhalb menschlicher Siedlungen und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen an Bedeutung gewonnen.
Die praktische Naturschutzarbeit wird vor allem auf regionaler und lokaler Ebene geleistet. Die rechtlichen Instrumente des Naturschutzes sind allerdings in vielen Ländern auf nationaler Ebene verankert. Innerhalb der Europäischen Union gewinnen auch europaweite Programme und Regelungen an Bedeutung (z. B. Natura 2000[1], oder auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die indirekt große Auswirkungen auf den Naturschutz haben wird).

Folgen für die lokale Bevölkerung

Entgegen vielfach geäußerter Befürchtungen, dass Großschutzgebiete den Bewohnern ihre wirtschaftliche Grundlage entziehen würden,[2] ergab die Auswertung von Daten zu 306 Schutzgebieten in 45 afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten, dass Schutzgebiete für die lokale Bevölkerung wirtschaftlich attraktiv sind, so dass an ihrem Rand ein etwa doppelt so hohes Bevölkerungswachstum stattfinden, wie im Durchschnitt der Großregion, der das Schutzgebiet angehört. Als Gründe gelten die Fördermittel, die die internationale Gemeinschaft für die Einrichtung von Schutzgebieten zur Verfügung stellt und durch die die Infrastruktur und die Sicherheitslage verbessert werden, sowie Einkünfte aus Tourismus.


Unterschied zum Umweltschutz

Der Naturschutz betrachtet alle Nutzungen von Böden und Gewässern, die seine Belange beeinträchtigen können; dies können auch solche sein, die für Menschen uninteressant sind (z. B. bei Ödland). Der Umweltschutz betrachtet alle Aktivitäten des Menschen, die mit einer Gefahr für Ökosysteme und die Artenvielfalt verbunden sein könnten. Während der Naturschutz seinen Blick auf den Naturhaushalt als Ganzes richtet und schädliche menschliche Einflüsse am Ort ihres Einwirkens bekämpfen möchte, zielt der Umweltschutz eher darauf ab, die menschlichen Aktivitäten, die die Ursache von Umweltschäden sind, zu bekämpfen. Beiden gemeinsam ist, dass die zu lösenden Probleme teils globale, teils regionale oder lokale sind.


Einige Beispiele

- Beim Klima geht es dem Naturschutz meistens um das Mikroklima/Bestandsklima und dessen Erhalt als wichtige Größe in Ökosystemen. Der Klimaschutz des Umweltschutzes beschäftigt sich hingegen mit dem Großklima. Bei der Frage, ob Kleinwasserkraftwerke oder Windkraftanlagen die Umwelt eher schonen oder ihr eher schaden, gibt es häufig Meinungsverschiedenheiten zwischen Umwelt- und Naturschützern.

- Während der Umweltschutz versucht, das Waldsterben durch Luftreinhaltung zu bremsen, versucht der Naturschutz, die geschädigten Wälder wiederherzustellen und zu erhalten. Besonders im letzten Fall wird deutlich: Der Naturschutz muss dabei lokal agieren, um Landbesitzer, Land- und Forstwirte von den Vorhaben zu überzeugen; er muss geeignete Pflanzen auswählen, die den veränderten Umweltbedingungen gerecht werden, er muss auch durch andere Maßnahmen die Folgeschäden des Waldsterbens bekämpfen.


Rechtliche Instrumente des Naturschutzes

In Deutschland ist die Gesetzgebungskompetenz für den Naturschutz zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Vor der Föderalismusreform besaß der Bund nur eine Kompetenz zur Rahmengesetzgebung, aufgrund derer er das Bundesnaturschutzgesetz erlassen hat. Die Länder haben jeweils eigene Landesnaturschutzgesetze, die das früher als Landesrecht fortgeltende Reichsnaturschutzgesetz von 1935 abgelöst haben. Heute hat der Bund zwar die Gesetzgebungskompetenz im Bereich des Naturschutzes, doch haben die Länder eine Abweichungskompetenz (Art. 72 Abs. 3 GG). Zu den nationalen Regelungen treten zahlreiche internationale Abkommen sowie Programme und einzelne Richtlinien der Europäischen Union. Die zentrale wissenschaftliche Behörde des Bundes für den nationalen und internationalen Naturschutz ist das Bundesamt für Naturschutz.
In der Schweiz besteht im Bereich des Landschaftsschutzes eine geteilte Zuständigkeit von Bund und Kantonen (Art. 78 Abs. 1 und 2 BV); im Bereich des eigentlichen Naturschutzes (Biotop- und Artenschutz) hat der Bund dagegen eine umfassende Gesetzgebungskompetenz (Art. 78 Abs. 4 und 5 BV), welche er auch weitgehend ausgeschöpft hat (Art. 18 ff. des Natur- und Heimatschutzgesetzes).



