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20.01.2009

Reportage über das Leid der Orang-Utans in unserer Welt: ACHTET DIE SCHÖPFUNG IHR DÖSBATTEL !

Reportage über das Leid der Orang-Utans in unserer Welt: ACHTET DIE SCHÖPFUNG IHR DÖSBATTEL !
Affenschande



Verhätschelt, verprügelt, vergewaltigt: In Indonesien sind die letzten Orang-Utans der Grausamkeit und der tödlichen Liebe des Menschen ausgeliefert
Von FOCUS-Reporter Wolfgang Bauer

Die Hände, die aussehen wie Menschenhände, greifen ins Leere. Zwischen Himmel und Erde rudern lange karottenrote Arme, der Körper kippt vorn-über. Die Brust durch eine Gewehrkugel aufgerissen, stürzt das Orang-Utan-Weibchen in die Tiefe. Über dem Urwalddach von Borneo hat der Nachmittagsregen ausgesetzt. Zarte Nebelfäden lösen sich von den Blättern, verbinden sich zu Gespinst, wachsen zu Wolkensäulen, kilometerhoch. Der verwundete Orang-Utan splittert durch Geäst, fällt aus dem grellen Weiß der Wipfelhöhen ins smaragdene Unterholz, wo er nach 40 Metern aufschlägt, mit zerschmetterten Knochen, direkt neben dem Wilderer, der den Schuss abgab. Der Mann glaubt, sein Opfer wolle angreifen, Rache nehmen. Er richtet den Gewehrlauf auf das Weibchen, einen in sich verdrehten Körper. Um den Hals klammert sich ein kleines Bündel aus Fell und Atem. Die Affenmutter schaut den Schützen an, ausdruckslos, wie der sich erinnert, und legt ihm das Baby vor die Füße. Diese Geschichte erzählt der Mann seither unter Tränen.

Aber Mitleid macht niemanden satt auf Borneo. Dem Primatenweibchen spaltete er mit einer Machete den Schädel, das Baby verkaufte er. Davon lebt der Wilderer: Er schlachtet Orang-Utan-Mütter, raubt deren Junge, damit sie in den Städten Asiens Menschen erheitern. Als Kindsersatz, Liebhaber, Schoßhündchen, Sexsklaven oder Zirkusclowns. Der Ausverkauf der 14000 letzten frei lebenden Orang-Utans ist in vollem Gange. Je rarer sie auf Sumatra und Borneo werden, desto höher steigt der Preis, desto lukrativer wird die Jagd. Dazu verschwindet ihr Lebensraum, bis zu 70 Prozent des Holzes wird in Indonesien illegal geschlagen. Intakte Wälder verkümmern zu winzigen Resten. Viele Rettungsversuche gibt es, vier Orang-Utan-Schutzorganisationen allein in Indonesien, und wenig Hoffnung. In fünf Jahren, prognostizieren Experten der Orang-Utan Survival Foundation, ist der „Waldmensch“ ausgerottet.

Julios Hände sind weiß gepudert. Sie schieben sich über die weißen Kacheln des Küchenbodens. Er hechelt, die Zunge hängt ihm aus dem Maul, denn jede Bewegung strengt ihn an. 60 Kilogramm wiegt Julio, ein riesiger teigiger Bauch überschwemmt seinen Körper, drückt ihn zu Boden, wo er sich müht wie eine traurige Kröte. Die Kreuzung aus Buddha und Sumo-Ringer ist ein dreijähriges Orang-Utan-Kind. Viel Ähnlichkeit mit seinen Verwandten im Wald ist ihm nicht geblieben, er wurde – wie viele vor ihm – zur Kreatur der 56-jährigen Evie Nyoto.

Die Eisenstange, mit der sie Julio zum Mensch-Affen prügelt, ist schon lange in Gebrauch. Allmählich setzt sie Rost an, erzielt aber immer noch Erfolge. Frau Nyoto erzählt es gern: Der Affe kann rauchen, auf den Mund küssen, mit dem Löffel essen, Buchstaben erkennen und vieles mehr.

