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23.01.2009

Verdeckte Ermittlungen zeigen die grausame Realität

Verdeckte Ermittlungen zeigen die grausame Realität



In den letzten Jahren ist der Handel mit sog. Heimtieren leider wieder im Wachsen begriffen. 23,2 Millionen Heimtiere (ohne Zierfische und Terrarientiere) leben in deutschen Haushalten, davon ca. 7,8 Millionen Katzen, 5,3 Millionen Hunde, 6,3 Millionen Kleintiere. Damit liegt Deutschland in Europa an 5. Stelle. Der Gesamtumsatz der Heimtierbranche beträgt 3,148 Milliarden Euro – allein in Deutschland. Dass die Tiere in dieser hauptsächlich auf Gewinn orientierten Branche auf der Strecke bleiben, zeigt PETAs Recherche in verschiedenen Zoohandlungen Deutschlands.



Klicken Sie hier für die 20minütige Version der Reportage auf www.petatv.de!
http://zeec.de/media/73201

Zoohandlungen – im Interesse der Tiere?



Obwohl es in dieser Zoohandlung bereits massive Probleme mit der Haltung eines Faultieres gab, werden sie weiterhin angeboten.

Ob Minischweine, Mungos, Präriehunde, Gürteltiere, Weißbauchigel, Frettchen, Waschbären, Weißbüscheläffchen oder Faultiere. In deutschen Zoohandlungen ist so gut wie alles zu haben. Noch nicht einmal der Handel mit diesen hochsensiblen Tieren ist verboten. Wir bezweifeln, dass diese Tierarten in einem Privathaushalt oder in einer Zoohandlung artgerecht gehalten werden können.



Tote und verletzte Tiere waren während unserer Recherche keine Ausnahme sondern die Regel.

Klicken Sie auf das jeweilige Thumbnail, um die Bilder von Fischen, Kanarienvögeln, Mäusen und Wasserschildkröten größer anzusehen.






Haltungsbedingungen in vielen Zoohandlungen sind alles andere als artgerecht.

Die Aquarien sind mangelhaft gestaltet, es fehlt an Versteckmöglichkeiten, die Becken sind viel zu klein. Dies führt zu Stress und nicht selten zum Tod der Tiere. Ein Unterwasser-Lebensraum lässt sich durch eine Handvoll Kies am Grund eben nicht ersetzen.

Ein etwa sechs Wochen altes Katzenbaby (siehe Foto) sitzt hinter einer Glaswand. Allein. Ohne Mutter. Die Geschwister wurden bereits verkauft.

Viele Vögel müssen auf dem Boden brüten, ohne Nester. Die Vogelkäfige lassen zu wünschen übrig. Außer Sitzstangen gibt es häufig keine Strukturierung. Nicht einmal Sand befindet sich auf den Blechböden. Vögel sind nicht selten in der dunkelsten Ecke des Ladens untergebracht.



Das Behältnis einiger Meerschweinchen ist gerade mal so breit wie die Tiere lang sind.

In einem anderen Behälter sitzen mindestens 25 Ratten auf engstem Raum. Es riecht entsetzlich. Beißereien lassen sich so nicht vermeiden.

Rudeltiere wie Kaninchen werden zum Teil ohne Artgenossen in einem denkbar engen Behältnis gehalten.



Mit Jungtieren ist schnell und gut Kasse zu machen

Das Geschäft mit den Jungtieren floriert. Mit ihnen erzielt man das Dreifache wie mit ausgewachsenen Tieren. Zooläden beziehen einen Großteil ihres Tierbestandes von Großhändlern. Die Gewinnspanne wird aus der Masse, nicht aus dem Individuum erzielt. Im Wochenangebot bekommt der Einzelhandel den Hausgecko - eine Eidechsenart - und den Zwerghamster vom Großhändler bereits für einen Euro. Gold- und Teddyhamster kosten 1,99 €.

Lebewesen zu Schleuderpreisen!



Woher kommen die Tiere?

Zoohandlungen schaffen in der Regel keine Transparenz über Herkunft und Transport ihrer Tiere. Wir vermuten als Grund, dass man den grausamen Einblick in Massenzuchtanlagen vor dem Käufer verbergen will. Was mittlerweile aber nicht mehr verborgen werden kann: Tropenfische werden teils mit rabiaten Methoden gefangen. Unter Einsatz von Gift (Cyanid), werden die Tiere gelähmt, sie lassen sich dadurch leicht absammeln. Dass auch die Korallenstöcke durch Dynamit oder mittels Eisenstangen zerstört werden, scheint die Händler nicht zu interessieren. Viele Fische überleben den Transport nach Europa oder USA nicht und kommen grausam zu Tode.




Was geschieht mit den „Ladenhütern“?



Das nicht seltene Schicksal der Tiere, die nicht verkauft wurden, erfahren wir im Internet. Auf der Seite eines Lieferanten für Frostfutter finden sich unter anderem Kaninchen und Meerschweinchen, für die es im Zooladen keine Abnehmer gab. Ein Kunde stellt uns seine Ware zur Verfügung. Ein Kaninchen für gerade mal 5 Euro, blutige Meerschweinchen für 4 Euro und weniger. Ein Veterinär nimmt die Tiere in Augenschein. Nach einer genaueren Untersuchung liegt der Verdacht nahe, dass diese Zooladenbewohner keinen sanften Tod gestorben sind.

Laut Tierarzt, ergab sich auf den Röntgenbildern der Verdacht, dass mehrere Frakturen zustande gekommen sind, sowie Risse auf dem Schädel und im Genickbereich. Mechanische Einwirkung müssen stattgefunden haben, entweder wurde mit einem Gegenstand auf das Tier eingeschlagen oder umgekehrt.