Naturschutzgesetze in Deutschland:
- Bundesnaturschutzgesetz
- Naturschutzgesetze der Länder
- Begriffe (Deutschland: §§ des Bundesnaturschutzgesetzes)
- Naturschutzgebiet (Deutschland: § 23)
- Nationalpark (Deutschland: § 24, Schweiz: Nationalparkgesetz) - (Liste der Nationalparks)

- Biosphärenreservat (Deutschland: § 25)
- Landschaftsschutzgebiet (Deutschland: § 26)
- Naturpark (Deutschland: § 27) - (Liste der Naturparks in Deutschland)
- Naturdenkmal (Deutschland: § 28)
- Geschützte Landschaftsbestandteile (Deutschland: § 29)
- Gesetzlich geschützter Biotop (Deutschland: § 30)
- Wasserschutzgebiet (dient der quantitativen und qualitativen Aufrechterhaltung der - Wasserversorgung der Bevölkerung, höchste Gebietsschutzstufe in Deutschland)
- Moorlandschaften (Schweiz: NHG Art. 23)
- Auengebiet von nationaler Bedeutung (Schweiz: NHG Art. 18a Abs. 1 u. 3)
- Europäisches Recht
- Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie)[4]
- Richtlinie 79/409/EWG über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten[5]
- Natura 2000


- Internationale Abkommen (Auswahl):
- (Weitere Abkommen siehe Liste internationaler Umweltabkommen)
- Biosphärenreservat (1970) - UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ - (Liste der Biosphärenreservate)
- Ramsar-Konvention (1971) - Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als - Lebensraum für Watt- und Wasservögel, von internationaler Bedeutung - (Liste der Ramsar-Gebiete)
- CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen) (1973) - Übereinkommen über den Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen
- Helsinki-Konvention (1974) - Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt und der Ostseegebiete
- UNESCO-Welterbe (1975)- UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt
- Berner Konvention (1979) - Europäisches Artenschutzübereinkommen
- Bonner Konvention (1979) - Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildleben


Tierarten
- Internationales Tropenholz-Übereinkommen (1983)
- Alpenkonvention (1991) - Übereinkommen zum Schutz der Alpen
- Konvention von Rio (1992) - Übereinkommen über die biologische Vielfalt
- OSPAR (1992) - Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks


Naturschutz als Studium und Beruf

Naturschutz ist in Deutschland wie auch in den meisten anderen Ländern eine staatliche, rechtlich geregelte Aufgabe. Um sie zu bewältigen, wurde vor allem seit den 1970er Jahren eine große Zahl von Behörden, z. B. Naturschutzbehörden der Landkreise, und anderen staatlichen und kommunalen Einrichtungen geschaffen, von solchen, die der Forschung dienen, bis zu Bildungsakademien. Das zentrale Planungsinstrument zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes, so ist es rechtlich festgelegt (§§ 5 ff. Bundesnaturschutzgesetz), ist die Landschaftsplanung. In dieser stehen „die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts“, die „Tier- und Pflanzenwelt“ und „die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft“ im Mittelpunkt, wie es im §1 des Bundesnaturschutzgesetzes heißt.
In einem umfassenden Sinne an der Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes zu arbeiten, ist daher Aufgabe des Berufs der Landschaftsplaner. Um etwa ein Referendariat in einer für Umwelt- und Naturschutzfragen zuständigen Behörde beginnen zu können, ist im Allgemeinen ein Studium der Landschaftsplanung oder "verwandter Studiengänge" erforderlich. Landschaftsplanung ist ein interdisziplinärer Studiengang; er setzt sich aus ökologischen, sozial- und geisteswissenschaftlichen, ingenieur- und planungswissenschaftlichen Fachinhalten zusammen.

