Free counter and web stats

20.01.2009

Tierquälerei im Netz

Tierquälerei im Netz

Die dunklen Seiten des Internet
Das World Wide Web ist für viele von uns zum Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Dass es eine Revolution der Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten bedeutet, ist bekannt. Doch spätestens seit der Diskussion um die Verbreitung von Kinderpornographie ist klar: Es gibt auch die dunklen Seiten des Internet. Recherchen des Bundesverbandes haben nun gezeigt, dass auch Webseiten mit tierquälerischen Inhalten erschreckend weit verbreitet sind. Hier nimmt die Pornographie einen hohen Rang ein.

Nachdem immer mehr Hinweise auf solche Angebote bei uns eingingen, zeigten Nachforschungen schnell, dass es sich hierbei keineswegs um vereinzelte Seiten, sondern vielmehr um ein Problem erschreckenden Ausmaßes handelt.

Die »Zoos« - wie sie sich selbst nennen - behaupten von sich, die Tiere als Sexualpartner wirklich zu lieben. Doch in Wirklichkeit werden sie zu »lebenden Objekten« degradiert und dienen einzig und allein der sexuellen Befriedigung. Die Frage, ob die Tiere hierunter wirklich leiden, stellt sich im Grunde nicht: Zu eindeutig sind die Bilder der missbrauchten Individuen. Und selbst wenn sie diese Auswüchse menschlicher Sexualität überleben - und gerade bei kleineren Tieren ist dies eher die Ausnahme als die Regel - tragen sie neben physischen auch psychische Schäden davon, wie nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch verschiedene Verhaltensforscher bestätigen.

Das Geschäft mit der Tierpornographie blüht. Während entsprechende Bilder und Videos vor dem multimedialen Zeitalter nur schwierig zu erhalten waren, ist neues Material heute stets nur wenige Klicks entfernt. Das Angebot erst bringt die Nachfrage zum Vorschein. Diese aber hört bei bloßen sexuellen Handlungen mit Tieren noch lange nicht auf. Längst findet man im Web auch Seiten, die die geradezu rituelle Tötung von Tieren zeigen.

Mit alldem lässt sich schnelles Geld verdienen - entweder durch den direkten Verkauf von Zugriffsmöglichkeiten auf Internet-Seiten oder durch den regulären Versandhandel. In Deutschland dürfen keinerlei Materialien, die sexuelle Handlungen mit Tieren enthalten, produziert oder verbreitet werden, da es sich um »schwere Pornographie« handelt. In anderen Ländern existiert dafür ein umso größeres Angebot. Die Internet-Angebote stammen insbesondere aus den USA, aus den Niederlanden und aus Dänemark. Vor allem aus den beiden letztgenannten Ländern wenden sich auch spezielle Versender gezielt an deutsche Kunden - tierpornographische Videos frei Haus. Der Besitz solchen Materials ist auch in der Bundesrepublik nicht verboten.

Unsere Recherchen haben einen verblüffenden Sachverhalt zu Tage gefördert: Zumindest eine deutsche Firma ist in das Geschäft mit den Tierpornos verstrickt. Die Gesellschaft zur Übernahme und Wahrnehmung von Filmaufführungsrechten (GÜFA) - eine Verwertungsgesellschaft, die über die Einhaltung der Urheberrechte insbesondere für die Produzenten pornographischer Filme wacht - darf zwar in Deutschland keine Filme mit tierpornographischen Inhalten in ihren Katalog aufnehmen. Im Verwertungsprogramm des niederländischen Büros der GÜFA sind aber etliche solche Filme enthalten. Dort finden sich dann Titel wie »Animal Orgy« oder »Horse Lovers«. So verdient also auch eine deutsche Verwertungsgesellschaft, die ihren staatliche Auftrag vom Deutschen Patentamt erhalten hat, an diesem schmutzigen Geschäft mit. Eine Stellungnahme des Patentamtes - der offiziellen Aufsichtsbehörde - steht seit über sechs Monaten aus.

All dies zeigt die dringende Notwendigkeit eindeutiger gesetzlicher Regelungen. Hierbei sind natürlich verschiedene Ebenen zu beachten. Im Rahmen der nationalen Gesetzgebung bleibt ein halbherziges Verbot von Tierpornographie, das den Besitz nicht einschließt, wirkungslos. Angesichts der erheblichen Leiden, die Tieren bei sexuellen Handlungen immer zugefügt werden, sollten diese generell als Straftatbestand festgeschrieben werden. Nur so ist eine einheitliche Beurteilung gewährleistet und es entfällt die Notwendigkeit, die verursachten Schäden und Leiden für jeden Einzelfall nachzuweisen. Hinsichtlich der Verbreitung von Tierpornographie über das Internet wird das Fehlen internationaler Rechtsabkommen bezüglich der Gesetzgebung, der Strafverfolgung und Amtshilfe deutlich. Nur wenn hier wirklich an einem Strang gezogen wird, sind Verbesserungen zu erreichen. Das haben Problemfelder wie die Kinderpornographie und der Rechtsextremismus gezeigt.

Stephan Weber

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer