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25.01.2009

Renaissance der Atomkraft?

Renaissance der Atomkraft?
24.09.2008: Erwin Huber fordert eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke auf 60 Jahre, die bayrische Landesregierung gar den Bau neuer Atomkraftwerke. Damit sind Huber und die Bayern absolute Spitzenreiter der jetzt von allen Seiten erklingenden Atom- Propaganda.

Eine neue Entwicklung? Nein, die Wiederkehr der Atomkraft wird seit 20 Jahren vorausgesagt und beschworen. Neu sind auch nicht die Argumente. Neue Fakten? Auch hier Fehlanzeige. Neu ist nur, wie massiv die Atomlobby diesmal dran geht, wo Artikel platziert werden, wie die Medien benutzt werden, mit welchen Fragestellungen Umfragen beeinflusst werden, welche Politiker diesmal instrumentalisiert werden. z.B. ehemalige Grüne Funktionsträger, ehemalige Greenpeace-Aktivisten.

Die Argumente für eine Laufzeitverlängerung sind auch dieselben wie vor 20 Jahren: Stromlücke, Strompreis, Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit von Importen, vor allem aus dem Osten. Neu sind jetzt die hohen Energiepreise, die die Verbraucher sehr deutlich spüren. Das ist schon sehr gut gemacht, die Leute glauben zu lassen, der Benzinpreis würde sinken, wenn die AKW's weiter laufen. "Ohne Atomkraft gehen die Lichter aus", oder "Kernkraftgegner überwintern, im Dunklen und mit kaltem Hintern" waren die Parolen der Atommafia in den 70er und 80er Jahren.

Heute hört sich das viel seriöser an, wenn von Stromlücke gesprochen wird, richtiger wird es damit aber nicht. Eine Unabhängigkeit von Energieimporten ist nur durch regenerative Energieträger möglich. Uranabbau gibt es in Deutschland nicht mehr. Gerade wurden mit 6,8 Milliarden Euro die größten Schäden des deutschen Uranabbaus bei Ronneburg unter meterdicken Erdschichten verbuddelt, die Kosten für über 5000 Strahlenopfern unter der Belegschaft nicht mitgerechnet. Zwar produzieren die abgeschriebenen Atomkraftwerke vermeintlich billigen Strom, doch das nur, weil die Stromkonzerne von den Folgekosten verschont werden. Forschung und Entwicklung hat der Steuerzahler bezahlt, 99 Prozent des radioaktiven Abraums bei der Urangewinnung bleiben in den Förderländern, meist in indigenen Gebieten Kanadas, Australiens oder in Afrika. 20.000 Tonnen abgereichertes Uran aus Deutschland werden in den Weiten Russlands gelagert.

Kosten der gescheiterten Endlagerung in Morsleben und der Asse werden sich auch auf etliche Milliarden summieren, alles Kosten für den Steuerzahler. Und die Kosten für eine Million Jahre Endlagerung? Unkalkulierbar! Aber sicherlich von der Bevölkerung zu zahlen. Dass die Strompreise mit Laufzeitverlängerung oder gar neuen Atomkraftwerken steigen müssen, zeigt auch schon ein Grundsatz der Marktwirtschaft: Weniger Wettbewerb führt immer zu höheren Preisen, Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Aber die drohende Klimakatastrophe, könnte da die Atomkraft nicht einen Beitrag leisten? Neue Gaskraftwerke, mit Kraft-Wärme-Kopplung sind wesentlich effektiver und haben eine deutlich bessere Co²-Bilanz als Akws mit Uran aus Namibia! Es verwundert sowieso, dass das Klimaproblem nun auf einmal herhalten soll, die AKWs vor dem Aussterben zu retten, haben sich die Protagonisten bisher kein bisschen um das CO²-Problem gekümmert, sind in keiner Weise als Umweltschützer hervorgetreten.. Die Atommafia steht mit dem Rücken an der Wand: Wenn sie jetzt die Laufzeitverlängerung nicht schafft, kommt die Wende zur regenerativen Energie. Daher werden keine Kosten gescheut, Agenturen beauftragt, Kampagnen gestartet, Meinungsumfragen so gestaltet, dass die richtigen Antworten herauskommen.

Kronzeugen werden geschickt in Szene gesetzt, Politiker eingebunden. Die Atomlobby warnt, wenn Laufzeitverlängerungen nicht mit der SPD machbar sind, werden eben neue Bündnisse gesucht. Und die Parteispitze der Grünen fährt hier keinen klaren Kurs. Aber der Grünen Spitze muss klar sein, dass ein Herumgeeiere in dieser Frage zum Stolperstein werden kann: Es reicht nicht, wenn Künast sich klar zum Ausstieg bekennt aber Bütikofer gleichzeitig auf ein schwarz-grüne Koalition schielt.

Die Linie muß klar sein: Mit den Grünen gibt es keine noch so geartete Laufzeitverlängerung und kein atomares Endlager in Gorleben. Dieses verbietet sich schon aus geologischer Sicht. Dies muss in allen Statuten verankert werden, als zentrales Wahlversprechen abgegeben werden. Beim nächsten Castortransport nach Gorleben können die Grünen durch eine kraftvolle Mobilisierung zeigen, dass es mit ihnen weder Laufzeitverlängerungen noch ungeeignete Endlager geben wird.

Bundesweite Demonstration am 8. November um 13 Uhr in Gorleben.

Gerhard Förster Pressesprecher Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

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