Die Geschäftsfrau herrscht in Surabaya im Osten Javas über vier Orang-Utans, fünf Hausangestellte und eine Zuckerbäckerei. Von vier Uhr morgens an steht sie in der Backhalle, kajalgeschminkt, als ginge es zur Hochzeit, und dirigiert die zehntausendfache Produktionvon grün-roten Schnitten aus extrasüßem Kleb-reis und Kugeln aus noch süßerem Klebreis mit Hühnerfleisch als Füllung. Julio liegt derweil wie ein Fettfleck auf dem Betonboden und harrt der Spezereien, die von oben kommen. „Er beißt, wenn er nichts bekommt, was soll ich machen?“, schmunzelt Frau Nyoto. Ohne Mann schlägt sie sich seit ihrer Scheidung vor 15 Jahren durchs Leben, eine für javanische Verhältnisse ungewöhnliche Frau, SelfmadeWoman im chinesischen Viertel. Auf Menschen konnte sie sich selten verlassen. Tiere dagegen verrieten sie noch nie. Tiere sind schutzlos, um sie muss man sich kümmern. Frau Nyoto liebt Tiere sehr. „Zu sehr“, nörgelt Tochter Ira, 17, eifersüchtig. „Sie liebt Julio mehr als mich. Ich darf vieles nicht, er darf alles.“

Doch die Liebe ist ein flatterhaftes Ding. Die Orang-Utans kauft Evie Nyoto auf den Schwarzmärkten Surabayas, winzige Babys mit saugenden Mündern, traurigen Augen, alles und jeden umarmend. Unter Aufbietung großer Mutterliebe, als seien es ihre eigenen Kinder, päppelt Frau Nyoto die Affenbrut. Sie teilt mit ihnen das Bett, steht fünfmal in der Nacht auf, um ihnen Milch zu geben, den Schnuller zurechtzurücken. Sie wechselt ihre Windeln (Marke Babylove), sie summt die Kleinen in den Schlaf. Sie eröffnet sogar ein Konto auf der Bank für sie, überweist auf ihre Namen stattliche Beträge, damit – im Falle ihres plötzlichen Ablebens – die Zukunft der Lieblinge gesichert ist.

Die neueste Anschaffung heißt Valentin, das Loch im Köpfchen hat ihm der Wilderer auf Borneo beigebracht. Frau Nyoto und Ira tragen Klein-Valentin am Rücken wie ein modisches Accessoire. Er wird noch nicht – wie Julio – zum Zigarettenrauchen angehalten, dazu sei er noch zu klein. Wenn Frau Nyoto nicht mehr weiß, wohin mit der Liebe, ihr Herz aus allen Nähten platzt, sperrt sie ihre haarigen Sweeties für den Rest ihrer Tage in rostige, winzige Käfige im Hinterhof. Spätestens wenn sie das vierte Lebensjahr erreichen, groß und rappelig geworden sind. Das verrückte Schreien und Wimmern der Kerkeraffen dringt ins Wohnzimmer der Familie, wo alle sich laut lachend um Julio scharen, weil der von Frau Nyotos Tochter wieder einmal Klavierstunden bekommt. Mozart soll er üben.

Die Pflege der Zuckerbäckerin führt zu einem frühen Tod. Zwischen 40 und 50 Jahre alt werden Orang-Utans im Wald, in den Häusern der Tierfreunde selten älter als 15. Titiek Lestari, 66, eine Freundin Frau Nyotos, zwei Straßen weiter, besaß nacheinander vier Waldmenschen, immer starben sie rasch. Der Käfig von Willi, 5, ihrem aktuellen Spielaffen, steht auf einem Betonfundament, in dem die Leichen seiner Vorgänger begraben sind. Viele Affen sterben an Mangelernährung und Stress, viele werden von ihren Besitzern nach Jahren des Hätschelns getötet, um Platz zu schaffen für neue Affenbabys. Frau Lestari schneidert eifrig Kostüme für die Affen, sie liebt das sehr, einen ganzen Kleiderschrank hat sie voll. Willi mag keine Kleider, er sträubt sich, aber nackt gibt es bei Frau Lestari kein Fresschen.

Der Mensch ist so entsetzlich, wie es ihm seine Phantasien erlauben. Zu deren Werkzeugen werden in Asien die Orang-Utans. In Jakartas Vergnügungspark Ancol lässt man sie zu Boxkämpfen gegeneinander antreten, ein tausendköpfiges Publikum, vom Schulkind bis zum Opa, kreischt vor Vergnügen, wenn sich zwei ausgemergelte Orangs in Boxerhosen und Boxhandschuhen widerwillig schlagen. Boxen sie nicht begeistert genug, prügeln nach der Show die „Trainer“ hinter den Kulissen. „Viel zu harmlos!“, ist ein Besucher nach der Vorstellung enttäuscht. „Die haben doch nur so getan, viel härter müssten die schlagen. Bis Blut fließt.“

Die Spots im indonesischen Fernsehen warnen alle paar Monate davor, und auch Frau Nyo-to hat die Botschaft schon vernommen: Haltet keine Orang-Utans als Haustiere, die gehören in den Wald, bei euch werden sie nur unglücklich. Die Affen erreichen die Intelligenz eines vierjährigen Kindes, besitzen ein Gedächtnis, das das menschliche teilweise übertrifft, verfügen über Heilkünste, kennen für jedes Wehwehchen das geeignete Kraut. Ihre Kommunikation ist viel entwickelter als bisher angenommen. Die Aufklärungsspots warnen: Die Affen könnten euch mit Hepatitis anstecken, mit Cholera oder Tbc. Bis zu fünf Jahre Gefängnis stehen in Indonesien auf das Halten geschützter Tierarten, nur die Präsidentin hat das Recht, Orangs zu verschenken, und sie tat es noch kein einziges Mal. Doch Tierfreunde wie Frau Nyoto müssen den Arm des Gesetzes kaum fürchten.

Die Razzia in Jakarta beginnt im Ausflugsbus, 50 Polizisten hängen in den Sitzen, gut gelaunt ergehen sie sich im neuesten Tratsch und wissen ansonsten nicht so recht, was sie hier sollen. Das ist zu verstehen: Der 21-Millionen-Moloch Jakarta ist ein Menschenfresser, der Bauern aus ihren Dörfern saugt, Tag für Tag, sie in die Schlammwüsten der Slums würgt, sein übel stinkendes Gedärm. Die Polizisten dieser Stadt kennen andere Probleme als illegalen Primatenhandel. Gechartert hat den Bus Willie Smits, 45, Gründer der Orang-Utan Survival Foundation, Indonesiens bekanntester Jäger von Affenhaltern. Er beschlagnahmt Orang-Utans, um sie auf Borneo wieder auszuwildern. Seit Jahren lebt der gebürtige Holländer mit Morddrohungen. Auf Recherchen trägt er Perücken, seine Adresse ist geheim. In Smits Station Wanariset auf Borneo leben derzeit 193 beschlagnahmte Orang-Utans, viele kommen dort in einem erbärmlichen Zustand an, traumatisiert, verstört, manche lebensmüde. Immer wieder versuchen Primaten, sich umzubringen, verweigern die Nahrung, müssen künstlich ernährt werden, schlagen mit ihren Köpfen gegen die Eisengitterstäbe, tagelang. Andere Affen sind noch nach Jahren verängstigt, sitzen auf dem Käfigboden und halten sich mit Armen und Beinen zitternd umschlungen.

Früh ist Smits heute aufgestanden, der gelbgraue Smog ist noch dünn, der Straßenverkehr zähflüssig, immerhin. Auf den Polizeieinsatz hat sich Smits lange vorbereitet. In Zusammenarbeit mit dem Forstministerium will er den weltgrößten Markt für geschützte Tiere hochgehen lassen. Ein Hektar groß ist das Areal aus Hallen und Buden, panisches Zwitschern ist über ihm, Federn schweben wie Schnee, die stickige Luft flirrt vor Gefiederstaub, aus den Wänden wachsen Vogelkäfige, tropischen Kletterpflanzen gleich alles bedeckend. In dunklen Verschlägen, etwas abseits, vermutet Smits Babys von Löwen, Tigern und Orang-Utans. Er fährt im Jeep voraus, den Laptop mit Satellitenaufnahmen des Marktes auf den Knien. „Wir wollen zunächst die fünf Ausgänge blockieren, in die wichtigsten Marktachsen stürmen, dann ausströmen.“

Alle bisherigen Razzien scheiterten. Hunderte von Händlern stürmten mit Stangen und Messern auf die Polizisten, dem Einsatzleiter brachen sie einmal den Arm, sechs andere verletzten sie, die Jäger wurden stets zu Gejagten, letztes Mal verbarrikadierten sie sich in einer benachbarten Polizeistation, vor der der Mob einen Tag lang tobte. Dreimal holten sich die Ordnungskräfte blutige Köpfe, der heutige Versuch, Smits ist überschwänglich, soll klappen. „Wir werden schwer bewaffnet sein. So viel Polizei hatten wir noch nie.“

Das Scheitern wird vollkommener als die Fehlschläge der Vergangenheit. Statt Prügel wartet Spott auf Smits. Die Tierhändler sitzen in ihren Buden, grienen, höhnen, zischeln dem Naturschützer zu: „Schon heute morgen haben wir es gewusst.“ Fassungslos beobachtet er, wie die Polizisten durch das Labyrinth der Läden hasten, dienstbeflissen schauen. Fünf Minuten später ist ein Adler konfisziert und der Einsatz vorbei. Eine Farce. Die Polizisten sitzen schneller im Bus, als Smits den Markt durchqueren kann. „Denen hat jemand einen Tipp gegeben“, zürnt der Affenschützer, zurück im Jeep, und klappt den Laptop zu. Die Händler haben sich auf Smits Razzien eingestellt, sie zahlen jetzt die Polizei, statt sie zu prügeln. Gut gelaunt kehrt der gecharterte Ausflugsbus zurück ins Hauptquartier.

Der Handel mit Orang-Utans floriert wie noch nie. Die Wipfelbewohner haben das Pech, in einem aus den Fugen geratenen Staat zu leben. Jahrzehntelang unter der Knute der Suharto-Diktatur, taumeln die Provinzen Indonesiens jetzt in Anarchie. Jeder rafft, Gesetze der Zent-ralregierung sind Makulatur. Nach Einschätzung des „Asian Wall Street Journal“ ist das Land das korrupteste Asiens. Die Urwälder Indonesiens werden im Profitrausch abgeholzt, Schutzgebiete ignoriert, nur sieben Prozent der Wälder sind noch unberührt.

Die großen Brandrodungen von 1997/98, die eine Fläche doppelt so groß wie Zypern dahinrafften, machten die unglücklichen Orangs als Haustiere populär. Tausende von Affenwaisen irrten damals durch Borneo, liefen hungernd in die Gärten der Siedler, den Wilderern direkt in die Arme. Davor schmückten sich nur die ganz Reichen Asiens mit paffenden Menschenaffen. Ein Orang auf dem Klavierhocker war Statussymbol wie Tiger im Gehege und der Alligator im Teich. Nach 1997 begann der Mittelstand, die Upper Class zu kopieren. Heute ist die Nachfrage enorm, die Preise für Orang-Utan-Babys stiegen in den vergangenen sechs Jahren um 1000 Prozent.

Am Geschäft mit den roten Riesen verdienen viele, am wenigsten ihre Mörder. Für 50000 Rupien (sechs Euro) tötet der Wilderer. So viel zahlen seine Auftraggeber, die Dorfkrämer an den Flüssen Zentralborneos. Für ein Baby, das dort über den Ladentisch geht, bringt der Wilderer im Schnitt sechs Mütter samt Nachwuchs um, da die Kleinen den Sturz aus den Wipfeln oft nicht überleben. Der Flusshändler tauscht die Waise gegen ein gebrauchtes Radio mit Holzschiffkapitänen, die vom Landesinneren an die Küste fahren. Dort ist der Wert der Affen bereits auf 70 Euro gestiegen, über Zwischenhändler und weitere Holzschiff-kapitäne, die zwischen den indonesischen Inseln verkehren, erreichen die Orang-Utans in winzigen Käfigen, lausig ernährt, Singapur, die Großstädte Javas, Thailands und Taiwans. Frau Nyoto, die Zuckerbäckerin, musste für ihren Julio 350 Euro zahlen. Höchstpreise erzielen die Tiere in Amerika. Ein Orang-Baby soll dort 20000 Dollar kosten, Michael Jackson hat sechs von ihnen. In Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, leben Schätzungen zufolge mehr Orang-Utans pro Quadratkilometer als auf Kalimantan, dem indonesischen Teil Borneos.