In Deutschland kann man Landschaftsplanung an fünf Universitäten studieren (Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengänge):
Technische Universität München (Wissenschaftszentrum Weihenstephan)[6]
Gesamthochschule Kassel[7]
Technische Universität Berlin[8]
Leibniz-Universität Hannover[9]
Technische Universität Dresden[10]

Landschauftsplanung kann man auch an einer Reihe von Fachhochschulen studieren, z. B.:
Hochschule Anhalt (FH) [11]
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen als ein Schwerpunkt im Rahmen des Bachelor-Studiums Landschaftsplanung [12]

Studiengänge, die ebenfalls auf „Natur und Landschaft“ ausgerichtet sind, aber nicht planungswissenschaftlichen Charakter haben, gibt es an den Universitäten Oldenburg[13], Greifswald[14], Münster[15] und den Fachhochschulen Eberswalde und Wiesbaden[16]. Auf spezielle Naturschutzaufgaben kann man sich an manchen Universitäten auch im Rahmen eines Studiums der Biologie (z. B. Universität Marburg[17]) oder der Forstwissenschaften (z. B. Universität Göttingen[18]) vorbereiten.
Ein internationaler Studiengang „Management of Protected Areas“ wird an der Universität Klagenfurt (Österreich) angeboten. Der Ausbildungsgang wurde in Zusammenarbeit von IUCN, WWF, Ramsar-Konvention, Biodiversitätskonvention, Europarc, Alparc, PAN-Parks sowie mehreren österreichischen Institutionen entwickelt. Die wesentlichsten Lernziele sind ein grundlegendes und umfassendes Wissen über die Bedeutung und Funktionen von Schutzgebieten, die gesamte Palette an Instrumenten und Techniken zum effektiven Management dieser Gebiete (Vorphase, Planung, laufendes Management), sowie die Entwicklung der erforderlichen persönlichen Kompetenzen [19].


Geschichte des Naturschutzes in Deutschland



Die Geschichte des Naturschutz in Deutschland lässt sich nicht auf einen Ursprung reduzieren, da der Naturschutzgedanke im 18. und 19. Jahrhundert von vielen geisteswissenschaftlichen Strömungen wie dem Utilitarismus oder dem Naturalismus, aber auch von Religionen und Ästhetik beeinflusst wurde. Einer der entscheidenden Bahnbrecher des Naturschutzes war der Naturforscher und Forstwissenschaftler Johann Matthäus Bechstein (1757-1822). Als erster Akt des praktischen Naturschutzes kann in Deutschland der Aufkauf eines Steinbruches im Jahr 1836 angesehen werden.



Briefmarke 1990
Ernst Rudorff, Begründer des Naturschutzes


Wichtige Ereignisse:
1836: Erwerb eines Teils des Drachenfelsens durch die preußische Regierung, um einen weiteren Abbau des Berges zu verhindern; dies wird häufig als Einrichtung des ersten Naturschutzgebietes in Deutschland angesehen (formale Unterschutzstellung aber erst 1922), wobei es allerdings bereits vorher anderenorts zu lokalen Schutzmaßnahmen kam (z.B. der Bamberger Hain 1803).
1852: die Teufelsmauer im Harz wird als Schutzgebiet ausgewiesen.
1875: das preußische Schutzwaldgesetz wurde erlassen; der Deutsche Verein zum Schutz der Vogelwelt wurde gegründet
1876: erster Entwurf für ein Reichsvogelschutzgesetz wird erarbeitet
1888: der Begriff Naturschutz wird durch Ernst Rudorff eingeführt: In seinem Tagebuch findet sich am 9. November der Eintrag: "einen wichtigen Brief geschrieben [...] über den Naturschutz."[20]; das Reichsvogelschutzgesetz wird verabschiedet
1899: der Deutsche Bund für Vogelschutz wird von Lina Hähnle gegründet, aus ihm geht der heutige Naturschutzbund Deutschland hervor
1902: erstes Landschaftsschutzgesetz für Preußen
1904: Bund für Heimatschutz wird gegründet
1906: staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege wird in Preußen eingerichtet; Hugo Conwentz als Leiter
1910: Naturschutzpark "Lüneburger Heide" entsteht in privater Initiative (Verein Naturschutzpark e.V.); staatliche Ausweisung als Naturschutzgebiet 1921
1912: Errichtung des Pflanzenschonbezirkes Berchtesgadener Alpen, als Vorläufer des heutigen Nationalpark Berchtesgaden
1913: die "Schutzaktion zur Erhaltung des Landschaftsbildes im Hönnetal"
1919: das Deutsche Reich verpflichtet sich in Art. 150 der Weimarer Reichsverfassung zur "Erhaltung und Pflege der Natur"
1935: das Reichsnaturschutzgesetz vom 28. Juni 1935 tritt in Kraft; es bildet die Grundlage für alle späteren Naturschutzgesetze in Deutschland
1954: das Naturschutzgesetz (Gesetz zur Erhaltung und Pflege der Heimatlichen Natur - Naturschutzgesetz) der DDR wird verabschiedet
1958: der Weltbund zum Schutz des Lebens (WSL) wird in Österreich gegründet
1961: der WWF wird in der Schweiz gegründet
1970: das Landeskulturgesetz vom 14. Mai 1970, das die Aufgaben und Ziele der DDR-Umweltpolitik grundsätzlich regelt, tritt in Kraft; Europäisches Naturschutzjahr; mit dem Nationalpark Bayerischer Wald entsteht der erste deutsche Nationalpark; das Bayrische Umweltministerium wird als erstes Umweltministerium im deutschsprachigen Raum eingerichtet
1972: der Club of Rome veröffentlicht Die Grenzen des Wachstums und erregt großes öffentliches Interesse am Naturschutz
1974: das Umweltbundesamt entsteht
1975: mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz entsteht der erste bundesweite Naturschutzverband; das internationale Ramsar-Abkommen zum Schutz der Feuchtgebiete tritt in Kraft
1976: das Bundesnaturschutzgesetz wird erlassen
1977: erste Rote Listen für Tiere und Pflanzen in der Bundesrepublik werden veröffentlicht
1985: Schutzgebiete nehmen ca. 1 % der Fläche der BRD ein
1986: das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit wird ca. fünf Wochen nach der Reaktorkatastrophe Tschernobyl gegründet
1987: Verkündigung des neuen Bundesnaturschutzgesetzes
1990: In den letzten Monaten der DDR weist die frei gewählte Volkskammer fünf großflächige Nationalparke, und mehrere Naturparke und Biosphärenreservat aus
1992: das Natura 2000 Netzwerk wird gegründet
1993: Gründung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), es geht aus der Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftspflege der ehem. BRD und den Einrichtungen des Naturschutzes der ehem. DDR hervor
1998: Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes
2002: bis heute letzte Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes


Literatur

Wissenschaftliche Literatur

Arne Andersen (1986): "Heimatschutz. Naturschutzbewegung." In: F.-J. Brüggemeier/Th. Rommelspacher (Hrsg.): Besiegte Natur. Geschichte der Umwelt im 19. und 20. Jahrhundert. Beck, München, S. 143-157.
Harald Plachter (1991): Naturschutz. Gustav Fischer, Stuttgart und Jena, ISBN 3-437-20456-4.
Joachim Radkau, Frank Uekötter (Hrsg.) (2003): Naturschutz und Nationalsozialismus. Campus, Frankfurt/Main, ISBN 3-593-37354-8.

Bärbel Häcker (2004): 50 Jahre Naturschutzgeschichte in Baden-Württemberg. Zeitzeugen berichten. Ulmer, Stuttgart, ISBN 3-8001-4472-7.

Friedemann Schmoll (2004): Erinnerung an die Natur. Die Geschichte des Naturschutzes im deutschen Kaiserreich. Campus, Frankfurt/Main, ISBN 3-593-37355-6.

Hans Mattern (2005): Dichter der Schwäbischen Romantik als Vorläufer des Naturschutzgedankens. In: Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik, Bd. 423. Stuttgart 2004, S. 307-317, ISBN 3-88099-428-5.

John Alexander Williams (2005): "Protecting Nature Between Democracy and Dictatorship: The Changing Ideology of the Bourgeois Conservationist Movement, 1925-1935." In: Thomas Lekan/Thomas Zeller (Hrsg.): Germany’s Nature: New Approaches to Environmental History. Rutgers University Press, New Brunswick, S. 183-206.
Hans Werner Frohn, Friedemann Schmoll (Hrsg.) (2006): Natur und Staat. Staatlicher Naturschutz in Deutschland 1906-2006. Landwirtschaftsverlag, Münster, ISBN 3-7843-3935-2.

Reinhard Piechocki (2007): Genese der Schutzbegriffe: 3. - Naturschutz (1888). Natur und Landschaft, 82(3), S. 110–111, ISSN 0028-0615

Oliver Kersten: Die Naturfreundebewegung in der Region Berlin-Brandenburg 1908–1989/90. Kontinuitäten und Brüche. Berlin 2007 (Zugl. Diss. Freie Universität Berlin 2004) (Naturfreunde-Verlag Freizeit und Wandern), S. 40 f., 51 f., 88 f., 131 f., 234 f.; Abb. S. 184, ISBN 978-3-925311-31-4


Populärwissenschaftliche Literatur

Wolf-Eberhard Barth: Naturschutz: Das Machbare. Praktischer Umwelt- und Naturschutz für alle. Ein Ratgeber. Paul Parey, Hamburg 1995, ISBN 3-490-11418-3

Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung. Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8


Siehe auch
- Portal: Umwelt- und Naturschutz – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Umwelt- und Naturschutz
http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Umwelt-_und_Naturschutz

- Baumschutzverordnung
http://de.wikipedia.org/wiki/Baumschutzsatzung

- Eingriff-Ausgleich-Regelung
http://de.wikipedia.org/wiki/Eingriff-Ausgleich-Regelung

- Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie
http://de.wikipedia.org/wiki/Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie

- Landschaftsplanung
http://de.wikipedia.org/wiki/Landschaftsplanung

- integriertes Küstenzonenmanagement
http://de.wikipedia.org/wiki/Integriertes_K%C3%BCstenzonenmanagement

- Meeresschutz
http://de.wikipedia.org/wiki/Meeresschutz

- Mosaik-Zyklus-Konzept
http://de.wikipedia.org/wiki/Mosaik-Zyklus-Konzept

- Naturschutzorganisation
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturschutzorganisation

- Neobiota (Neophyten und Neozoen)
http://de.wikipedia.org/wiki/Neobiota
http://de.wikipedia.org/wiki/Neophyten
http://de.wikipedia.org/wiki/Neozoen

- Prozessschutz
http://de.wikipedia.org/wiki/Prozessschutz

- Sukzession
http://de.wikipedia.org/wiki/Sukzession_(Biologie)

- Wildnisentwicklungsgebiete
http://de.wikipedia.org/wiki/Wildnis


Referenzen
http://europa.eu.int/comm/environment/nature/natura.htm
Klaus Pedersen: Naturschutz und Profit. Menschen zwischen Vertreibung und Naturzerstörung. Münster 2008. Einleitung
George Wittemyer, Justin S. Brashares, et al.: Accelerated Human Population Growth at Protected Area Edges. In: Science, Vol 321, S. 123 ff, 4. Juli 2008
http://europa.eu.int/comm/environment/nature/habdirde.htm http://europa.eu.int/
http://europa.eu.int/eur-lex/de/consleg/pdf/1979/de_1979L0409_do_001.pdf
Lehrstuhl für Landschaftsökologie
http://www.uni-kassel.de/fb6/start/fr_landschaftsplanung.html
Landschaftsplanung an der TU Berlin
Leibniz Universität Hannover - Studienfach Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
TUD - Institut für Landschaftsarchitektur - Studiengang der Landschaftsarchitektur
http://www.hs-anhalt.de/studium_lehre/bewerber/studienangebote/direktstudium/index.html

Studieninfos für die Landschaftsökologie in Oldenburg
Studieninfos für die Landschaftsökologie in Oldenburg
Institut für Landschaftsökologie: Studiengang
FHW UMIB index
Philipps-Universität Marburg - Fb. 17 - Biologie : Studienberatung
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
[http://www.mpa.uni-klu.ac.at
H. Klose (1939): Ernst Rudorffs Heimatland unter Landschaftsschutz. Naturschutz, 20, S. 121.



Weblinks

Bundesamt für Naturschutz (BfN)
http://www.bfn.de/

Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) der Schweiz
http://www.gesetze.ch/inh/inhsub451.htm

Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG)
http://bundesrecht.juris.de/bnatschg_2002/index.html

Stiftung Naturschutzgeschichte - Internetangebot der Stiftung Naturschutzgeschichte
http://www.naturschutzgeschichte.de/

ProNatura Schweiz
http://www.pronatura.ch/

Naturschutz in Österreich
http://www.naturschutz.at/



Kategorie: Naturschutz
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Naturschutz

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