Free counter and web stats

23.01.2009

Vitamin B12: Fakten für Veganer

Vitamin B12: Fakten für Veganer
Stand: Januar 2008


Pflanzliche Nahrungsmittel sind die gesündesten. Im Vergleich zu Fleischessern leben Veganer länger, erkranken seltener ernsthaft, haben weniger Herz- und Krebserkrankungen und tragen ein niedrigeres Herzinfarkt-Risiko. Rein pflanzliche Gerichte bieten eine adäquate Zufuhr aller notwendigen Nährstoffe - mit der möglichen Ausnahme von Vitamin B12. B12 ist wichtig für den Aufbau der roten Blutkörper und für die Funktion des Nervensystems. Ein B12-Mangel ist jedoch sehr selten und kann auch bei Menschen auftreten, die tierische Produkte essen. Der Körper hat in der Regel stets einen jahrelangen Vorrat angesammelt.


Traditionelle Quellen des B12
Laien sehen in der Möglichkeit einer B12 Unterversorgung von Veganern oft ein Anzeichen darin, dass die rein pflanzliche Ernährung nicht natürlich sei. Ein Blick auf die früheren, also natürlichen Quellen des Vitamin B12 zeigt, dass diese Schlussfolgerung falsch ist. B12 wird weder von Tieren noch von Pflanzen produziert. Es wird nur von Mikroorganismen wie Bakterien und Algen hergestellt. Einige B12-produzierende Organismen können auf Pflanzen erhalten bleiben und kleinere Mengen des Vitamins produzieren. Verbesserte Hygiene und moderne Herstellungsmethoden haben jedoch diese natürlichen Quellen im Laufe der Zeit aus dem Nahrungsmittelangebot der industrialisierten Länder fast eliminiert. Ein Vitamin B12 Mangel hat also hauptsächlich mit der Denaturierung unserer Nahrung zu tun. Die Haupt-B12-Quelle für Fleischesser besteht in den Bakterien, die in den Verdauungsorganen der Tiere leben, die verzehrt werden. Von den Verdauungsorganen aus gelangt B12 dann in die Muskeln, andere Organe und die Milch. Die Denaturierung unserer Nahrungsmittel trifft jedoch auch tierische Produkte wodurch auch bei Fleischessern eine Vitamin B12 Unterversorgung häufiger wird, und der berüchtigte Mangel bei Veganern nicht vermehrt vorkommt (1, 2, 3).

Wie bekomme ich jetzt B12?
Lacto-Vegetarier (also Menschen, die kein Fleisch und keine Eier, aber Milchprodukte konsumieren) müssen sich in der Regel keine Gedanken um Vitamin B12 machen. Wer keinerlei tierischen Produkte zu sich nimmt, sollte darauf achten, dass sein Speiseplan eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 gewährleistet. Dies ist heutzutage sehr einfach, B12 kann seit mehreren Jahrzehnten synthetisch hergestellt werden (4). In der Regel sind alle herkömmlichen Multivitamin-Tabletten und viele Lebensmittel mit B12 angereichert. Vielen Frühstücksflocken und Müsli sowie manchen Bier-Hefen ist B12 zugesetzt. Vitamin B12 steht u. U. auch unter dem chemischen Namen Cyanocobalamin oder Cobalamin auf den Etiketten der Vitamine oder den Zutatenlisten von Nahrungsmitteln. Auch Soya-Drinks, Reis-Drinks und Säfte enthalten mittlerweile oft B12, so dass mit einem Glas bereits der Tagesbedarf gedeckt ist. Traditionelles asiatisches Miso, eine Soja-Paste, und Tempeh, das aus Sojabohnen hergestellt wird, enthalten ebenfalls enorme Mengen des Vitamins (1, 2, 3). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Aufnahme von drei Mikrogramm (4). Sieht man heute auf einigen Cerealienverpackungen nach, so beträgt die empfohlene Tagesdosis ein Mikrogramm, was nach der Meinung einiger Experten ausreichend ist, dies bestätigt auch die Welternährungsorganisation (1). Es gibt keine bekannten Risiken einer Überdosierung von B12, jedoch sind hohe Dosen weder notwendig noch werden sie empfohlen. Im Gegenteil zeigen Studien, dass „sich die Aufnahmefähigkeit des Körpers bei steigender Zufuhr des Vitamins vermindert“(3). Vitamin B12-Mangel entsteht weniger durch einen wirklichen Mangel in der Nahrung, sondern vielmehr durch die Unfähigkeit, das Vitamin im Körper aufnehmen und absorbieren zu können. Die Ursache dafür liegt im Fehlen einer chemischen Substanz im Körper, die „intrinsic factor“ genannt wird. Ärzte können sehr leicht testen, ob eine Person B12 normal absorbieren kann. Ist dies nicht der Fall, nützt auch die Aufnahme einer größeren Menge des Vitamins über die Nahrung nichts. Das Vitamin muss dann per Injektion zugeführt werden.


Fazit
Sich rein pflanzlich ernährende Menschen sollten darauf achten, dass ihr Speiseplan einige mit Vitamin B12 angereicherte Produkte enthält. Ein Blick auf die Listen der Inhaltsstoffe zeigt, dass dies bei den meisten von sich aus bereits der Fall ist. Wer ganz sicher gehen will, kann jederzeit Nahrungsergänzungsmittel in Form von (Brause-) Tabletten einnehmen. Jedoch beschränkt sich ein B12 Mangel nicht nur auf Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, sondern kommt auch bei Menschen vor, die sich anders ernähren.


Quellen
(1) Langley, Gill: Vegane Ernährung, Echo Verlag, 1999, S. 90ff
(2) Risi, Armin: Vegetarisch leben, Govinda Verlag, 2006, S. 22ff
(3) Clements, Kath: Vegan, EchoVerlag, 2006, 49f
(4) www.vitaminb12.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen




Shop Kontakt Newsletter Linkliste Tierfreunde Nord Forum/Community -Tierheim ! Literatur-Tipps Himmlisch-gut.de Tiertafel Global 2000: Die Gebirge Europas + Das Mittelmeerbecken + Die Seen des grossen afrikanischen Grabenbruchs + Die Akaziensavanne Ostafrikas + Das Kongobecken + Die Kappellen + Die Wälder Madagaskars + Die Regenwälder der Malediven, Lakkadiven und Chagos-Inseln + Die Savannen und Grasländer des Terai-Duar + Die Wälder der Sundarbans + Die Sumpfwälder Borneos + Die Daurische Steppe + Die Sibirische Taiga + Das Bering-Meer + Die Wüste im Nordwesten Australiens + Das Great Barrier Reef + Die Wälder Neukaledoniens + Die Wälder der Haweii-Inseln + Die Osterinseln + Die Galapagos-Inseln + Die Prärien Nordamerikas + Die Chihuahua-Wüste + Die grossen Antillen: Kuba + Die Los-Llanos-Savanne in Kolumbien und Venezuela + Das Amazunasbecken + Die Patagonische Steppe + Die antarktische Halbinsel und das Wedell-Meer