Politische Forderungen:

Heimtierschutzgesetz:

Das Heimtierschutzgesetz, welches im Koalitionsvertrag der früheren rot-grünen Bundesregierung 1998 bereits niedergeschrieben, jedoch nicht verabschiedet wurde, muss endlich verabschiedet werden. Durch dieses Gesetz wird die Haltung von Tieren in Privathaushalten geregelt. Damit könnte der teilweise gedankenlose oder aus einer Laune heraus stattfindende Kauf von Tieren eingedämmt werden.

Gesetzliche Regelungen für den Zoohandel:
Es gibt noch immer keine speziellen gesetzlichen Regelungen für den Verkauf von Tieren über den Zoohandel. Bedenkt man, dass jährlich Millionen Lebewesen über die Ladentheke in einem quasi „rechtsfreien Raum“ verkauft werden, kann man das immense Leid nur erahnen. In Österreich gilt seit 2005 immerhin ein Verkaufsverbot für Hunde und Katzen sowie ein Ausstellungsverbot von lebenden Tieren im Auslagen- und Türbereich.

PETA fordert, den Verkauf von Wildtieren in Zoohandlungen umgehend zu verbieten.
Weder Zoohandlung noch Tierbesitzer können die hohen Anforderungen an die Haltung dieser empfindlichen Tiere erfüllen, was für die Exoten Krankheit, Siechtum und Tod zur Folge habe. Andere Halter entlassen ihr Tier „in die Freiheit“, in der es aufgrund des mitteleuropäischen Klimas nicht überleben kann.


Was Sie tun können:

Zoohandlungen können nur solange ihren schmutzigen Handel auf Kosten der Tiere betreiben, wie es die Kunden zulassen. Tierliebende Menschen kaufen seit eh und je nur in Zoohandlungen ein, die keine Lebendtiere anbieten.
Besuchen Sie stattdessen ein Tierheim und geben Sie einem heimatlos gewordenen Tier ein neues Zuhause. Dort landen viele Tiere, die von Züchter und Zoohandlungen einst auf den Markt geschmissen, unüberlegt angeschafft und dann wieder „entsorgt“ wurden.

Helfen Sie, dass die Tierheime in Deutschland nicht weiter überquellen und gleichzeitig rücksichtslos weitergezüchtet werden darf.

Hinterfragen Sie kritisch, ob es tatsächlich Tierliebe ist, wenn wir Tiere in Käfige und Behälter stecken.


Unterstützen Sie unsere Forderungen:

Den Verkauf von Wildtieren in Zoohandlungen umgehend zu verbieten.
Das Heimtierschutzgesetz zu verabschieden.
Gesetzliche Regelungen für den Verkauf von Tieren über Zoofachhandlungen zu erlassen.
Sachkundenachweise und berufliche Ausbildung zur Grundlage zu machen, solange es kein Wildtierverkaufsverbot in Zootierfachhandlungen gibt.
Schicken Sie auch den untenstehenden Online-Protestbrief an Bundeskanzlerin Merkel und Ministerin Aigner und fordern Sie sie auf endlich zu handeln, so wie es Tierfreunde-Nord aus Hannover an dieser Stelle öffentlich machen möchte.

Offener Brief von Tierfreunde-Nord


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner,


Millionen Tierfreunde in Deutschland warten darauf, dass Tiere in Zoofachhandlungen vom Gesetzgeber geschützt werden. Das im Koalitionsvertrag der früheren rot-grünen Bundesregierung 1998 bereits niedergeschriebene, jedoch nicht verabschiedete Heimtierschutzgesetz könnte die Haltung von Tieren in Privathaushalten wesentlich verbessern, weil dem teilweise gedankenlosen oder aus einer Laune heraus stattfindenden Kauf von Tieren dadurch ein Riegel vorgeschoben wird.
Darüber hinaus gibt es noch immer keine speziellen gesetzlichen Regelungen für den Verkauf von Tieren über den Zoohandel. Bedenkt man, dass jährlich Millionen Lebewesen über die Ladentheke in einem quasi „rechtsfreien Raum“ verkauft werden, kann man das immense Leid nur erahnen (In Deutschland werden ca. 23 Millionen Haustiere gehalten, davon stammt der Großteil aus Zootierfachhandlungen). Insbesondere bei exotischen Tieren können weder Zoofachhandlungen noch Tierbesitzer die hohen Anforderungen an die Haltung dieser empfindlichen Tiere erfüllen. Immer mehr Schlangen, Echsen, Vogelspinnen, Kaimane oder andere exotische Tierarten sind von Krankheit, Siechtum und Tod betroffen oder werden vom Halter „in die Freiheit“ entlassen, in der sie aufgrund des mitteleuropäischen Klimas nicht überleben. Skandalöse Umstände mit dem gesamten Handel dieser Tiere werden immer mehr publik.

Wir fordern deshalb:
1. Den Verkauf von Wildtieren in Zoohandlungen umgehend zu verbieten.
2. Das Heimtierschutzgesetz zu verabschieden.
3. Gesetzliche Regelungen für den Verkauf von Tieren über Zoofachhandlungen zu erlassen.
4. Sachkundenachweise und berufliche Ausbildung zur Grundlage zu machen, solange es kein Wildtierverkaufsverbot in Zootierfachhandlungen gibt.


Freundliche Grüße aus Hannover
Ihr Tierfreunde-Nord Team

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