Die Holzhäuser von „Kilometer 19“ stehen im Zentrum der Apokalypse. Das Dorf, das einst mitten im Urwald lag, ist heute von Kraterlandschaft umgeben. Grau verkrustete Goldgräber im Lendenschurz, mit Quecksilber in Plastikflaschen, durchwühlen den weißen Sand. Es ist Samstagnachmittag, und Samstagabend erhalten die Goldjungs ihren Lohn. In „Kilometer 19“, dem Dorf der Huren, herrscht jetzt Ruhe vor dem Sturm. Im Bordell „Sweet woman forever“, einem lichtlosen Bretterverschlag, dösen zwölf Prostituierte im Alter von 14 bis 40 und Poonie. Das dreijährige Orang-Utan-Mädchen trägt eine Eisenkette mit Vorhängeschloss ums linke Fußgelenk. Es ist glatt rasiert, auch die Geschlechtsteile, am Kopf hat man ihm einen Irokesenschnitt frisiert. Poonie ist das Hochzeitsgeschenk von Puffbesitzer Jenggo Sriatum, 48, an seine Frau. Die Äffin trinkt mit Vorliebe aus Bierflaschen, wirft gelangweilt mit Spielkarten, ist seinem Besitzer Sexware und Maskottchen zugleich. Freier zahlen für sie weniger als für die jungen, aber mehr als für die alten Huren.

An besonderen Tagen, Silvester, Poonies Geburtstag oder wenn es Kunden wünschen, wird sie in Goldschmuck gezwungen, muss Kette und Ringe tragen. Das Geschäft gehe aber nicht mehr so gut, klagt ihr Peiniger, die Wälder verschwinden, die Goldfelder würden ärmer, da bleibe Kundschaft weg. Vor zwei Monaten versuchten Willie Smits Umweltschützer, Poonie zu beschlagnahmen, vergeblich, sie wären von den Luden dabei fast erschlagen worden.

Die Sodomie kennt keine Grenzen. Die Regisseure amerikanischer Schwulenpornos lassen ihre Darsteller auf Orang-Utans los, die Bilder gibts im Internet. Zusammen mit Smits ermittelt die amerikanische Bundespolizei. Stoppen konnte die Orang-Utan Foundation immerhin die Unsitte in Taipehs Snake Alley, der Vergnügungsmeile der taiwanischen Hauptstadt, die Primaten unter Drogen zu stellen, auf Bartresen zu setzen und sie mit einer Axt Fröschen die Köpfe abschlagen zu lassen. Die Leute flanierten vorbei und amüsierten sich.




Hamburg
Zoobesucher lockt Orang-Utan in den Tod
In Hagenbecks Tierpark in Hamburg ist ein Orang-Utan ertrunken. Schuld war wohl ein Besucher, der es zu gut mit dem Affen meinte.


Der Besucher habe die zehnjährige Affen-Dame Laila füttern wollen, sagte Chef-Tierpfleger Walter Wolters. Der Unbekannte schmiss ein Brötchen statt in das Gehege in den Wassergraben. „Laila wollte sich das Brötchen holen, ist aber ins Wasser gefallen und ertrunken“, berichtete Wolters.

Pfleger brach in Tränen aus

Die von Besuchern alarmierten Pfleger konnten nur noch die Leiche der Orang-Utan-Dame bergen. „Wir sind alle sehr betroffen“, sagte Wolters. „Ein Pfleger ist sogar in Tränen ausgebrochen.“ Es sei das erste Mal, das so etwas in Hagenbecks Tierpark passiert sei. Der Brötchen-Werfer, der das von Geburt an in Hamburg lebende Tier trotz eindeutigen Verbots füttern wollte, konnte zunächst nicht gefunden werden. Der Tierpark erwägt eine Anzeige.

flf/dpa

Schlagwörter: Hagenbecks Tierpark Hamburg



Borneo/Malaysia
Das Lächeln der Kopfjäger


Vor 100 Jahren wären Touristen auf den Flüssen Borneos im Nu enthauptet worden. Schließlich galt der Volksstamm der Iban als Kopfjäger. Heute werden die Gäste herzlicher aufgenommen.
Von Thomas Krämer

In der Ferne ist ein leises Rauschen zu hören. Es steigert sich, bis die ersten Regentropfen von den Blättern fallen: Wie jeden Nachmittag zieht ein Regenschauer über das am Skrang-Fluss gelegene Langhaus hinweg. Früher wären diese Tropfen auf ein mit Blättern gedecktes Dach gefallen. Heute hat das Langhaus ein Wellblechdach, einen Kalender, eine Uhr und einen Feuerlöscher. Nach wie vor leben die meisten Volksgruppen des Bundesstaates Sarawak auf der Insel Borneo in diesen traditionellen Langhäusern, die sich je nach Stamm voneinander unterscheiden.
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Spagat zwischen Tradition und Neuzeit

Jonathan, ein etwa 40-jähriger kräftiger Mann macht es sich auf dem Boden gemütlich. Am anderen Ende des „Ruai“, wie die überdachte Veranda in der Iban-Sprache heißt, toben die Kinder. Der Generator verstummt, das Neonlicht erlischt. Dafür werden nun Petroleumlampen angezündet. Es ist Abend geworden. „Mein Sohn studiert in Kuching“, berichtet Jonathan, und das flackernde Licht lässt Schatten über sein gebräuntes Gesicht wandern. Er ist das Oberhaupt des Langhauses und der Iban-Siedlung. Und er steht wie ein Symbol zwischen Tradition und Moderne.

„Wir sind froh darüber, dass mittlerweile eine Straße bis fast an das Langhaus heranführt“, erzählt er weiter. Überhaupt sei das Leben nun besser als früher. Trotzdem wolle man die alten Traditionen bewahren, die Tänze und Gesänge, den Rhythmus der Trommeln, die Jagd mit Pfeil und Bogen, den alten Glauben, der immer noch – manchmal im Verborgenen – mit der christlichen Religion ringt, und den Respekt vor den Mitbewohnern. Jonathan zeigt auf eine Gruppe Jugendlicher, die Karten spielen. „Jeder muss den anderen achten“, erklärt er und gähnt. Die Tage im Langhaus enden früh.

Doch sie beginnen auch früh. Es gibt Momente, da wünscht man sich das Federvieh in den Kochtopf. Wenn es zum Beispiel morgens um halb sechs kräht. Doch die Leute vom Langhaus sind daran gewöhnt. Sie richten ihren Tag am Licht aus und sind deswegen schon auf den Beinen.

Expedition in den Urwald

Wenige Autostunden entfernt vom Skrang-Fluss wurde vor Jahren ein Tal geflutet. Der Bau des Batang-Ai-Stausees hat die Region verändert, ganze Gemeinschaften mussten umgesiedelt werden. Doch er sorgt für Strom in den Ortschaften und eine bequeme Fahrt in den am Fluss gelegenen Urwald.

Ein zehn Meter langes, aber extrem schmales Motorboot gleitet schnell über den See und biegt dann in den Flusslauf ein. Die Kronen der Bäume beschatten den Wasserlauf, Vögel fliegen vor dem Motorengeräusch davon, eine Wasserschlange flüchtet ins Uferdickicht. Zusammen mit dem Iban Lemon geht es von einem kleinen Lager weiter flussaufwärts. „Wir suchen nach den Schlafbäumen der Orang-Utans“, erklärt er und richtet seinen Blick nach oben. Sie sähen aus wie überdimensionale Vogelnester und seien hier am Oberlauf des Sungai Iblang recht häufig.


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