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24.01.2009

Tiere im Klassenzimmer: Respektlose Schulstunden

Tiere im Klassenzimmer: Respektlose Schulstunden
Stand: April 2008



Jahr für Jahr werden Kaninchen, Mäuse, Meerschweinchen, Frösche, Sittiche, Ratten, Schlangen, Fische, Schildkröten und andere Tiere in Klassenzimmern gehalten, als „Lehrobjekte“ und „Schultiere“. In vielen Fällen geschieht dies nicht zum Wohle der Tiere. Schüler können auch ohne Tiere im Klassenzimmer alles nötige über Verantwortungsbewusstsein und das Verhalten von Tieren lernen. Es gibt konstruktivere Möglichkeiten, etwas über Lebewesen zu erfahren, als sie in Schulen gefangen zu halten, wo sie Gefahren und Vernachlässigung schutzlos ausgesetzt sind.


Tiere sind keine Unterrichtsmaterialien
Viele Lehrer bringen Tiere mit guten Absichten mit in die Schule – um Schüler zu interessieren, um ihnen Verantwortungsbewusstsein beizubringen oder Informationen über die Tiere selbst zu verbreiten. Doch Tiere als „Lehrobjekte“ zu nutzen, setzt sie sowohl absichtlicher Grausamkeit als auch Vernachlässigung aus. Immer wieder erreichen uns Bilder und Briefe engagierter Schülerinnen und Schüler, die glaubhaft darstellen, wie die „Klassen“tiere von anderen Schülern gequält oder vernachlässigt werden.

Viele praktische „Lernprogramme“ sind besonders verachtend, wie zum Beispiel das Schlüpfen lassen von Küken. Häufig berechnen Lehrer die Schlüpfzeit nicht richtig oder Inkubatoren werden ausgeschaltet, weil der Hausmeister denkt, sie seien versehentlich angelassen worden. Das Resultat sind tote und behinderte Küken und verstörte Schüler.

Die Kükenprojekte sollten durch moderne Lehrprogramme ersetzt werden. Filme, Videos, hochmoderne Computerprogramme und plastische Modelle können die wichtigsten Stufen in der Entwicklung eines Tieres aufzeigen – selbst Küken, die noch in den Eiern sind. Solche Programme werden bereits in anderen Bereichen der Biologie genutzt und könnten leicht an die Bedürfnisse von Schülern angepasst werden.


Tiere sollten keine “Schultiere” sein
Sind Tiere einmal im Klassenzimmer, werden die wichtigsten Aspekte ihrer Natur vollkommen ignoriert. Mäuse und die meisten anderen kleinen Säugetiere sind nachtaktiv, werden jedoch in hell erleuchteten Klassenzimmern gehalten und während des Tages aus ihren Käfigen geholt. Schlangen und andere Fleisch essende Tiere zeigen den Kindern, die lachen, schreien oder sich wegdrehen ein „Jagdverhalten“, wenn lebendige Mäuse und Ratten verfüttert werden. In den Schulferien oder an Feiertagen werden die Tiere nicht immer gut versorgt. Ein Feuer oder Stromausfall kann für ein Tier, das übernacht oder an Wochenenden alleine gelassen wird, tödlich sein. Werden die Tiere zu groß oder steht der Sommer vor der Tür, werden sie häufig einfach an Zoos weitergereicht (und es kann passieren, dass das „Schul“meerschweinchen plötzlich zum Futter für Schlangen wird) oder Kindern überlassen, die weder die Mittel noch das Wissen haben, um für diese Tiere sorgen zu können.

Für die Kinder besteht auch ein Gesundheitsrisiko. Sie können vom Umgang mit Reptilien Salmonellenvergiftung bekommen. (5) Die American Lung Association „rät stark von jeglicher Tierhaltung im Klassenzimmer abgesehen von Fischen ab“, da Kinder mit Asthma und Allergien darunter leidern könnten. (6) Bevor Sie jedoch über die Anschaffung von Fischen fürs Klassenzimmer nachdenken, lesen Sie bitte unser Faktenblatt zu Fischen im Aquarium.

Anfällige tropische Fische leiden furchtbar, wenn sie ihr gesamtes Leben in Glaskästen verbringen müssen.


Eine mitfühlende Botschaft vermitteln
Tiere im Klassenzimmer zu halten, vermittelt Kindern einen falschen Eindruck von Tieren. Sie lernen vielleicht, persönlich für die Säuberung des Rattenkäfigs oder das Nachfüllen der Trinkflasche des Hamsters verantwortlich zu sein, aber diese grundlegende Disziplin können sie sich auch leicht ohne Tiere aneignen. Anstatt ein weitreichendes Verantwortungsbewusstsein für das Wohlergehen von Tieren zu vermitteln, setzt die Verwendung als „Lehrobjekt“ unweigerlich ihren Status im Kopf der Schüler herab. Junge Menschen verallgemeinern die von Autoritätspersonen aufgestellten Regeln häufig und Menschen aller Altersklassen erdenken sich die verschiedensten Formen der tierischen „Benutzung“, haben sie einmal gelernt, dass Tiere Gebrauchsgegenstände sind.

Ein Verantwortungsbewusstsein für Tiere in Gefangenschaft zu vermitteln, lässt die Frage, ob Tiere überhaupt in Käfige gehören, vollkommen außer Acht. Lehrer, die ihren Schülern etwas über Tiere beibringen möchten, können Diskussionen über die ethische Frage führen, anstatt Taten sprechen zu lassen, die vermitteln, dass eine nachteilige Behandlung von Tieren akzeptabel ist.


Was Sie tun können
Wer noch immer gefangene Tiere in den Schulstunden benutzt, hinkt seiner Zeit hinterher. Der Trend hin zum klareren Bewusstsein für das Wohlergehen von Tieren wird immer stärker. Wir können ein respektvolles Verständnis von Tieren aufzeigen, indem wir sie in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.
Plant eine Schule ein Kükenprojekt, bitten Sie den Schulleiter, Klassenlehrer oder wer auch immer verantwortlich ist, ein alternatives Projekt auszuwählen, wie zum Beispiel ein Besuch im örtlichen Tierheim oder einer Auffangstation für Wildtiere.
Hält sich Ihre örtliche Schule Tiere – egal ob als Haustiere oder “Lehrobjekte” – sprechen Sie mit dem Lehrer, dem Schuldirektor oder, wenn nötig, der Schulbehörde. Bitten Sie sie, keine Tiere mehr im Klassenzimmer zu halten.

Fordern Sie PETAs Flugblatt „Kindern Mitgefühl vermitteln“ an und besuchen Sie mit Ihren Kindern www.petakids.de

Fordern Sie PETAs kostenloses Schulmaterial „SHARE THE WORLD – Eine Welt für ALLE“ (Vorschläge für den Unterricht, Arbeitsblätter und Video zum Thema Tierschutz) an.

http://www.petakids.de/p163/share_the_world.html

Quellen
1) Christina Hall, “3 Pigs Hurt in Assaults at Lucas County Fair,” Toledo Blade 30 Jul. 2005.
2) “Class Pets Provide Important Life Lessons,” Courier-Post 14 Aug. 2004.
3) Sam Dillon, “Summer Is a Perilous Time for Classroom Pets,” The New York Times 13 Aug. 2003.
4) Associated Press, “Groups Concerned About Health Effects of Animals in Classrooms,” 23 Sep. 2003.
5) National Center for Infectious Diseases, “Diseases From Reptiles,” Centers for Disease Control and Prevention, 21 May 2004.
6) Associated Press.

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