Free counter and web stats

20.01.2009

Sodomie

Sodomie

1. Allgemeines. Als Sodomie wird allgemein Geschlechtsverkehr mit Tieren bezeichnet, wofür in der Praxis vor allem Heim- und landwirtschaftliche Nutztiere missbraucht werden. Da der Begriff sowohl historisch als auch heutzutage noch in vielen Kulturen für eine Vielzahl von Arten der Sexualität (insbesondere für Pädophilie, Inzest oder Homosexualität) verwendet wird, ist die Bezeichnung Zoophilie (Tierliebe) für Geschlechtsverkehr mit Tieren jedoch korrekter. Ist es für den Täter erregend, Tieren Schmerzen zuzufügen oder sie zu töten, spricht man ausserdem von Zoosadismus (gewalttätige Sodomie).

Über das tatsächliche Ausmass des gesellschaftlich weitgehend tabuisierten Themas lässt sich nur spekulieren. Aufgrund hoher vermuteter Dunkelziffern sind entsprechende Praktiken aber wohl weit verbreiteter als gemeinhin angenommen. Amerikanischen Studien zufolge sollen rund 8 Prozent der Männer und über 3 Prozent der Frauen zumindest schon einmal geschlechtlichen Umgang mit Tieren gehabt haben, wobei sich die Zahl in ländlichen Gegenden auf 17 Prozent erhöht und der Hund in der entsprechenden "Beliebtheitsskala" an erster Stelle steht.


2. Rechtliche Erfassung. Die Sodomie wird weder in Deutschland noch in der Schweiz durch das Strafgesetzbuch noch durch die Strafbestimmungen des Tierschutzgesetzes ausdrücklich verboten. Allenfalls gelangt bei entsprechenden Praktiken der Tatbestand der Tiermisshandlung nach zur Anwendung. Hierfür muss das betroffene Tier im Rahmen der Unzucht aber nachweislich misshandelt misshandelt, überanstrengt, qualvoll oder mutwillig getötet worden sein, was die Strafuntersuchungsbehörden in der Praxis regelmässig vor erhebliche Beweisprobleme stellt.

Nach Art. 197 des Schweizer Strafgesetzbuches strafbar ist jedoch eine Reihe von Handlungen mit Schriften, Bild- oder Tonaufnahmen, Abbildungen oder ähnlichen Gegenständen, die sexuelle Praktiken mit Tieren zum Inhalt haben, ohne dass damit ein schutzwürdiger kultureller oder wissenschaftlicher Wert verbunden wäre (sog. harte Pornographie). Als im Sinne der Bestimmung pornographisch gilt eine Darstellung dann, wenn sie einseitig darauf angelegt ist, beim Konsumenten geschlechtliche Erregung hervorzurufen und Tiere unmissverständlich und direkt sichtbar in eine sexuelle Handlung mit einem Menschen unter Einbezug dessen Genitalien integriert werden. Nicht als tatbestandsmässig erachtete das Schweizer Bundesgericht hingegen etwa das versteckte Tun eines Schäferhundes unter dem Rocke der dadurch augenfällig entzückten Julia in einem - hingegen aus anderen Gründen als unzüchtig beurteilten - Film. Anderseits erfüllt auch nicht jede sexuelle Handlung mit Tieren automatisch den Straftatbestand der Tierquälerei nach Art. 27 TSchG.

Unter einer Strafandrohung von Gefängnis oder Busse untersagt Art. 197 Ziff. 3 des Schweizer StGB ausdrücklich das Herstellen, Einführen, Lagern, Inverkehrbringen, Anpreisen, Ausstellen, Anbieten, Zeigen, Überlassen oder Zugänglichmachen entsprechender Produkte. Während deren Erwerb und Besitz zuvor erlaubt waren, ist das Verbot der harten Pornographie im Jahre 2002 verschärft worden. Aufgrund des neu eingefügten Art. 197 Abs. 3bisStGB wird nun auch mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder Busse bestraft, wer entsprechende Produkte besitzt, erwirbt oder sich auf irgendeine Weise (bspw. über elektronische Mittel wie Internet) beschafft.


Anstössiger Umgang mit Tieren bedeutet grundsätzlich eine Verletzung der kreatürlichen Würde. Im Rahmen der Revision des Schweizer Tierschutzgesetzes wird daher u.a. auch ein Verbot der Sodomie und ähnlicher sexuell motivierter Hand lungen mit Tieren sowie der Gewöhnung von Tieren an entsprechende Vorgänge verlangt. Denkbar wäre dabei ein Straftatbe stand, der sich an das Verbot von sexu ellen Handlungen mit Kin­dern (Art. 187 StGB) anlehnt.

Literaturhinweise zur Sodomie

Copyright
Dr. iur. A. F. Goetschel, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Stiftung für das Tier im Recht, Zürich.
Dr. iur. G. Bolliger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung für das Tier im Recht, Zürich.



An dieser Stelle möchten wir Dr.iur. A. F. Goetschel und Dr. iur. G. Bolliger für ihren Beitrag danken. Besonders danken möchten wir Dr. iur. A. F. Goetschel, Geschäftsführer der Stiftung für das Tier im Recht, für seine offene, freundliche und hilfreiche Unterstützung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer