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23.01.2009

Stierkampf: Eine grausame Tradition

Stierkampf: Eine grausame Tradition
Prachtvolle Stiere werden in den Arenen Spaniens, Frankreichs und weiterer Länder, barbarisch getötet - im Namen der Tradition. Foltern und Töten eines wehrlosen Lebewesens sollten nicht als Tradition gefeiert werden.
Die Menschen haben immer schon versucht, die Tradition als Rechtfertigung für schreckliche Ereignisse zu nehmen, wie z.B. Kinderarbeit oder Sklaverei. Aber die Tradition stellt keine Wahrheit oder Legitimation dar. Der Stierkampf ist ein grausamer, blutiger Sport, der in Geschichtsbücher verbannt gehört. Die Entstehungsgründe und die Geschichte der Stierkämpfe spielen keine Rolle, denn Stierkämpfe bestehen aus Folter, Verstümmelung und Abschlachten der Tiere zur Unterhaltung.

Stand: Januar 2008
Fakten über Stierkämpfe


Jedes Jahr werden über 40.000 Stiere barbarisch in Spaniens Kampfarenen abgeschlachtet. (1)

Die meisten ausländischen Besucher, die den Stierkampf besichtigten, wollen nie wieder einen weiteren sehen. Sie sind entsetzt, empört und traurig beim Anblick des grausamen Spektakels.

Der Begriff „Stierkampf“ ist eine Fehlbezeichnung, denn gewöhnlich gibt es keinen fairen Wettbewerb zwischen dem geschickt Schwert schwingenden Torero (Spanisch für „Mörder“) und dem irritierten, psychisch angeschlagenen und körperlich traktiertem Stier.

Einer der größten Befürworter der Stierkämpfe ist die Tourismusbranche. Reiseleiter und Stierkampf - Promoter behaupten daher, dass es sich um einen fairen und festlichen Kampf handeln würde. Was sie nämlich nie offen darlegen ist die Tatsache, dass der Stier sich nicht verteidigen kann und keine Chance auf Überleben hat.
Die Stiere sind absichtlich geschwächt worden durch verschiedene Methoden, wie zum Beispiel durch Sandsäcke, die ihnen auf den Rücken geschnallt werden. (2) Es ist auch gebräuchlich sie mit Medikamenten zu betäuben. Eine Untersuchung von spanischen Wissenschaftlern an der Salamanca Universität hat ergeben, dass circa 20 % der Stiere vor den Kämpfen in der Arena Medikamente verabreicht wurden. Bei einer Kontrolle von 200 Stieren ist herausgekommen, dass jedem fünften Tier ein entzündungshemmendes Mittel gegeben wurde, welches die Verletzungen vertuschen sollen. (3)
Eine andere gängige Praxis ist es die Hörner des Stieres um einige Zentimeter abzuschaben. (4)

Die Hörner der Stiere, genau wie bei Katzen die Barthaare, helfen den Tieren sich zu orientieren, eine kleine Veränderung kann ihre Koordination beeinträchtigen. Dieses Abschaben ist illegal und die Hörner werden manchmal durch Inspekteure des Veterinäramtes nach einem Kampf begutachtet. 1997 rief der Zusammenschluss der Profistierkämpfer - zu denen auch die 230 spanischen Toreros gehören - zum Streik auf und wetterten gegen die Inspektionen der Veterinärämter. (5)

In einem typischen Stierkampf betritt der Stier die Arena und wird durch Pikadore begleitet- das sind Männer, die auf Pferden reiten und Lanzen in die Nackenmuskeln und Rücken des Stieres stechen. Sie bohren und drehen die Spitzen in das Fleisch des Stieres um sicher zu gehen, dass er eine erhebliche Menge an Blut verliert.
Dann betreten die Banderillos die Arena zu Fuß und fahren fort mit dem Ablenken des Stieres. Sie umkreisen das Tier und stecken ihm Speerspitzen mit Harpunen-Enden in den Rücken. (6) Wenn der Stier durch den hohen Blutverlust geschwächt ist, nutzen die Banderilleros das aus und lassen den Stier sie im Kreis jagen, bis ihm schwindelig wird und er aufhört sie zu verfolgen. Schließlich taucht der Torero auf und versucht den sterbenden Stier ein letztes Mal zu einem Angriff zu provozieren, um ihn dann mit seinem Schwert zu töten. (7) Wenn er es nicht schafft, wird mit dem Verstümmeln des Tieres fortgefahren, bis dann ein Torero kommt, der das erschöpfte und gequälte Tier mit einem Stich töten soll. Der Dolchstoß soll das Rückenmark des Tieres durchtrennen, aber auch das wird oft verfehlt, der Stier wird dann bei Bewusstsein, aber paralysiert von den Schmerzen, angekettet, an seinen Hörnern aus der Arena weggeschleppt. (8)

Wenn die Zuschauer mit dem Torero zufrieden sind, werden die Ohren und der Schwanz des Stieres abgeschnitten und der Menge als Trophäe präsentiert. Einige Minuten später erscheint der nächste Stier in der Arena und das sadistische Spiel geht von vorne los.

Es ist ein sehr feiges Ereignis. Der Torero hat die Wahl zu entscheiden, ob er mitmachen möchte - der Stier nicht. Vom ersten Moment an, wo der Stier die Arena durch den dunklen Gang, in dem er gehalten wird, betritt, hat er keine Chance. Er ist wahrscheinlich geschwächt von den Sandsäcken, seine Muskeln im Nacken sind durchgeschnitten, damit verhindert wird, dass er seinen Kopf bewegen kann, geschwächt von Abführmitteln, seine Hörner abgeschabt oder Petroleum in seine Augen gerieben, alles damit sich seine Fähigkeit, Distanz abzuschätzen, negativ verändert.

Gegner des Stierkampfes

Eine Opposition gegen die Stierkämpfe hat sich in Spanien und auch in anderen Ländern gebildet. Im April 2004 deklarierte die Stadtverwaltung Barcelonas, die Stadt zur Anti-Stierkampf-Stadt, in der Hoffung, den primitiven blutigen Sport zu beenden. 38 Katalanische Stadtverwaltungen sind diesem Beispiel gefolgt und im Katalanischen Parlament wurde ein Gesetzesentwurf debattiert, der die Misshandlungen von Tieren verbieten soll, einschließlich eines Verbots gegen Stierkampf. Laut einer Gallup - Studie im Oktober 2006 zeigten 72 % der Spanier kein Interesse an Stierkämpfen, die Zahl ist von 54 % in den 80er Jahren gestiegen. (9)
Wenn Spanien seinen Tourismus steigern will und ein fortschrittliches Land sein möchte, muss es mit der Zeit gehen und aufhören, Tiere aus Gründen der Unterhaltung zu töten.

Pferde in Stierkämpfen

Stiere sind nicht die einzigen Opfer in Stierkämpfen. Pferde werden für den Stierkampf gebraucht, ihnen werden die Augen verbunden und die Ohren mit Watte gestopft, damit sie den Lärm der Zuschauer und die Laute des Stieres nicht hören können. Sie werden oft aufgespießt von den verängstigten Stieren, die sich selber schützen und verteidigen wollen. Jedes Jahr werden ungefähr 200 Pferde bei Stierkämpfen in der ganzen Welt getötet. (10)

Portugiesische „blutlose“ Stierkämpfe

Trotz des Namens verlaufen portugiesische Stierkämpfe alles andere als blutlos. Der Stier wird mit Banderillas von einem reitenden Torero attackiert, welche tiefe Wunden und einen signifikanten Blutverlust bewirken. Traumatisiert und geschwächt durch die Banderillas, welche immer noch in seinem Körper stecken, wird der Stier nun mit acht Forcados gequält, sieben von ihnen werden in seinen Kopf gestoßen und der achte soll sein Rückenmark durchtrennen, was den erschöpften Stier nun stoppen soll. Der Stier wird dann aus der Arena geschleppt und manchmal dauert es Stunden bis er tot ist. (11)


Quellen:
(1) Emma Daly, “Fears of Mad Cow Disease Reach Bullfighting Rings”, The New York Times 11 Feb 2001.
(2) Phil Davison, “Matadors on Horns of a Dilemma”, The Independent 12 Feb 1994.
(3) “One-Fifth of Spain’s Fighting Bulls Drugged?” Reuters, 28 Nov 2000.
(4) Al Goodman, “Machismo vs. Money: Whose Bull Is Gored?” The New York Times 9 Mar 1997: E6.
(5) Goodman.
(6) Bill Lyon, “A Slaughter That Is Really a Slaughter”, The Philadelphia Inquirer 27 Jul 1992: C1.
(7) Tony Hendra, “Man and Bull”, Harper’s Magazine Nov 1996: 69.
(8) Lyon.
(9) Fiona Govan, “Bullfighting’s Future in Doubt”, The Daily Telegraph 21 Dec 2006.
(10) Fight Against Animal Cruelty in Europe, “Cheating Practises”, http://www.faace.co.uk/manipulation.htm
(11) League Against Cruel Sports, “What Is Wrong With Bullfighting?” http://www.bullfightingfree.org/wrong.html

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